Getränkebuden müssen meines Erachtens auch im Sommer nicht sein. Die Leute sind durchaus in der Lage sich Getränke und Essen selbst mitzubringen. Sofern sie vorher richtig auf die kommende VA vorbereitet werden. Ein Problem sind falsche (oder fälschlicherweise erzeugte) Erwartungshaltungen. Mit Buden jeglicher Art leistet man der Kommerzialisierung vorschub. Das gemeinsame Familienpicknick kann durchaus ein Erlebnis sein.
Vorführung = Markt? Ich weiß nicht. Märkte besitzen eine gewisse “Highlightmentalität”. Will sagen, ständig muß für den Besucher der Unterhaltungsoverkill stattfinden. Ein Termin am Tag, bei dem auch noch tatsächlich Wissen vermittelt wird, hat mit Marktvorführungen nichts zu tun. Vielmehr werden die Besucher bei der Hand genommen, die sich mit dem aktiven Fragen schwertun.
Ansonsten glaube ich, daß 99% der Marktgruppen, von den “Kaufleuten” und “Gauklern” mal ganz zu schweigen, gar nicht bereit sind ihre Qualität zu steigern. Dann müssten sie sich von vielen bewussten und liebgewonnenen modernen oder fantasylastigen Kompromissen trennen. Das heisst Verabschiedung von ihrem persönlichen Mittelalterbild. Das wird nicht passieren. Leute die nach Höherem streben, werden, wie bereits gesagt, ihren weg finden. Da bin ich mir sicher.
Märkte wird es so lange geben wie der Rubel rollt, das ihr einziger Zweck.
Mir persönlich ist es zu Doof, und ehrlich gesagt zu mühselig Märkte umdrehen zu wollen. Es funktioniert sowieso nicht. Weil oberstes Gebot “Geldverdienen” ist, und nicht Geschichtsvermittlung. Nicht zuletzt sind Märkte auch Ausbeutung der dort anwesenden Gruppen. Diese frönen dort ihrem Hobby, und andere füllen sich dabei die Taschen.
Momentan laufen entsprechende Lager so ab, das man mehrere Tage wo lagert, die Gruppen anteilig das durch nen Beitrag finanzieren; Besuche dürfen vlt. an einem bestimmten Tag rein.
Schön für die Gruppen, mangels Werbung ist die erreichte Anzahl an Leuten minimal.
Beispiel 2:
Mache ich es mit dem Ziel, eine Publikum-VA zu machen, wird’s lustig;m die Gruppen zahlen nun nicht mehr sondern wollen Geld, dafür, dass sie mehrere Tage nicht ungestört lagern können, durch Auflagen und Pacht muss man Eintritt verlangen, man muss mit ner Mindestbesucheranzahl kalkulieren, um die zu erreichen man Werbung machen muss, die wiederrum kostet. Erfahrungsgemäß explodiert nun der finanzielle und zeitliche Aufwand, und wenn man nicht will, dass die Leute im Sommer hechelnd auf der Wiese stehen, braucht es ein Getränkeverkauf; →Wasseranschluss, E-Anschluss und und und…
Zieht man die Buden ab und lässt man die Quali der Gruppen ausser Acht, was ist das: ein MA-Markt.
Spinnen wir die Vergleiche doch mal weiter: schonmal einen Museumsladen gesehen? Da bekommt man Fachliteratur…und Ramsch. Aber: er bringt dem Museum dringend benötigtes Geld ein und schafft Erinnerungsbindung.
Also lassen wir einen, der eh schon Handwerk macht, auf unserer VA sein Zeug verkaufen: nächster Stand, noch näher am Markt.
Wie wollen wir dafür sorgen, dass die Besucher auch bestimmte Dinge mitbekommen? Genau, wir legen ne Uhrzeit dafür fest, meinetwegen eine “Modenschau”.
Aufführung? Noch näher am Markt.
Das Fazit:
Was macht Märkte so schlecht? Die Qualität des gezeigten. Weder die Konzeption, noch die Organisation sind schlecht oder schaden dem Bild der Menschen über das Mittelalter; das gezeigte ist es.
Man kann also zwei Dinge tun: entweder organisiere ich oben genannte Publikums-VA oder ich ändere die Vorführungsinhalte und hebe die Qualität der Darsteller und Stände (und verringere deren Anzahl) auf einem Markt.
_DAS_ ist Hebung der Qualität eines Marktes. Weil das dann zu genau dem wird, was es braucht: publikumswirksame, stark besuchte, gut beworbene, qualitätsvolle Veranstaltungen.
Ideal wäre das im passenden Umfeld (Museumsdorf), aber wie gesagt, auch da hat es einen Museumsshop, ne Gaststätte nebst Biergarten.
Also wenn wir auf Märkten rumhacken, was gerechtfertigt ist, behalten wir doch mal die Essenz dessen im Auge, was eine erfolgreiche museale VA wirklich ist, und das, an was es Märkten _wirklich_ krankt.
Und wettern nicht nur einfach generell und versuchen sie zu verdrängen, denn _das bringt überhaupt garnix.
Naja. Es gibt da zwei Möglichkeiten. Abwarten, bis sich was ändert oder mehr nach aussen gehen.
So etwas wie mit den “Archäologische Nachrichten aus Baden” wird es so lange geben wie es zig-mal mehr miese, aber vor allem besser beworbene Märkte gibt, als gute VAs mit Besuchereinlaß.
Ich persönlich(!) sehe gute Darstellung im guten Umfeld nur als einen von zwei Schritten.
Der zweite ist, offen der schlechten Quali Kontra zu geben.
Was mag nicht jederman’s Sache sein, aber ich springe lieber über meinen Schatten und mache mal Veranstaltungen, die für meinen Sehnerv anstrengender sind, als ein Wochenende in Bad Windsheim, und erreiche damit ein paar Leute mehr.
Meines Erachtens ist die Konzentration auf das _Erleben_ und das Darstellen von Alltagskultur im möglichst genauen Umfeld erstrebendswert und es ist absolut verständlich, wenn jemand nicht mehr machen möchte.
Das birgt aber das Risiko, wie zu beobachten, dass das Publikumswirksamere Feld (weil beworben und entsprechend aufgezogen) alleine durch schlechte Gruppen abgedeckt wird.
Bevor ich mich ins Museumsdorf stelle, und dort mühsam die Vorurteile, die auf dem Märkten kolportiert werden, korregiere, setze ich doch mal lieber auch gleich da an.
Ich sehe auch kein Problem, in Rahmen von “Mittelalterprojekttagen” an Schulen ne aktive Schulstunde zu geben, bei dermich auch ne Lehrerin in Pannesamtkostüm und als Prinzesschen verkleidete Schüler erwarten.
Wie gesagt, dass heisst nicht lagert alle auf Märkten. Aber ich möchte mal zum Nachdenken anregen, ob das gleichzeitige Aufregen über die Vorurteile der Leute bei gleichzeitigem Zurückziehen auf genau den eigenen Wünschen entsprechende Einrichtungen die reichtige Taktik ist, _falls_ einem neben dem Erleben auch das Aufklären liegt.
Ja, ich denke auch so, warum sich über irgendwas aufregen das dabei ist sich selbst zu beseitigen.
Ist wie bei allem wenn ein ßberangebot da ist und die Leute nicht mehr so häufig hin gehen, ist der Spuk bis auf ein paar hartnäckigen erledigt. Ein gutes Beispiel ist hier in Bonn dieser “Veranstalter mit den neon gelben Schildern” auf der Rigal´schen Wiese, dieses Jahr war es wohl ein ziemlicher Griff ins Klo für die, das in den Käsblättern lamentiert wurde vom Veranstalter und einigen Helfershelfer der Stadt, wie wenige Besucher doch gekommen seien, dabei “hätten sie sich soviel Mühe gemacht” Ich kann nur wünschen grabt weiter, so daß das Wasser bei all diesen Pappnasen bald weg ist!:-) Zum Glück gibt es mehr als genügend Alternativen so diesen Mist. Das einzig wirklich ärgerliche ist der Ettikenschwindel, und das solche Nasen von Städten und Medien hoffiert werden, ich denke nur an diesen “netten” Hefte ala PM oder Geo, selbst Fachblätter wie “Archäologische Nachrichten aus Baden” brachten in ihre letzten Ausgabe einen Artikel über so ein Mist und den vielsagenden Titel “Ja so warn´s die alten Rittersleut”
Das ist was einem wirklich ärgert. Wenn die Spinner in ihrem kleinen Biotop blieben, ohne sich ständig prollmässig auf sich aufmerksam zu machen, denke ich wäre die Aufregung halb so groß!
Eintrag #45 vom 03. Sep. 2004 08:58 Uhr
Joachim Meinicke Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.
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Hebung der Qualität??? - Welche Qualität und wer will das überhaupt???
Du sagst es, Martin. Wer es WIRKLICH will, wird fündig werden.
Aber zurück zu den Märkten. Qualität auf Märkten verbessern? Wer will das? Wir. Und wie viel % der riesigen MA-Szene machen wir wohl aus? Genau! Also sage ich mal frech abgerundet, niemand will die Qualität auf Märkten verbessern. Zumindest nicht die Qualität, an die wir denken. Nein, wenn überhaupt geht es um Marktqualitäten, wie z.B. Eintrittspreise für Gewandete, Zustand der Toiletten, Anzahl der Marktbuden, Lautstärke der Marktbands und den Preis für Met und Bier. Lest Euch entsprechende Marktkritiken mal durch und schaut, was da gelobt oder bemängelt wird. Es geht weitgehend um die Einschätzung durch Konsumenten. Unser Bild von Qualität ist nicht deren Bild von Qualität.
Und von daher können wir uns hier den Mund fusslig reden, die Tastatur heißtippen, ES WIRD SICH NICHTS ßNDERN.
Es wird sogar schlimmer. In der aktuellen K. Seite 44/45 ist zu lesen: “-die mittelalterlichen (HAR HAR HAR) Händler und Handwerker teilten sich jedoch den Platz mit einer steigenden Zahl von Hobbybastlern und Wochenmärktlern, die immer mehr auf die Märkte drängen.” “- hatten die ortsansässigen Vereine und Gastronomen eindeutig die Oberhand und die mittelalterlichen (noch mal HAR HAR HAR) waren teilweise nur schmückendes Beiwerk.”
Ich find das gut. Da wird ein ßbel zunehmend durch ein noch größeres ersetzt. Mit etwas Glück sinkt die Qualität irgendwann dermaßen, dass selbst der uninteressierteste Besucher keinen Gefallen mehr an den Quatsch findet und sich der ganze Spuck in Luft auflöst.
Laßt die Märkte Märkte sein und konzentriert euch auf ne gute Darstellung und eine handvoll gelungener Veranstaltungen im Jahr. Alles andere ist Perlen vor die Säue und bringt nichts. Wir habens mit MB1260 oft genug versucht.
wenn ich mich für was begeistere, da suche ich, und wenn das was ich finde mich nicht befriedigt dann suche ich weiter bis ich es finde………Bevor das Internet die große Verbreitung fand, da war es schwer, und oft zufall das man was gescheites fand. Wenn ich so an die Zeit um 1990 denke, mußte man eher das Glück haben am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein. Heut-zu-tage hat jeder der sich für dieses Hobby sich begeistert, paradissche Zustände über das Internet kann man soviel an Info´s bekommen, da hätte man einiges dafür gegeben vor vierzehn Jahren! Heut-zu-tage bekommt man fast alles Mundgerecht geliefert, so mit sind faul Kompromise und naja Erklärungen, eher ein Zeichen das die Interessen eher in irgendeiner anderen Richtung gehen. Jeder Neuling der z.B. über so ein Forum wie dieses kommt kann in kürzester Zeit soviel Info´s bekommen das es möglich ist was brauchbares darzustellen, und das schöne ist man kann es gleich vergleichen mit Fachseiten über Funde oder exponaten ob das was so geboten wird auch stimmt.
Somit jemand der nur halbherzigkeiten macht, und meint das ist so, ist einfach faul oder hat andere beweggründe aber mit sicherheit kein wirkliches interesse ans Mittelalter, egal welcher Zeit.
Den einfacher geht es wirklich nicht heut-zu-tage.
genau das ist der Punkt: es gibt heute bekannte andere Wege. Ich hatte (1997) nicht die Traute mich direkt an ein Museum zu wenden und auf die Eisenzeit zu werfen. Zum einen weil im Freundeskreis andere Interessen da waren, zum anderen wegen einem krassen Mangel an Informationen. Anfangs hatte ich mehr Unterlagen zu Bronzezeit etc., heute ist das (fast) wieder so. Ein gemeinsamer Nenner waren Slawen bzw. FMA, bis heute ein besonderes Lieblingsthema!
Günther, was heißt denn hier: Mittlerweile ist die Kluft zwischen erstrebenswerten Ergebnissen und Märkten zu groß?????
Soll das heißen es ist schlecht, daß es mittlerweile nicht mehr möglich ist zu erzählen, daß niemand eine Seide/Goldlahn/Goldschmuckausstattung hat. (und deshalb faule Kompromisse sein müssen?)
Es gibt mittelerweile Kamotten aus handgewebten Stoffen, Seide aus Damaskus, Rautenköper, wirklich glaubhafte Borten aus Goldlahn, und es geht so weiter. (Ich persönlich warte auf eine Frau, die sich traut ein buntes Gebende nach den Villach- Funden zu tragen, auch wenn ich den Besatz selber weben muß ;-)
Regina, wir hatten das Thema im Porta-Forum,( über Seiten produktiv und prima, übrigens). Ich persönlich sehe die Verantwortung bei der Veranstaltungsleitung oder Orga. Allerdings weiß ich was das für eine Mühe ist. Da braucht man mehr als Nerven zu, muß sich beschimpfen lassen und schlimmeres.
Aber die Mühe wenigsten ein bischen was durchzusetzen lohnt schon, durch Vorlagen und Hilfestellung verbesert sich noch zusehend einiges. Allerdings sehe ich auch die Sachzwänge von außen: Gute Gruppen sollten auf großen Festen eine Fahrt- und Umkostenerstattung bekommen dürfen, das ist teuer und Geld fehlt. Es ist bequemer sich dem Stress nicht auszusetzen “NEIN” zu sagen, was Folgen haben kann. Mir als Hobbyist ist das egal, aber Händler etc. haben häufig verständliche politische Gründe für seltsame Verhaltensweisen.
Dann will ich diese Frage einmal abschliessend und ehrlich beantworten.
Das ist mir “fäkalegal”
Niemand ist gezwungen über Märkte einen Einstieg in das Mittelalterhobby zu suchen. Vor einigen Jahren war das vieleicht die einzige Möglichkeit aber Heute gibt es genug andere Wege.
Ich mag die Hier nicht alle aufzählen, da sie eh bekannt sind.
Und ich werde den Teufel tun, mir einen Kopf darüber zu machen ob Irgendjemand “gerettet ” werden kann….bin ich Rettungssanitäter?
Wer Mittelalter machen will kann das tun ……auch ohne Mich oder sonst Jemanden.
Wer was Anderes will, wird das tun, auch wenn ich mich bemühen würde.
Das klingt arogant? Nein, in dem Fall ist es arogant und das auch noch gerne. ICH brauche nämlich keinen “Friede-Freude-Eierkuchen” um das zu tun was ich tue.
“na, bei ”seyed gegrüsst“ und ”gehabet euch wohl“…..gehe ich mal davon aus, das der marktvirus schon voll zugeschlagen hat”
Ja, aber daß man Anfänger gleich abschreibt, treibt diese doch dann erst recht in die GroMi-Ecke.
Waren wir nicht alle mal interessiert und unwissend? Haben nicht die meisten über einen Markt ihr Faible fürs MA entwickelt? Und was, wenn dann nur GroMi-Gruppen da sind?
wenn jemand eine lockere Gruppe bilden will um mal auf eine Markt zu fahren, ist das noch kein Indiz dafür das derjenige den umgang mit Geschichte ebenso locker findet.
Seyed gegrüßt! Wir, m 31 & w 29 aus dem Raum Bonn, suchen Menschen die sich, wie wir, für das Mittelalter (Geschichte etc.) interessieren (kein Larp!!!) und auch gerne mal auf Märkten zugegen sind. Wenn ihr Zeit und Lust habt eine lockere Gruppe zu bilden, meldet euch bei uns! Gehabt euch wohl.”
……Geschichte etc….aber locker….;-))
und eines von einer Homepage
“Mit dem Thema Mittelalter beschäftigen wir uns schon ein Weilchen. Dabei haben wir allerdings kein Verlangen, Geschichte zu studieren, Bücher zu wälzen und ähnliches. Uns gefallen die mittelalterlichen Veranstaltungen, die Gewandungen und auch die Sprache, die dort geführt wird, unabhängig davon, ob es früher wirklich so war. Wichtig für uns ist, es hätte so ähnlich sein können.”
…..ohne Kommentar.
Und genau für sowas sind Märkte nunmal ein Sammelbecken, da hilft auch alles schönreden nix.
…dass das so naheliegend sei, dass er zumindest noch nicht dran gedacht hatte.
Ich hab so den Eindruck, daß das bei vielen (gerade bei typischen Markt-Gruppen) der Fall ist. Und da denke ich, dass die Anwesenheit niveauvoller Gruppen auf einem Markt für eine (zumindest mittelfristige) Verbesserung förderlich sein kann.
Andrerseits kommen vieleicht viele Gruppen nicht aus dem GroMi-Stadium heraus, weil der Spalt zwischen GroMi und A mittlerweile schon zu groß geworden ist.
Habe mich vor einiger Zeit auf nem “Markt” mit einem der Händler unterhalten. Dazu gehörte zunächst mal, dass der eine sich mit dem Grad der Authentizität des anderen anfreundete, was schon kein leichtes Unterfangen war, ohne dass schlechte Stimmung hüben und drüben aufkam.
Auf mein Ansinnen, dass ich’s nicht wirklich verstünde, warum gelegentlich nicht die Zeit investiert wird, denn mal zu schauen, was denn wohl korrekt sein könnte (was ja am Arbeitsumfang des fertigzustellenden Endproduktes nichts ändert), damit man Sachen auch weiter verwenden kann, wenn man den GroMi hinter sich gelassen hat, bekam ich zur Antwort, dass das so naheliegend sei, dass er zumindest noch nicht dran gedacht hatte.
Die grundlegende Frage ist: Warum versuchen wir Mittelalter darzustellen ? Zum Zwecke der Geschichtserfahrung & -vermittlung ? Rein als Unterhaltung ohne tieferen Sinn ?
Mittelalter bezeichnet einen bestimmten mittlerweile vergangenen Zeitraum. Wenn wir Mittelalter-Darstwellung betreiben, wollen wir das Leben dieser Zeit möglichst detailgetreu (Leben, Ausrüstung, dargestellte Personen - dem aktuellen Kenntnisstand der Archäologie und Geschichte entsprechend) nachzustellen.
Alles was davon stärker abweicht hat eigentlich mit Mittelalterdarstellung im eigentlichen Sinn weniger zu tun.
Warum exhibitionieren wir uns auf Märkten ? Wegen der Geschichtsvermittlung ? Wegen dem gesellschaftlichen Ereignis ?
Für mich korreliert die Qualität auf dieser Basis
stark mit der richtigen, d.h. dem obgenannten Kenntnisstand möglichst angenäherten, Mittelalter-Darstellung.
Dem Veranstalter sollte klar sein: Entweder solide MA-Darstellung oder große Phantasie-Kostüm-Party.
Eine Vermischung beider unterstützt nur das falsche Bild vom Mittelalter beim Otto Normalverbraucher. Leider wird dieses falsche Bild durch die zahlreichen “Historienfilme”, auch durch jene der letzten Zeit, die sich insbesondere durch phantasievolle Kostüme und Ausrüstung “auszeichnen”, weiterhin gefördert.
Meine persönliche Verantwortung als MA-Darsteller sehe ich darin, gegen diese Strömung anzukämpfen um ein korrekteres Bild des Mittelalters (“so wars wirklich”) zin der ßffentlichkeit zu präsentieren.
Otto-Normal-Verbraucher meint daher, daß Markt-MA ist schon richtig so, da es anderswo (in Filmen) auch so “phantasivoll” dargestellt wird.
Jetzt nicht wieder die alte Leier von “wer kontrolliert” oder “Freiwillige Selbstkontrollestelle”.
Also ich sag euch was: _ich_ traue mir zu in Beratung mit ein paar anderen zusammen auf einer Veranstaltung dem Veranstalter meine Sicht der Darstellung einer Gruppe abzuliefern. Das habe ich schon getan und es hat auch funktioniert.
Steinigt mich, nennt mich arrogant, überheblich, mich-für-was-bessetes haltend, oder erkennt mir ruhig die Fähigkeit ab, aber ich glaube, ich erkenne mittlerweile so langsam den Unterschied zwischen Wollen und Nichtwollen.
Jenseits dieser Grenze geht meisstens nur noch um Details, an die man mit der Einstellung dann aber ohnehin arbeitet, und die entsprechende Ehrlichkeit besitzt, Fehler einzugrenzen und das Publikum drauf hinzuweisen.
Ob das die Veranstaler wollen liegt an den jewieligen Veranstaltern, aber den Tenor hatten wir fast in jedem Post hier jetzt ;)
Mh, diese Diskusion wird wahrscheinlich nicht alzu fruchtbar. Was ich schade finde, doch, wer will mehr Qualität. Was ist Qualität?
Aus der Sicht eines Kommerziellen Veranstalters ist Qualität, das was das Publikum begeistert. Sind diese Gruppen schlecht? Nein sind sie nicht, sie sind unter umständen nicht mittelalterlich gekleidet und die Auslegwahre und das was sie tun haben vielleicht auch nichts mit Mittelalter zu tun, doch das Publikum ist begeistert. Für einen Veranstalter zählt doch eher der Erfolg.
Wie läßt sich die Qualität steigern? Würd ich auch gerne wissen. Doch solange selbst in Museen Dinge auftauchen, die dort nichts zu suchen haben, was beklagt ihr Euch über Märkte?
Man könnte nun versuchen eine Freiwillige selbstkontrolle ins Leben zu rufen. Doch wer beurteilt die Urteilenden? Ein Mindestanforderungskatalog erstellen? Das könnten zumindest die Veranstalter tun und bei Nichtachtung könnten die Beteildigten darauf aufmerksam gemacht werden das Corpus Delikti zu entfernen. Doch das liegt nicht in der Hand von einzelnen Gruppen sondern beim Veranstalter. Beist sich da nicht die Katze in den Schwanz? Weil Qualität das ist was das Publikum begeistert…..? Jedenfalls aus der Sicht des kommerziellen Veranstalters.
Mh, und so lange manche Leute lieber schlechte alternativen wählen als das was gefunden wurde sehe ich eh schwarz. Ich sage nur Steckstuhldebatte, das ist genauso sinnfrei darüber zu debattieren.
(Das ist jetzt mein ca 10 Anlauf was zum Thema zu schreiben, ich bitte zu entschuldigen sollte ich irgendjemanden beleidigt haben. Denn nichts liegt mir ferner)