Da kann ich nur bestätigen. Wir bauen uns auch gerade in unser altes Häuschen einen Grundofen aus Lehm. Er wird von der Küche aus befeuert, weil da, wo die Ofentüre ist, auch die meiste Hitze erstmal ist. Die Züge sind dann so gebaut, daß dieser Ofen drei Räume im Untergeschoß beheizt. Das geht natürlich nur, wenn die Räume entsprechend angeordnet sind, wie das bei alten Häusern der Fall ist. Die oberen Räume werden nur durch Klappen beheizt. Wenn die Decke nicht weiter isoliert ist, werden die oberen Räume auch indirekt von unten beheizt. Der Backofen hat allerdings eine extra Befeuerung aus unten genannten Gründen.
Backofen und Heizofen sollte man trennen. Einen kachelofen kann man zwar auch auf sagenhafte Temperaturen bringen, dann aber sich nicht mehr anlehnen und es ist für einen Kachelofen auch nicht der Hit.
ein Backofen hat zwischen der Schamotte/dem Backraum und der Aussenhaut eine Dämmschicht, denn er soll ja die Hitze halten und aushalten. Im Backofen, solltest du dir einen bauen (ich recherchiere gerade nur in diese Richtung für meinen Eigenbedarf), kannst du über dem Feuerfach, in dem auch Brot gebacken wird, eine extra Röhre bauen, in der dann die feineren nciht so hitze liebenden Sachen zubereitet werden (Hefegebäck).
das Projekt “Mittelaltertaverne” finde ich sehr interessant, ich würde aber glaub ich zu 2 getrennten ßfen tendieren, einen zum Backen und einen Becherkachelofen im Schankraum, am besten einen der vom Nebenraum aus befeuert wird. Solche ßfen sieht man z. B. auch in Windsheim. Der Vorteil ist, dass die schön warm machen und kein lästiger Qualnm in die Stube dringt.
zu einem schönen Raum gehören auch schöne Fliesen. Dazu ein tolles Buch: English Tilers aus der Reihe Medieval Craftsmen, British Museum Press.
Wenn Du mal in Dänemark bist, solltest Du Dir unbedingt auch mal die Taverne im Middelaldercentret ansehen - sehr schön gemacht - auch der Fußboden. Und ganz ohne Elektrizität.
Eigentlich waren bis ins späte Mittelalter hinein die Kachelöfen aus Lehm und hatten Becherkacheln. Davon gibt es zahlreiche Funde und je nach Zeit in unterschiedlichen Designs.
Das älteste Haus im Museum Bad Windsheim ist übrigens das Steinhaus aus Matting. Es ist um 1340 entstanden. Auch ist in den Häusern der Baugruppe Mittelalter Kachelöfen mit Becherkacheln zu sehen. Außerdem auch in der Bachritterburg in Kanzach.
So ein Ofen, wie ihn Kai beschrieben hat, ist durchaus zum heizen geeignet, er muss aber aus dem richtigen Material bestehen. Hier in Südtirol gibt es nur mehr wenige Ofensetzer, die das traditionelle Handwerk noch beherrschen, und die müssen sich den richtigen Stein mühsam selbst besorgen (teilweise noch zu Fuß mit dem Holzschlitten).
schonmal herzlichen Dank für alle Hinweise und Links, muss ich dann in Ruhe mal durchgehen! Bin grad ziemlich im Stress wegen meiner MA-Veranstaltung Ende Oktober!
Wegen Fachwerkhaus usw… da wird sicher nix abgerissen, innen wird man vom Fachwerk nich viel sehen, weil Holztäfelung, und aussen is mir das ehrlich gesagt ziemlich egal, ob das 1800 is (mein Haus) oder 1400, wo ich warscheinlich die Taverne ansetzten will!
Ich kann ja die bösen Nachbarautos , Strasse usw leider auch nich entfernen, also geht das “A” dann erst hinter der Haustür los!
Mein Hof befindet sich am Rande eines Dorfes, leider kein Freilichtmuseum mitten in der Botanik!
Ansonsten aber grosses Dankeschön, und wenn jemand zufällig Funktionszeichnungen von ßfen (simpel, nich Hochadel) hätte, bitte mailen!!!
Ich denke da an einen gemauerten Ofen, unten rechteckiger Sockel, oben drauf Gewölbe mit Feuerraum! Mit Lehm verputzt und drumrum ne einfache Holzbank! Das dürfte auch den Schornsteinfeger freuen und “Amtsmässig” machbar sein, hoffe ich!!!
Ausserdem könnte man da sogar Brot usw drin backen und ich vermute mal der Heizwert dürfte nich schlecht sein???
Und Butzenglas!!!!!!!! Ich finde keinen Hersteller, nich mal für Industrie-Repliken aus einem Stück (gepresst)
In der Zeit vom 30. September bis zum 08. Oktober ist die Mittelalter- Baugruppe auch bewohnt; dann kann man nicht nur einen Einblick in die bauliche, sondern auch in die wohntechnische Seite der Geschichte werfen.
Das Freilandmuseum in Bad Windsheim ist wahrlich eine Fundgrube für alle, die sich mit mittelalterlichem Wohnen beschäftigen. Besonders beindruckt hat mich ein Doppelhaus aus der Mitte des 15. Jahrh., dessen eine Hälfte noch wie zur Zeit der letzten Bewohner in den 50er Jahren eingerichtet ist, während in der anderen Hälfte der Zustand der Erbauungszeit rekonstruiert wurde. Für uns wahrlich keine Frage welchen Teil des Hauses wir sofort beziehen würden!
Das sehr empfehlenswerte Buch zu den mittelalterlichen Bauernhäusern in Bad Windsheim wurde ja schon angesprochen.
Leider gibt es über den Baubestand der ganz alten Häuser in Esslingen noch keine umfassende Dokumentation, wie z. B. für Limburg, lediglich ein Buch über die Instandsetzung und Rekonstruktion zweier Gebäude am Hafenmarkt aus dem 14. Jahrh.. Die meisten Informationen habe ich aus dem “Nachrichtenblatt der Denkmalpflege in Baden - Württemberg”. Sehr informativ ist auch der Ausstellungskatalog “Stadtluft, Hirsebrei und Bettelmönch” von 1991 über das Leben in der Stadt um 1300.
evt. könnte auch ein Besuch im Freilandmuseum Bad Windsheim (Franken) hilfreich sein.
Dort gibt es eine Baugruppe “Mittelalter”. Leider kann ich mich nicht mehr an die Bauzeiten der einzelnen Häuser erinnern und die Info gibt’s nicht im Internet.
Aber ich meine, es wäre 14. Jh. dabei gewesen.
Vielleicht kann ein Franke, der das Museum häufiger besucht, hier weiterhelfen.
Ergänzend hier noch einige abgesicherte Dendro-Daten süddeutscher Fachwerkbauten: Esslingen, Heugasse 3, 1261/62, Bad Wimpfen, Marktplatz 6, 1265/66, Esslingen, Webergasse 8 1266/67, Esslingen, Pliensaustrasse 9 1285, Esslingen, Peterlinggasse 1 1285/86, Schwäbisch Hall, Untere Herrengasse 2 1289, Biberach, Marktplatz 7 1293/94, dies ist nur eine kleine Auswahl!!
Mit dem Titel “ßltestes Fachwerkhaus” brüsten sich einige Häuser, darunter in Quedlinburg, Esslingen und anderen Orten. Dendrochronologisch nachgewiesen ist jedoch das Haus in Limburg von 1287 das älteste, gefolgt von der Schellgasse 8 in Frankfurt von 1291.
…und wenn Du schonmal in Esslingen bist, kannst Du auch gleich nach Beuren fahren. Dort gibt es laut eines Berichts im SWR (kann also nicht ganz falsch sein) Deutschlands ältestes Wohnhaus in Fachwerkbauweise. Und noch viele andere tolle Fachwerkhäuser, sowie ein Freilichtmuseum (Dorfkultur in Württemberg, 18./19./frühes 20.Jh - grob gesagt)… aber ich schweife ab :)
Der Dieter ist mir da zuvor gekommen, möchte ihm aber hier beipflichten, dass Esslingen als Stadt mit den “ältesten Fachwerkhäusern” gilt. Hier soll die älteste “Fachwerkhauszeile” existieren- so zunmindestens die Info´s der Stadt… Hatte während meines Studiums (oder was das auch immer war:-)in Esslingen die Möglichkeit, mit einem Mann vom Denkmalamt eine Führung zu bekommen. Darunter sind auch Wohntümre aus dem 13. und viele wunderbare Gebäude des 13. 14. Jht., auch aus späterer Zeit.
Diese Stadt ist eh viel schöner als die Landeshauptstadt…
was den mittelalterlichen Fachwerkbau in Süddeutschland betrifft, empfehle ich einen Besuch in Esslingen am Neckar. Hier stehen noch ca. 20 Bauwerke aus dem 13./14. Jahrh, das älteste von 1268, und über 40 Häuser aus dem 15. Jahrh., eine ganz besonders interessante und sehenswerte Altstadt!