Ich wollte damit auch nur darauf hinaus das auch moderne Werkzeuge in die Irre führen können. Nur weil es heute unverzichtbare Erkennungszeichen sind muss das nicht auch für die Berufe im Mittelalter gelten. Ich weiß aber das auch damals Meißel verwendet wurden.
Wanderschaft? Koppelschloß? Ich würde dazu raten wenigstens ungefähr ein Zeitfenster für diese Fragen zu setzen, dann vermischt man auch keine modernen Konzepte mit dem mittelalterlichen Handwerksstand. Es wird auch kaum helfen aus dem Gedächtnis irgendwelche Dinge die brauchbar sein könnten aufzuzählen.
Vielleicht sind ein paar Bilder brauchbar de man nach etwa einer Minute Recherche im Netz findet Lustigerweise sind dort ncihtmal Meißel und Holzschlegel abgebildet, was aber nix heißen soll: www.nuernberger-hausbuecher.de/index.php?[ ]
tja leider kann ich zu der Historie nicht viel beitragen aber vieleicht hilft es ja weiter was auf meinem Gesellenbrief steht: Maschinenbauer/Mülenbau. Soll heisen ich bin ein Maschinenbauer Fachrichtung Mühlenbau, auch wenn ich nie eine gesehen habe. Mich würde es sehr intressieren welche Zunftkleidung für mich zutreffen würde sammt Koppelschloß schmuck und was dazugehört.
“Wichtig wäre eben nur, zu prüfen, ob deren typische Kleidung - so wie sie in Darstellungen überliefert ist, tatsächlich diesem speziellen Zweck entspricht.”
Für Zimmerleute ist mir keine überlieferte, typische Kleidung bekannt. Jedenfalls nicht im Mittelalter.
Wenn du da mehr weisst, las uns doch bitte daran teilhaben.
“Aber was nicht widerlegt und technologisch möglich (spezielle Webarten z.B.) und sinnvoll (funktional) zu vermuten wäre, kann nie und nimmer als falsch deklariert werden. Oder sehe ich da etwas falsch?”
Was sich nicht belegen lässt, hat in einer historisch korrekten Darstellung nichts zu suchen. Das bedeutet nicht zwingend, daß es etwas nicht gegeben hat. Aber da der Nachweis fehlt wäre es leichtsinnig es zu verwenden.
Nur weil uns heute etwas logisch erscheint, ist das noch lange nicht aufs Mittelalter zu übertragen. Da werden mal wieder moderne Befindlichkeiten auf die vergangenen Jahrhunderte übertragen, und es sollen moderne Lösungen “mittelalterlich adaptiert” werden.
Tut mir leid, aber das ist nicht besser als: “die waren ja nicht blöd damals”…
In diesen Punkten stimme ich Euch voll und ganz zu. Und bereits die ersten Threads (auch meine) wiesen ja darauf hin: “speziell ausgebildete Tischler, Zimmerleute und Schmiede”.
Wichtig wäre eben nur, zu prüfen, ob deren typische Kleidung - so wie sie in Darstellungen überliefert ist, tatsächlich diesem speziellen Zweck entspricht. Das Thema Scheuerschutz z.B. ist eine rein funktionale Vermutung, da sich heutige und auch neuzeitliche Berufskleidung in diesen Fragen gleich gestaltet. Warum sollte an also dann Abweichungen in der früheren Keidung vermuten, wenn die Anforderungen gleich waren?
Wie gesagt, was konkret belegt ist (Kleidungsvorschriften, zigfache bildliche Darstellung, ausdrückliche zeitgenössiche Beschreibung…), ist als Vorschrift ok.
Aber was nicht widerlegt und technologisch möglich (spezielle Webarten z.B.) und sinnvoll (funktional) zu vermuten wäre, kann nie und nimmer als falsch deklariert werden. Oder sehe ich da etwas falsch?
So konstruktiv der Tipp auch sein mag, der erste ist es nicht, denn ich empfinde viele der anderen Beiträge durchaus als konstruktiv. Dass sie nicht als solche empfunden werden, mag schlicht an der Einsicht liegen, fürchte ich.
In jedem Fall ist es äusserst sinnvoll, sich vom allgemeinen dem speziellen zu nähern, sprich: sich erstmal mit der Klamotte in der Zeit und vlt. dann Region allgemein zu beschäftigen, und dann nach Berufsspezifika zu suchen, die, fürchte ich, rein auf so Dinge wie Schürzen beschränkt bleiben dürften.
Und zur Kleidung i.A. gibts in diesem Forum nun wirklich genug Infos.
Um mal was Konstruktives beizutragen: wer sich für den spezialisierten Bauhandwerker interessiert, interessiert sich bestimmt auch für Darstellungen von Bauhandwerkern im Allgemeinen. Dafür möchte ich folgenden Autor empfehlen: Günther Binding, Baubetrieb im Mittelalter, Mittelalterlicher Baubetrieb in zeitgenössischen Abbildungen, etc. Er hat ein paar Bücher zum Thema verfasst. Da würde ich mir die Abbildungen des passenden Zeitfensters anschauen, mich eher auf einen Zimmermann oder Steinmetz konzentrieren als auf einen Mörtelmischer oder Steineschlepper, und eine Rekonstruktion in diese Richtung anfangen. Wäre das meine darzustellende Epoche, dann würde ich gerne genauere Informationen geben, aber der Binding ist bestimmt ein guter Tipp.
ich finde der Mühlenbauer Darsteller sollte nackt gehen. Wenn seine Kleidung nicht nachweisbar ist, dann muss sie weggelassen werden und nackt ist definitiv authentisch. *ironie aus*
1. Wenn ich nicht nachweisen kann, was der Mühlenbauer, seine Frau und sein Hund vor 800 Jahren am Leib getragen haben, dann bedeutet das nicht, dass man deshalb von IRGENDWAS ausgehen kann.
Es bedeutet, dass man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass er a) das Gleiche trug wie die meisten anderen auch oder b) dass man es Stand heute also nicht besser weiß, was vielleicht darin begründet ist, dass niemand etwas extra erwähnt, was eben DAMALS jedem selbstverständlich war..
Motto: “Der Mühlenbauer trug übrigens die gleiche Kleidung wie alle anderen…”
So wie wohl niemand explizit erwähnen müsste, dass im Winter keine Apfel geerntet werden.
Zunächst mal heißt das alles nicht mehr.
2. Eine mögliche, logische und äußerst nahe liegende Folgerung wäre nun, dem Mühlenbauer, seiner Frau und seinem Hund Kleidung zuzuordnen, die man aus gleicher Zeit evtl. von einer regionalen und zeitgenössischen Bild- oder Textstelle, besser noch durch Funde, belegen kann.
3. Bietet sich diese Möglichkeit nicht, so könnte man schlau sein und auf eine überregionale Quelle zurückgreifen, um so aller Wahrscheinlichkeit nach wenigstens immer noch deutlich näher dran zu sein, als mit der “IRGENDWAS HALT” Lösung.
Na also, nix bekannt, dann also alles richtig - oder falsch.? Wenn nicht bewiesen werden kann, was man trug, dann auch nicht, was man nicht trug…? grübel,grübel
Wenn ihr fertig mit dem Mühlenbauer seid, könnten wir dann mit der Kleidung des Mühlenbauerlehrlings weitermachen? Oder was ist mit der Frau eines Mühlenbauers. Was trug seine Frau?
Eintrag 2, Eintrag 3 »Da eine reine Berufsbekleidung für das MA nicht bekannt ist, abgesehen von ein paar Accessoires wie z.B. Schmiedeschürzen , sollte die Bekleidung eines wohlhabenden Handwerkers wohl passend sein.«, viele weitere, abschließend hier mit Beitrag 13 »Wenn nichts über spezifische Berufskleidung überliefert ist, muss vorerst davon ausgegangen werden, daß auch ein solcher Handwerker die “typische” Tracht des 13. Jh. getragen hat. Ist ja nicht so, als gäbe es keinerlei Quellen.«
Die jeweils übliche Kleidung seiner Region und Zeit, spezifizierte Berufskleidung ist nicht nachweisbar.
Ich sehe hier keine Frage unbeantwortet im Raum stehen, außer vielleicht der, was du noch willst ?
Ok, nochmals: Wie war er denn nun gekleidet? Die Frage steht ja immer noch unbeantwortet im Raum.
MfG
Roman
PS: Nix für ungut, ich trage auch seit Ewigkeiten reine Wolle und Wollstoffe, nicht nur auf dem Markt. Und Fakt ist, nichts anderes schmutzt so leicht an wie Wolle - wie man leicht am Aussehen der Waschlauge erkennt…und die Aufladung merkt man auch leicht, wenn man den Wollpullover abstreift. Aber eine Diskussion über die (gut dokumentierten) Eigenschaften von Wollgarnen und -stoffen gehört dann wohl eher in einen passenden Thread - und weniger hierher ;-) Auch Papierfasern und Holzspäne lagern sich vorzugsweise in meinen Wollpullovern ab…und nicht im Leinenhemd…
Und bevor hier Legenden über die elektrostatischen Eigenschaften von reiner Wolle die Runde machen, im Gegensatz zum Alltag der Gegenwart habe ich auf LH-Veranstaltungen in Wollklamotte noch nie “einen gewischt gekriegt.” Wolle lädt sich unter normalen Bedingungen kaum bis gar nicht elektrostatisch auf. Gerade darum verschmutzt reiner Wollstoff eben nicht so leicht!
Wenn Späne in den Klamotten hängenbleiben, dann weil sie rumfliegen und sich in den aufgerauten Fasern verfangen, nicht weil man sich elektrostatisch aufgeladen hat.
Wenn nichts über spezifische Berufskleidung überliefert ist, muss vorerst davon ausgegangen werden, daß auch ein solcher Handwerker die “typische” Tracht des 13. Jh. getragen hat. Ist ja nicht so, als gäbe es keinerlei Quellen…