Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Waren Feuerwaffen das Ende der Rüstung ?

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Eintrag #3 vom 01. Mrz. 2006 08:45 UhrOliver Kräutle Profil

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holzi:
Dies trifft zwar nicht für die breite Masse der Befaffneten zu, aber wenn man GSG 9, oder Cobra-Leute sieht, dann sind die keineswegs ungerüstet.

@ holzi
ich meine natürlich die metallene Rüstung/Harnisch des MA.

Gruß
Rüdiger

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Eintrag #2 vom 28. Feb. 2006 19:16 UhrGerhard Holzinger Profil

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Die gute alte Rüstung hat nicht ausgedient, kann sein, dass die Verwendung von Rüstungen mit dem breiteren Einsatz von Feuerwaffen zurückgegangen ist, aber heutzutage sind sie immer noch aktuell.
Dies trifft zwar nicht für die breite Masse der Befaffneten zu, aber wenn man GSG 9, oder Cobra-Leute sieht, dann sind die keineswegs ungerüstet.

Im ersten Weltkrieg wurde mit Rüstungen experimentiert, um die Soldaten im Grabenkampf (Mann gegen Mann) besser schützen zu können.

Der Ritter in Vollharnisch ist zwar ausgestorben, aber Passivwaffen (Rüstungen, ...) sind immer ein Thema.
holzi, der militante ex-zivildiener

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Eintrag #1 vom 28. Feb. 2006 17:43 UhrOliver Kräutle Profil

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Andrej:
@Oliver: Abgesehen davon das die Beziehung von Feuerwaffen und Rüstung wirklich arg weit geht, aber deutlich komplexer ist als die Aussage die Feuerwaffen hätten die Rüstung verdrängt, haben die eben nicht mit Pistolen sondern mit Büchsen aufeinander geschossen. Selbst die einfach hussitischen Handbüchsen ware schon an den 1000 Joule dran. Und nachdem das gekörnte Pulver allgemein in verwendung kam haben beispielsweise Musketen an die 3000 Joule aufgeboten. Übrigens weis ich von einem Beschußtest mit einem Radschloßpuffer, der es auf etwa 1500 Joule gebracht hat. Also die guten alten Vorderlader nicht unterschätzen. Ich will also auf gar keinen Fall die beliebte Mär von der undurchdringlichen Rüstung aufkommen lassen.


Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die alten Musketen ein so hohes Durchschlagvermögen hatten.
Die reine Joulezahl allein sagt nix über das Durchschlagvermögen aus, denn damals verwendete man Weichblei-Rundkugeln (Brinellhärte 5), und diese haben ein sehr schlechtes Penetrationsvermögen, vor allen bei "Panzerblech" aufgrund des weichen Geschossmaterials und des großen Querschnitts.
Heutige Geschosse sind aus Hartblei (Brinellhärte 17) mit Tombak-Mantel und haben einen viel geringeren Durchmesser bei z.B. gleiche Gewichts (so hat die gute alte 45er-Rundkugel der Westerncolts das gleiche Geschossgewicht wie die 9 mm der dt. Polizei, nämlich 8 gr. !).
So sagt z.B. Poncelet (Physiker im 19 Jahrhundert nach der Formel: M dv/dx v = -Q (C0 +C1 v²) eine Eindringtiefe in weichen Stahl für :
Eine Muskete (Cal. 20 mm, 455 m/s, 29 g Geschoss, 3000 Joule) von 0,89 cm voraus (und dies bei einer Brinellhärte von 17, bei Brinell 5 wäre es viel weniger)), die gleiche Eindringtiefe hat auch eine 9 mm ( 350 m/s, 8 g Geschoss, bei nur 490 Joule).
Bei der hussitischen Handbüchse (geschätzte Cal. 20 mm, 263 m/s, 29 g Geschoss, 1000 Joule) komme ich nur auf 0,4 cm.
eine KK-Büchse (mit Cal. 0.22, 350 m/s, 3g Geschoss, 180 Joule) hat dagegen schon 0,8 cm
Dass heutige Kurzwaffen (die Üblichen, 45er, 38er, 9mm), keine riesiges Durchschlagvermögen haben, liegt daran, dass man einfach gegen ein ungeschütztes Ziel keine höhere Energie benötigt (heute hat ja keiner eine Rüstung an) und nicht möchte, dass das Projektil (nach getaner Arbeit) etwaige Umstehenden gefährdet.
Will man mehr (Elche o. Bären jagen), nimmt man eine Magnum, will man Penetrationsvermögen (Militär) nimmt man im Handwaffensektor die MP7
der Bundeswehr. Die hat 1,7 cm Eindringtiefe (Cal. 4,6 mm, 725 m/s, 2g Geschoss, 525 Joule) oder: Herstellerangaben
•
Durchschlag des CRISAT Schutzes (1,6 mm Titan verbunden mit 20 Schichten Kevlar) auf 200 Meter Entfernung. Dies bedeutet, dass die NATO Anforderungen um ein 4-Faches übertroffen werden.

Will man noch mehr geht die Palette bis ins unendliche (Cal. 0.50 BMG oder eben gleich Panzerbrechend)

Gruß



Rüdiger

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