“Was mir nur richtig sauer aufstößt, das ist wenn für so einen Mist wie ”King Arthur“ mit der Berücksichtigung neuester archäologischer Erkenntnisse geworden wird.”
Und darum geht es! An solchen Aussagen muss sich der Film messen lassen!
Warum verlangt man von Hollywood oder sonstwem, daß ein Film historisch munitiös korrekt zu sein hat? Ein Heer von “Armchair-Historians” macht sich einen Sport daraus, historische Fehler und Unstimmigkeiten in Historienfilmen aufzuzeigen. Dabei sind es nicht diese Fehler, die die Filme schlecht(er) machen.
Das minuitöse “Nachspielen” der Wahrheit hat noch nie jemand gemacht, schon die griechischen Tragiker haben Geschichte und Sagen verändert, wie es ihnen in den Kram gepaßt hat.
Schiller bezeichnete das als die “dichterische Wahrheit”, die eben nicht die “historische Wahrheit” ist.
Das Problem in Hollywood oder auch sonstwo ist wohl eher, daß deren “Dichter” nicht die Klasse eins Schiller, Shakespeare oder Euripides haben. In 50 Jahren wird man sich über King Arthur und Pearl Harbor genauso kaputt lachen wie heute über die Sandalenfilme aus den 60er Jahren. Who cares? Unfreiwillige Komik ist auch Komik…
Kostüme und Ausstattung sind heute wohl um einiges besser als in den Zeiten von Errol Flynn und Liz Taylor. Aber auch hier geht es den Machern nicht um Authentizität, sondern das Bedienen von Erwartungshaltungen.
ßbrigens wurden bei Gladiator einige Kulissen und Einrichtungsgegenstände aus den Depots geholt, die schon in den 60ern in Sandalenfilmen herum standen.
Was mir nur richtig sauer aufstößt, das ist wenn für so einen Mist wie “King Arthur” mit der Berücksichtigung neuester archäologischer Erkenntnisse geworden wird.
schon ok… kann ja verstehen, dass sowas nervt - hätt an deiner stelle wahrscheinlich ähnlich/gleich reagiert! nur in meinen fall hast dus halt in den falschen hals bekommen - kann passieren!
Ich wollte ja nicht überreagieren, aber diese blöden Argumente der “Spaß-Fraktion” bringen mich halt manchmal auf die Palme, weil man sie immer wieder hört. Schön, wenn jemand das anders sieht und sich bewusst für eine authentische Darstellung entscheidet.
meine aussage war nicht böse gemeint - ich hab lediglich auf eine andere aussage reagiert, in der jemand behauptet hat, dass ziemlich viele ma-darsteller in nicht autentischen klamotten rumlaufen, ok?
ich für meinen teil möchte mir ne ma truppe suchen und möchte dann in autentischen klamotten rumlaufen grade weil ich der meinung bin dass es so MEHR spaß macht, ok?
also bitte fühl dich jetzt nicht persönlich angegriffen, bloß weil ich der meinung bin, dass immer noch genug ma-fans rumlaufen, die es nicht so ganz ernst meinen mit dem autentisch-sein, ok!?!?
Und nun sind wir wieder beim Thema Spaß, den man natürlich nur haben kann, wenn man in den falschen Klamotten mit grottiger Ausrüstung “Mittelalter” spielt, denn die armen Irren, die sich um eine einigermaßen korrekte Erscheinung bemühen, müssen ganz verklemte, neurotische Spinner sein, die nie wirklich Spaß haben werden. Warum kann man in gut recherchierter Ausrüstung nicht Spaß haben? Geht das nur in Fantasy-Ausstattung? Wenn ich mich schon ins Mittelalter werfe, dann gebe ich mein Geld lieber gleich für gute und brauchbare Sachen aus und hab trotzdem Spaß.
Das Hollywood gar kein Interesse an korrekter Ausstattung hat, haben wir ja schon alle verstanden, schade ist es halt nur, wenn wortgewaltig Mittelalter angekündigt wird. Etwas Recherche hat noch keinem geschadet und Geld kosten auch die “falschen” Kostüme.
ich bin jetzt mal ehrlich und geb zu, dass ich noch nicht alle beiträge zu dem thema gelesen hab (ungefähr die hälfte) aber es reicht mir, um zu dem punkt zu kommen meine meinung äußern zu wollen. noch ne kleine erklärung vorab: ich bin selber noch nicht wirklich aktiv in der MA szene, also berichtigt mich wenn ich was falsch sehe!
meiner meinung nach pauschaliert ihr das alles hier zuviel. ich würde sagen, die ma-szene spaltet sich gewaltig, was das einhalten der autentizität betrifft. nicht jeder nimmt es damit so genau, weil es (den meisten?) im großen und ganzen nur um den spaß geht. die richtigen “hardcorer” sind wohl in der großen gruppe der ma-fans die kleine minderheit, oder?
und was hollywood filme anbelangt: glaubt einer von euch im ernst, dass es denen darum geht geschichtlich korrektes aussehen zu haben?!? denen geht es um geld und darum, dass ihre filme sich gut verkaufen. irgend ein “depp” wird dazu abgestellt ein bissal rumzuguggen was man den schauspielern anziehen könnte und wenns optisch gut aussieht (selbst wenns halt aus dem falschen jahrhundert kommt) schert das dort keinen.
wenn tatsächlich mal die mehrheit der kostüme aus der richtigen epoche sind, dann würde ich behaupten, dass das reiner zufall ist (sei es, dass sie jemanden die kostüme suchen haben lassen der ahnung davon hat oder irgend was in der art!)
Ein Film, zumal aus Hollywood, dürfte bei den meisten Normalkonsumenten nicht wirklich ernst genommen werden, da haben die ganzen Sci-Fi-Filme viel dafür getan, wer glaubt schon wirklich an die ganzen Figuren.
Aber jemand, der behauptet, er stellt jemand im Rahmen unserer Epochen dar, und ist dann in Pannesamt gekleidet, möglichst noch mit Wildleder und Trinkhorn, ich denke, der schadet viel mehr als ein Mittelalter(licher)film aus Hollywood.
im Grunde hast du recht, Ivain. Ich persönlich habe in den letzten Jahren versucht “Unterhaltung” und “Bildung” zu trennen.
Nur so ist das ganze Irrenhaus zu ertragen. Gerade für mich als Bluthochdruckpatient ;o)
Trotzdem glaube ich, daß ein großer Unterschied in der Erwartungshaltung bei einem Hollywoodstreifen und einem Mittelaltermarkt besteht. Filme geniessen doch per se´ viel weniger Glaubhaftigkeit als jemand der sich hinstellt und sagt ich stelle einen xy aus dem Jahre von-bis dar.
Ich sehe jetzt nicht so den Unterschied, ob der Besucher entweder nen Film sieht, wo Mittelalter dran steht, oder auf einen ähnlich beworbenen Markt geht.
Beide rufen doch eigentlich die selbe Erwartungshaltung hervor ? Mit Mittelalter unterhalten zu werden.
Wenn dann, wie in den Fällen einiger Marktgruppen oder z.B. dem Film “King Arthur” noch das große A und andere vollmundige Bezeichnungen in der Eigenwerbung geführt werden, umsomehr.
ich finde Hollywoodfilme nicht so schlimm. Mir ist es ziemlich egal was die fabrizieren, weiß doch jeder Besucher das es “nur” ein Film ist. Zuschauer eines Vampirfilmes glauben ja auch nicht urplötzlich an die Existenz der Blutsauger. Die Masse der Zuschauer wird sich überhaupt keine Details der Ausrüstungen anschauen. Filme sind Kunst, und sollten auch als solche verstanden werden. Künstlerische Mittel waren seit Menschengedenken legitim um dem Kunstobjekt einen gezielten Effekt zu verleihen.
Ungleich dramatischer (und oft schlechter) sind Schlampereien in Recherche und Ausstattung von Dokumentationen. Diese haben den Anspruch zu informieren und zu bilden. Auf diesem Gebiet gibt es einiges an “Schmerzverursachern”. Die Produktionen greifen häufig auf mittelmässig bis schlechte “Marktgruppen” zurück, denen sie dann blind vertrauen.
ßhnlichen “Schaden” richten übrigens m.E. die üblichen und oft gut besuchten Mittelaltermärkte an, aber das nur am Rande.
Der Film ist im Endeffekt aus Sicht Hollywoods gefloppt. Wie ich erwähnte gibt es Marktstudien zu so etwas und die Leute werden befragt und es werden z.B. gerade für Kampfszenen verschiedene Fechtweisen z.B. vorgeführt und da finde ich es eben so hochinteressant, daß die Leute (also die Masse der Kinogänger wohl) befragt was sie realistischer bzw historischer finden z.B. die tatsächlch historisch richtige Kampfweise als schlechter einewerten bzw sogar als unhistorischer.
Master and Commander fand ich z.B. einfach nur genial, der Film hat mir wirklich sehr zugesagt.
Aber ich kenne mich nun mit der in diesem Film dargestellten Zeit leider nicht wirklich aus, von daher kann ich hier auch nicht sagen in wie weit das nun 1 : 1 ist.
Ich bin z.B. sicher daß auch bei Master und Commander Maschinennähte usw sichtbar sein werden auch wenn ich das nicht wahrnehmen kann. Man kann einen Film nicht wirklich mit handgenähter Kleidung machen.
Weils im anderen Threads steht: warum man sich nicht in Hollywood meldet: weil das hier Deutschland ist und die Szene zu klein geistig is, um sich auf ein gemeinsames Auftreten (wie’s die Engländer haben) einzulassen.
Darum nicht.
Aber mir stellt sich halt auch die Frage, waurm umgekehrt nicht an die Leute herangetreten wird.
Ich für meinen Teil hab schon vielen Filemfritzen Hilfen und Tipps bzw. Kontakte angeboten.
Verzeihung, das Zitat mit dem Wiederverwerten stammte von Christian Packschies, habe schlicht einen Fehler beim reinkopieren gemacht.
Aber da du den Faden aufnimmst:
Gut, Kettenhemdnen in ihrer Schlichtheit sind vielleicht ein schlechtes Beispiel, aber ich sprach eher von Kostümen, die man wirklich designen kann.
Und da greift, was Jens sagte, hier gibts eindeutige geldwerte Rechte, wer genau die jeweils innehat, kann ich aber auch nicht sagen.
Jedenfalls wäre mir keine größere Produktion bekannt, die jemals Recycling in der von Christian beschriebenen Art betrieben hätte. Sehn wir mal von Folgetiteln ab, aber selbst da wird ja zumeist bewußt neues dazu gestaltet, um sich vom vorherigen Teil abzuheben.
Aber wo ist das Problem ? Meine Grundaussage deckt sich mit eurer, nämlich die Frage des Threads so zu beantworten : das die absolute Mehrheit aller Hollywood Filme historisch nicht richtig ist was die Ausstattung angeht.
Was mich nur stört ist die heftige Unzufriedenheit die ich bei vielen der Besten der Besten von TV wahrzunehmen glaube, weil irgendein Hollywood Kommerz nicht ihren Vorstellungen enstspricht. Micht verwundert nur die Aufregung über Dinge wie Maschinennähte in einem Kinofilm.
Und wenn ihr etwas verbessern wollt, schreibt doch der Produktionsfirma und nennt Präzise was alles nicht stimmig war. Und bietet eure kostenlose Hilfe für die nächsten Filme an.