das diese Veranstaltung nicht authentisch war, darüber brauchen wir glaube ich nicht diskutieren. Das war ohnehin nicht zu erwarten ... ich sage nur "Tucher" Ritterspiel - logishc das hier Bier verkauft wird und Geld verdient werden muss.
Eine Anmerkung in Deinem Eintrag finde ich dennoch sehr einseitig:
"Tja,wäre nicht der Lichtblick in Gestalt von Bekannten der Gruppe Communitas Mercatorum gewesen, die sich redlich mit Qualität in Ausrüstung und Show bemühten, den müden Besuchern Begeisterung auf dieser ziemlich peinlichen Veranstaltung einzuhauchen, hätte ich es meinen Wikinger-und Frankenkollegen gleichgetan, und ziemlich bald den Rückwärtsgang eingeschlagen..."
Das klingt für mich so als ob auf diesem Markt (ist mit Absicht so bezeichnet) so überhaupt nichts los gewesen wäre, wahrscheinlich haben sich deswegen die Besucher so zahlreich vor den Bühnen versammelt um sich kollektiv in Langeweile zu üben.
Im übrigen sind Deine Bekannten tatsächlich sehr nette Leute und versuchen sich auch in die Veranstlatung mit einzubringen. Haben dies übrigens auch getan. Aber dies als den "Lichtblick" der Veranstaltung zzu bezeichnen halte ich für mehr als übertrieben. Schließlich waren einige in der Szene namhafte Künstler vertreten, die eben gerade nicht Wert darauf legen das MA als Rockbühne zu missbrauchen. Von der peinlichen Feuershow des Eisbären mal abgesehen.
Man schrieb den 14.08.04, und eine kleine Schar mutiger Recken und Maiden (In Gestalt einiger Wikingerdarsteller der Vinlandfahrer, zwei Franken und meiner Wenigkeit in Klamotte eines 1475ger Nürnberger Bürgers in der Bürgerwehr) machte sich auf, sich mal die volle Dosis Markt abzuholen.
Also gurkte man mittels Auto/Strassen-und U-Bahn zur Kaiserburg in Nürnberg, wo im Burggraben die berühmt-berüchtigten Tucher Ritterspiele stattfinden sollen.
Sollen sie. Naja, nur wussten die Nürnberger halt nix davon. Und die Fürther. Und Erlanger. Äusserte sich darin, dass man verdutzt angesprochen wurde (ob in Klamotte), ob denn heute irgendwo was "stattfinden würde".
Nunja, angekommen (positiv: kein Eintritt in Klamotte) schlenderte man vom Eingang an los...und...stand vor dem Ende.
Hmjanun, war da irgendwo eine Abzweigung, die man übersehen hatte? Mitnichten, das war alles.
Zwei, drei Lager (inklusive dem "Ritterlager" der Turniergruppe), haufenweise Buden mit Würstchen, modernem Kram, und...ja nix und. Das war alles.
Naja, dabei fing das Ganze doch so schön an:
Gleich zu Eingangs kam gemessenen Schrittes Graf von und zu Polyester nebst voranlaufender Baumwollwache entgegen, die lautstark forderte (und dies mit Schubsen auch bekräftigte) dem "Burggrafen zu Nürnberg" Platz zu machen. Je nun; war man doch grad ebenfalls Nürnberger Wachsoldat und hatte sich schon immer erhofft, so ein hohes Tier zu sehen, aber das da???
Auf die Frage, inwiefern der Herr sich denn als Burggraf qualifizieren würde, liess man verlauten, der liebe Kaiser höchstpersönlich habe ihn eingesetzt, nach Erkundigung über dessen Namen: Barbarossa. Oooookaay, nun war dieser nebst Gefolge 1475 schon ne Weile tot, daher beschloss besagter braver Nürnberger Wachsoldat(ich, *grins*) mit Hinweis auf seine rot-weisse Schallerstoffwurst, eben nicht zu weichen, worauf er verdutzt zu hören bekam, dies seien doch nicht die Farben Nürnbergs...
An diesem Punkt beschloss ich, mit nem halben Schritt zur Seite jeder weiteren "fundierten" Argumentation des Herren nebst seinem Gefolge aus dem Weg zu gehen; bedauerlicherweise fiel mir der Satz, mit dem mich ein befreundeter Frankendarsteller danach auf die nächste mögliche Begegnung mit meinem zeitverschobenen Vorgesetzten vorzubereiten suchte, nicht ein: "Na dann soll der Bruggraf das nächste Mal, wenn er aufsteht, doch mal nen Blick auf seine Fensterläden werfen..." (mit Hinblick auf die rot-weissen Fensterläden der Burg).
Tja,wäre nicht der Lichtblick in Gestalt von Bekannten der Gruppe Communitas Mercatorum gewesen, die sich redlich mit Qualität in Ausrüstung und Show bemühten, den müden Besuchern Begeisterung auf dieser ziemlich peinlichen Veranstaltung einzuhauchen, hätte ich es meinen Wikinger-und Frankenkollegen gleichgetan, und ziemlich bald den Rückwärtsgang eingeschlagen...
Fazit: Mein erster Besucher dort war sicher auch mein letzter; Tucher/die Stadt Nürnberg sollte sich dringend überlegen, ob die einzige mehr oder weniger mittelalterliche Veranstaltung dieser geschichtsträchtigen Stadt wirklich etwas derart winziges, schlecht organisiertes und ganz und gar unhistorisches bleiben soll.
Und das bei einer dertartigen Location, und bei eigentlich (ich nenne nur mal das Nürnberger Aufgebot) guten Vorraussetzungen an Gruppen.