Naja, ich fahre hauptsächlich auf die Veranstaltungen, zu denen ich gebucht werde, da sind Museen leider weniger bei…
“Angemacht” ist jetzt auch das falsche Wort. Ich habe halt oft das Gefühl, dass Leute ziemlich herablassend und arrogant werden, nur weil sie einfach mehr Erfahrung haben und das Geld, manche Dinge eher umzusetzen. Da kommt man sich schnell sehr dämlich vor, auch wenn es gar nicht angebracht ist. Zum Glück sind nicht alle so, und ich kenne auch mittlerweile genug Leute, die einfach da sind und auch gerne Fragen beantworten, ohne die Nase zu rümpfen wenn man abends noch in einen Schlafsack kriechen muss. (was bei mir zum Glück nicht mehr der Fall ist)
Vereine kommen für mich nicht mehr in Frage, oft sind die Gruppen sehr gespalten, weil man sich über die Zeit nicht einig ist, Revierverhalten und Organisation kommen sich in die Quere und ich muss mal statistisch festhalten, dass ich wenige Leute kenne, die das ganze nicht schon länger machen und noch nicht mindestens drei Vereine durch haben. Für ganz grüne Anfänger ist das mit Sicherheit aber eine Möglichkeit, überhaupt erstmal Fuß zu fassen.
Im Moment führe ich um weiter zu kommen einfach viele Unterhaltungen und wälz mich durch die halbe Stadtbibliothek und sämtliche Bücher die ich zu dem Thema auftreiben kann.
Ich finde es dabei schwierig, einen grossen Zusammenhang herzustellen und da einen ßberblick zu bekommen. Nicht themenbezogen, eher auf das Zusammenspiel der Kulturen bezogen. Eine detaillierte, kulturelle Zeitleiste fände ich sehr interessant, muss ich mir aber wahrscheinlich selbst erstellen…
Es ist für mich ähnlich wie mit anderen Prädikaten auch:
Mitgliedschaft in der Archäotechniker-Liste Federsee ist z.B. eine vervorragende Referenz.
Oder prüfbare Publikationslisten.
Allerdings bin ich mir sicher, daß solche Dinge weit über die Ziele der meißten Aktiven und der meißten Anfänger weit hinausschließen.
Deshalb auch mein Rat sich an eine Gruppe oder einen Verein zu wenden. Allerdings ist dies für die Bereiche in denen ich eigentlich hauptsächlich aktiv bin um einiges leichter als für das Mittelalter.
Tja nur welcher Art? Ein “Prädikat ” Jeder noch so gute Darsteller irrt sich mal. Ich persönlich gebe auch offen zu, schon mal argen “Mist” erzählt zu haben ;)
Insofern könnte man einem Prädikat eh auch nie voll und ganz vertrauen. Und ansonsten könnte ich mir nur als Lietfaden vorstellen “wenn dir jemand auf Nachfragen keine Quellen _zeigen_ kann, dann vergiss ihn”. Auch wenn es hart klingt.
Oder eben selbst erarbeiten.
Ich weiss wirklich nicht, was gefährlicher ist, dass man sich ob Unerfahrenheit zu anfangs irrt, oder Blödsinn nachmacht, den irgendwer verzapft hat.
Jans, vielleicht wäre ein Leitfaden, der hilft einzuschätzen was von Quellen, Ratschläge etc. zu halten ist sinnvoll.
Museumspädagogik, Experimentelle Archäologie etc. steht auf jeder 2. Internet-Seite. Für die Bereiche, die ich einschätzen kann, muß ich sagen, daß eine Menge Mist dabei ist.
“Geld zum Fenster herauswerfen” ist ein fast unumgängliches Leiden. Niemand macht eine Sache und das ganze ist dann für Jahrzehnte so in Ordnung.
Katharina…letztendlich ist es doch jedem selbst überlassen, was er wie macht. Wenn Du Dich in Deinem Zelt wohlfühlst und in Deiner Klamotte Dich gut findest, so ist das einfach Deine Angelegenheit. Je nach Qualität wirst Du in gewissen Kreisen mitmachen können/wollen/dürfen oder nicht, aber es ist DEINE persönliche Sache.
Wenn Dich dann jemand wegen angeblich falscher Nägel “anmacht”, dann drück ihm Deine Visitenkarte in die Hand, und sag ihm, er solle seine Quelle/Beleg/Fundauswertung Dir zukommen lassen und seine Aussage einfach mal untermauern. “Anmachen” ist genau der falsche Weg - Hilfe und Beratung ist gefragt.
Was den Einstieg für Neulinge angeht, so stehe ich Gruppen mit gemischen Gefühlen gegenüber. Aber auch da ist es eine Qualitätsfrage - wems mehr um Gruppenfeeling und Lagerfeueratmosphäre geht, wird das finden, wer ausschliesslich wissenschaftlich orientiert und detailversessen vorgehen will, findet auch dieses, eine reine Frage der Zeit.
Testet doch die Gruppe einfach bei der Vorstellung…wird über die Darstellungskonzeption gesprochen…wird ein zeitlicher Rahmen vorgegeben…steht eine mehr oder weniger grosse gemeinschaftlich nutzbare Bibliothek oder Quellensammlung allen zur Verfügung? Wenn ja, dann ist es schon mal ein guter Anfang.
Naja, bei mir war es so, daß ich Gelegenheit hatte, Musik aus dem 14. Jahrhundert zu machen, und dann war das die Zeit, die ich unbedingt machen wollte.
Zu der Zeit gab es allerdings noch nicht so viele Gruppen aus dem Bereich, und eben auch nicht die Chance auf eine lohnende Veranstaltung mit Zeitfenster, so daß ich mich kurzerhand in Richtung 13. Jahrhundert umorientiert habe. Auch da gibt es schöne Musik… Es liegt an der Musik, daß ich mir mittlerweile auch ein Kleid für spätere Zeiten genäht habe.
@Katharina: angemacht wegen falscher Nägel? Ich denke, da kommt es immer darauf an, auf was für einer Veranstaltung man aufbaut.
Auf einem Markt bzw. einer “Massenveranstaltung” wie Freienfels, Herzberg, Tannenberg freue ich mich meist schon über Leute, wo man an ein, zwei Details sehen kann, daß die sich schlau gemacht und auch danach gehandelt haben, auch wenn andere Details nicht stimmen.
Auf einer Museumsveranstaltung sollte man aber schon eher mit kritischen Fragen rechnen. Dort haben sowohl die Teilnehmer als auch die Besucher einen höheren Anspruch. Wenn einen dann aber jemand auf einen Fehler anspricht, muß das nicht unbedingt bedeuten, daß derjenige Dich niedermachen will. Wer z.B. sagen kann: “Ich habe die Truhe nach der und der Quelle gemacht, aber die Nägel waren auf der Abbildung nicht zu sehen.”, bei dem wird mit Sicherheit das Bemühen um Quellentreue respektiert, und den Hinweis auf bessere/vollständigere Quellen sollte man als Hilfe fürs nächste Mal bzw. für die nächste ßberarbeitung sehen.
Was sagt ihr denn zu Leuten, die einfach die Atmosphäre geniessen wollen, auch gerne authentisch sind, aber nicht unbedingt ihre ganze Freizeit/Geld etc.. dafür opfern wollen? Ich meine, ich finde das löblich, und saufen in Plastikgewandung ist alles andere als Sinn der Sache, trotzdem meine ich, man kann es auch übertreiben. Damit meine ich nicht, dass man sich nicht selbst um Authenzität bemühen sollte, sondern dass man die Sache vielleicht nicht so ernst nehmen sollte, dass man anderen die Freude vermiest…
Entweder man bekommt den Schub von alleine oder wird irgendwie “angefixt”, oder halt nicht. Ich bin “angefixt! und versuche im Moment, in meinem Rahmen authentische Umstände herzustellen. Das dauert, kostet Arbeit etc.
Ich habe ein schwarz weisses Zelt. Das habe ich geschafft halbwegs zu entfärben (nicht a), aber soll ich wirklich das Geld ausgeben um mir ein neues zu kaufen? Wenn ich es habe, ja, ansonsten schaue ich lieber, dass meine Gewandung ordentlich ist und ich was zum drauf schlafen habe. Ich finde es nicht gerade ermutigend, wenn man tagelang an einer halbwegs funktionierenden Kiste gearbeitet hat, die halbwegs authentisch ist und dann angemacht wird, weil die Nägel nicht den Quellen aus dem 11. Jahrhundert entsprechen. Klar ist es toll, all die Dinge selbst zu machen, wenn man kann, und das Gefühl zu erleben etwas ”Echtes“ in der hand zu halten. Ich säume meine Kleider selbst, aber a hin oder her, wenn ich nicht genug Zeit habe, nähe ich den Rest mit der Maschine.
Ausserdem muss man auf Vieles erst mal kommen, und um Vieles macht man sich am Anfang noch keine Gedanken. Aber ich finde, das ergibt sich von selber oder auch nicht, und wem Reenactment wirklich gefällt, der wird sich nach und nach entwickeln (vielleicht nicht in Richtung 100 Prozent, aber vielleicht 80-95 Prozent, was, wenn man alle Details einbezieht, auch schon einiges ist.), wem es nur ums cool sein und verkleiden geht, der wird irgendwann automatisch zum Larp wechseln…
Das Forum hier hat mir schon in vielen Fällen weitergeholfen, aber ich würde mich gerne Jens anschliessen: ”Alleingang mit gutem Blick nach Links und Rechts ist immer noch das Beste."
Hm. Kann man geteilter Meinung sein. Ich kann nicht wirklich dazu raten, sich einer Gruppe anzuschliessen. Gerade als Einsteiger fällt es schwer, deren Anspruch und Qualität zu beurteilen, und bis man es merkt, hat man durch “guten” Rat viele hundert Euros in den Sand gesetzt.
Leider leider leider ist mein persönliches Fazit:
Alleingang mit gutem Blick Links und Rechts ist immer noch das beste.
Es ist zum “Einstieg” keine schlechte Idee sich einem Verein, oder einer Gruppe anzuschließen. Oft ist dort Hilfe zu bekommen - bzw. Tipps wie man an die Sache herangehen könnte könnte.
Es ist immer eine Prima Sache viel zu lesen (vielleicht auch mal wissenschaftliche Hintergründe zu Erstellung von Rekostruktionen oder Interpretationen).
Ich kann sehr gut verstehen, wenn derartige Unterlagen im Gruppen oder Vereinsrahmen verbleiben und nur Interessierten und Mitgliedern zugänglich sind.
Ich möchte das von dir eingebrachte Argument sogar bekräftigen, Johannes, gut aufbereitete Quellen sind so eine Sache. Teilweise sind sie aufbereitet, aber von gut kann nicht die Rede sein. Und am Ende macht jeder bloss das vorhandene nach, und vlt. sogar falsch. So bilden sich auch leicht “Szenelegenden”, weil zu wenig hinterfragt wird, was aber natürlich ein anderes Thema ist.
Auch wenn das für einen Anfänger sicher eine ziemlich erschreckende Aussicht sein mag: ich würde praktisch nix hinnehmen, sondern mir von möglichst allem selbst ein Bild machen. Gerade die beiden von Johannes genannten Zeiten leiden meiner Ansicht nach in letzter Zeit verstärkt unter dem ewigen “Copy and Paste” (entlehnt aus der Computerterminologie, also Kopieren und Einfügen), sowohl in Punkto Illuminationsinterpretation, Fotobandvorlangen (für Eingeweihte: ich sage nur “Söldnerleben”) , als auch Regionalität.
Insofern: Einsteigerfreundlichkeit durch bereits aufbereitete Informationen klar ja, aber nur bei sorgfälltigem Hinterfragen.
Ja, eigentlich hast du Recht, Jens. Natürlich sollte die Anzahl vorhandener Darsteller kein Kriterium sein, sich eine Darstellungszeit zu wählen. Und eigentlich gibt es auch für alle Zeiten hochwertige Darsteller.
Es ist nur so, dass bei viel besetzten Zeiten die Quellen (häufig) schon besser gesichtet sind und es so einem Anfänger, der vielleicht eh noch Probleme mit der Recherche hat etwas leichter fallen könnte. Aber das schriebst du ja auch. Andererseits gibt es da natürlich auch das Problem, dass viele Leute einfach Schmuh betreiben und die in solchen Zeiten natürlich auch häufiger vertreten sind.
Ich möchte meine Aussage also revidieren. Eigentlich bringen “Standardzeiten” tatsächlich nicht viel, höchstens auf den ersten Blick.
Auch wenn ich Johannes grundsätzlich zustimme, bei der “Standardzeit” tu ich es nicht, und zwar definitiv nicht. Natürlich hat es Vorteil, eine Zeit darzustellen, die schon andere machen, sonst wird man nie Single-Period Veranstaltungen (solche, deren Zeitfenster ziemlich eng ist) machen könnnen; und natürlich muss man sonst sehr von vorne beginnen.
Aber erstens kann letzteres genau das interessante sein, zweitens halte ich es durchaus für negativ, wenn immer nur “Standardzeiten” gemacht werden, und drittens kommt es auf die Organisation und auf die Grundqualität der vorhandenen Darsteller an, und nicht, wie viele vorhanden sind.
Alleine die Tatsache, dass, und ich weiss Johannes meinte es sicher nicht böse, nur 1470 und 1250 genannt wurden, finde ich nicht so schön in einem Post als Antwort auf die Anfrage einer Einsteigerin.
Es gibt nun wirklich jede Menge Zeiten, mit jeder Menge Informationen, und teils gute Mailinglisten, Foren speziell dafür, hervorragende Bücher etc.
Als Tipp würde ich empfehlen, einfach mal eine der inzwischen häufiger stattfindenden Zeitstrassenveranstaltungen zu besuchen, wie z.B. in Goslar im Herbst (www.salierjahr.de), also eine Veranstaltung, wo Darsteller vieler Zeiten in hoher Qualität vertreten sind…und mit ihnen zu reden. Und das ganze sich mal anzusehen.
Ich persönlich sehe tatsächlich die Grundtendenz, Leute immer in hierzulande beliebte “Standardzeiten” zu schieben wirklich kritisch- dabei werden viele sehr interessante, wichtige, international durchaus gut vertretene, und sehr gut dokumentierte Zeiten einfach unter den Tisch gekehrt, weil es am Ende so einfach ist, den Nachbarn zu kopieren.
Sorry Tanja, aber da musst du schon selber die Zeit finden, die dir gefällt, diese Entscheidung wird dir wohl keiner Abnehmen.
Das ist so ein bisschen wie “Ich will Sport machen, weiß aber nicht welche Sportart, sagt mir doch was ich machen soll.”
Wie du schon selber festgestellt hast hat jede Zeit ihr für und wider, und genau deshalb gibt’s auch Darsteller aller Zeiten. Weil für den einen dieses für überwiegt für den anderen jenes.
Als Ratschlag kann man vielleicht sagen, dass es Anfangs sinnig ist, sich eine “Standardzeit” rauszusuchen, also zum Beispiel 1470er beim Spätmittelalter oder mitte 13. Jhd. beim Hochmittelalter und nicht gerade eine Zeit zu wählen, die wenig besetzt ist, bekommt man dort doch weniger Hilfe (und auch weniger Veranstaltungen). Andererseits kann das gerade reizvoll sein, mal was anderes zu machen als alle anderen.
dafür gibts keine festen Regeln. Entweder du nimmst dir eine Zeit die dich geschichtlich interessiert und suchst dir dort eine Darstellung aus, oder du suchst dir eine Zeit in der dir die Klamotte gefällt aus. Manche gehen auch zu einer Gruppe die in der Nähe ist und machen dann einfach bei denen deren Zeit mit. Oder du machst es irgendwie ganz anders… ;-)
Meine Empfehlung für die Personendarstellung wäre trotzdem erstmal ganz unten anzufangen und dich “hochzuarbeiten”. Du brauchst weniger für eine einfache Darstellung und kannst schneller mitspielen. Die Fehler sind da auch noch preiswerter.
Und Tanja ist doch kein schlechter Name ;)
Grüße
Martin
der keine Ahnung hat ob das jetzt irgendwie geholfen haben könnte…
ich als Neuling möchte nun mal einen Kommentar in Bezug auf die Eigenrecherche abgeben . Ich habe mich bis jetzt weder auf eine Zeit noch auf eine Personendarstellung festlegen können , habe aber schon im Netz gewühlt , Bücher gelesen und auch die Taverne hier durchkämmt ( soviel zum Thema man will ja alles schnell erklärt bekommen ! )
Das einzige was für mich bis jetzt dabei herausgekommen ist , ist die Tatsache das ich nun völlig durcheinander bin , wozu auch eure Einträge in den ganzen Foren beigetragen haben… Ich habe nirgendwo eine Hilfe darüber gefunden wie man sich am besten auf eine Zeit festlegen kann oder wie man als Neuling insgesamt besser durchfindet ! Alle reden immer von Authentik , das ist auch mein Ziel , aber wie stelle ich das ganze an ? Wie habt ihr eure darstellende Zeit gefunden ? Wie und wo findet man Anschluß um an praktische Infos zu gelangen ?
Klar sind Bücher und auch die Themen hier eine wahnsinns Hilfe wenn man sich erstmal festgelegt hat , was aber sollte ich tun wenn das eben noch nicht der Fall ist ?
Ich habe Recherche betrieben über Personen aus meiner Region , mit dem Erfolg das ich zu hören kriegte eine solche Darstellung ist unrealistisch da man es nie so authentisch darstellen könnte . Dann wollte ich gern niederen Adel darstellen , wie die Kommentare darauf ausfielen brauche ich ja glaube ich nicht zu erwähnen… lach
Meine Bitte an euch : Wie bitte finde ich als Neuling den Einstieg ins Mittelalter wenn man sich noch nicht so recht auf eine Zeit festlegen kann da man findet das jede Zeit ihr für und wieder hat ! Wie habt ihr angefangen ? Seht mir meine Blöden Fragen bitte nach , aber es ist wirklich nicht so leicht sich da durchzuwühlen…Wie gesagt , ich habe schon einiges gelesen , bin dadurch auch schon etwas schlauer geworden was das Leben im MA angeht aber es hat mir auf meiner suche nach einer Zeit oder Person leider wenig geholfen…
… für jedes Buch, Kitguide etc., daß es den Anfängern und Unmotivierten, den Faschingscampern und Marktsäufern oder wem auch immer so einfach wie möglich macht, ohne große Anstrengung (wie Recherche oder nur mal mehr als ein Buch lesen) sich in eine Darstellung optisch so einzugliedern, daß es keine grobe Geschichtsfälschung ist, die einem die Tränen in die Augen treibt.
Ich meine das ernst!
Wie schön wär´s denn, wenn man auf einen x-beliebigen MA-Markt gehen könnte und würde keine “Hemd-über-Lederhose-Springerstiefel-Schwert-und-Trinkhorn-im-Gürtel-Ritter” mehr sehen?! Wenn einen der örtliche Sonstwas-Club nicht im Highlander Kostüm ala Brävehart meets Omas Tischdecke erscheudern lässt, sondern in Bruche,Beinlingen,Cotte und Coef rumhockt- ähnlichen wie Statisten beim Theater (mit ein bißchen Abstand stimmt die Optik…)?!
Ok-es ist eine Idealvorstellung, die wohl nie aus ihrem Ideenhimmel klettert, aber ich bin fest davon überzeugt, daß Bücher wie die von Wolf dazu beitragen, uns diesem Ideal zu nähern.
Also: bitte mach weiter so!
Diejenigen, die Du “infizierst” werden sich entwickeln.
Diejenigen mit der Eigeninitiative-ist-anstrengend-Mentalität erreicht man eh nicht weiter, aber zumindest haben sie dann eine Möglichkeit, sich ohne großen Aufwand optisch in eine Epoche einzugliedern, anstatt zu nehmen, was als “mittelalterLICH” gilt.
irgendwie wurde diese Diskussion immer wieder geführt. Auch dieser Threat läuft langsam aber sicher ins Off Topic ab. Macht aber nix, kennen wir ja aus allen Foren.
Aber mal im Ernst. Ich sehe hier schon wieder Tendenzen sich über Kleinigkeiten zu unterhalten. Was trug der regionale Landesherr XY in Brandenburg, wann kam Graf Ulrich durch Metzingen und was trug dieser 1467 im Badehaus. Oder ging dieser überhaupt ins Badehaus. Das ist nicht zielführend.
Es kam die Frage auf nach einer Anfängerhilfe. Das heißt für mich, grob was muss ich zu welcher Zeit tragen, was sind allgemeingültige Aussagen, die nicht auf die regionalen Gegebenheiten eingehen. Welche Stoffe sind zu verwenden, welche groben Schnittmuster.
Warum eine Anfängerhilfe, weil sich niemand monatelang mit Recherche beschäftigt, wenn er Mittelalter machen will. Niemand überlegt sich eine Zeit, was könnte mir gefallen? Die Leute wollen nur schnell “gewandet” auf einen Markt oder eine Veranstaltung. Wenn dann das Interesse wirklich kommt, dann ergibt sich auch die Recherche. Es aber von vorneherein einzufordern ist nicht realitätsnah.
Aber auch zu den Anfängern. Ich habe selbst einigen Leuten geholfen, weil auch mir das Licht gezeigt wurde. Fakt ist aber, es kommt immer “Erklär mir das Mittelalter….” das nervt definitiv. Zuerst kommt die Frage nach einer Region, dann nach Stoffen, Schnittmustern, Bezugsquellen und die beste Frage war ob ich meine Klamotten verkaufen würde. Oder machst Du mir dies, oder dass….. Für gewöhnlich soll es auch nichts kosten, weil es ist ja ein Hobby.
Das sind Punkte, die sollten auch Anfänger bedenken. Jeder der das mehrmals gehört hat, dem vergeht die Lust zu helfen.
Oft wird eine große Erwartungshaltung herausgestellt und wenn diese nicht befriedigt wird, sieht man sich noch Angriffen ausgesetzt. Für jemanden der eine Anfängerhilfe sucht, gilt immer wieder, es handelt sich dann um die einfachste Grundausstattung, das war’s.
Was auch Fachbücher betrifft. Leute macht Euch mal Gedanken wie lange Ihr gebraucht habt um damit zurechtzukommen. Das schüttelt man nicht aus dem ßrmel. Interessant sind Listen mit Büchern, Quellen, Schnittmustern, die einen schnell die Möglichkeit geben etwas einfaches aufzubauen. Wer mit diesem Hobby Anfangen will, der braucht eben den ersten Schubs, weitergehen muss jeder selbst.
Sicher hat jeder schon Reportagen über Modellflieger gesehen die detailgetreue Modelle haben. Glaubt einer, bei deren ersten Modell wurde jede Niete nachgebaut? Oder dass die Klamotten die ich zuhause habe innerhalb des ersten Jahres zustande gekommen sind.
Was die Kostümcamper angeht. Leute, wir sollten aber auch nicht vergessen, viele große Veranstaltungen leben davon. Hinterweidenthal und alle anderen Veranstaltungen leben eben davon, dass die einen recherchieren und andere kopieren. Was soll’s, so ist man immer wieder gezwungen neues herauszufinden, wenn es zu viele Klone gibt.
Ist denn dagegen was einzuwenden? Die meisten von uns haben angefangen zu kopieren. Zum Teil wurden wir auch von den Gruppen in denen wir sind aufgebaut. Die Möglichkeit hat nicht jeder.
Irgendwie habe ich immer den Eindruck, das Lamm vergisst schnell wie es als Lämmchen war.
hier wird die unschöne Tendenz der Szene (und anderer “Szenen”) deutlich, den wenigen Leuten, die wirklich versuchen, was zu reissen in den Rücken zu fallen.
Mit Erschrecken hab ich Wolfs Postings gelesen, und habe festgestellt, daß er nur einer in einer langen Reihe von Leuten ist, die aufgrund ihrer Mühe noch Knüppel ins Kreuz bekommen.
Wolf- bitte, BITTE mach weiter! Mögen Deine Bücher - ebenso wie die vergleichbaren Werke anderer nicht 1000%ig perfekt sein (wer ist das schon!) und jedermanns persönliche Befindlichkeiten abdecken - sie sind der Weg ins Hobby.
Das Genörgel und Gepienze gewisser Leute ist leider normal, und nur Ausdruck einer billigen Konsumentenhaltung, einer unverschämten Erwartungshaltung von Leuten, die möglichst alles vorgekaut bekommen wollen.
Für den Einsteiger sind Deine Bücher sehr wertvoll, und öffnen Tür und Tor für mehr.
Das Internet kann das Fachbuch nicht ersetzen, sondern nur ergänzen, als Wissensbörse und Austauschplatz für Aktuelles und Neues vor allem, aber letztendlich bleibt es (hoffentlich) nie der Hauptträger von Wissen. Als altmodischer Mensch schleppe ich lieber Bücher…
Da sind Karens Regeln grade recht, die sollte sich jeder ausdrucken und in einem goldenen Rahmen überm Rechner an die Wand nageln :-)
Und Anfänger? Vielleicht würde es so manchem hier guttun, sich mal wieder an die eigenen Anfänge zu erinnern, anstatt Neulingen auf einfache, ratsuchende Fragen mit dicken Backen zu umfassender Recherche zu raten, den arroganten Oberwissenden raushängen zu lassen und stattdessen auf eine simple Frage schlicht eine Antwort zu geben.
nachdem nun einige leute ihre Meinung zum Thema kundgetan haben (danke dafür) möchte ich nach einiger ßberlegung noch 3 Dinge anmerken.
1. David hatte wohl recht als er, wenn ich das richtig verstanden habe , durchscheinen liess dass ich für ein gutes Kitguide noch zuwenig ßbersicht und Detailwissen habe, und ausserdem den ganzen Text zuwenig durchgearbeitet und überprüft habe.Ich nehme diese Erkenntis als Ansporn für genaueres Arbeiten in der Zukunft, wie gesagt , konstruktive Kritik nehme ich immer gerne an.
2. Wahrscheinlich ist es in der Tat sinvoller einfach nach Karens “geboten” selber zu recherchieren, weil man genau solche Fehler wie ich sie an meinem Eigenen text aufgezeigt bekommen habe vermeiden kann.
3. Die schuhe nach denen Beate fragte sind in der Tat der nächste Fehler , ist nämlich kein Birka, sondern ein Hedebyfund, den ich durcheinandergeschmissen habe weil ich wie gesagt nicht gründlich genug korrigiert habe.
Das ganze mag meinem Ruf nun etwas abträglich gewesen sein , aber , wie gesagt , ich nehme es als Ansporn für die Zukunft.