Werter v. Arlen, wenn ich die Mühen der Rasur auf mich nehmen wollte, so könnte ich das auch tun, ohne Christ zu werden. Ich denke, geflochten ist allemal schneller als täglich abrasiert - und mein Bartwuchs ist so stark, daß ich mich wohl zweimal täglich dieser Tortur unterwerfen müßte, um glattrasiert auszusehen. Bis sich die Herren Ritter rasiert haben, haben die bärtigen Wikinger wahrscheinlich locker ihre Zelte geplündert und zum Schluß noch die silbernen Barbierbecken mitgenommen …
Gilt der Bart nicht auch als Zeichen der Manneskraft und Männlichkeit bei euch Heiden, lieber Olm? ;o) Laß Dich doch bekehren, dann brauchst Du auch Deinen Bart nicht zu flechten! ;o) Mit Gottes Gruß v. Arlen
Geschorene Haare bei Unfreien trifft, wenn ich mich jetzt nicht falsch erinnere, für die Germanen zu, ist aber auch teilweise für die Wikingerzeit belegt, wobei ich aber hörte, daß die Wikinger in England die Haare kurz trugen, um sich von den langhaarigen Sachsen zu unterscheiden. Quellenangaben zu letzterem hab ich leider nicht parat,wenn jemand welche weiß, wäre ich dankbar dafür. Bärte sind in der Wikingerzeit getragen worden, man hat sie aus modischen und praktischen Gründen auch geflochten. Ich warte noch darauf, daß mein Bart die nötige Länge erreicht hat, um ihn zu flechten.
Moin! Wenn ich einigen Autoren und Bildquellen Glauben schenke, wurde das Haar unter Rittern bis ins 13. Jahrhundert lang getragen und fungierte, unter einer wattierten Haube hochgebunden, als eine weitere Unterstützung des Helmfutters. Daher leitet sich vermutlich auch die ballonartige Kopfform so manchen Ritters auf Grabmonumenten. Außerdem erinnere ich mich im höfischen Bereich des Hochmittelalters dunkel an die Behandlung langen Haares mit der Brennschere. Kulturhistoriker verbinden dies mit dem alten Aberglauben, die Kraft liege im Haar, ein Motiv, das uns auch in der Bibel bei Samson und Delila wiederbegegnet. Der “Topfschnitt” geistlicher Orden dürfte der gangbare Kompromiss zwischen Tonsur und Unterstützung des Helmfutters sein. Ganz abgesehen davon, daß bei den Temperaturen im Heiligen Land lange Haare recht unangenehm gewesen sein dürften. Gruß Ivo
Klingt aber, ob der hygienischen Möglichkeiten des niedersten Standes durchaus einleuchtend. Wenn man die Haare schert, können sich da auch keine Parasiten einnisten!
Nein Christoph, ich verwechsele das nicht…es war mehr der Hinweis bzw. die Verbindung zu “die da unten”…naja, etwas weit hergeholt, aber ich habe noch nie zuvor gehört, das Unfreie geschorene Haare hatten.
Ach ja, Angela: Meines Wissens nach ist diese Aussage korrekt fürs 13. Jhd. Nach Feuchtwanger wurden auch in der Inquisition in Spanien die (nicht so streng verurteilten) nackt und mit geschorenen Haaren durch die Straßen getrieben. Gruß v. Arlen
ßh, Andreas? Ich will nicht glauben, daß Du “Unfreie” mit “Gefangene/Verbrecher” verbindest! Bitte rette mein Weltbild, daß Du dies nicht meinst! In echter Sorge v. Arlen
Hab mal irgendwo, leider vergessen wo, gelesen das Frauen die Femdgegangen sind die Haare kurz geschnitten worden sind stimmt das??? War ein Buch über das 13. Jahrhundert das weis ich noch. Versuche beim nächsten Besuch in der Bibliothek das Buch wieder zu finden. Hoffe aber das mir einer evtl. vorher weiter helfen kann. Danke Angie (Talischa) N.S. Problem mit kurzen Haaren habe ich zum Glück nicht, mehr das Problem die unter eine Haube zu bekommen.8:-)
Ich habe bisher über kurz geschorene Haare nur im Zusammenhang mit den Ritterorden und natürlich als Form der Bestrafung im “Sachsenspiegel” gehört…vielleicht daher der Zusammenhang mit Unfreien/Kriminellen…?
Hallo Leute! Kurzgeschorene Haare sollen laut T. Ulich in seinem Buch “Der Hohentwiehl” bei Unfreien üblich gewesen sein (weibl./männl.). Er bezieht sich auf die Zeit 1098. Wer kann dies Bestätigen (da das Buch über 100 Jahre alt ist) und bis zu welcher Zeit galt diese Haartracht für Unfreie? Gruß v. Arlen
…oh übrigens…auch Männer mit kurz geschorenen Haaren verfügen über - zeitweise ebenfalls unbändige - Manneskraft. Dies könnten Dir unzählige ungläubige junge Damen aus leidvoller Erfahrung bestätigen… Die waren da auch nicht zimperlich, die Ritterorden seinerzeit im gelobten Land! *autsch*
Gott zum Grusse ! Ich meine es ist natürlich schwierig Arbeit und Hobby unter einen Hut zu bringen. Besonders wenn es das Aussehen betrift. Ich selber bin Systemberater und habe oft Außentermine. Meine Lösung zu dem Problem Ist ein ein fränkischer Rundschnitt (bitte nicht als historischen Begriff sehen) d.h. unten relativ kurz geschnitten Ohren frei und oben sozusagen ein Pilz. Für Beruf nach hinten gekämmt; sieht aus wie ein normaler Kurzhaarschnitt. Fürs Hobby gerade nach unten gekämmt. Ist auch relativ “a” habe verschiedene Abbildungen von Johannitern mit diesem Haarschnitt. Zur Barttracht bei Ordensbrüdern Sofern meine Infos stimmen ist es nur älteren und gedienten Brüdern vorbehalten einen Bart zu tragen (sozusagen als Statussymbol). Ulrich von Erckenrode (Hospitaliter)
Hallo Claudia ähm…Phillip und ich waren nicht unterschiedlicher Meinung. Phillip sprach von der allgemeinen Haartracht, ich sprach von “meiner” eigentlich nötigen Haartracht als Mitglied des Hospitaliterordens. Mitte des 13. Jhdt. wurden kurz geschorene Köpfe auch bei “weltlichen” Rittern und sonstigem kämpfenden Mannsvolk aus praktischen Erwägungen “modern” Das ist mir neu…kann das jemand bestätigen? Gruß Andreas
Daß Philip und Andreas unterschiedlicher Meinung sind, könnte daran liegen, daß nicht exakt über die gleiche Zeit geredet wird, wie ich meine. (Sollte ich mich irren, belehrt mich bitte eines Besseren!) Soweit ich weiß, war es bis Anfang/Mitte 13.Jh durchaus üblich, daß Männer und Frauen lange Haare trugen. Lange Haare bei Männern waren auch ein Zeichen von ungebändigter, unbändiger Manneskraft ;-) Irgendwann Mitte 13. Jh kriegten die Kämpfer dann langsam raus, daß kurzes Haar unter dem Helm durchaus praktisch war und bevorzugten dann diese Haartracht. Auch die bereits erwähnten “Babyhäubchen” (Bundhauben) sieht man auf jeder Abbildung, in unserem Verein trägt die dementsprechend auch jeder. Ich wundere mich auch selbst immer wieder, welche spöttischen Bemerkungen von Anderen da oft kommen, die sich auch auskennen müßten.Gilt im gleichen Maße übrigens für die Tatsache, daß verheiratete Frauen eben “unter die Haube” gehörten, aber die wenigsten Mädels in heutiger Zeit wollen konsequent Ihre Haare unter einem Gebände verstecken. Kommt das Thema mal darauf, kriege ich immer zur Antwort: “Ich bin eben noch Jungfrau!” was ich einfach mal lächelnd zur Kenntnis nehme…
Wie kommt das, daß Andreas und Philipp so unterschiedlicher meinung sind ??? Ist das ordensabhängig oder welche Quellen habt ihr befragt (wenn ich ohne selber zu suchen danach fragen darf !) ???
Ach ja, ich vergaß, die kurzen Haare bei Ordensbrüdern und normannischen Kriegern zu erwähnen. Sorry, Andreas! Wem fallen noch mehr Beispiele ein? Philipp
Die meisten Quellen zeigen kinn- bis schulterlanges Haar bei Männern und längere Harre bei Frauen, einige Abbildungen von Frauenhaartracht können als Zöpfe interpretiert werden. Ander frauen tragen die Haare hochgesteckt und mit Haarnetz. Die Haare sind bis auf die alleruntersten Stände (Bettler, Blinde, ganz arme Bauern etc…) immer top-gepflegt. Bei verheirateten Frauen und erwachsenen Männern sind die Haare bei allen Ständen durch eine Kopfbedeckung zu verdecken. Bärte werden bei Darstellungen benutzt, um das fortgeschrittene Alter der Person zu zeigen. Rasur ist also Pflicht, wenn man nicht gerade einen Kaiser darstellen will. Wer kurzes Haar hat, und nicht bereit ist, sein normales Aussehen im Privatleben dem Hobby zu opfern, sollte sowieso eine Kopfbedeckung tragen. An das hier gesagte hält sich eh´ keiner, da die meisten zu eitel sind, und MA darstellen, um ´toll auszusehen´. Ich trage seit einiger Zeit eine Kappe, und muß mir seitdem das Gespött von Dummköpfen anhören, die glauben, ich stelle eine Frau oder ein 192 cm/100 Kg - Kleinkind dar. ;-) Alles Gute, Philipp