Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Die SCA - mal hinter die Kulissen geguckt

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Eintrag #14 vom 05. Nov. 2004 09:12 UhrMartin Jungnickel Profil

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Hmm "In Sachen "historisch korrekt" habe ich in der SCA Leute gesehen, die alles in den Schatten stellen, was auf deutschen Märkten so kreucht und fleucht. Hängt vielleict damit zusammen, dass in USA fast jeder Prof für MA-Geschichte" ich weiß nicht....gibt es da zwei verschiedene Versionen der Geschichte? Ich habe schon sehr viele Amerikanische und Kanadische SCA Seiten gesehen, das mich diese Aussage doch etwas verwundert. Das was auf den deutschen Mittelaltermärkten rum kreucht darüber braucht man nicht zu reden, aber das die amerikanische SCA besser sein soll?? Was ich bisher gesehen habe, würde ich sage gibt sich nicht viel zum deutschen Mittelaltermarkt-Schlumps.
Vielleicht solten mal ein paar dieser erwähnten "guten Seiten" mal hier rein gestellt werden so das man sich davon ein Bild machen kann?
Mein Eindruck von der SCA bisher ist eher ein "sehr freier umgang mit der Geschichte" sprich es sind mehr "Kreative Elemente" drin als das man sich wirklich darum kümmert wie man es damals handhabte.
Schmierfink

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Eintrag #13 vom 05. Nov. 2004 02:55 UhrGeorg Mackowiak Profil

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Back to topic...

Ich kenne die SCA nun seit über 20 Jahren, war vermutlich einer der ersten "resident members" hier in Deutschland.
Was mir an der SCA immer noch sehr gefällt, ist der angenehme Umgangston, die gegenseitige Hilfe und das praktisch völlige Fehlen jedweder Arroganz. Hinzu kommt die fast grenzenlose Toleranz. Das macht die SCA zu einer sehr angenehmen Angelegenheit.
In Sachen "historisch korrekt" habe ich in der SCA Leute gesehen, die alles in den Schatten stellen, was auf deutschen Märkten so kreucht und fleucht. Hängt vielleict damit zusammen, dass in USA fast jeder Prof für MA-Geschichte auch in der SCA ist...
Natürlich gibt es auch viele "Nebenbei-SCAler", die alle paar Wochen mal ne Tunika anziehen und zu nem Event fahren, weil`s halt Spaß macht. Auch schön!
Das muss jeder für sich selber entscheiden - und genau dies macht die SCA so besonders.
Was mir weniger gefällt ist die sehr hohe Bewertung des Kämpfens. Aber da dies nun mal der auffälligste optische Aufhänger ist, bleibt das wohl nicht aus.
Das Kampfsystem selbst ist ein harter Kampfsport nach bestimmten Regeln. Das macht Sinn. Ein Freikampf ist kein Schaukampf und benötigt gewisse Regeln.
Allerdings sehe ich keine wirkliche Zukunft für die SCA hier in Deutschland. Die grundsätzliche Toleranz und die Priorität des "wir wollen uns nett benehmen und eine schöne Zeit gemeinsam verbringen" gegenüber allem anderen ist doch etwas anders als die oft etwas starre Einstellung, die manche Deutsche dem MA-Hobby gegenüber haben.
Jedenfalls - ich kann jedem nur empfehlen, mal zu einem SCA-Event zu fahren. Man muss es erlebt haben, um darüber urteilen zu können.

in service of the dream,
Giraut

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Eintrag #12 vom 24. Okt. 2004 14:38 UhrOliver Hauss Profil

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>Woher weiß man warum sie geschrieben wurden?

Man weiss das in der Tat nicht immer, aber zum Teil werden zumindest angebliche Zwecke beschrieben.

>Sind es, z.B. Werbematerialien um einen Arbeitgeber zu finden?

DIES wiederum kann vielfach ausgeschlossen werden, da Bücher schreiben (lassen) Geld kostet, und viele bekanntere Fechtbücher geschrieben wurden, als die dahinter stehenden Fechtmeister bereits lukrative Jobs hatten.

>Ist es logisch das ein Meister seine "Tricks" aufschreibt?

Da insbesondere die anfänglichen Bücher nicht für den Allgemeingebrauch bestimmt waren, ja. Die Fechtmeister waren z.B. im Fall von Fiore schon recht fortgeschrittenen Alters, und es ist verständlich, dass ihr Brötchengeber sich ihr Wissen auch über den Tod hinaus erhalten wollte. Ausserdem, wie Fiore schreibt, gibt es soviel zu wissen, dass man es sich ohne Buch kaum alles merken kann.

>Woher weiß man wie vollständig oder richtig diese sind?

Was heisst "richtig"? Sie sind in der Originalintention mit Sicherheit richtig. Wenn die darin beschriebenen Techniken für den gerichtlichen Zweikampf nicht funktioneren, dann wären ihre Praktikanten ziemlich schnell ziemlich tot, und die Liechtenauersche Fechtlehre hätte sich nicht über 250 in Deutschland gehalten. Gleichfalls hätten sich sonst nicht verschiedene Ideen parallel entwickelt. Anatomie und Physik geben schlichtweg bestimmte Bewegungsabläufe als effektiv vor. Aber: Wir kennen die Originalintention der Schreiber in den einzelnen Passagen nicht -daher müssen wir interpretieren. Dabei ergeben sich zwei Kriterien: Erstens: Erreicht die Technik das beschriebene Ziel, dh. ist die Technik tatsächlich für meinen Gegner bedrohlich und kann ich ggf. zuvor eine spezifisch geschriebene Gefahr für mich selbst abwenden? Dies kann durch ausprobieren mit stumpfen oder anderen Trainingswaffen gegen einen Gegner ausprobiert werden. Zweitens, aber mit dem ersten verbunden: Kann ich mit der Technik tatsächlich einen effektiven Schnitt führen? Dies kann durch Versuche mit scharfen Waffen auf Testziele kontrolliert werden. Durch derartige Fragen kann zumindest die eigene Interpretation als im Kontext der Interpretation anderer Techniken funktionierend etabliert werden -was immer noch nicht heisst, dass ich das tue, was der Meister beabsichtigt hat, aber damit muss ich leben. Soweit mein bescheidenes Verständnis. Berufenere, die hier aktiv sind, wie Jörg Bellinghausen mögen mich bitte korrigieren.

>Ich würde mich gerne mal mit jemandem messen der nach den Kampfbüchern trainiert.

Ich kenne einige Leute in den USA, die aus der SCA zum historischen Fechten gekommen sind. Der Tenor war dort im allgemeinen, dass die in der SCA antrainierten Techniken gegen andere SCAler auch sehr gut funktioniert haben, die historischen Techniken sich aber als ökonomischer und effektiver herausstellen, wo sie sich nicht aus den geschilderten Gründen unabhängig entwickelt haben. Im übrigen gibt es dort auch etliche Leute, die versuchen, in der SCA historisches Fechten zu etablieren.

Was dein oben zitiertes Anliegen angeht, empfehle ich, diesen Teil der Diskussion in die Abteilung "Fechten und Schaukampf" zu verlegen.

Alternativ kannst du ja mal versuchen, dich direkt an Krifon (Worms, www.krifon.de ) oder Zornhau (Raum Frankfurt, www.zornhau.de ) in Verbindung zu setzen. Das wären die zwei Gruppen, die ich in der weiteren Umgebung von Dieburg kenne.

Gruß,

Oliver

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Eintrag #11 vom 24. Okt. 2004 14:05 UhrWolf Zerkowski Profil

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Moin Kai,
ich habe eben nicht die gesamte SCA verurteilt.
Wenn du es gelesen hättest, wäre dir aufgefallen, das ich gesagt habe das Dies ja eben nur EIN Aspekt der SCA ist.
Und eben der gefällt mir nicht...denn wie Hadu schon sagte, warum soll ich mir ein Mittelalter erfinden , wenns doch ein echtes gab....
Gruß Wolf
www.bauer-und-bonde.de

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Eintrag #10 vom 24. Okt. 2004 13:54 UhrRanes Haduwolff Profil

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Grüß Euch,

...das mit der erfundenen Geschichte bezieht sich auf diese erfundenen Königreiche, alles pure Fantasy aus Amiland.
Und Hastings ist für alle Teilnehmer ein besonderer Genuß, denke ich. Grade weils historisch ist UND am historischen Platz stattfindet.
Wenns nur ums fröhliche sportliche Gedengel geht, ist es eh wurst.

Aber ich brauch mir kein Königreich erfinden...das HRRDN ist schon da...
Ars Militia - Euer Haduwolff

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Eintrag #9 vom 24. Okt. 2004 13:28 UhrMaximilian Von Brandenberg Profil

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@Oliver
Hi,
Du hat vollkommen recht. Das Gitter ist wirklich nur für "offene" Helme gedacht, denn ich hätte keine Lust einen Speerstoß ins Gesicht zu nehmen ohne diesen Schutz.

Ich denke auch das wir ziemlich nahe am echten Kämpfen dran sind.

Ich schreibe mal kurz ein wenig über das kämpfen, für diejenigen die es noch nicht gesehen haben.

Stell dir Kendo in Punkto Geschwindigkeit vor, aber mit Rüstung und (nachgebildeten) mittelalterlichen Waffen.

Ich selbst bezeichne das was wir machen auch als Kampfsport.
Immerhin wäre es vermessen das, was wir alle auf dem Feld tun, als echten "Kampf" zu bezeichnen.

LARP verwendet gepolsterte Plastikwaffen, Live Steel bewegt sich sehr langsam und "tötet" mit Berührung und die SCA verwendet schwertartige Stöcke.
Klingt irgendwie alles danach wie "ich will kämpfen aber am Montag noch meine Brötchen verdienen gehen".

Ob SCA Kampf mit "historischem" Schwertkampf zu tun hat lässt sich in der Tat diskutieren.

Die Unterschiede zu den Fecht- und Schwertkampfbüchern sind relativ gering.
Wir verwenden nur keine "unritterlichen" Attacken, wie z.B. auf einen am Boden liegenden einzuschlagen oder zu treten.
Die Tatsache das Bertrand de Guesclin schon mal jemanden mit seinem Panzerhandschuh totgeschlagen hat wird hier als unritterlich, wenn auch effektiv bezeichnet.

Nur die Unterschenkel sind in der SCA wirklich tabu . Angesichts der Tatsache das unsere 2 bis 3 mm dicken Helme mit Regelmäßigkeit verbeult werden, kann man sich vorstellen was so ein Schlag mit der Tibia und Fibula im Unterschenkel machen würde.
Da nehme ich doch gerne diese "Ungenauigkeit" in Kauf :-)

Hier eine Frage zum historischen Schwertkampf:
Alles was es gibt sind ein paar Bücher.
Woher weiß man warum sie geschrieben wurden? Sind es, z.B. Werbematerialien um einen Arbeitgeber zu finden?
Ist es logisch das ein Meister seine "Tricks" aufschreibt?
Woher weiß man wie vollständig oder richtig diese sind?

Ich würde mich gerne mal mit jemandem messen der nach den Kampfbüchern trainiert.

Eines ist jedoch klar, SCA Kampf ist so schnell, daß trainiert wird wie bei asiatischen Kampfsportarten - zu kämpfen ohne zu denken, weil bewußtes Denken zu langsam ist.

So frage ich mich also, wie weit SCA Kampf wirklich von der Realität entfernt ist.
Die Anwendung von zugegebenermaßen künstlichen Regeln? Absolut. Keine Debatte, aber wir kämpfen ja auch nicht wirklich. Also, mein Gegner verblutet nicht gerade wegen einer klaffenden Wunde in der Oberschenkelarterie.
Also stellen wir das nach indem er auf die Knie geht.
Aber an sonsten?

Hmm, müßte man einfach ausprobieren. Mir macht es eine riesen Spaß.
Maximilian

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Eintrag #8 vom 24. Okt. 2004 13:17 UhrMaximilian Von Brandenberg Profil

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Moin Jens,
Du erwähnst etwas sehr wichtiges. Es gibt immer und überall riesige Unterschiede, auch innerhalb einzelner Gruppen.
Die SCA ist hierfür ein Paradebeispiel.
Ich persönlich und auch viele meiner Freunde in der SCA könnten eigentlich jederzeit auch in ziemlich strengen Lagern mitmachen, aber es gibt eben auch diejenigen die gerade anfangen.
Da muß man eher auf den Einsatz der Person als die gegenwärtig bestehende Qualität der Ausrüstung achten.
Danke übrigens für das Link, aber ich bekomme schon so viel Mail, ich weiß nicht ob ich im Moment noch mehr verkraften kann :-)
Maximilian

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Eintrag #7 vom 24. Okt. 2004 13:15 UhrMaximilian Von Brandenberg Profil

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Hi Wolff,
Harte Worte, basierend darauf welche Veranstaltungen jemand besucht?
Und "die SCA" kann dann anhand einer Gruppe beurteilt werden? Wie du meinst.

Es gibt bei eurer Gruppe strenge Regeln der Aufnahme und ihr nehmt es sehr genau.
Ist doch toll, nur können somit viele Leute nicht bei euch mitmachen.
Bei der SCA geht es eher darum offen zu sein und gemeinschaftlich an einer Verbesserung der Ausrüstung zu arbeiten.
Es ist einfach ein anderer Ansatz der Leuten auch mal erlaubt anzufangen.
Ich finde jeder der Ansätze hat seine Berechtigung.
Maximilian

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Eintrag #6 vom 24. Okt. 2004 13:12 UhrMaximilian Von Brandenberg Profil

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Hallo Haduwolff
Nö, ich laß mich von Kritik nicht aus der Ruhe bringen :-) Ich schreibe ja um einen Dialog zu starten.

Du sagst "warum Geschichte erfinden, wenn wir doch soviel davon haben"?

Verstehe ich durchaus, aber nimm mal, als Beispiel Hastings.
Ist eine tolle Sache, aber wenn jede Schlacht vorprogrammiert ist, wo ist da der Kitzel?

Ich glaube man muß hier nur den unterschiedlichen Anspruch verstehen.
Die SCA ist keine Reenactment Gesellschaft, im strengen Sinne von Reenacmment, also das bestimmte Ereignisse wahrheitsgetreu nachgestellt werden.

Bei uns geht es eher um das Gefühl, den Spaß, die Romantik und auch, recht ernst, um die Tugenden die heute so verloren gegangen sind.

Und zum Kampf, nun, ich kann Adrenalin nicht beschreiben :-)
Da müsstest du einfach mal mitmachen. Ich habe auch mal nach LARP Regeln gekämpft und fand es ein wenig restriktiv und sehr langsam.

Übrigens, der Gesichtsgrill ist sogar historisch belegt, aber das wäre Haarspalterei, weil es nur ein Bild davon gibt :-) Eine Szene der Auferstehung Jesus.
Aber denk auch an die rundlichen Helme mit Gitter aus der Zeit der Kolbenturniere.
War alles schon da.
Maximilian

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Eintrag #5 vom 24. Okt. 2004 01:29 UhrOliver Hauss Profil

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>Was das Kloppen angeht, so waren auf dem letzten LARP-Drachenfest auch so 3500 Leute oder mehr, und die, die dabei waren, hatten auch ihren Kick (muffelgrumpf, war nicht dabei...nörgel). Das also geht auch ohne SCA...

Da kann man sich nun drum streiten, ob das vergleichbar ist. Angesichts der Restriktionen, die die meisten LARP-Regeln auferlegen bin ich der Meinung, dass da fast Welten dazwischen liegen. Wenngleich auch die SCA Restriktionen in Form von Trefferzonen auferlegt, sind diese doch wesentlich umfassender als in den meisten deutschen LARP-Regeln und erlauben den einigermaßen vernünftigen Einsatz schwertähnlicher Objekte -was man vom LARP nicht behaupten kann, da der Großteil der effektiven Techniken unter "Verboten" fällt. Die Gesichtsgitter haben ihren Grund, und es ist zu beachten, dass man sie bei an sich offenen Helmen findet. Ein LARPie kann damit rechnen, dass ein beherrschter Gegner ihm nicht das Gesicht umdekorieren will, und dass selbst wenn es passiert, er ne Chance hat, mit ein paar Schrammen davonzukommen. Der SCAler hätte ein ERNSTES Problem, hätte er nicht den Gesichtsschutz. Die Gesichtsgitter bei SCA-Helmen finden sich bei Helmen, die einen offenen Helm darstellen sollen. Sie sind ein Kompromiss zu Gunsten der Sicherheit bei der Darstellung des offenen, frei sichtbaren Gesichtes.
SCA-Kampf mag nicht immer viel mit historischem Schwertkampf zu tun haben -es hat immer noch zigmal mehr mit KÄMPFEN zu tun als LARP-"Kämpfe"

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Eintrag #4 vom 24. Okt. 2004 01:28 UhrJens Börner Profil

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Moin,

Für die Dir bekannten der SCA, die 14tes machen, und auch für Dich, lege ich auch nochmal die 14.Jhd. Mailingliste ans Herz:
de.groups.yahoo.com/group/14jahrhundert
Wir freuen uns über jedes neue Mitglied, dass an einer fundierten Darstellung im 14ten Jahrhundert interessiert ist.

Was meine persönliche Meinung betrifft, so habe ich zu der SCA eigentlich keine. Ich habe wenn, dann eine zu Einzelpersonen und zu Einzel(unter-/lokal-)gruppen. Und die können, wie Du sagst, unterschiedlichster Qualität sein, jedenfalls erschloss es sich mir bislang.
Auch denen, die es dabei nicht so genau mit der Historie nehmen (oder denen sie wurscht ist), gönne ich Ihren Spass, ist sicher ein tolles Hobby.
Ansonsten gilt wie imer: solange sie nicht Mittelalter draufschreiben.

Oder kurz: mir persönlich ist wurscht woher ein Darsteller kommt, wie er organisiert ist, solange er sorgfälltig arbeitet und nett ist ;)
Gruss, Jens

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Eintrag #3 vom 23. Okt. 2004 23:58 UhrWolf Zerkowski Profil

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Hallo Kai,
"Die SCA ist kaum auf MA Märkten vertreten, was es nicht gerade leicht macht diese Gruppe zu verstehen."

Stimmt nicht ganz,....;-)
Hier in Norddeutschland (Hamburg/Lübeck) gibts durchaus eine SCA-Gruppe die sich auf den übelsten Märkten rumtreibt.
Da passt sie allerdings auch hin, denn manch ein LARPie wird sich da mit Grausen abwenden.
Mülligstes vom Mülligen......
Mittelalter? Keine Spur.

Ich weiss, das ist nicht repräsentativ für die SCA aber eben doch auch ein Aspekt, den du vergessen hast......*feix*

Gruß Wolf
www.bauer-und-bonde.de

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Eintrag #2 vom 23. Okt. 2004 23:49 UhrRanes Haduwolff Profil

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Grüß Euch,

ja, danke für die Vorstellung, Maximilian. Ich denke, mehr Leute als Du glaubst, kennen zumindestens ansatzweise die SCA.

Auf den ersten Blick sind es schon imposante Zahlen, echt...Hut ab!
Und einige der SCAler, die ich kenne, machen total astreines Reenactment.
Ansonsten ist die SCA doch der weltweit grösste LARP-Verein...pure Fantasy!

Versteh mich bitte nicht falsch, ich hab da nichts gegen, und wer wie kämpft ist Nebensache...nur mir ist eine realistische Rüstung lieber, als die bei Euch vorgeschriebenen "Gitterkäfige"...

Mein Pferdefuss:

...historisches Reenactment braucht keine Fantasy-Landkarte, es gibt eine, die die reale Historie vorgibt, da brauchts keine im fernen Kalifornien ausgedachten Fantasy-Shires, wir haben eine eigene Geschichte...;-). Wieso Mittelalter idealisiert erfinden? Wir haben das Mittelalter hier. Pur.

Wir haben hier eine grosse, reichhaltige Handlung in der Geschichte, die nachzuspielen zumindest mir und vielen anderen echt mehr bringt, als irgendwas erfundenes. Und DIE Dramatik und Tiefe, die die Realtiät vorgibt, kann mir keine Fantasy-Story ersetzen. Nichts ist so krass wie das Leben.

Was das Kloppen angeht, so waren auf dem letzten LARP-Drachenfest auch so 3500 Leute oder mehr, und die, die dabei waren, hatten auch ihren Kick (muffelgrumpf, war nicht dabei...nörgel). Das also geht auch ohne SCA...

Ist es bei der SCA wirklich so, daß nur die "angenehmen" Seiten des MA gespielt werden? Keine Knechte, Diener, einfaches Fußvolk, Handwerker...? Wäre eigentlich Schade. Ein falsches Bild.

Was ich der SCA und den anderen LARPern sehr hoch anrechne, ist das konsequente ausspielen der Rollen, das fehlt im historischen Bereich inzwischen weitgehend. Da würde sich mancher keinen Zacken aus der Krone brechen...

Hmmm, lass Dich durch meine kritische Sichtweise nicht entmutigen...schön, daß Du Dich gemeldet hast!
Ars Militia - Euer Haduwolff

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Eintrag #1 vom 23. Okt. 2004 20:05 UhrMaximilian Von Brandenberg Profil

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Hallo allerseits,
Ich darf mich mal vorstellen.

Mein Name ist Maximilian von Brandenberg, aus der 2ten Hälfte des 14ten Jahrhunderts, gegenwärtig so um 1350 bis 1370 einpendelnd.
Ich bin Mitglied der SCA und mache das Ganze seit ca. 1994.
Ich habe damals in USA gelebt und dort meinen Anfang in der Mittelalter Szene gefunden.
Ich bin seit 1997 wieder in Deutschland und habe mich seitdem sehr intensiv dem Mittelalter gewidmet.

Ich wollte mich jedoch mal, neben den hier schon bekannten SCA-lern auf TV, zum Informationsaustausch anbieten.

Ich glaube nämlich, das sowohl die hiesigen Gruppen wie auch die SCA von näherer Zusammenarbeit profitieren können.

Ich habe keine Ahnung ob es für dieses Thema irgendein Interesse gibt.
Wenn nicht, dann ist das vollkommen in Ordnung.

Die SCA ist kaum auf MA Märkten vertreten, was es nicht gerade leicht macht diese Gruppe zu verstehen.

Trotzdem, wenn man sich überlegt, das es zur Zeit ca. 35.000 zahlende Mitglieder gibt, so um die 100.000 die einfach mitspielen und die größten Veranstaltungen in USA bis zu 14.000 anlocken, dann ist es erstaunlich wie wenig über die SCA bekannt ist.

Gerade deswegen jedoch, gibt es viele Eindrücke, Geschichten und Vorurteile, die zum Teil vollkommen gerechtfertigt sind und zum Teil nun doch schon eine gute Dekade überaltert sind oder einfach falsch sind.

Hier, als Diskussionsstarter, ein paar Eckdaten und Punkte die mir als Unterschiede zu anderen Gruppen auffallen:

Eckdaten:
- Die SCA befaßt sich mit der Zeit zischen 600 und 1600, also ca. 1000 Jahre Geschichte

- Darstellung in der SCA ist fast durchwegs adelig, aber nicht vorgeschrieben.

- Es Ziel der SCA die angenehmen Seiten des Mittelalters darzustellen und zu erleben

- Die SCA ist weltweit vertreten und stammt ursprünglich aus den USA (1966 gegründet)

- "Amtssprache" ist Englisch, da man sich sonst mit vielen Mitgliedern nicht verständigen könnte.

- Es gibt zur Zeit, glaube ich, 16 Königreiche

- Im Königreich Drachenwald (Europa +) ist die SCA in England, Schottland, Irland, Schweden, Finnland, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Griechenland, Südafrika, Türkei und Israel vertreten.

- In diesen Ländern ist die SCA insgesamt mit ca. 700 Leuten vertreten, die sich aber über die oben genannten Länder verteilen.
Wir sind also etwas dünn gesät

Näheres unter www.drachenwald.sca.orgfür die US Seite)


Unterschiede zu anderen Mittelaltergruppen:

- Unser Schwertkampf ist bei weitem der größte Unterschied.
Er ist vergleichbar mit dem Kolbenturnier des 15ten/16ten Jahrhunderts.
Er wird nicht mit Stahlwaffen, sondern mit Kolben aus Rattan ausgeführt, dafür aber mit voller Geschwindigkeit und nicht gebremst.
Das Regelwerk basiert auf dem Ehrensystem.

Laßt es mich mal so sagen:
Ich war in den USA bei Schlachten mit bis zu 4000 Leuten auf dem Feld dabei. Und das mit dieser Art des Kämpfens - ein Adrenalinrausch der seinesgleichen sucht.

- Die SCA geht selten auf MA Märkte
Bisher gab es zu wenig Überschneidungspunkte, aber das hat sich geändert.
Die SCA ist, vor allen Dingen in Europa, definitiv historisch besser geworden und es gäbe viele Synergien die man nutzen könnte.

- Rüstungen in der SCA sind sehr weit gestreut in Qualität, Authentizität und Zusammensetzung.
Auf Grund der Art des Schwertkampfes muß die Rüstung unbedingt schützen.
Da führt kein Weg daran vorbei und Abstriche bezüglich "A" müssen gemacht werden.
Hier gibt es also alles, vom Anfänger mit irgendwie zusammengeschusterter Rüstung, bis zum erfahrenen Kämpfer in voller Rüstung.

- Anfänger sind willkommen
Ich hebe dies hervor, weil in der SCA der Grundsatz gilt: "Jeder fängt mal an"
Es gibt kaum Einstiegskriterien und jeder ist willkommen.

- Historische Vielfalt
Anfänger und die große Zeitspanne mit der wir uns beschäftigen, führen zu einem bunten Gemisch an Zeiten, Kulturen und Fähigkeiten.
Es ist eine Eigenheit der SCA die wir jedoch als Gelegenheit zum Lernen sehen. Wen so etwas stört ist bei sehr fokussierten Gruppen besser aufgehoben.

- Es gibt keinen Darstellungszwang
Man kann bei uns alles sein was man will. Es gibt keinen "Plan" wie die Gruppe aufgebaut sein soll.

- Titel werden verliehen und nicht angenommen
Es ist eine Struktur vorhanden die es verhindert, das Einzelpersonen sich in permanente Machtpositionen begeben.
Weiterhin wird viel mit Anerkennung und Lob gearbeitet, anstelle mit Bestrafung oder anderen negativen Machenschaften.
Davon erlebt jeder genug im Alltag und wir wollen das nicht im Hobby wiederholen.

- Rechtlich gesehen ist die SCA eine gemeinnützige AG die in den USA inkorporiert ist.
Es werden laufend neue Zweige die die lokalen Rechtsstrukturen wiederspiegeln erstellt, da sich die Welt und Größe der SCA drastisch geändert hat.




So, jetzt habe ich schon viel mehr geschrieben als ich eigentlich vor hatte.
Wenn irgend jemand etwas wissen möchte oder etwas sagen möchte, wäre ich gerne bereit zu antworten.
Wenn nicht, dann seht diese Nachricht bitte als eine Vorstellung meinerseits an.
Maximilian

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