Das Freikaufen vom Waffendienst erfolgte in einigen Regionen, wenn man den Gesetzestexten glauben darf, nicht rein finanziell, sondern durch Ausrüsten eines Ersatzmannes.
Damit käme dann auch kein Mangel an Mannschaft auf.
Gruß, Ivain
Dieter, dir ist schon klar, dass zwischen 1300 und dem 15./16. Jhd. durchaus zwischen 100 und 300 Jahren liegen, in denen sich gesellschaftlich ganz gewaltig etwas getan hat?
Hallo
wir haben oft über die Wachmannschaften auf Burgen und in Städten vollkommen falsche Vorstellungen. Da sich wohlhabendere Bürger vom Wachdienst meist freikaufen konnten, herrschte vielfach ein großer Mangel an ausreichender Mannschaft, vor allem in Friedenszeiten. So wurden in der Reichsstadt Reutlingen im 15./16. Jahrh. soger die Insassen von Arbeitshäusern und Gefängnissen zum Wachdienst verpflichtet!!. Man kann sich gut vorstellen, wie gewissenhaft dieser dann ausgeführt wurde. Die Ausrüstung der Wachsoldaten erfolgte durch das städtische Zeughaus.
Gruß
Dieter
hallo
Gab es um 1300 eigentlich neben der normalen Stadt- oder Burgwache, die ja anscheinend aus der Zivilbevölkerung stammte, auch eine Leibgarde (keine Ritter)die einen Adeligen und dessen Haus/Burg bewachten, aber auch für ihn in den Krieg ziehen mussten? Ich denke da an elitäre Berufssoldaten(Söldner)die wie schwere Infanterie ausgerüstet waren.
Das stell ich mir irgendwie lustig vor...
Belagerer: "Hey, Wache! Mach das Tor auf!"
Belagerter: "Sonst geht's aber noch, ja?"
Belagerer: "Wirst du mir wohl gehorchen! Ich bin der Herzog von Burgund!"
Belagerter: "Oh Verzeihung! Dann ist das natürlich etwas anderes! Kommt doch herein, Hoheit!"
Irgendwie würde mich auch intressieren, was die Befugnisse einer Wache waren... :-)
Musste sie z.b. jedem x-beliebigem Adligen gehorschen, oder unterstanden sie nur einem einzigen Herrn, der die Befehlsgewalt über sie besass, und der sie bestrafen konnte?
es wurden die Verordnungen von Milizen angesprochen...
Hat denn jemand Verordnungen da, oder weis wo man welche findet? Region egal - Zeit 1300 +- 100 Jahre. Nur um mal einen Blick reinzuwerfen...
Sorry Gerrit, auf Anhieb fällt mir nichts ein. Aber wir hatten das Thema schon ein paar mal. Vielleicht mal die t-v Suchfunktion bemühen. Auch im Hinblick auf Zünfte bzw. deren Regeln suchen. Da war das teilweise auch festgeschrieben, wer was besitzen mußte.
mir ging es eigentlich mehr um den Name der Handschrift :o)
Aber offensichtich steht es nicht dabei. Ein Freund ist im Besitz der Publikation, werd dort nochmal nachschauen.
Gruß,
David
Ps.: So wie ich es übersetzen würde, impliziert es eher, daß es keine deutsche Illustration ist sondern ähnlich den deutschen Abbildungen. Aber ich bin auch kein Sprachgenie ;o)
Mal wieder die Regeln der Ritterorden, in denen die notwendige Ausrüstung teilweise penibel aufgelistet ist. Danach wird in Sachen Rüstung sogar schon zwischen Rittern und Sergeanten unterschieden. Allg. kann man davon ausgehen, dass die Rüstungen der Zweitgenannten etwas einfacher war. Hier muß man aber auch sehen, dass zumindest der Johanniterorden über einen entsprechenden Fundus verfügte, aus dem er seine Soldaten ausrüsten konnte und Rüstungen somit entsprechend Rang verteilen konnte. Jenseits der Orden würde ich nicht davon ausgehen, dass unbedingt feste Regeln bestanden (schaut man sich allein dt. Ritterdarstellungen 1. Hälfte des 13. Jh. an, so finden sich riesige Unterschiede bei den Rüstungen (teilweise noch nicht mal Kettenbeinlinge)). Von daher sollte man davon ausgehen, dass hier wieder mal nur der Geldbeutel zählt.
Andere Quelle sind die Verordnungen der Stadtmilizen, in denen ja auch vorgeschrieben wurde, wer welche Art von Rüstung (und Waffen) besitzen musste.
Die Darstellung, wie im Text ersichtlich, ist allerdings wiederum eine einer Bibelszene, mit sehr widersprüchlichen Ringelpanzerdarstellungen...und meiner bisherigen Beobachtungen nach auch einer der einzigen zum kurzen Panzer
(hat wer noch mehr).
Gruss, Jens
...Illustration auf S. 43 in:
Gravett, Christopher, German Medieval Armies 1000-1300, Osprey Publishing, 1997, ISBN 1855326574.
Dazu steht: "The Massacre of the Innocents of about 1280 shows mail coifs with squared lappet familiar in German illustrations... British Library, Ms. Add. 17687"
Dass es sich um eine deutsche Illustration handelt, wird in obigem Text eigentlich nur impliziert...