Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Dachdeckung mit Schindel

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Eintrag #11 vom 30. Dez. 2005 00:51 UhrAndrej Pfeiffer-Perkuhn Profil

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Was das Schindelmachen von Hand angeht, so haben Maschienen das Problem das sie den Druck nicht variiren und so sehr schnell beim Spalten die Fasern verletzen und so Feuchtigkeit eindringt.

Als Holz kann ich mir nur sehr hochwachsendes Nadelholz vorstellen, da man auf Stücke ohne Astlöcher beim Spalten angewiesen ist. Durch ein Astloch hindurch spaltet es sich eher schwer.

Die Dachneigung wurde in dem Bericht ebenfalls angesprochen. Gängigerweise scheint man sehr steile Dächer konstruiert zu haben, um der Schneelast Herr zu werden. Stellenweise (möglicherweise in geschützter Lagen) hat man aber flache Dachneigungen verwendet, da hier der liegenbleibende Schnee eine Isolationsschicht bildet.

Schöne Grüße

Andrej

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Eintrag #10 vom 29. Dez. 2005 22:59 UhrThomas Schlosser Profil

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Hallo Zusammen

Danke erstmal für die ganzen grundsätzlichen infos. hilf schon sehr weiter.
Zu den maßen. Die infos decken sich in etwa mit dem was ich rausgefunden habe. Es scheint keine feste größe für schindeln gegeben zu haben. Aber auch keine verschiedenen ´längen´ bei ein und dem selben haus.
Um gut decken zu können sollten die schindeln zumindestens aber alle die gleiche länge haben. Bei der breite kann man varieren. Auf Grunde der mind. 2/3 überlappung in der länge ist das auch kein problem.
Die unterschiedlichen Breiten hängen indirekt mit der dicke des kernholzes zusammen. Das kann von Baum zu baum unterschiedlich sein und man hat auch nicht immer bäume mit dem gleichen durchmesser verwendet/zür verfügung gehabt. Aber einen mindesdurchmesser wird es gegeben haben. Eine max. breite gab es auch. Ab einem gewissen maß hat sich das holz zusehr verworfen wenn es zu breit war. Hängt vom verwendeten holz ab.
Die länge konnte man aber selber bestimmen. War beim sägen ja kein Problem.
Auch heute werden einige schindeln immer noch von hand gespalten. Nicht bloß für renovierungen historischer gebäude, sondern das handspalten hat einen qualitätsvorteil. Eine Maschiene kann das holz nur schwer lesen,so wie es ein geschulter blick eines erfahrenen schindelmachers es kann, um das beste aus dem stück holz raus zu holen. Der beweis, das noch nicht alles mit maschienen ersetzt werden kann. Maschienell gesäft und gehobelte schindeln gibt es aber auch.
Schindeln können sowohl frisch als auch nachgetrocknet verabeited werden. Das richted sich nach dem verwendeten holz, der eigentlichen verwendungsgebiete(für wand oder Dach).
So wie es scheint gibt es auch fast keine vorgabe für den dachwinkel. O.k. ein flachdach mit schindeln macht kein sinn, aber auch unter 45grad geht auch.
Wie schon bereits erwähnt wurde konnten schindeln lediglich ´gelegt´ sein(holzstangen gegen wegrollen der schweren steine und als druchverteilung) und nicht genagelt. Das spricht wieder für recht flache dachwinkel.
Soweit mal zusammengefasst.
Hat jemand denn noch informationen über Schindeldächer im raum NRW???

Grüße
Thomas

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Eintrag #9 vom 28. Dez. 2005 17:35 UhrAndrej Pfeiffer-Perkuhn Profil

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Gerade eben gab es einen hochinteressanten Film auf 3sat zu dem Thema. Dort ging es um Schindelmacher im Greyezer Land. Obwohl es um heutige Schindelmacher ging ist das gezeigt wohl auch für eine Rekonstruktion nicht unbrauchbar.

Die Schindeln wurden aus Tanne gemacht und ausschließlich gespalten, wohl um das eindringen von Wasser zu erschweren, nicht jedoch gesägt. Die Bäume wurden in Stücke von 60 cm gesägt, mit der Axt gespalten, entkernt und von der Rinde samt Splintholz befreit. Dann wurde das Holz mit einem Messer, welches Keilartig verwendet wurde in Stücke von 6-7 mm gespalten. Die Länge für unvernagelte Schindeln betrug 60 cm. Die Breite (wurde nicht explizit genannt) um die 20 cm. Das Holz wurde dann eng veschnürt ein halbes Jahr getrocknet, kurz vor der Verarbeitung aber gewässert. Die Überdeckung der Schindeln betrug vertikel fast 50 cm. Horizontal war jede Schindel zu zwei dritteln überdeckt. Somit liegen bis zu 12 Lagen Holz übereinander, was laut dem Schindelmacher auch eine gute Isolation gibt. Klingt wegen der Luftschichten nicht unplausibel.
Heutzutage sind wohl genagelte Schindeln von ca. 40 cm üblich, es wurde im Beitrag aber gesagt das die ungenagelten Schindeln mit Querhölzern und Steinen beschwert waren. Da es bei Stürmen wohl durchaus auch mal ein Dach abgedeckt hat, sei es auch üblich gewesen die Schindeln zu kennzeichnen und einfach wieder einzusammeln. Solche gekennzeichneten Schindel wurden auch gezeigt.

Die Lebensdauer eines Schindeldaches wurde mit 50 Jahren angegeben. Lustigerweise ist das auch die geplante Lebensdauer moderner Wolkenkratzer.

Tonschindeln sollen übrigens den Schneemaßen weniger gut standhalten da sie nicht flexibel genug seien.

Ich hoffe das hilft weiter, ich fand den Film sehr spannend.

Schöne Grüße

Andrej Pfeiffer-Perkuhn
Andrej

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Eintrag #8 vom 27. Dez. 2005 09:51 UhrMike Wendl Profil

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Siehe Medieval Household - Seite 25ff zumindest für die Londonfunde.

Zusammengefasst für den städtischen Bereich:
beginnend mit den Feuerschutzregularien die im 12. und beginnendem 13. Jhdt. aufkamen und Stroh uns Reet verboten waren Schindeln und keramische Dacheindeckungen vorgeschrieben.
zum Ende des 13. traten die Holzschindel oder Bretterabdeckungen zugunsten von Dachziegeln weitestgehend zurück.

Im Fundkontext finden sich für die oben angesprochene Region vorwiegend Eichenschindeln - siehe S. 31 ebd. vom 10. bis zum 13. Jhdt. wobei dier Schwerpunkt im 11. und beginnendem 12. Jhdt. liegt.


Gruss Lui

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Eintrag #7 vom 26. Dez. 2005 23:03 UhrRoeland Paardekooper Profil

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In 1937 erschienen, Neudruck 1992.

Dissertation von J. Carstensen aus Hannover, "Schindeldach und Schindelgiebel. Geschichte, Entwicklung, Herstellung und Verwendung der Holzschindel".

Sehr gut liesbar und voll guten Beschreibungen und Bilder. Nur die archaeologische Beispiele muss mann sich dan eher anderswo holen.
Roeland Paardekooper, secretary EXARC

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Eintrag #6 vom 26. Dez. 2005 22:16 UhrMichael Knapp Profil

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so ich hab mich etwas informiert:
Die Schindeln warieren sehr stark in der Größe. Im Alpenrtaum (westl Tirol) waren/sind Schindeln mit einer Länge bis zu 1m üblich, Breite 20-30cm, dicke 1-2cm, wobei die Überlappung über 2/3 liegt. Jede 4-6 Reihe wird mit einer Reihe von Steinen beschwert.

Auf unserem Grundstück stand einmal ein altes Haus
mit Baujahr um 1830: es war mit ca 25cm langen Nut & Feder (Dreiecksquerschnitt) Schindeln, breite Varierte zwischen 5 und 10cm gedeckt. dicke bei ungefähr 1cm

"Schindeldach" in der Google-Bildersuche liefert ein paar interessante Bilder.
MfG, Michael

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Eintrag #5 vom 26. Dez. 2005 20:45 UhrThomas Schlosser Profil

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Hallo

Mit lärchenholz habe ich auch schon spekuliert. Weis einer wie die lärche im Nordrheinwestfählischen (NRW) raum im 13.jhd verbreited war?? Botanisch hab ich da nämlich so gar keine ahnung von. Bzw wüßte ich jetzt nich mal auf anhieb von Holzrealien aus der zeit die aus Lärche wären??? *fragezeichenkreist* Aber das Lärche sehr robust/wetterbeständig ist war mir schon klar.
Mönch und Nonne ist mir ein begriff. Die information von tonziegeln hatte ich schon. Danke aber nochmal für den hinweis. Ist eine alternative.
Nur, das ganze ist für eine offe Schmiede gedacht, ähnlich wie in Kanzach. Und wenn man jetzt von einer einfachen Dorfschmiede ausgeht; kleine ansiedlung an einem handelsweg; weis ich nicht ob man dafür Dachziegel genommen hat???. Schindeln wären da warscheinlicher, wegen aufwand und kosten.
Aber ich suche mal weiter. Vielleicht finde ich noch was.
Danke aber für die bisherigen Infos.

Grüße
Thomas

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Eintrag #4 vom 26. Dez. 2005 13:43 UhrMichael Knapp Profil

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Die Größe variert, würde aber "Scheitgröße" in Betracht nehmen: 25-30cm lang, 10-20cm breit.
Mit Lärchenholz ist es sicher einfacher größere Schindeln zu machen als aus Buchenholz
MfG, Michael

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Eintrag #3 vom 26. Dez. 2005 13:36 UhrMichael Knapp Profil

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Im Alpenraum wird/wurde für die Herstellung der Schindeln Lärchenholz verwendet, da es sehr witterungsbeständig und relativ leicht spaltbar ist (gerade gewachsenes nadelholz). Weiters ist natürlich eine laufende Wartung notwendig. Das Dach einmal gedeckt und 20 Jahre nicht mehr angeschaut spielts bei Schindeln natürlich nicht.
MfG, Michael

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Eintrag #2 vom 26. Dez. 2005 11:00 UhrDavid Seidlitz Profil

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Hallo Thomas,

in der aktuell ergrabenen Hoch/-Spätmittelalterlichen Siedlung "Marsleben" bei Quedlinburg/ Sachsen Anhalt ( www.landesmuseum-fuer-vorgeschichte-halle.de/[…]/m[…] )wurden Gebäudereste mit Ziegeldeckung von Typ "Mönche und Nonne" nachgewiesen. Dabei sind bergeweise erhaltene Ziegeln aus dem 13.Jhd. ans Tageslicht gekommen.
Die Deckung der Dächer wird sich auch wesentlich nach der Verfügbarkeit der Rohstoffe (Baustoffe) ud dem Status des Eigentümers gerichtet haben.
In Marsleben ist ein steinernes Ministerialengebäude nachweislich mit Ziegeln gedeckt gewesen. Im Übrigen waren alle anderen Gebäude ebenfalls aus Stein... (siehe Link)

David

www.familia-ministerialis.de

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Eintrag #1 vom 25. Dez. 2005 18:36 UhrThomas Schlosser Profil

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Hallo Leute

Habe in den anderen rubriken nichts gefunden. Falls ich was übersehen habe, bitten das hier verschieben. DANKE
Frage: Wie sah das damals im hma mit Dachdeckung aus Schindeln aus??
In kanzach sind ja gebäude auch mit schindeln gedeckt, aber gibt es noch was spezielles dazu?? Was für holz kann man nehmen/wurde bevorzugt genommen? Gab es eine art richtgröße die üblich war(stärke, länge, breite), bzw wie verbreited war eine dachdeckung mit schindeln im 13´ten??
Das sich schindeln sehr lange halten wenn sie richtig angebracht sind sieht man heute noch in einigen alpenländern wo es noch viele alte schindelhäuser gibt. Aber hat sich vielleicht was aus dem 13jhd erhalten(bodenfunde).
Kann man davon ausgehen das die herstellung von schindeln damals genau so, mit dem gleichen wekzeug, gemacht wurde(schindelmesser)
Fragen über fragen:

Grüße und noch schöne Feiertage
Thomas

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