Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Wie teuer war ein Ringelpanzer?

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Eintrag #8 vom 20. Sep. 2007 17:35 UhrSebastian Kozyra Profil

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Also ich habe schon aus verschiedenen Büchern die Info bekommen, dass ein Kettenhemd den Gegenwert von wörtlich: "sechs guten,stehenden,gehörnten Kühen" hatte.
Wenn wir das mal über den Daumen gepeilt in einen heutigen Wert übertragen wollen, nehmen wir den heutigen Wert einer Kuh also ca. 1200€ das ganze mal sechs kommen wir also auf einen ungefähren heutigen Gegenwert von 7200€ !!
Wenn man das jetzt noch sehr grob auf einen damaligen Geldwert umrechnen will muß man wissen was eine Kuh im Mittelalter ungefähr wert war. Aus dem "Lex baiuarum"(wie schreibt man das nochmal) dem bayrischen Recht von ca. 9-10Jhdt weiß man dass eine Kuh damals einen Wert von 2Schillingen hatte.

Naja so kann man das ewig weiterspinnen, ich denke jedoch dass man den realen Geldgegenwert zur damaligen Zeit heute unmöglich irgendwie genau berechnen kann.
Hamish

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Eintrag #7 vom 01. Feb. 2007 00:08 UhrStefan Deuble Profil

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Schfa-Haltung soll natürlich Schafhaltung heißen ... die Finger werden müde.
Stefan

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Eintrag #6 vom 01. Feb. 2007 00:06 UhrStefan Deuble Profil

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Da fängt es schon an mit der Unmöglichkeit, den Kaufwert zu vergleichen. Was, wenn der Sarwürker selbst der Besitz des Verbrauchers war? Graf Zett muß 15 Männer mit Kettenhemden ausstatten, aber zum Glück besitzt er eine Schmiede inklusive Sarwürker und 3 Drahtziehern? Die Handwerker leben aber nicht von dem Geld, das ihnen der Graf gibt, sondern von den Schafen, die ihre Frauen hüten? Und müssen sogar noch Steuern wegend er Schfahaltung zahlen. Nur als Denkbeispiel. Was kostet den Grafen dann das Kettenhemd? Sie sind vorhanden, aber gar nicht auf dem Markt verfügbar gewesen. Würde er sie verkaufen, was wäre dann der Tauschwert? Er würde schachern und versuchen, das, was er gerade braucht, dafür zu bekommen. Z.B. fünf Jahre Nutzungsrecht an einem Steinbruch auf Nachbarland. Wie will man sowas umrechnen? Der Ertrag hängt vom Wetter und von den Leuten ab, die er dafür freistellen kann. Der selbe Steinbruch bringt einem reichen Mann mehr Baumaterial als einem armen, und irgendwo sind relative Unterschiede fassbar. Aber ein Kaufwert? Würden pro Hemd zwei Ringe aus einem Nagel vom Heiligen Kreuz gefertig sein, dann wäre es sehr viel mehr wert, oder? Und solche Nägel gab es reichlich im MA. Geld ist in erster Linie für den Fernhandel da. Sind Kettenhemden typische Fernhandelsgüter?

Klar, Angebot und Nachfrage bestimmten damals den Markt genauso wie heute. Aber was wir heute nicht mehr nachvollziehen, daß bei Subsistenzwirtschaft der kleinen Leute und der Möglichkeit, als Großer ganze funktionierende Wirtschaftseinheiten inklusive der Bevölkerung in Privatbesitz zu haben, daß es dann möglich war, ein ganzes Leben inklusive des Konsums aller nötigen Produkte ohne Kontakt zum Geld-Markt zu haben. Klar wurd Geld erwirtschaftet, um bestimmte Luxusgüter importieren zu können. klar hat sich so ein Geldsystem bis in die unteren Ebenen durchgesetzt. Aber -außerhalb der Freiheit der Städte - war Marktwirtschaft etwas so exotisches, daß man sie z.B. einmal im Jahr bei einem Jahrmarkt betrieben hat. Die Städte können wir als statistische Größe fast vernachlässigen. MA war ländlich, die meisten Menschen waren Urproduzenten, ein politischer Apparat saß ihnen so dicht im Nacken, nämlich auf der Herrenburg, daß man seine Steuern ohne den Umtausch in Münzgeld leisten konnte. Es war bestimmt über lange Jahrhunderte eher die Regel, daß der Durchschnittsmensch in seinem Leben kaum je Geld besessen hat, als daß er für Lohn gearbeitet hat und dann gespart hätte um ein Kettenhemd zu kaufen. Einfach nur die Möglichkeit, Arbeiter zu besitzen und ihnen nichts zahlen zu müssen, nicht einmal eine Altersvorsorge, weil die von deren Kindern und Enkeln betrieben wird, die man auch besitzt, das läßt jeden Bezug zu unserem Kaufsystem wanken.


Stefan

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Eintrag #5 vom 31. Jan. 2007 23:10 UhrMartin Steiner Profil

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Hallo
Ich denke mir, wenn Kettenpanzer (jetzt auf das HMA bezogen) wirklich so wertvoll gewesen wären, dann wären ja alle Sarwürker (ich hoffe das schreibt man so) reiche Männer gewesen, nachdem sie einige Rüstungen verkauft hatten. Doch schon allein um das Eisen für die Herstllung finanziren zu können müssten sie reich gewesen sein, und dass bevor sie mit der Arbeit überhaupt begonnen hatten. Alle Quellen die ich kenne ordenen diesen Beruf aber eher dem mittleren Bürgerstand zu.

Gruß
Martin

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Eintrag #4 vom 31. Jan. 2007 13:14 UhrIngo Ludwig Profil

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Angaben von Preisen/Werten zu "früheren" Zeiten sind dabei immer in Relationen zu damaligen Verhältnissen zu setzen (wie war der Verdienst/wie hoch der Besitz eines potentiellen Käufers, wie war die Produktivität des Handwerlers [wieviele Manntage wurden für ein Produkt benötigt], wieviel war ein Ochse "damals" wert - wieviel heute ..., welche Kosten musste der Handwerker mit dem berechneten Preis begleichen) - ich denke, dies ist sehr schwer konkret nachzurechnen, zu viele Faktoren, die heute nicht mehr Gültigkeit haben spielen da rein.
Gruß, Ingo

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Eintrag #3 vom 30. Jan. 2007 14:31 UhrPeter Pfaffenberger Profil

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Ich habe es ihm nie gesagt, aber es ist mehr wert als das ganze Auenland!

;-)

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Eintrag #2 vom 30. Jan. 2007 08:19 UhrSascha Klauss Profil

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Ja schwankte, vergiß aber die Angaben, wie 80.000 Euro sowas ist nicht zu errechnen. Suche auch noch hier in der Taverne, es müsste genug darüber diskutiert worden sein.
Sascha

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Eintrag #1 vom 29. Jan. 2007 22:27 UhrMartin Steiner Profil

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Hallo
Meine Frage steht schon in der Überschrift. Ich habe schon viele Angaben gelesen und der Angegebene Wert schwankt zwischen zwei Ochsen, einem Schlachtross (habe gehört das sei soviel Wert wie Sechs Ochsen), umgerechnet ca. 80 000 Euro und Quellen aus dem FMA sprechen sogar davon, dass ein Kettenpanzer mehr Wert war als ein kleines Dorf! Klar ist mir bewusst, dass der Wert im Laufe der Zeit schwankte aber so stark?

Gruß

Martin

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