Ein exzellenter Vergleich ! Ich könnte hier nun auch Beispiele aus Saving Private Bryan und Band of Brothers bringen, wo ich auch nicht wußte ob ich weinen oder lachen soll angesichts dessen was da gezeigt wurde.
Was die Zeit angeht kann ich dir voll zustimmen. Wenn man alles 1 : 1 zeitlich passend gemacht hätte vom Aussehen her wäre das auch gegangen.
Hier sind z.B. Punkte wie die in einem anderen Thread beklagte Kampfweise usw, die Kunden werden sehr wohl sozusagen befragt. Es gibt Marktstudien dazu. Die Zeigen z.B. klar, dass viele (mehrheit) Junge Frauen und Mädchen eben einen Halbnackten OB brauchen der im Nahkampf den Helm abnimmt um sein Haar flattern zu lassen um überhaupt da rein zu gehen. Und so ist das an vielen Stellen.
Das ist eine enorme Kommerzmaschine : da werden Kundenanalysen gemacht, Zielgruppen festgelegt (und die sind nicht wir) und dann der Film genau für diese Zielgruppe gedreht die man da nutzen will. Da werden sogar Psychologen beschäftigt wie man da noch mehr Zuschauer rein kriegen kann, denn es interessiert nur noch : wie viel Zuschauer ein Film haben wird.
Ich wäre sehr interessiert woher du diese Information hast. Kannst du eine Quelle dafür angeben ? Die Kettenhemden wurden z.b. in China neu erstellt weil ein Kauf schon gefertigter zu Teuer gewesen wäre. Aber alles wurde nicht neu erstellt. Desweiteren frage ich mich, wie Kettenhemden das Merchandising !? beinträchtigen würden wenn sie nicht aus China kämen?
Ich habe nirgends behauptet einfach so würde das geschehen. Natürlich lässt man sich das bezahlen. Deshalb ja hat KoH viel neues Zeug gehabt, weil die Neufertigung in Indien und China billiger war. Also aus finanziellen Gründen.
“Man könnte es auch so formulieren : wie korrekt ist die deutsche Mittelalter Szene was die Historische Richtigkeit ihrer Darstellungen angeht ? Ich würde sagen im großen und ganzen, also im Schnitt liegt sie mit Hollywood da auf einer Linie.”
Gegenfrage, Ulrich:
Wie gut spielt die deutsche Fußball“szene” Fußball?
Also ich würde sagen, im Großen und Ganzen, also im Schnitt liegt sie da mit Thekenmannschaften auf einer Linie..
Hierzu mal ne Anmerkung: wer glaubt, was irgendwann mal in irgendnem Film vorkam, kann man oder wird irgendwo einfach so wiederverwendet, der irrt gewaltig. Denn die Kostüme sind je nach Vertrag keineswegs Eigentum der Produktionsgesellschaft, und selbst wenn, dann können Requisiten nur eben von dieser benutzt oder weitervermitet/verkauft werden, was im Normalfalle aber nur teilweise bei modernen Filmen,und wenn dann bei B oder C-Produktionen passiert.
Im Falle von KoH waren ein guter Teil der Kostüme digital, wie auch der Komparsen; aus 100 Leutchens mache 10.000.
Und prinzipiell kommts auf selbe raus, ob man nen Helm falsch oder richtig macht. Das is nur ne Sache der Recherche und des Willens.
Bei Timeline z.B. sah man diesen deutlich, hier waren Gegenstände zu sehen, die absolut typisch für die Zeit waren, und die man nicht mal bei Darstellern so sieht (allerdings wars angespraytes Plaste, das hat man aber nicht gesehen).
Folgend ein paar Aussagen aus diesem Thread, die ich nicht unkommentiert stehenlassen möchte, bzw. die ich genauer erläutert haben möchte:
- Ulrich Reinhardt:
»Viele Historienfilme sind gefloppt, und zwar um so mehr, je historisch richtiger sie waren, was ich für einen interessanten Punkt halte.«
Beispiele ? Ich halte das für eine sehr gewagte Behauptung, allein ob des offentsichtlichen Mangels großer Filme mit historischer Korrektheit.
»Der Markt will ein bestimmtes Produkt.«
Ja, und ? KoH war an einigen Stellen schon nahe am “echten” Mittelalter, aber an der Zielzeit doch deutlich vortbei. Was hat das mit Produkterwartung zu tun?
Welche Erwartung wäre denn enttäuscht worden, wenn die Zeit gepaßt hätte ?
“Der Kunde will es so” ohne den Kunden zu fragen ist mir als Argument zu billig.
- Christian Packschies:
»Ausserdem Ist dem Regisseur und dem Produzenten immer daran gelegen möglichst die Kosten zu minimieren und die Gewinne zu maximieren. Da greift man halt auf alles zurück was in den örtlichen Kleiderkammer vor sich hinstaubt und nicht erst neu produziert werden muss.«
Verziehung, aber das ist - im Bezug auf Hollywood - schlicht Unsinn. Sowohl Timeline als auch KoH hat die gesamte Ausrüstung neu erstellt. Das hat auch schlichte finanzielle Hintergründe, wer will schon von der Konkurrenz abgelegtes verwursten und sich das Merchandising damit ruinieren ?
Als Pearl Harbour rauskam, meinte Harald Schmidt: wenigstens wären die Japaner nicht in SS-Uniform herumgerannt, das müsse man Hollywood hoch anzurechnen.
Das Hollywood es mit der Historie nicht ganz so genau nimmt, scheint sich also auch in der breiten Bevölkerung herumgesprochen zu haben…
Endlich malein vernünftiger Beitrag zu diesem leidlichen Thema. Und ein Beweis, dass es nicht nur hollywoodmäßiges Mittelalter gibt, sondern auch andere viel modernere Epochen.
Wenn es Dich beruhigt, ich habe Pearl Harbour ungefähr mit dem gleichen Entsetzensschreien begleitet, wie ich es heute mit Braveheart tuhe. Denn da waren weiss Gott mehr Dinge falsch als nur die Lackierung, die Flügelspannweitenverhältnisse etc. der Zeros.
Problem is nur, keine Mutter erzählt ihren Kindern von dem Anstrich der Zeros beim Angriff auf Pearl Harbour.
Davon, dass die Rittä Lederhosen trugen, aber schon.
Grundsätzlich finde ich diese Einstellung sehr Lobenswert nicht ausschließlich negatives zu suchen.
Aber es liegt leider in der natur der Sache das einem Negatives leichter auffällt, besonders wir deutschen sind ja oft ein wenig übergenau, besonders wenn man sich mit der entsprechenden Materie auskennt.
Besonders wenn man einen Film zum ersten mal sieht
bleibt vieles vor dem Auge des Betrachters Verborgen, ausser halt dem, was offensichtlich ungewohnt ist.
Meistens sind das eben ungewollt ausschließlich die falschen Dinge.
Wie Ulrich schon geschrieben hat muss man auch den Hintergrund eines Filmes Betrachten. KoH ist ein Film fürs Massenpublikum, nicht für MA-Hobbyisten
oder studierte Historiker.
Es wird eben das gezeigt was die Masse unter dem Mittelalter versteht und sehen will, was meistens nichts anderes als Action, Blut und der Hauptdarsteller ist. Die Person, nicht die Rolle die er spielt. Keine Sau in einem Kino weis ob
“Baliam” in KoH jemals existierte oder frei erfunden wurde.
Was man den Regisseuren sicherlich Vorwerfen kann
ist mangelhafte oder oberflächliche Recherche.
Für Kenner des Themas sicherlich unverzeihlich, da man sich ja einen Film nach seinen eigenen, realistischeren Vorstellungen wünscht, aber für das eigentliche Publikum ohne größeren Belang da
dieses es niemals erkennen wird.
Ich geb euch mal ein Beispiel aus einem anderen Genre. Wer errinert sich noch an die Pearl Harbor schnulze vor einigen Jahren? Fandet Ihr die Japanischen Flugzeuge realistisch? Ist euch etwas an den japanischen Zero Jägern aufgefallen? Nein?
Kein wunder wenn einen zum Beispiel keine Flugzeuge interressieren.
Die Flugzeuge in diesem Film waren erstklassig gemacht und absolut wie richtige Zeros kreiert.
Problem: Die gezeigten Japanischen Zeros waren Maschienen vom Typ A6m5 Zero. Erkennbar an den
Auspuffrohren und langen Kanonenläufen in den Flügeln. Problem: Der Typ A6m5 Zero stammt aus dem Jahr 1943, nicht aus 1941, dem Jahr des Angriffes.
In Pearl wurden Maschienen vom Typ A6m2 Zero verwendet welche anders gelagerte Auspuffrohre und versenkte Geschützläufe hatte.
Ausserdem waren die Maschienen grün lackiert.
1941 benutzte die japanische Marine jedoch einen weissen Anstrich. Grün wurde nur von der Armee benutzt, und auch nicht für Jäger.
Na ist euch das aufgefallen? Nein? Na vieleicht weil Ihr als nur oberflächlich Interressierte nie mit dem Thema auseinandergesetzt habt. In diesem Fall seid halt Ihr die “dumme Masse” die es nicht interressiert.
In einem Forum , zum Thema Flugzeuge der Weltkriege kam es jedoch zu einem massiven Aufschrei weils unrealistisch war und historisch nicht korreckt.
Jedoch hat es dort keine Sau interressiert das zum Beispiel die Sturkampfbomber vollkommen korreckt
Dargestellt waren und auch historisch stimmig waren.
Eigentlich die gleiche Situation wie mit KoH, nur Seitenverkehrt.
Ausserdem Ist dem Regisseur und dem Produzenten immer daran gelegen möglichst die Kosten zu minimieren und die Gewinne zu maximieren. Da greift man halt auf alles zurück was in den örtlichen Kleiderkammer vor sich hinstaubt und nicht erst neu produziert werden muss. Gerade bei
besonders vielen Darstellern die Ausgerüstet werden müssen.
Ausserdem möchte Man mit Sicherheit auch nicht
das das Publikum vieleicht ein mittelalter Sieht
mit dem es sich nicht Identifizieren kann. Soll halt so aussehen wies die Masse sich vorstellt.
Nicht das tausende Ihren Freunden von dem “scheiss Film voller bunt bekleideter Spaken” erzählt was
zwar wohl realistischer währe aber die zahlende Masse für unrealistisch halten würde und den späteren DVD kauf verweigert.
Auch von der Handlung her, es ist halt mehr Eye- candy wenn die Mauern Jerusalems von 20 Katapulten
zerballert werden, als wenn 100 ärmliche Gestälten nen Tunnel drunter buddeln um sie wie damals zum Einsturz zu bringen.
Richtig an KoH war zum Beispiel das auch Nasalhelme mit Gesichtsmaske also frühe Topfhelme
eingesetzt wurden die durchaus ins ausgehende 12 Jh. passten und das für die Schlacht bei Hattin,
was ich nicht erwartet hatte, die charakteristischen Berge, die “Hörner von Hattin”
gezeigt wurden anstelle einer puren Wustenlanschaft. Auch die Festung Krak war nach meiner Ansicht gut gemacht.
positiv: es gab keine plattenrüstungen oder leder-drachenrüstungen, keine kiltträger und es wurden keine schwerter auf dem rücken getragen ;-)
was mit gut gefallen hat, war, das zumindest der grobe historische ablauf, wie die schlacht von hattin, die gefangennahme vom könig von jerusalem (hier finde ich, hätte man auch Gerard de Craven-Ridefort zeigen können!!) und das bresche-schlagen in der mauer, halbwegs(und das meine ich auch so) gepasst hat.
was ich jedoch eine ziemliche unverfrorenheit halte, ist die darstellung von rainald de chattillion als templer und die tatsache das im film kein lösegeld für jerusalem (und das waren immerhin 100.000 Denare) bezahlt werden musste.
Und: die lederhose von balian *argh*
von der authentizität von braveheart oder robin hood muss man gar nicht erst anfangen…
Nehmen wir mal konkret KoH da ich da noch eine sehr klare Erinnerung habe.
Der Film macht einiges an Fehlern von der Ausstattung her, aber im Gesamten :
Nehmt doch mal frühere Filme, Sir Walter Scott oder so, und vergleicht das.
Darüber hinaus finde ich es immer wieder erstaunlich, was für ein hohes Niveau hier im Forum gepflegt wird. Das meine ich absolut positiv.
Demgegenüber steht was ich dann tatsächlich bei Veranstaltungen, selbst bei ernsthafteren Reenactment Gruppen immer wieder dann in der Umsetzung sehe. Die sind vielfach nicht historischer als KoH.
Man könnte es auch so formulieren : wie korrekt ist die deutsche Mittelalter Szene was die Historische Richtigkeit ihrer Darstellungen angeht ? Ich würde sagen im großen und ganzen, also im Schnitt liegt sie mit Hollywood da auf einer Linie.
Vieles an KoH hat mir von der Ausstattung her persönlich sehr gut gefallen, warum immer nur alles negativ sehen ? Auch wenn da überall Fehler dazwischen sind, so ist auch richtiges mal dazwischen, oder seht es so : daß ihr euch mal freuen könntet daß ihr tatsächlich in einem solchen Film erkennt was nun korrekt ist und was nicht.
Gerade gegenüber Filmen, die ja nun mal unter komerziellen Zwang stehen, wundert mich diese grundsätzlich negative Haltung doch sehr. Da wird immer nur gesucht, was falsch war und was inkorrekt ist und dann sind alle unzufrieden.
Sucht doch mal was korrekt war, daß fände ich viel spannender.
Zur Frage des Threads : in Hollywoodfilmen aber auch in allen sonstigen Filmen auch hier in Europa ist selbst bei denen die einiges in die Ausstattung investieren bzw bei den neueren Filmen eine Mengen nicht historisch korrekt. Das ist aber nur vollkommen natürlich. Das sind auch so schon extrem teure Projekte und darüber hinaus muß das Geld auch wieder hereinkommen. Viele Historienfilme sind gefloppt, und zwar um so mehr, je historisch richtiger sie waren, was ich für einen interessanten Punkt halte.
Ich glaube nicht, bzw ich weiß sogar, daß nicht Gleichgültigkeit der Historie gegenüber sondern schlicht und einfach die Anforderungen des Marktes hier die Hauptrolle in den Köpfen der Produzenten spielen. Der Markt will ein bestimmtes Produkt und der Markt ist nun mal nicht der historisch versierte und/oder interessierte, daß vergessen hier mMn zu viele.
Demgegenüber überhaupt einen Grad an historischer Richtigkeit wie jetzt z.b. KoH zu erreichen ist da schon schwer bzw ein Kunststück. Im übrigen ist Filme zu beraten ein sehr sehr sehr undankbares, schwieriges Unterfangen.
Aber um die Grundidee noch mal zu wiederholen:
Nennt doch mal Punkte die gestimmt haben. (die Grundunzufriedenheit an allem und jedem von manchen Darstellenr finde ich wirklich unangenehm)
Wenn ich dran denke, das vor 5 Jahren Braveheart und Robin Hood, König der Diebe für mich das non-plus-ultra war und dann kam ich zu TV und man schmiss mir meine ganze heile Welt über den Haufen … Pöses, pöses TV
ßhm, wir sprechen über Dornen-an-Plattenschultern und Megakillernieten- Johanna von Orleans und Hosen-sowie-fröhlich-druch-die-Jahrhunderte-Himmelskönigreich?
Akzeptiert es einfach, Hollywood schert sich nnen Dreck um belegbare Kleidung, auch wenn das nun ach so in den Himmel gehobene Kingdom gerad Loorbeeren dafür einheimst, nur mal eben im 12ten Kleidung und Rüstung des 13ten und 14ten mit nem wenigstens unauffälligen Look gehabt zu haben.
Wenn mich nicht alles täuscht. dann ist Kingdom of Heaven auch nicht so schlimm wie anderes… gut, über scharniere um kreuze an den helmen herunterzuklappen lässt sich streiten, aber ansonsten war der film-kostümtechnisch- kein allzu schweres verbrechen an die menschlichkeit(im vergleich zu braveheart… iihhh… kilts^^)
Eben diesen Film meinte ich. Das es viel verkorkstes
gibt in Holywood wollte ich nie leugnen. Aber ich denke das Ausnahmen halt die Regel bestätigen.
Ich möchte keinenfalls bestreiten das meine Vorstellung vom Mittelalter sicherlich nicht 100%tig der Realität entspricht aber ich denke davon kann sich kaum einer freisprechen.
meiner Meinung nach war die Klamotte auf den ersten Blick ganz passabel, aber beim genaueren Hinkucken fällt das schon mal die ein oder andere Lurexborte auf.
Wir sprechen doch von der Jeanne D’arc mit Milla Jovovich?
99% der Historien-Schinken Hollywoods kommen mit einer erbärmlichen Klamotte und Equipment aus.
Aber die Verfilmung des Jeanne d´ Arc Themas mit Mila Yovovitch und Dustin Hoffmann hab ich nun wieder gar nicht so schlecht in Erinnerung, oder liege ich da grad so in der Wiese?