Die französischen Könige des Hochmittelalters, namentlich ab Ludwig VII. (1137 - 1180, de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_VII._(Frankreich)), erkoren sich den mit goldenen Lilien besäten blauen Schild als Wappen. Nach 1376 wurde das Motiv geändert und fortan wurden bis zur Revolution bzw. zum Ende der Restauration die drei goldenen Lilien auf blauem Grunde als königliches Wappen getragen.
Interessanterweise führt die Stadt Wiesbaden ein Wappen das genauso aussieht wie das der französischen Könige.
Die Lilie als Wappenbild ist, genau wie der Adler in Deutschland oder der Leopard in England, zwar in erster Linie ein köngliches Zeichen, kann aber in Variation auch von anderen getragen werden (verdinete Vasallen, bevorzugte Städte etc.) und beschränkt sich natürlich nicht ausschließlich auf Frankreich und muss auch nicht immer in Verbindung zum König stehen.
Udo
Dass französische Königswappen ist ein mit goldenen Lilien bestreutes Wappenfeld.
Die Lilie selbst wird zwar allgemein mit den Bourbonen assoziiert, sie stellt aber im Grunde ein Wappenzeichen wie jedes andere dar, und steht weder generell für Frankreich noch für besondere Exklusivität.
Es gibt aus dem 16. jahrhundert einen Typ Harnisch, der als scharz- weißer Anzug bezeichnet wird. Allgemeines Merkmal war, daß die großen Flächen geschwärzt waren und vertiefte oder erhabene Streifen und Ornamente blank poliert. Wenn es sich nicht um reine Streifenverzierung handelte (deren Zeichnung die mit meist silbernen Kordeln oder Borten verzierten Nähe der "spanischen Mode" nachahmten), konnten diese Muster durchaus ornamental werden.
Neben diversen Fischblasenmustern (die, nebenbei, fast schon psychedelisch anmuten- in der Emdener Rüstkammer sind einige schöne Teile dieser Machart), zierten neben den Harnischen selbst viele der zugehörigen Sturmhauben und Morions...*Lilien*.
In der Vergangenheit wurden diese Stücke gerne immer mal wieder als französische Harnische angepriesen, wobei die Herstellungszentren im niederdeutschen und niederländischen Raum lagen.
hallo zusammen,
die lilie findet sich auch auf den wappen der grafen von schwarzburg- käfernburg ( kevernberc ).
vermutlich aber zur deko/ unterscheidungsmerkmal da es zwei regierende brüder gab mit dem selben goldenen löwen auf blauen grund.
zeitpunkt ( aus dem gedächtniss ) ca. 1190-1220
Hadu ich greife Dir gerne unter die Arme. Das Wappen der Fugger aus Augsburg ist auch die Lilie, ohne nachzuschlagen, schätze ich aber eher auf das späte 15. Jahrhundert. Da wurde Jakob Fugger der Reiche geadelt. Tja, was tut man als Kaiser nicht alles wenn man bei einem Kaufmann Schulden hat.
Apropos, die Medici aus Florenz haben auch die Lilie im Wappen
blumige Grüße Rita
Die Lilie erschien in stilisierter Form schon bei den Karolingern und als Symbol dann im 12. Jh. in Frankreich auf einem königlichen Siegel Ludwigs VII.
die "bourbonische" Lilie findet sich im 13. Jh. bereits auf Messer- und Schwertscheiden sowie auf Gürteln als Punzierung, zu sehen in den Fundberichten aus Schleswig (Lederfunde: Riemen, Futterale, Taschen) und in "Knives and Scabbards") Zum Raussuchen der ISBN-Nummern bin ich zu faul ;-)
das Symbol der Lilie ist mit Sicherheit nicht den Bourbonen vorbehalten. Es taucht auch bei einigen deutschen, britischen und polnischen Adelshäusern schon im 14. Jhdt. auf.
Leider hab ich grade keinen Zugriff zu den Quellen, aber ich erinnere mich an ein Wappen aus Süddeutschland. Beid er Beschreibung stand dabei, daß das Wappenbild der Lilie angeblich aus den Kreuzzügen stammen soll...
Grüße in den wilden Süden
Ars Militia - Euer Haduwolff
ich hoffe das ist das richtige Forum O:-) Die bourbonische Lilie ist bis heute das Wappenzeichen von Frankreich. Aber darf es auch - stilisiert - auch einfach nur als Gewandzier für Adelige und reiche Bürger (Nicht-Franzosen) benutzt werden. Oder wo und wie darf es benutzt werden?
Viele liebe Grüsse, Sanni