Der gleiche Grund, aus dem nach der Hochzeitsnacht blutbefleckte Laken vorgezeigt wurden: Um Öffentlichkeit und damit Zeugen und Glaubwürdigkeit zu erlangen.
Denn so wie ich die Geschichte kenne, wurde der zukünftige Papst vor der Kardinalsversammlung und dem Publikum auf eingangs erwähntem Stuhl plaziert, ein Kardinal machte durch die Öffnung die Griffprobe und rief "Habet!", wenn er fündig wurde.
Aber, wie gesagt, ich kenne es auch nur als Geschichte, die ich irgendwo gelesen habe und für deren Grund auch der Skandal um die angebliche Päpstin genannt wurde. Wobei mir die Erklärung mit den Eunuchen jetzt auch plausibler erscheint.
Warum zum Geier sollte man extra nen Stuhl für eine Geschlechts oder Vollständigkeitskontrolle bauen? Dazu langt auch, im stillen Kämmerlein den betreffenden im Adamskostüm zu betrachten.
Ich weiss zwar auch nicht, ob diese Geschlechtrskontrolle tatsächlich stattfindet (es sollen ja auch tote Päpste mit einem Silberhammer auf Lebenszeichen gestestet werden), aber zur Erklärung muss man keine Päpstin heranziehen. Wesentlich wahrscheinlicher ist die (im übritgen noch heute gültige) Vorschrift der spätantiken Reichskirche, die Eunuchen vom Bischofsamt ausschliesst. Damals (wie später auch immer mal wieder) gab es Menschen, die sich eingedenk des Herrenwortes Matthäus 19:12 um des Himmelreiches willen selbst kastrierten. Viele von ihnen genossen hohes Ansehen und hätten eine (damals noch relativ demokratische) Bischofswahl leicht auch mal gewonnen. Einige Hiostoriker glauben, dass z.B. der Kirchenvater Origenes dazu gehörte. Die orthodoxe Kirche lehnte die Praxis aber ab. Daher die Vorschrift (wobei es aber heute kaum mehr nötig sein dürfte, dass etliche Kuriale dem zukünftigen Vicarius Petri unter einem Stuhl am Gemächte fummeln).
Ich glaube,ich habe in diesem Forum gelesen, dass das schöne an Verschwörungstheorien ist, dass man dafür keinen Beweis braucht, denn die Verschwörer haben alle Beweise Zunichte gemacht! Ich weiß auch nicht so recht, ob die Geschichte stimmt, aber ich möchte trotzdem 2 Argumente vorbringen, die für die Theorie sprechen:
Angeblich wurde die Päpstin Johanna nach ihrem Tod, von der Kirche einfach in Papst Johannes VII (der wirklich zwischen 872-882 Papst war) umbenannt, es gibt also durchaus eine erklährung für die lückenlose Papstliste. Andererseites wiederlegt diese Tatsache auch zumindest einen teil der Legende, weil Päpstin Johanna angeblich achon vor ihrer Papstweihung schwanger war und dann als pöpstin ihr kind bekan, wodurch sie sich verriet. Niemand ist 10 jahre lang schwanger (oder war das im Mittelalter anders? *gg*)
Aber wenn es Päpstin Johanna nicht gab, wiso wurde dann genau in den Jahren danach die Geschlechtskontrolle der Päpste (mit einem mysteriösem Stuhl, oder so) eingeführt???
Die ganze Geschichte ist nichts weiter als eine Legende, die im 13. Jahrhundert aufkam.
Ursprünge dieser Legende können mehrere Geschichten sein. Persönlich denke ich, dass es eine weit verbreitete alte "Urban Legend" ist, die sich in ähnlicher Form auch in anderen Bereichen findet. Da ist etwa die Geschichte von der klugen jungen Jüdin, die als Mann verkleidet Rabbi wird u.v.m.
Eine recht gute Darstellung dieser ganzen Legende und einiger möglichen Hintergründe findet sich u.a. hier: www.kathpedia.com/index.php?title=Päpstin
Wichtig dabei:
>> Sehr wahrscheinlich sind populäre Volksirrtümer in Bezug auf antike Baudenkmäler und volkstümliche Phantasien verantwortlich für diese Legende, welche Chronisten ab der Mitte des 13. Jh. weitergegeben haben.
...
Dass es sich bei der "Päpstin Johanna" um einen Mythos handelt, wird aus folgenden Punkten ersichtlich:
1. Keine zeitgenössische Quelle (9.Jh.) weist auf eine Päpstin hin. Erste Erwähnung im 13. Jh.
2. In der Papstgeschichte gibt es keine Lücke im 9. Jh., wo die Päpstin Johanna ihren Platz gehabt haben könnte. Die Regierungszeit der "Päpstin Johanna" wird mit 855 bis 858 angegeben. Zu dieser Zeit war aber Benedikt III. Papst. (Vergleiche die Papstliste) <<
Sicherlich gibt es dazu reichlich Verschwörungstheorien. Aber ich will ehrlich sein: über Verschwörungstheorien zu diskutieren, eventuell gar mit Anhängern solcher meist äußerst wirren Theorien, ist in der Regel müßig.
Gerberta von Aurillac war als Sylvester II. der einzige weibliche Papst und gleichzeitig die reife Geliebte von Otto III., der ohnehin einen Mutterkomplex hatte. Das ist der Hintergrund der Johanna-Legende. Weiterlesen in
Belege:
Crossfield, Sean: La Papa catalán, Barcelona, 1872.
Juana Saiz Montes: Muxeres importantes catalanes , Madrid, 1967.
u.a
Liebe Milena,
ich denke schon,dass es Johanna gegeben haben könnte.Da gibt es z.B. einen Stuhl,der nach Johannas Amt dazu diente,das Geschlecht des angehenden Papstes zu ermitteln.Aller Wahrscheinlichkeit nach war dieser Stuhl einmal ein Gebährstuhl und warum sollte die Kirche ein so "weltliches" Ding für eine derartige Prozedur benützen.Außerdem hat Papst Johannes XX sich im Jahre 1276 in Johannes XXI umbenannt. Grüsse Hera
Kardinal Ratzinger, Leiter der Kongregation für die Doktrin des Glaubens könnte Dir sicher Auskunft geben... Wenn er wollte...
Und genau dass ist der Grund, warum niemand diesen Mythos wirklich aufklären kann...
Die emisten Hinweise sprechen dafür, dass es den Vorfall gegeben hat, was aber nun wirklich passiert ist, wohin der Gedenkstein, der an Johanna erinnern sollte und anbeblich erst im 17ten Jahrhundert entfernt wurde, verschwunden ist, oder woher die Legende kommt wird keiner mehr aufklären können, denn eines ist sicher:
Werden Beweise gefunden, finden sich Dutzende Leute die die Thesen wieder zerlegen...
Gruss, Grimar
PS: Du solltest die Nutzungsbedingungen des Forums durchlesen :)
Für eine Jahresarbeit beschäftige ich mich gerade mit der Frage, ob es die Päpstin Johanna gab oder nicht. Ich habe viel Literatur gefunden, die beweisen will, dass es sie tatsächlich gab.
Doch was spricht dagegen? Gibt es Statements der kath. Kirche?
Über Meinungen, Tipps und Links bedanke ich mich im voraus.
Milena