Eintrag #4 vom 29. Jun. 2006 09:17 UhrOliver Bruns 
nach oben / Zur ÜbersichtMinisteriale um 1100
Die Ministerialen wurden um 1100 als Verwalter des königlichen, adeligen und kirchlichen Grundbesitzes (oder in andere Verwaltungsämter) eingesetzt. Das zu verwaltende Gut erhielten die unfreien Dienstleute als Lehen, im Kriegsfall mussten sie ihrem Lehnsherrn als Berittene zur Verfügung stehen.
Quelle: Das Reich der Salier, Katalog zur Ausstellung des Landes Rheinland-Pfalz, Thorbecke Verlag, 1992, Seite 488.
Als Fazit daraus würde ich hier im militärischen Bereich davon ausgehen, dass ein berittener Ministerialer das volle Programm der zur Verfügung stehenden Rüstung besessen hat. Leider ist mir aus dem dt. Raum aus dem späten 11./ frühen 12. Jh. keine Abb. eines gerüsteten Berittenen bekannt. Er KÖNNTE aber so ausgesehen haben, wie der Goliath aus der Bibel von St. Etienne (F), die auf ca. 1109-1111 datiert ist.
Im klamottentechnischen Bereich gibt es Abb. bspw. im Perikopenbuch Heinrichs III oder einem Reichenauer Evangelistar aus der 2. Hälfte des 11. Jh. Beides noch recht früh für deine Darstellung, allerdings hat sich diese Form der Kleidung (natürlich abgesehen von einigen Details) noch min. bis ins späte 12. Jh. gehalten (siehe z.B.: Liber ad Honorem Augusti de Petrus von Ebulo, ca. 1196). Inwieweit neben den im deutschen Raum produzierten Stoffen wie Wolle und Leinen auch noch importierte Stoffe wie bspw. Seide vom ministeralen Stand verwendet wurde bzw. verwendet werden konnte, kann ich leider nicht mit Bestimmtheit sagen, da mir da einfach das Quellmaterial fehlt ;o(
Ich kann dir btw. nur den o.g. Austellungskatalog ans Herz legen. Massig Funde, u.A. Fibeln, Beinlinge, Sporen, Waffen, Helme und Alltagsgegenstände jeglicher Art sind darin abgebildet und m.M.n. auch gut beschrieben.
Viele Grüße, Olli


