Eintrag #3 vom 31. Mrz. 2005 16:50 UhrKaren Thöle 
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Ich weiß nicht, was Du schon gefunden hast und was genau Du suchst. Aber was mir so spontan einfällt, ist der Historische Atlas von Putzger (wird auch für Geschichtsstudenten empfohlen). Natürlich sind da keine detaillierten Karten kleinster Regionen drin, aus denen man ersehen kann, ob die Grenze 2 km östlich vom Dorf XY verlief oder doch 3 km westlich davon, und auch nicht für jedes Jahr eine Karte, aber für den groben Überblick hilft es sicher. Auch der dtv-Atlas für Geschichte hat in erster Linie Karten, wenn auch sicherlich kleinerformatiger als der Putzger.
Ich stimme meinem Vorredner zu, daß es damals noch keine Territorien gab wie heute. Wenn die Beziehungen sich auch langsam institutionalisierten, waren doch viele Beziehungen noch persönlich. Das heißt, man müßte zunächst herausfinden, welchem Grundherren ein Dorf Abgaben leisten mußte (oder welchem Bistum es angehörte). Und dann, in welchen Dienstbeziehungen der Grundherr stand. Und wenn Du Dich dann der "Grenze" auf einige wenige Kilometer genähert hast, kann es sein, daß es sich von Acker zu Acker ändert, weil ein Bauer für diesen Acker dem einen Grundherrn Abgaben entrichten mußte und sein Nachbar für den nächsten Acker einem anderen. Oder, was ich zum Thema Bistumsgrenzen gehört habe, dann aber für die Zeit ein-, zweihundert Jahre früher: daß die Grenze gar nicht geklärt war, gar nicht geklärt werden mußte, weil der entsprechende Landstrich gar nicht bewohnt war (hört sich für die Region, die Du meinst aber eher unwahrscheinlich an).
Bis denn
Karen Thöle


