Was mich auch noch interessieren würde... man liest ja ab und zu, daß für Fußkämpfer / einfache Soldaten Halbarmkettenhemden OK sind. Gibts da Schriftliche Quellen, Bilder, ...? Am besten für 1300 :-)
momentan sind mir die Kombinationen Plattenrock und Gambeson eigentlich erst aus späterer Zeit bekannt. Ein bekanntes Beispiel sind die Fresken in Avio (Südtirol) von ca 1345, die definitiv Fußkämpfer - primär Pavisieri - zeigen. Von der Fundlage her würde ich auch vermuten (wobei die Betonung auf vermuten liegt), daß einige von den Wisbypanzern ohne zusätzliches Kettenhemd getragen wurden. Um 1300 ist es meiner Meinung nach eher unwahrscheinlich, daß Plattenröcke "solo" getragen wurden. Die Technik war noch zu neu und wohl eher den wohlhabenderen Kämpfern zugänglich. Erst mit der schrittweisen Verbesserung der Metallverarbeitung im 14. Jhdt. wird es wohl möglich gewesen sein, auch einfachere Soldaten damit auszurüsten. Die Bildquellenlage, die ich kenne, deutet darauf hin, daß das wohl erst gegen Mitte des 14. Jhdts. so war.
Jan van Heelu (Chronist und wahrscheinlich Teilnehmer der Schlacht von Worringen 1288) schrieb das die Miliz der Kölner Bürger komplett mit Ringelpanzern und Schwertern ausgerüstet war.
Jan van Heelu, Reimchronik "Die Schlacht von Worringen", nach 1288, nach der Übersetzung von Frans W. Hellegers, in: Der Name der Freiheit 1288 - 1988, herausgegeben von Werner Schäfke, Köln 1988
Martin-J
Also im Falle einer Stadt würde ich dringend raten, mir die hiesigen Stadtverordnungen, so denn noch erhalten, ansehen, denn das mit
"Wenn dein Soldat zu einer größeren Stadt gehört, kann er ohne weiteres auch Kettenhemd und Schwert besitzen." kann meiner Meinung nach sehr nach hinten losgehen, zumal ich Ivains Meinung hier für 1300 nicht so ganz teile. Für später mag das anders aussehen, aber für 1300 fehlen mir die Beispiele dafür, dass sowas schon öfters so oft der Fall war.
Gruss, Jens
Um 1300 rum sind die Städte und damit das Bürgertum im Beginn ihrer größten Aufschwungsphase.
Wenn dein Soldat zu einer größeren Stadt gehört, kann er ohne weiteres auch Kettenhemd und Schwert besitzen.
Kommt auch auf den eigentlichen Dienstherren an, je mehr Geld dieser besaß, umso mehr mußte er in Waffen und Rüstung investieren, selbst wenn er andere den Waffendienst versehen ließ.
Ich würde auf keinen Fall das Dolchmesser vergessen, es gibt ein paar schöne Bücher mit Fundsbeschreibungen (stehen irgendwo im Dolch Thread) und imho ist das Dolchmnesser wichtiger als das Schwert.
Gruß, Ivain
ich suche Informationen über Soldaten und Wachen in der Zeit um 1300 +- 5 Jahre. Region Mittel- bis Norddeutschland.
Rüstung ist wohl zu 90% der Steppwams, ansonsten kommt noch Eisenhut in Frage und evtl. ein Platenrock??. Als Waffe würde mir auf Anhieb der Speer einfallen - aber wie sieht es mit Schwert aus oder speziell mit einem Schlagstock für Wachen??? Außerdem eine Zweitwaffe für Armbrustschützen - einfach das "normale" einhändige Schwert oder Dolch oder nix???
Außerdem üblicher Sold - falls es üblichen Sold überhaupt gibt, Befugnisse der Wache usw...
Am liebsten sind mir belegbare Antworten...
Ich nehm auch Antworten die nicht exakt in die "gewünschte" Zeit bzw. Region passen.