Also Rüstungen und Waffen wüsste ich, das erwähnt z.B. Froissart, scheint allgemein üblich gewesen zu sein, z.B. bei Pfeilen.
Aber ansonsten halte ich das eher für unwahrscheinlich.
In eurem konkreten Fall halten ich aber weder das eine noch das andere für sinnvoll. Wenn ihr wirklich, wie in einem anderen Thread ja diskutiert, einfache Soldaten aufm Marsch sein wollt, dann braucht ihr weder Truhen noch Fässer für sowas. In Deckenrolle stopfen, verschnüren, und gut.
Wenn ihr Truhen etc. mitschleppt, ist kein Wunder, wenn ihr Platzprobleme habt.
Kennt jemand Belege dafür, dass im Mittelalter (die Frage ist bewusst allgemein gestellt, am besten währen allerdings Belege aus der Mitte des 13. Jh.) Fässer als Behältnisse für andere Dinge wie Lebensmittel, z.b. für Kleidung oder Kochgeschirr verwendet wurden? Mal abgesehen von Glas in einem Butterfass.
Hätte nämlich ein altes Fass zur Hand, dass zwar nicht mehr Wasserdicht ist, sich aber Prima als Behälter für andere Dinge eingnen würde.
So eine Lösung hätte ich auch immer gern gehabt und in verschiedenen Bauernkulturen des 19./20. Jh. kommen die Dinger auch reichlich vor, aber für keine Zeit im Mittelalter habe ich bisher eine Abbildung mit Korbtruhe gesehen.
Ich bin kein Spezi fürs 15. Jh., deshalb wäre es möglich, daß es da doch Korbtruhen gab, aber sonst ist meines Wissens Fehlanzeige.
Fürs 15. müßtest Du noch mal jemand anders fragen.
Für unsere Lagerausrüstung (Teller, Kannen, sonstiges) suche ich eine passende Aufbewahrungsmöglichkeit und dachte an eine Truhe aus Korb. Die ist nicht so schwer wie Holz und das Material gab es schon. Was mich allerdings interessiert, gab es auch schon diese Form? Ist jemand von Euch schon auf eine Darstellung mit einer Korbtruhe gestoßen???
Ein sehr schönes und bestens erhaltenes Beispiel einer Prunktruhe aus dem XIII. Jahrhundert kann man im Aachener Dom bestaunen. Dort dient nämlich eine Truhe aus dem Besitz Richards von Cornwall seit Jahrhunderten als Reliquienschrein (Ich glaube das Gewand Mariae o.ä.). Im Gegensatz zu manch anderen, kann man diesen sehr gut aus der Nähe betrachten und Einzelheiten sowohl in der Verzierung als auch in der Verarbeitung inspizieren. Wenn Ihr also nach Aachen kommt (Das Jahr 2000 bietet sich dazu an, u.a 1200 Jahre Domgründung, Heiltumsfahrt etc.) geht mal in die Pfalzkapelle. Geradeaus durch, auf der linken Seite am Pfeiler steht das gute Stück so ziemlich in Augenhöhe.
Erst mal hallo zusammen! Ich habe mir die vom Thorsten genannte Seite mal angesehen und kann sie nur empfehlen. Mitlerweile habe ich eine Truhe fertig und Ich muß sagen, trotz der Sprachprobleme (die seite ist ja in Englisch) ging es ganz gut.
Sorry, daß ich mich in letzter Zeit etwas rar mache, bin ziemlich im Druck. Will aber unbedingt noch einmal ein Buch nennen, daß zu einer Ausstellung im Museumsdorf meines Heimatortes herausgegeben wurde: Thorsten Albrecht Truhen, Kisten, Laden Vom Mittelalter bis zur Gegenwart am Beispiel der Lüneburger Heide Michael Imhof Verlag, Petersberg 1997 ISBN 3-932526-02-3 NETTES Buch! Insbesondere die Einbaumtruhen des frühen Mittelalters haben es mir angetan, meine ist zwar immer noch nicht fertig, aber ich bin immer noch dabei… Ok, wie aus dem Titel ersichtlich, ist auch eine Menge zu späteren Möbeln dabei, trotzdem ein unbedingt empfehlenswertes Buch. Preis ist mir zur Zeit leider unbekannt.
Gunther Markgraf von Bärennoth Admin ´Tempus vivit!´
Moin zusammen, ich habe auch noch ´nen interessanten Link gefunden. Es ist eine Zusammenfassung von Artikeln von “Sacred Spaces” einer Zeitschrift der “Known World Achitectural Guil” der SCA. Hier gibt´s bannig Konstruktionsanleitungen für Kischte, Käschte, Stühle, Leuchter, Zelte, Tische etc. www.teleport.com/~tguptill/toc.htm Viel Spaß beim Basteln Thorsten
Hallo Manfred! HMA-Truhen waren relativ schlicht und einfach gebaut, da die Schnitzereikunst noch nicht gut entwickelt war. Truhen dieser Zeit waren je nach Qualität einfach oder mit ein wenig mehr Zirat. Einfach, wie z. B. von Bauern: Lattenbeschläge. Diese Kisten, so kann man die Dinger eigentlich nur nennen, sind heute noch gebräuchlich. Niederer und mittlerer Adel hatten schlichte Truhen ohne Zirat, mit und ohne Bein, wobei das Bein aus einem einfachen, viereckigen Holzstück bestand. Glatte Truhe also; Zargenarbeit. Beim Hochadel wurden diese Truhen dann noch mit Bildnissen geschmückt; Malerei. Heute noch live zu Bewundern an bürgerlichen Schränken und Truhen aus dem 17. bis 19. Jhd. Die Art von Truhen, wie Dirk sie beschreibt, werden höchstwahrscheinlich eher byzantinischem Ursprung sein. Hoffe, damit geholfen zu haben Gruß v. Arlen
Einen habbich noch, wie Claudia schon erwähnt hat, sind die Wikingerkisten - kennt jemand ´ne Quelle? - die ich kenne hochgestellet. Das sollten übrigen alle Kisten sein, die nicht nur Transportkisten, sondern auch Gewandtruhen o.ä. sind, da dadurch die Fäulnis nicht so leicht an den Boden rankommt. Alle Truhen, die ich aus dem HMA kenne sind mit solchen Füßen versehen. Bis dann Thorsten
Zum Thema Kisten - insbesonder Wikingerkisten: Diese sind zum einen sehr markant - werden also normalerweise gleich erkannt. Sie sind naemlich hochbeinig, da sie als Ruderbaenke auf den Wikingerschiffen verwendet wurden und laufen zudem konisch nach oben hin zu (entweder von beiden Seiten her oder - der Einfachheit halber nur von der Laengsseite her). Sie sind meist lang und schmal (eben Ruderbank) und sind somit besonders auch als Waffenkiste zu gebrauchen. Herbert Waegelein (Sein Laden heisst Wagelyn in Wuerzburg) stellt solche Kisten her und verkauft sie meines Wissens auch - einfach mal im Karfunkel nachschaun, da muesste auch irgentwo eine Adresse drin sein! Kisten - fraenkisch: Hier kenne ich eher Schmuckkaestchen, die aber auch recht ordentliche Ausmasse annehmen, fast quadratisch sind und oben eine Art Leiste haben. Eine Abbildung ist in dem Katalog “Franken - Wegbereiter Europas” zu finden (ich hab leider grad nicht die Seite parat! Aber aus dem einen Frauengrab!)
Moin zusammen, erst mal mein Gruß an alle, die wie ich Blöder noch auf der Arbeit rumhängen! Für diejenigen, die sich mit Tischlereiprojekten auseinander setzen wollen, habe ich noch´n Buchtip: “Constructing Medieval Furniture” Stackpole Books; ISBN: 0811727955 In diesem Buch werden ein gutes Dutzend mittelalterliche Möbelstücke aus dem 13. - 15. Jhdt. mit steigendem Schwierigkeitsgrad vorgestellt. Dazu ist ein kompletter Bauplan, inkl. Verzierungen und Materialliste (sogar in mm!). Die Reichweite geht von einfachen Bänken bis hin zum Bett. Das Buch hat mich über die SCA 15 $ gekostet, ich habe es aber auch schon im Handel in England gesehen. Mit Bestellung usw. denke ich wird´s in Deutschland um die 40,- DM kosten. Die Quellenbeshreibung ist nicht ganz eindeutig, man sollte auch schon etwas Ahnung von der Holzarbeit haben. Aber es ist ein guter Anfang, um in das Thema einzusteigen. Bis dann Thorsten
Hallo zusammen, Ich habe mitlerweile noch ein Bild gefunden auf dem mehrere Kisten, bzw. Truhen zu sehen sind. Und zwar ein Bild der brennenden Stadt Bern 1405. Dort sieht man Leute die ihre Habseligkeiten retten, ua auch Truhen. Das Bild ist aus: Amtliche Chronik, Diebold Schilling, Bern, Bürgerbibliotek Gruß