Ich glaube ich bekomme jetzt nach einigen probieren das mit den Schildgewichten so langsam auf die Reihe. Der Schildrohling für einen Bekannten wiegt nur noch 3,3kg (9mm Birkensperrholz, 60×100cm, inkl. Leinenbespannung mit Kreidegrund). Als Endgewicht rechne ich mit knapp 4kg. Sollte für die Grösse vetretbar sein denke ich.
Weide als Baumaterial für Schilde ist gar nicht so abwegig - als Korbschild (Weidengeflecht) ist diese Holzart sehr gut geeignet eine Schutzwirkung auszuüben - durch das Zurückfedern beim Draufschlagen wird ein großer Teil der Schlagenergie genommen und einfach abgeleitet.
ßbrigens lassen sich in dieser Bauart auf leichte Art und Weise konisch gewölbte Rundschilde fertigen.
ich finde eure Angaben zu den verschiedenen Schild-Nachbauten interessant - und recht hoch. ;-) Mein aktueller Rohling wiegt 2,9 kg für Holz und Rohhaut, es fehlen noch die Nägel, Kreidegrund, Riemen etc. Ich denke also, dass ich deutlich unter 4kg bleibe.
Die Daten:
Maße: 60×70 cm in “plattem” Zustand
Kern: 8mm Birkensperrholz aus 2 Lagen à 4mm, mit Ponal verleimt (Anmerkung: Das spezifische Gewicht eines Werkstücks in 8mm Birkensperrholz sollte in etwa dem von 12mm Linde massiv entsprechen - zumindest, wenn die Angaben des Finnischen Birkensperrholzverbandes (kein Scherz!) stimmen)
Rohaut: Standard-Rohaut aus dem Sattlerbedarf, zwischen 1-2mm stark, mit Knochenleim verklebt
[… Da vetraue ich zumindest auf der Schildvorderseite eher Hölzern wie Birke oder Buche. …]
Tja……
Warum vertrauten unsere depperten Vorfahren denn dann meist auf Pappel und Weide (und das zumeist nichtmal als Sperrholz!) für ihre Schilde?
Wird wohl dran liegen dass sie mit der Erfindung des Rades schon zu sehr ausgelastet waren!!!
Sorry, ich konnte mir diesen Sarkastischen Einwurf leider echt nicht verkneifen ;O)
…. aber nun noch was konstruktives zum Thema:
Pappel und Weide sind einerseits sehr leicht, andererseits sehr langfaserige Hölzer. Wer schon mal versucht hat dieses Holz als Brennholz zu spalten, der weiß das nur zu gut und kann sich daher denken warum die “Deppen” das damals verwendet haben. Verleimt man nun noch 2 dünne Schichten kreuzweise (“Sperrholz” habe ich bei Originalen bisher nur in dieser Machart und auch nur bei einigen wenigen Pavesen (aus Bern) gesehen, der Rest war einfach Massivholz) und bezieht das, oder einfaches Massivholz, mit in Leim getränkten Hanffasern und grobem Gewebe dann wird die Konstruktion sehr leicht und trotzdem stabiler als der “moderne allwissende Mensch” gemeinhin annimmt.
Besser ist egentlich nur eine moderne Konstruktion mit Carbon- oder Glasfaserverstärktem Kunststoff.
Pseudohistorische Konstruktionsweisen wie die hier Diskutierte haben deutliche Nachteile in Gewicht und Funktion.
Das mit den unterschiedlichen Gewichten von Holzarten ist mit bekannt. Klar ist Pappel schön leicht aber leider auch nicht gerade für seine Stabilität berühmt. Da vetraue ich zumindest auf der Schildvorderseite eher Hölzern wie Birke oder Buche. Wobei da vom Gewicht her wieder Birke die erste Wahl wäre.
Natürlich hängt das Gewicht von Sperrholz nicht allein von seiner Dicke, sondern ganz wesentlich auch von der verwendeten Holzart ab. Pappel z.B. hat ein Raumgewicht, was fast nur der Hälfte des Raumgewichtes von Buche entspricht, Birke liegt etwa dazwischen.
Der Leim im Sperrholz wird sicher einiges ausmachen. Aus dem Grunde hat der Rohling auch nur insgesamt 9 mm Dicke gehabt. Braucht auch nicht viel mehr. Zwar ist Sperrholz schwerer als Vollholz aber im Gegenzug auch stabiler weshalb man da keine 12-15 mm braucht.
Einsparungspotenzial hätte ich aber auch noch bei der Rohhaut. Habe festgestellt, dass ich eine viel zu dicke Rohhaut genommen habe. Inzwischen habe ich aber eine Quelle gefunden wo ich dünnere Rohhaut bekommen kann.
Ausserdem werde ich in den nächsten Tagen mal ein bischen mit der Kombination von verschiedenen Sperrhölzern experimentieren. Auf der Schildrückseite müsste Pappel eigentlich locker reichen, Schläge gehen ja nur auf die Vorderseite.
erstmal vorweg, ich bin kein Schildbauer aber habe Quererfahrung, die vielleicht helfen kann.
Wenn ein Schild richtig aufgebaut ist, mit Verleimung, und verschiedenen Materialien, wird dieser enorm stabil.
Beispiel, für meine Malereien auf Holz, verwende ich einen “Kompositwerkstoff”, Holz, das ganz mit Leinen und Knochenleim beklebt. Durch diese verschiedenen Verklebungen werden die Bilduntergründe sehr stabil.
Kommt mir für einen Schild mit den Ausmassen aber ausserordentlich leicht vor besonders wenn das inkl. Rohhaut, Kreidegrund usw. sein soll.
Ist Erle ein besonders leichtes Holz? Ansonsten kommt man doch nie auf max. nur 3400 Gramm bei den Abmessungen.
Ein kleinerer Schild aus unserer Gruppe welcher aus Pappelsperrholz besteht und bei dem nur die Vorderseite mit Rohhaut bespannt ist wiegt schon rund 4 kg.
Bei meinem eigenen Schild hatte der blosse Rohling schon ein Gewicht von rund 5 kg gehabt. Selbst wenn man das etwas höhere Gewicht von Sperrholz gegenüber Vollholz berücksichtigt kann der Unterschied doch nicht so gross sein, oder?
Ich bin gerade dabei mir ein bis auf den Holzkern relativ authentischen Schild zu bauen. Nur der Kern ist aus Sperrholz anstatt aus Planken aufgebaut.
Die Schildgrösse beträgt 70×90 cm, besteht aus 3x 3 mm starken Birken-Sperrholz, beidseitig mit Rohhaut (Stärke etwa 2 mm) bespannt und mit Kreidegrund grundiert. Auf der Rückseite ist der Kreidegrund leider etwas dick geraten weil ich erst noch die richtige Mischung und Konsistenz finden musste.
Ohne die Beriemung kommt der Schild jetzt schon auf ein Gewicht von knapp 7 kg.
ohne jetzt jedes Teil einzeln gewogen zu haben müssten die Gewichte in etwa so verteilt sein:
- Gambson und Polsterhaube ca. 4-5 kg
- Kettenhemd (mitte Oberschenkel, Halbarm) + Haube + Handschuhe ca. 15 kg
- Helm (früher Topfhelm) ca. 2,5 kg
- Schild 5,5 kg
- Schwert ca. 1,6 kg (ohne Scheide, bin z.Z. beim Bau)
- Lanze ca. 2-3 kg
Stiefel, Stoffbeinlinge, Gürtel usw. mal nicht mitgerechnet. Schleppe also z.Z. in Komplettausrüstung keine 30 kg mit mir rum.
Das Kettenhemd ist momentan noch ein 08/15-Hemd aus Federstahlringen. Ein Hemd mit vernieteten Ringen sowie angesetzter Haube und Fäustligen ist in Planung und Vorbereitung.
Mein Dreiecksschild misst oben entlang der gewölbten Kante 66 cm, ist 96 cm hoch und wiegt, wie gesagt, 4,0 kg. Er besteht im Kern ebenfalls aus drei Lagen 4 mm Sperrholz, allerdings aus Pappel. Vor- und Rückseite ist mit grundiertem und lackiertem Stoff bespannt, die Handhaben und die Schildfessel sind aus starkem Leder. Randeinfassung hat er keine.
Mich würde mal so interessieren was euere Schilde bei welcher Form und Bauweise so im Schnitt wiegen.
Meiner eigener ist ein klassischer Dreiecksschild, 90 cm hoch, 70 cm breit, besteht aus 4x 3 mm Birkensperrholz mit aufgenagelter Randverstärkung aus Rohhaut.