also für mich erscheint die von Dir angegebene Darstellung aus der Eneit-Handschrift eher eine "Kinderzeichnung", zu naiv und generalisiert und nicht besonders geeignet um daraus 1:1 eine detaillierte Rüstung nachzubauen. Wenn Du Dich so sklavisch nach dieser einen Abbildung richten möchtest, müsste Dein Schild nur wenig länger als breit und Dein Schwert viel breiter sein und unsymmetrisch auf der Parierstange sitzen, Dein Schwertunterarm müsste an Muskelschwund leiden und Du müsstes mit Deinen unförmigen Füßen große Schwierigkeiten haben beim laufen - was ich damit sagen will ist: diese Zeichnung ist nicht auf der von Dir gewünschten Art und Weise als Vorlage für eine Darstellung geeignet. Übrigens ist der "Helm", den Du auf den Fotos trägst im Vergleich zu Zeichnung zu hoch (auf dieser ist die Breite etwa nur das 2,5 - 3 fache der Höhe). Der dargestellte Schild ähnelt eher einem Reiterschild aus der Manesse-Handschrift.
Gruß, Ingo
vielen Dank die Bilder sind echt Klasse! Endlich sehe ich mal das Original.
Die Geschichte mit den Eisenhüten ist ebenfalls interessant! Mein bisheriger Helm wurde dem Bild des betenden Ritters nachempfungen. Der ist ja so eine Art Hirnhaube. Ich vermute mal, dass eigentlich noch ein größerer Helm darüber gehörte. Da man den nirgends kaufen kann, hat mir ein Freund ihn gedengelt. templer-komturey-braunschweig.de/mediac/[ ]/000_01[ ]
Auf dem Bild sieht man auch meine Kettenhaube(7,5 kg; 8000 Ringe). (bitte nicht auf das schwert achten gehört nicht in meine Zeit)
Eisenhüte mit kurzer Krempe gabs also 1200 schon. Jedoch hab ich immer ein Problem mir diese vorzustellen. Auf den Abbildungen sehen die Dinger immer so "aufgebläht" aus. Schaut man sich auf Märkten um sind die Hüte allerdings immer recht flach. Kennt jemand einen Fund eines Eisenhutes aus der Zeit?
In der selben Handschrift sind auch Personen mit der gleichen Art von Gesichtsschutz die einen frühen Eisenhut tragen.
Ob es sich allerdings um eine seperate Kettenhaube handelt will ich hier mal nicht beurteilen. Mir sind separate Hauben erst ab Mitte des 13Jht. bekannt.
Ebenso kenne ich Ailetten (kleine Schildchen auf den Schultern) erst ab dem späten 13ten.
vielen Dank! Das wäre echt super!
Mir ging es nicht darum einen Einblick in die Darstellung von 1200 zu bekommen, sondern um konkret die Fragen die ich gestellt hab. Ich habe meine Ausrüstung soweit schon zusammen. Nur interessieren mich jetzt halt diese teilaspekte auf die ich gesossen bin. Also kann ich davon ausgehen, dass im Boheim das Bild falsch datiert wird?
Ich hab das hier ins Forum gesetzt, weil ich dachte, dass vielleicht schon andere vor mir auf die Knieschützer gestossen sind, da ihr das ja hier im Forum als lesenswertes Buch anpreist. Was es auch definitiv ist!
Aber trotzdem vielen Dank nochmal!! Ich werd jetzt mal weiterstöbern ob ich nochw as interessantes für 1200 finde hier im Forum :)
Ich werde das Bild morgen mal abfotografieren und es Dir mailen.
Soweit ich weiß wird der Eneasroman von Heinrich von Veldeke aber auf 1220 - 1230 datiert.
das Buch (übrigens von Wendelin Boeheim, nicht Wendelin und Boheim geschrieben) stammt von 1890!
Verständlich, daß darin keine aktuellen Informationen und vor allem keine allzu genauen Datierungen zu erwarten sind.
Mein Tip: Schau' Dir die Einträge hier im Forum durch, zu Rittern um 1200 gibt's jede Menge Einträge.
Danach würde ich zeitgenössische Quellen (Funde, Bilder, Texte) auswerten, um ein genauer spezifiziertes Bild der Ausrüstung zu erhalten.
ich strebe die Darstellung eines dienenden Bruders um 1200 aus Deutschland an. Zu diesem Zwecke habe ich hier nach geeigneten Büchern und Quellen gesucht. Ich besorgte mir das Buch "Wendelin und Boheim; Handbuch der Waffenkunde". Ich bin nach wie vor begeistert von dem Buch, jedoch hege cih an so manchen Dingen meine Zweifel, die darin vorkommen.
So schreibt er auf Seite 112 und 135, dass um 1200 bereits ein eiserner Knieschutz getragen wurde. als Quelle gibt er das Grabmal von Robert de Vere von 1221 an. Ich habe dann im Internet geforscht ob zufällig eben dieses Grabmal zu fidnen ist und in der Tat ich wurde fündig:
Jedoch sieht der abgebildete Ritter eher nach 1250 aufwärts aus. (nicht angesetzte Haube, das Schild,....).
Ist dieses Bildnis erst sehr viel später entstanden? Bildet also gar nicht die korrekte Ausrüstung Roberts ab zu seinem Tod?
Zudem schreibt er, leider ohne Quellenangabe, dass es um 1200 ebenfalls schon eiserne Platten auf den Schultern gab. Kennt hierzu jemand eine Quelle?
Fürderhin behaupten viele, dass Diechlinge bereits ab 1220 Verwendung fanden? Kennt dafür jemand eine Quelle?
Und zu guter Letzt noch eine Frage:
Kennt jemand das originalbild aus der eineit-Handschrift zu dieser Zeichnung?
Sie stellt einen deutschen Ritter um 1200 dar, der eine besondere Kettenhaube trägt, die mir sehr gefallen hat. Nachgebaut habe ich sie bereits und trage sie schon. Jedoch würde ich zu gerne das Original mal sehen!