Ist diese Diskussion hier nicht irgendwie komplett selbstreferentiell und damit überflüssig?
Wer einen Anfänger-Kitguide über alle Epochen erstellen will, der oder die soll das halt machen. Angesichts der Vielzahl der Informationen betrachte ich dies zwar als eher unwahrscheinlich, aber wenn als Endprodukt die eierlegende Wollmilchsau der epochenübergreifenden Mittelalterdarstellung herauskommt - schön, Kompliment. Wenn nicht - nunja, dann wird eben Kritik geübt, wo Fehler entdeckt werden. In beiden Fällen würde ich für die Fragen, die mich in meiner Darstellung bewegen, einen solchen ßberblick eben genau als das nutzen, nämlich einen ßberblick.
Mit Verlaub, aber wer nach Lektüre eines Einsteiger-Handzettels oder eines Buches - etwa Wolfs im übrigen äußerst gelungenen Kleidungsbüchern - aufhört, weiter zu recherchieren, möchte sich meiner Meinung nach eben auch nur zum Kostümcampen verkleiden.
Probiert es halt aus, kritisiert würde es ohnehin.
Wisst ihr was ich nicht verstehe? Karen hat doch im Grunde nichts, aber auch gar nichts, anderes als Wolf und die Anderen geschrieben…
Gut, sie hat es umfangreicher und netter “verpackt”, aber der Kern der Aussage bleibt gleich (danke Karen, für deine Mühe und die oft bewundernswerte, unendliche Geduld :o) ).
Aber auf einmal wird hier so getan als wär es genau das, was erwartet wurde.
Es bleibt dabei, selber recherchieren macht schlau. Und wer weiß, wovon die Rede ist, ist unendlich dankbar für Literaturhinweise…
erstmal danke Arno, dass du in meiner Richtung denkst!
@Wolf: Das von Karen ist doch nur ein Angebot, wenn jemand gerne Bücher liest, will ich ihn nicht davon abhalten. Und diejenigen, die nur an einem Buch rummäckern können, wissen meist nicht wie viel Arbeit da drin steckt. Außerdem ist der wahrscheinlich größere Teil, siehe Bettina, dankbar für deine Arbeit!
@Karen: Genau an so was in der Art habe ich gedacht. Ich, für meinen Teil, find’s echt gut.
Ich denke, für jedes Jahrhundert, evtl. noch mit Feingliederung in einzelne Jahrzehnte (wie sie etwa fürs 14. Jahrhundert sinnvoll wäre), und für verschiedene Regionen einen Kit-Guide zu machen und hier reinzustellen, wäre bei Weitem zu umfangreich.
Allgemeiner gehalten könnten aber ein paar Gebote zum Recherchieren und Nachbauen vielleicht nützlich sein.
1. Gebot: Du sollst Informationen nach Glaubwürdigkeit filtern.
Informanten, die zum Beleg einen Buchtitel nennen können, sind glaubwürdiger als solche, die sagen “Ich hab das mal wo gesehen”, oder “Das war halt so.” Wenn ein Händler/Handwerker/Mittelalter-Darsteller auf seiner Seite zwar genaue Datierungen bzw. Ortsangaben (z.B. “Konstanzer Fund”, “Schleswig-Fund”…) bringt, aber keinen Buchtitel nennt, dann hilft eine Mail sicher weiter: Wenn die betreffende Person Quellen dazu hat, wird sie die sicher mitteilen. Wenn nur vage Auskünfte kommen: Finger weg von Kauf oder Nachbau!
2. Gebot: Du sollst Literaturangaben überprüfen.
Auch die kleinste Dorfbibliothek kann viele Bücher über Fernleihe bekommen. Und wenn man etwas nicht direkt ausleihen kann (z.B. Zeitschriften), ist oft auch eine Kopierbestellung möglich. Oder vielleicht hat es die Unibibliothek in der nächsten Großstadt.
Literaturangaben zu überprüfen ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll: a) Vielleicht hat der Becher nur eine leichte ßhnlichkeit mit dem mittelalterlichen Vorbild, stimmt aber in Form oder Material nicht überein. Oder Du findest in dem Buch noch haufenweise andere interessante Dinge, die Du noch viel besser gebrauchen kannst. Oder das Buch ist selbst nicht wirklich zuverlässig. Es gibt genug populärwissenschaftliche Bücher, deren Autor veraltetes Halbwissen zusammenstoppelt. Glaubwürdige Bücher bieten immer den Zugang zu Originalquellen - seien es mittelalterliche Malereien, archäologische Funde oder schriftliche Belege.
3. Gebot: Du sollst nicht wider besseres Wissen handeln.
Daß man im Mittelalter Woll- und Leinenstoffe kannte, für teurere Sachen auch Seide, das findet man ziemlich schnell heraus. Eine Vorlage für ein Kleid, einen Becher, eine Gürtelschnalle oder ßhnliches ist auch irgendwann gefunden.
Aber dann sollte man nicht von dieser Vorlage abweichen. Man sollte ein Wollkleid nicht in Baumwolle nähen, nicht wider besseres Wissen mit der Maschine nähen, oder das Kleid mit Borten verzieren, wenn es die im Original nicht hatte, nicht den unglasierten Becher glasieren. Und so weiter.
4. Gebot: Du sollst langsam anfangen.
ßberstürze nichts. Du brauchst nicht von jetzt auf heute die super-duper-komplett-Ausstattung mit Kleidung, Waffen, Zelt, Küchenausrüstung usw.
Für den Anfang reicht eine einfache-Zivil-Klamotte mit Gürtel und Schuhen, und Du kannst schonmal gewandet auf Veranstaltungen gehen. Im nächsten Jahr sind dann Stroh-Matratze, Wolldecken, Becher, Schüssel, Messer, Löffel dran, und Du kannst als Gast bei befreundeten Gruppen übernachten. Was dann als Nächstes kommt - Zelt, Kochzubehör, Militärisches, Handwerksausrüstung - wirst du dann selber wissen.
Der Vorteil: Du kannst Dir für jedes Kleidungs- und Ausrüstungsstück genug Zeit zum Recherchieren nehmen.
Manchmal frage ich mich schon etwas, wie einige das gewählte Hobby definieren. Ich weiss nicht an wievielen Veranstaltungen Ihr jährlich teilnehmt, den grössten Teil meiner Zeit den ich für dieses Hobby einsetze, verbringe ich nicht an Mittelalter-Events sondern mit Büchern, Recherche und natürlich mit Basteln und Nähen. Ohne den sozialen Kontakt zu Gleichgesinnten dabei ausser Acht zu lassen, macht für mich die persönliche Arbeit mit Literatur und Internet den wesentlichen Schwerpunkt und auch den Spass an dieser Freizeitbeschäftigung aus. Wenn wirkliches Interesse und eine gehörige Portion Enthusiasmus für den gewählten Zeitraum vorhanden ist - und dies ist für mich eine Voraussetzung um dieses Hobby gewissenhaft ausüben zu können - schreckt Quellensuchen und Fragenstellen nicht ab sondern ist Motivationsgrundlage.
Schade, dass du dich von ein paar I…. so entmutigen lässt und uns anderen deine tollen Bücher vorenthälts, die liebend gerne angenommen und sehr geliebt werden…
Ich würde mich über weitere Bände sehr freuen, die bei mir auch gerne durchgesehen werden..
ßberlege es dir doch nochmal, ich kenne viele,die dir sehr dankbar für deine tollen Infos sind, mich eingeschlossen…..
Keine Bange, ich möchte und werde Dich nicht falsch verstehen. was Du und viele Andere machen, ist löblich und gut.
Mir ging es nur darum, dass hier mal wieder eine, in meinen Augen überflüssige, Herunterspielung einer an sich guten Idee stattfindet, anstatt dass man die leute einfach mal machen lässt oder auch mal sagt: Finde ich gut, viel Erfolg!
Klar kann man sich darüber streiten, wie sinnvoll oder hilfreich das im Einzelfall ist. Nur finde ich, dass damit im Großen Ganzen nun wirklich niemandem geholfen ist. Die Energie würde ich lieber in ein weiteres Buch stecken. Die Drei Leute, die es dann tatsächlich lesen, wären mir die Sache vorläufig schon wert. Und dem Verlag nach Deiner Aussage wohl auch…
Soooo schlimm kanns also fast nicht sein.
So, und jetzt würde es mich wirklich freuen, wenn wir wieder zum eigentlichen Thema wechseln und dabei bleiben könnten.
und damit du mich nicht falsch verstehen kannst, es sei denn du möchtest das unbedingt…..;-)
Ich gehöre bestimmt nicht zu Denen die sagen lass doch die Anfänger einfach mal doof sterben.
Nicht umsonst habe ich Damals Gewandungen.de aufgebaut (Was eigendlich dringend überarbeitet werden müsste aber genau aus unten genannten Gründen ist das bisher nicht erfolgt) um die Suche etwas zu erleichtern.
Nicht umsonst habe ich mich hingesetzt und 2 Bücher für Anfänger geschrieben ( Nein ich bin nicht Reich geworden dabei und auch nicht berühmt, sondern eher berüchtigt). Was war das Resultat?
Nicht ein Aufschrei….“oh toll da habe ich was an der Hand was als Grundlage für mein Hobby dienen kann”. Nein das resultat war ….“ da steht ja garnicht drinn für welche Kleidergrösse das ist”….“Bei der Cotte stehen ja keine Längenangaben (schonmal drüber nachgedacht, das Menschen unterschiedlich groß sind?)”….usw….usf.
Mein Fazit daraus……die eigendlich schon in Arbeit befindlichen, weiteren, Bände werden nicht erscheinen (sehr zum Leidwesen des Verlages)da ich definitiv mein Ziel verfehlt habe und nur zur “ Ich will ALLES ohne was dafür zu tun Kultur” beigetragen habe.
“Aber wie soll man denn heutezutage den Zugang überhaupt bekommen, wenn immer gleich erwartet wird, das man alles ”perfekt“ macht???”
Liest du irgendwo hier, das sowas wie Perfektion erwartet wird?
Ich lese hier nur, das erwartet wird, einfach nur die , durchaus reichhaltig VORHANDENEN, Angebote zu nutzen für seinen Einstieg ins Hobby und nicht nach immer mehr “Serviceleistungen” zu rufen.
Und meine ganz persönliche, ernsthaft gemeinte Ansicht zu der Nummer mit dem Familienvater mit Frau,Kind,Beruf usw mit wenig Zeit……..anderes Hobby suchen (wobei ich ehrlich glaube das es kaum ein Hobby gibt in das man keine Zeit stecken muss).
Allerdings kenne ich eine Menge Familienväter (Die politisch korrekte Erwähnung der Mütter erspare ich mir aus Zeitgründen *gg*) mit genau dem Stressfaktor, den du angesprochen hast, die es trotzdem auf die Reihe bekommen ihr Hobby zu betreiben.
Ach ja, und Foren sind dazu da Diskussionen und Debatten zu führen.
Leute, ich kann euch zum Teil echt nicht so recht verstehen. Es gibt Doch Leute, die Frau und Kinder haben und berufstätig sind und auch noch vom Mittelaltervirus infiziert worden sind, sprich einfach gerne “dabei sein” möchten. Fernleihe, Bibliotheken durchstöbern, Material besorgen, Nähen etc. sind alles enorm Zeitaufwändige Dinge…
Ich selbst befasse mich ja beruflich nur mit einem Teilbereich der Ausrüstung, nämlich den Waffen. Allein dies wäre schon für nur einen halbwegs eingeschränkten Zeitraum von sagen wir mal 100 Jahren eine Lebensaufgabe! Hätte ich nicht Freunde und Bekannte, die sich auch in anderen Bereichen gut auskennen und mich da mit Informationen versorgen, wäre ich vermutlich nie über meinen “Marktwolpertinger” Status hinaus gekommen. Nun ist das schon ein paar Jahre her, fand also zu einer zeit statt, wo es noch niemanden wirklich gestört hat, wenn man mal noch mit modernen Lederschuhen o.ä. rumgelaufen ist. Man wurde trotzdem freundlich in die “Szene” aufgenommen und hatte so ruckzuck Ansprechpartner für spezielle Fragen zusammen.
Nun, die Zeiten ändern sich. Aber wie soll man denn heutezutage den Zugang überhaupt bekommen, wenn immer gleich erwartet wird, das man alles “perfekt” macht??? Schaut Euch da doch auch mal Eure eigene “Marktvergangenheit” an!
Wenn ich mir das Eingangsposting durchlese, sehe ich nirgendwo auch nur ansatzweise den Aufruf zum Abschalten der Eigeninitiative. Ich sehe da ein ernstgemeintes und im Ansatzt sehr löblichen Hilfsangebot. Für leute, die gerade erst dazugestossen sind oder sonstwie Probleme mit der Recherche haben, warum auch immer.
Oder andersrum: Niemend verlangt doch, dass einem die Bücher auch noch vorgelesen werden. Aber man darf sich doch über solche Hilfestellung freuen!
Das Internet allein kann doch sowieso keine persönlichen Kontakte oder Bibliothekengänge ersetzen.
Ich finde es mehr als bedauerlich und unverständlich, dass daraus wieder mal sofort eine Debatte werden Muß. Daher meine eindringliche Bitte:
Was spricht denn dagegen, es den neuen Einsteigern etwas leichter zu machen als es “früher” war?
Hallo Ivonne,
es gibt mittlerweile einige wirklich gute Internetforen, wo man sich anmelden kann (kostenlos), sich mit Leuten kurzschließen kann und Infos erfragen (kostenlos), Literatur- und andere Tipps bekommt (kostenlos), Veranstaltungstipps und Einkaufstipps erhält (kostenlos)…was denn noch?
Soll man demjenigen noch die Bücher vorlegen, die richtige Seite aufschlagen und ihnen daraus vorlesen? Muss man wirklich in der heutigen - dank RTL2, Pro7, Bild und anderen Verblödungsmechanismen - Zeit, die sowieso schon nur aus Oberflächlichkeit und “null Eigeninitiative rules!” besteht, muss man da den Leuten dann auch in diesem wirklich schönen, aber zeitraubenden Hobby noch ALLES vorkauen?
Warum denn? Mal was selber organisieren, recherchieren, einfach mal tun, meine Güte, andere schaffens doch auch..
Naja, in manchen Threads kam es schon vor das etwas gelangweilt mitgeteilt wurde, dass die Frage schon mal bearbeitet wurde.
Das mit den Print-Medien stimmt schon, nur sind die nicht allzu billig (die örtliche Bücherei hat auch nicht alles) und außerdem ist es wesentlich einfacher vorhandene Infos aus dem Netz zu ziehen, als nach Büchern und den enthaltenen Infos zu suchen.
Was spricht denn dagegen, es den neuen Einsteigern etwas leichter zu machen als es “früher” war?
Mir ist es ehrlich gesagt lieber, wenn ich möglichst schnell an richtige Infos komme. Zumindest an das Wesentliche, nach dem Rest kann man doch gerne (und bestimmt auch mit viel Spaß) irgendwo und irgendwie selbst herausfinden.
“und ich finde es gar nicht so leicht sich in dem ganzen WWW-Wirrwar zu recht zu finden, bzw. Richtiges von Falschem zu unterscheiden.”
Wohl wahr…aber es gibt auch noch Medien, die sich abseits vom WWW gehalten haben, die Dinger heissen Bücher und gehören zu den Printmedien.
……Aber ein “komplettes” Infopaket(gut, vollkommen komplett kann so etwas nie sein; wegen falschen oder fehlenden Infos, ich weiß) ist doch nicht schlecht, vor allem hinsichtlich der Vermeidung von sich wiederholenden Fragen……..
Auch wahr…aber warum sollte man das machen……um Fragen zu vermeiden und seien sie auch wiederholt? Um es dem Einsteiger sehr leicht zu machen? Um sich selbst zu profilieren?……
keine Ahnung !!!!
Ein Vorzug dieses Hobbys ist es, sich mit der Materie beschäftigen zu MßSSEN.
Warum sollte man diesen Spass den Interessierten rauben?
also die Idee finde ich ehrlich gesagt gar nicht schlecht. Bin nämlich auch eine Einsteigerin, und ich finde es gar nicht so leicht sich in dem ganzen WWW-Wirrwar zu recht zu finden, bzw. Richtiges von Falschem zu unterscheiden.(Und ja: ich habe den Einsteiger-Zettel gelesen!)
Man müsste das ganze dann halt einfach entsprechend gliedern. Aber ein “komplettes” Infopaket(gut, vollkommen komplett kann so etwas nie sein; wegen falschen oder fehlenden Infos, ich weiß) ist doch nicht schlecht, vor allem hinsichtlich der Vermeidung von sich wiederholenden Fragen. Könnte man nicht einfach aus den ganzen Threads zitieren? Dann müsste nicht alles komplett neu geschrieben werden.
Aber ich kenne mich mit dem Aufbau und dem Erstellen von Web-Seiten nicht aus, also war das ganze nur ein Vorschlag meinerseits.