@ Thorsten Piepenbrink
Morgen allesamt.
Ich habe den Ausstellungskatalog Das Reich der Salier durchgestöbert und schon da, also in den 60-70 Jahren vorher haben sich neben den Kettenhemden mit fester Haube, Beinlingen und Handschuhen auch schon die kurzarm, knielang Version ohne angesetzte Beine und Hände gehabt.
Sebastian Roth
Da ist man doch gleich etwas schlauer. Der Eintrag mit den flachen Ringen entsprang meinem *hüstel* total falsch denkenden Hirn zwei minuten vor der Abfahrt, habe einfach das reingeschrieben, was mir am schnellsten in den Sinn kam. Habt Dank für die vielen Infos!
Grüsse
Die meisten früheren mittelalterlichen Hemden, die ich kenne haben runde bis ellipsoide Ringe. da gibt´s eigentlich eine Menge Funde zu, kann bei Gelegenheit noch ein paar nachreiche. Ad hoc fallen mir ein sächsischer Fund aus dem 7 Jhdt., einige Wikifunde (gjermundbu) und aus späterer Zeit (sprich 14. Jhdt.) die Wisby-Funde, ein Aventail in Churburg, afaik, die Kettenhaube in Edinburgh auf. Flache kommen meines Wissens nach erst im Spätmittelalter, sprich ab dem 14. Jhdt., auf, was vermutlich mit den verbesserten Drahtzieh-Möglichkeiten zusammenhängt. Explizit HMA habe ich im Augenblick keine Funde im Kopf, kann das aber sicher zuhause noch einmal nachschlagen.
Mit runden RIngen ist man imo auf der sichereren Seite, kann die Ringelpanzerstücke auch eher zeitübergreifend verwenden.
Wie kommst du zu dieser Aussage mit den runden Ringen? Die Hemden die ich kenne haben alle flache Ringe. Die sind allerdings alle nicht auf das 12. Jahrhundert datiert, sondern etwas bis viel später. Trotzdem: Gibt's da Belege?
Johannes - www.hildensia.de
Zitat: "Also mal angenommen, ich versuche alles historisch korrekt zu machen, mit genieteten flachen Hemdringen und mit der Unterbekleidung und so weiter..."
Kleine Hilfestellung: wenn Du dann nach langem sparen wirklich ein genietetes Kettenhemd anschaffen willst, dann nimm keine flachen sondern eher runde Ringe. Sonst ärgerst Du dich vielleicht später sehr.
für den deutschen Raum würde ich auf den Waffenrock verzichten, da er hier eigentlich erst so richtig im 13. Jhdt. aufkommt. Auch - falls das bei Daniels Liste nicht richtig rüber gekommen sein sollte: Keine einzelne Kettenhaube, sondern eine ans Hemd angearbeitete, auch die Fäustlinge sollten angearbeitet werden. Kettenbeinlinge (vor allem die hinten gebundenen) sollten für einen Ritter Pflicht sein. Schau mal nach Abbildungen aus dem "Hortus Deliciarum" der Herrad von Landsberg, das ist in etwa die Zeit. Bei den Nasalhelmen wären Kalottenhelme und Helme des skythischen Types en vogue, die klassischen Spangenhelme und "Normannenhelme" sind um 1150 schon etwas altmodisch, auch wenn es noch gelegentlich Bildquellen dazu gibt. www.1186-583.org/[ ]/Hortus_deliciarum_fin_XIIeme_[ ] www.1186-583.org/[ ]/Hortus_deliciarum_fin_XIIeme_[ ]
Ich habe vor einiger Zeit mal einen Kitguide 1200 angefertigt, der bis auf einige Helmformen (verzichte z.B. auf die Proto-Topfhelme) auch für 1150 noch aktuell sein sollte, auch wenn ich im einzelnen Detail noch einmal nachforschen würde. www.goedendag.de/Kitguide1200.pdf
Du solltest bei der Mode eines RITTER auch den modischen Bliaut für den Mann ins Auge fassen - gegebenenfalls aus Seide und an den Seiten geschnürt. Im Netz solltest Du dazu unter Umständen etwas finden.
Bei den Schuhen tu Dir den Gefallen an und recherchiere ein wenig (z.B. bei www.mittelalterschuhe.de) und kaufe Dir gleich wendegenähte Schuhe. Z.B. Christian Pohen läßt jetzt preiswerte Schuhe anfertigen, meines Wissens nach auch 12. Jhdt. nach den Schleswig-Funden.
meine Darstellungszeit ist zwar zwischen 1200 und 1250 aber von der Grundausstattung dürfte sich da bis auf Einzelheiten nicht sehr viel tun.
Ich würde folgende Zusammenstellung nehmen:
Zivilgewandung:
Leibhemd
Bruche
Beinlinge
Schuhe oder Halbstiefel
Kotte (eventuell eine längere Version)
Mantel
Gürtel
Gerüstet:
Leibhemd
Bruche
Beinlinge
Halbstiefel
Mantel
Einhandschwert (gerade Parierstange)
Schwertgehänge (Holzkern mit Leder umspannt)
Gambeson (arm- und knielang)
Normannenschild
Kettenhemd (arm- und knielang)
Kettenfäustlinge
Kettenhaube
Waffenrock
Nasalhelm
eventuell noch Kettenbeinlinge
Der Mantel muss nicht zwingend sein ist aber ganz praktisch an kühleren oder regnerischeren Tagen.
Das Kettezeug original normalerweise genietet. Auch dürften für die Zeit die Haube und die Fäustlinge am Hemd angesetzt sein.
Wie das mit der Heraldik für 1150 aussieht kann ich nicht sagen aber ich persönlich würde den Wappenrock eher schlicht einfarbig halten. Vielleicht noch mit einem schwarzen Kreuz versehen falls du einen deutschen Kreuzfahrer darstellst.
Ansonsten wäre eine Lanze noch ganz nett denn das Schwert war eigentlich eher eine Sekundärbewaffnung und kam erst dann zum Einsatz wenn man direkt am Gegner dran war.
Die Bruche brauchst du eigentlich auf jeden Fall weil daran die Beinlinge angenestelt werden (hat etwas von Strapse ;-)) damit sie nicht rutschten.
Zu den oben aufgeführten Sachen kämen dann noch Sachen wie Taschen, Essmesser usw.
Bin selbst eigentlich noch Anfänger, man möge mich also berichtigen falls ich hier Müll geschrieben haben sollte.
Mir ging es vor allem darum zu wissen, ob ich bei der Aufstellung in etwa richtig liege oder komplett umdenken sollte (z.b. Kettenfäustlinge weglassen usw...)
Also mal angenommen, ich versuche alles historisch korrekt zu machen, mit genieteten flachen Hemdringen und mit der Unterbekleidung und so weiter... Wie wäre es dann? (Mit Unterbekleidung kenne ich mich leider so gut wie nicht aus, wäre sehr dankbar für Tipps und/oder Quellen)
Wie geht es richtig?
Ein immernoch hochroter Haraldsson
Ich sehs kommen, daß dieser Thread wieder endet, wie etliche davor...
Jan, in aller Kürze..
Wenn du solch eine Liste anfragst, mit "was brauche ich, was davon ist richtig" und im selben Atemzug Kompromisse und bewußt in Kauf genommene, geplante Fehler beschriebst, dann hat sich deine Frage doch bereits erübrigt, oder ?
Also entweder willst du wissen, wie es richtig geht, dann könnte man dir auf deine Fragen helfen, oder korrekte Kleidung (Stichwort Unterwäsche) und Rüstung (Kette, offene Ringe) sind dir nicht wichtig, dann macht die Frage keinen Sinn.
Entschuldigt mich, ich vergaß...
*noch röter werd*
- Sporen
- Deutscher Ritter
- Amsonsten darunter Leinenhemd, Leinenhose, Polsterhaube, und auf die Unterwäsche genau muss ich mal schaun, wie ich es ankommen lasse...
auf die einzelnen militärischen Komponenten möchte ich hier überhaupt nicht eingehen, aber:
> - Hab ich da noch was wichtiges vergessen oder wars das fürs erste...?<
Was trägst du wenn du nicht "gerüstet" bist, oder unter der Rüstung? Ob das für dich etwas "wichtiges" ist, mag ich nicht entscheiden, aber auch "Ritter" um 1150 sind nicht nackt herumgelaufen...;o)
Ich beschäftige mich seit nunmehr 2 Jahren mit dem Hochmittelalter und recherchiere seit etwa 3/4 Jahren für hochmittelalterliche Darstellung, bin also noch Laie. Ich werde mir zwar fürs erste noch keine allzu spezielle Ausrüstung besorgen, dachte aber daran, mir so allmählich über die Jahre die Ausrüstung eines Ritters um 1150 zuzulegen. (Ja ich weiss ich bin zu anspruchsvoll - denke aber trotzdem, dass ich mein Ziel in den nächsten 3 Jahren erreichen kann. Mir geht es NICHT um die 100%tige Darstellung (mit Gefolge, Pferd etc.) sondern erstmal nur um die Grundausstattung. Dachte da an folgende:
- Einhandschwert, wahrscheinlich Jiri Krondak mit gerader Parierstange
- Schwertgehänge (wobei muss ich darauf speziell achten?)
- Gambeson (Langarm, mit separatem Stehkragen, ungefärbt)
- Normannenschild (weiss da jemand ne gute Adresse oder soll ichs selber bauen?)
- Kettenhemd, Langarm (wahrscheinlich nicht vernietet, da mit dafür das Geld fehlt, selbst beim Jahrelangen sparen)
- Kettenfäustlinge
- Kettenhaube
- Waffenrock (Farbe, Heraldik?)
- Nasalhelm
- Beinlinge
- Lederschuhe, kurz
- Hab ich da noch was wichtiges vergessen oder wars das fürs erste...?
Falls ich da etwas grundlegend falsch gemacht haben sollte, bitte nich böse sein, bin noch verhältnismäßig frisch ;)
PS: Ich schrieb diesen Thread, da mir die etlichen anderen zu ungenau waren.