Eine Bekannte, die Vor- und Frühgeschichte studiert und an vielen Grabungen teilgenommen hat, war über das Kettengeflecht als Topfkratzer erstaunt. Sie erzählte, dass man in merowingischen Gräbern den Frauen eben solche als Beilage mit ins Grab gelegt hätte und die Ausgräber dieses Geflecht als Talisman oder so interpretiert hätten. Eben frei nach dem Motto: Kann ich mir nicht erklären, muss also kultischen Charakter haben.
Ich habe sie gebeten, mir dafür noch Belege zu nennen, die ich dann nachreichen werde.
Eintrag #26 vom 15. Apr. 2005 10:08 Uhr
Hans-Christoph
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Seifenwurz wurde schon in der Frühzeit als Waschsubstanz genutzt, ob allerdings auch zum Geschirr spülen, weiss ich nicht. Eher wohl zum Reiningen der Hände / Haare.
Wobei einfache Seife ja auch schon lange im Gebrauch ist und auch selbst hergestellt werden kann (Kernseife). Warum nicht diese zum Spülen nutzen???
ich hab mal irgendwo gelesen das dazu feiner flusssand genommen wurde was auch prima bei eingetrocknetem funktioniert
indianer benutzten eine pflanze namens seifenkraut ihre wurzel besitzt ähnliche wirkstoffe wie seife, sie ist auch bei uns heimisch, aber ob man das damals schon gewusst hatte?
ich weiß nicht, ab wann Soda als Spülmittel populär wurde, aber im Mittelalter sicherlich nicht. Soda war in Mitteleuropa so teuer (weil Abbaustätten nur in Italien), daß die Glashersteller (Soda wird für Glas gebraucht) in den meisten Fällen auf Pottasche als Ersatz auswichen (und damit “minderwertiges” Waldglas erzeugten - im Gegensatz zu den hochwertigeren italienischen und orientalischen Gläsern).
bei Harry Kühnel (Hrsg.9, Alltag im Spätmitelalter gibt es im von Helmut Hundsbichler verfassten Kapitel Nahrung das sog. Verlobungsbild von Hanns Paur von 1475 über die notwendigen Haushaltsutensilien, allerdings heißt es im zum Verlobugsbild gehörigen Bergleittext: “…als vil haußrat das der zehenteil nit hye gemalet stat”, d.h. dass über zehnmal so viel anzuführen wäre.
Interessanter ist der an gleicher Stelle bei Kühnel auszugsweise veröffentlichte Text des Nürnberger Wundarztes und Meistersingers Hans Folz von 1500.
Darin werden erwähnt:
…
Ein spulgelt(lt. Hundsbichler ein Spülbottich) zimpt auch wol fur war,
….
Ein pantzerfleck (Ringgeflecht, na also!!)
muß man auch haben,
….
Ich kann mir - außer zum Schutz bei heftigen Ehestreitigkeiten - nicht vorstellen, wozu ein Ringgeflecht sonst taugen könnte, außer zum exzessiven Schrubben….den (modernen) Metzger-Kettenhandschuh beim Zerlegen lasse ich jetzt mal außen vor.
wenn ich nach dem internet, der encarta-online-enzyclopädie und meinem lexikon gehe könnte man fast meinen die wurzelbürste sei aus dem nichts erschienen und existiert nur bei der pferde und gartenmöbelpflege.
Naja kürzlich…darüber hatte ich vor schon gut einem Jahr schonmal im Chat mit jemanden geredet ;) Ich hatte ja die Hoffnung, dass endlich mal Haarbürsten belegt würden *g*