Joh.., wir haben in Bochum einen stuttgarter Psalter. Den gibt es aber nicht per Fernleihe. Den kann man sich anschauen, in der Bibliothek. Aber unter Aufsicht, damit keiner auf die Idee kommt "Männekes inne Bibel zu malen".
Sorry für den Pottslang, aber das gute Stück ist nicht gerade "preiswert" und somit versteht man auch die Aufsicht beim durchschauen
Rollo Rolfson
Die Suche in der DigiBib/Fernleihe von Aachen aus führt zu folgendem Ergebnis:
Titel: The Stuttgart psalter: Biblia folio 23 Württembergische Landesbibliothek Stuttgart
Autor: DeWald, Ernest T.
Ort/Verlag: Princeton, Depart. of Art and Archaeology of Princeton Univ.
Jahr: 1930
Umfang: 132 S., [170] Bl. : zahlr. Ill.
Serie: Illuminated manuscripts of the middle ages
Wird unter anderem im Bestand der Bibliotheken von Bochum und Bonn geführt. Müsstest Du von Osna aus eigentlich auch drankommen...
hat mal jemand etwas in einer (Uni-) Bibliothek in seinem Ort gefunden? Ich wohne in Osnabrück und Stadt-, FH- und Uni-Bibliothek haben einen Online -Zugriff. Das ist ganz praktisch :)
Leider überall Fehlanzeige, wenn es um den Stuttgarter Psalter geht.
Der Utrecht Psalter ist online. Funktioniert jedoch nur mit dem Internet Explorer - aber nett gemacht!
Noch was zum Postkartenset: Es ist erschienen im Beuroner Kunstverlag ( www.beuroner-kunstverlag.de ). Die Karten (nach nochmaligem Nachsehen meine ich, es sind 12) sind in einen Pappumschlag eingeschlagen, auf dessen Innenseite noch einige Erläuterungen stehen, die ganz interessant sind.
Ich habe allerdings die Postkarten auf der website nicht gefunden, aber vielleicht hilft eine direkte Kontaktaufnahme - grundsätzlich kann man bei denen wohl online bestellen.
Nach den Angaben auf dem Umschlag hat der Psalter insgesamt 318 Abbildungen. www.vidforli.org
ich habe gefragt: handschriften@wlb-stuttgart.de und die freundliche Dame hat mich über die Postkarten informiert.
Die Karten sind bestimmt nicht die "besten" Motive, aber es ist ein fränkischer Krieger mit drauf, der oft mißbrauchte Goliath, und sonst noch ein bißchen was. Aber die Auswahl der Motive wurde bestimmt nicht nach unseren Gesichtspunkten getroffen.
ersteinmal zu deinen Ausführungen: Du hast natürlich recht, Urheberrechte sollte man natürlich nicht verletzen. Deine Ausführung war zwar recht lang, aber gut und ich konnte mir ein lächeln nicht ganz verkneifen....
Aber noch mal zurück zum Thema: Du schreibst, daß du diese 13 Postkarten erworben hast und wohl auch mit die wichtigsten und besten Darstellungen sind. Hast du dir diese direkt in der Landesbibliothek gekauft? Kennst du noch einen anderen Vertriebsweg? Vom Rhein-Main-Gebiet nach Stuttgart wegen ein paar Postkarten ist mir etwas zu weit.
Ähm, ja, Sascha, da hast Du recht, ein Viertel von meinem Sermon hätte es sicher auch getan. Möchte mich für meine Überreaktion hiermit höflich entschuldigen.
Das Genervtsein hat nichts mit Dir zu tun, auch nicht damit, daß ich insgeheim vom Vertrieb von Raubkopien lebe. Also danke für's Aushalten! ;-)
Soll ich Eintrag 12 und Eintrag 14 einfach noch ein paar Mal wiederholen?
Ich bin mal stillschweigend davon ausgegangen, daß, sollte eine UNIVERSITÄT, bzw. Personen die dort beschäftigt sind, dem Beispiel der Utrechter Universität folgen, und als Projekt in Angriff nehmen, den Stgt. B.Ps. als digitales Faksimile verfügbar zu machen, daß diese UNIVERSITÄT dann in der Lage ist, die Urheberrechte vorher zu klären und sich die entsprechenden Genehmigungen zu holen. Ich habe nicht geschrieben, daß bitteschön einfach mal irgendjemand Scans ins Netz stellen soll. Ich rate auch dringend davon ab. Ich habe den Stgt. B.Ps. mehrmals als Faksimile in Händen gehabt und mir die Details skizziert / abgezeichnet / durchgepaust, die ich für darstellungstechnisch bereichernd halte. Ich habe den Utrecht Psalter als CDrom nicht als Raubkopie gekauft, sondern direkt bei der Uni Utrecht geordert. Ich rate jedem Bürger eines Rechtsstaates davon ab, sich in irgendeiner Weise strafbar zu machen. Ich halte sogar an roten Ampeln.
Aber trotzdem würde ich mir wünschen, daß jemand BERUFENES solche Quellen auf eine günstige Art verfügbar macht. Weil es, die Genehmigungen vorausgesetzt, ein Aufwand von ein, zwei Arbeitstagen wäre, das Faksimile durchzuscannen. Das Original gehört dem Land (Ba-Wü), die ba-wü Unis gehören dem Land, das Land hat einen gewissen Bildungs- und Kulturauftrag und kommt dem auch gerne nach, soweit bezahlbar. Eine Arbeitsgruppe von Studenten abzuordnen zwei Tage ein Buch einzuscannen wäre bezahlbar. Ich dachte, es wäre vielleicht eine Anregung für irgendwelche angehenden Mediävisten, daraus ein Studienprojekt zu machen, vielleicht bekommen sie einen Schein dafür. Hätte ich geahnt, daß das als Aufforderung zur Raubkopie und Urheberrechtsverletzung verstanden wird, dann hätte ich das niemals geschrieben. Jetzt werden natürlich lauter Tempus-Vivit-User für 1400 bis 2000 Euro die vergriffenen Faksimiles antiquarisch kaufen und illegale Scans machen, die sie auf ihren schmuddeligen Reenactor-Homepages anonym veröffentlichen.
Tatsächlich habe ich empfohlen, sich die Postkarten zuzulegen, in die Bibliothek zu gehen und das Buch anzuschauen und den Kommentarband zu lesen. Was ich getan habe. Danach bin ich zu dem Urteil gekommen, daß der Bilderpsalter leider nicht sooo wahnsinnig verwertbar ist. Weil manches davon von älteren Vorbildern abgemalt wurde, anderes mir zu byzantinisch ist, etc. etc. und am Ende habe ich mir ein paar Blatt Papier Skizzen gemacht und war's zufrieden. Und den Gang zur Bibliothek empfehle ich jedem, der es mit der Recherche ernst meint. Habe ich hier auch schon getan.
Was könnte ich noch wiederholen? Hmm. Also, gute Bücher sind oft teuer. Wenn man sie ausleiht, kostet's nix. Ausleihen kann man sie in der Unibibliothek. Ja, die gibt es in der Nähe von Universitäten. Nein, man muß kein Student sein.
Bücher bitte erst selber lesen, Illustrationen erst selber anschauen, dann auf keinen Fall Wünsche äußern, die beim Querlesen als Aufforderung zur Urheberrechtsverletzung ausgelegt werden können! Ich distanziere mich von allen Raubkopien, die durch dieses Posting ausgelöst wurden!
Und noch ein letztes, bevor mir das wieder falsch ausgelegt wird: ich habe nciht behauptet, daß der Stuttgarter Bilderpsalter keine interessante Quelle ist. Ich habe nur meine Meinung geäußert, daß er als Bastelanleitung für eine karolingerzeitliche Darstellung auf deutschem Boden nicht so aufschlußreich ist, wie man anhand der Fülle von Miniaturen vermuten könnte, und zweitens habe ich behauptet, daß die käuflich erwerbbaren Postkarten schon einen beachtlichen Teil des verwertbaren Materials liefern. Womit ich nicht sagen will, daß der nicht in den Postkarten sichtabre Teil keine Beachtung verdient. Ich wollte niemanden beleidigen, sondern darauf hinweisen, daß es für den, der gerade keine 1400 Euro übrig hat um ein nicht erhältliches Faksimile nicht zu erwerben, die Möglichkeit gibt, erstens in die Bibliothek zu gehen, zweitens diese Postkarten für schmales Geld zu bestellen. Und ich empfehle beides. Von Raubkopien rate ich aber ab.
Falls jemand noch eine Wiederholung des Inhaltes meiner Beiträge möchte, bitte per eMail anfordern. Ich werde auch ein paar Wiederholungen bei eBay einstellen, mit Sofortkauf-Option.
Sorry, aber manchmal nervt es, wenn das, was man schreibt offensichtlich nicht vollständig gelesen, aber trotzdem beurteilt wird.
Aber nochmal: ich bin überzeugt, daß die Urheberrechte des Originals abgelaufen sind. Ich bin überzeugt, daß die Rechte am Faksimile nicht abgelaufen sind. Ich bin überzeugt, daß man den Rechteinhaber fragen kann. Ich bin überzeugt, daß es einfacher ist, die Genehmigungen zu bekommen, das Faksimile zu digitalisieren, als das Original zu zerfleddern. Was ja mit ein Grund für die Herstellung von Faksimiles ist: die Originale zu schonen. Ich bin überzeugt, daß eine Universität mit entsprechender Fakultät am ehesten den Bedarf dafür nachweisen kann und am ehesten die nötigen Genehmigungen bekommen wird. Ich bin überzeugt, daß der Begriff "Genehmigung" auch die Genehmigung des Rechteinhabers verständlich einschließt. Deswegen habe ich es gewagt, die entsprechende Idee zu formulieren. Manchmal hilft es, etwas in eineme öffentlichen Medium zu äußern, um tatsächlich jemand auf die Idee zu bringen. Nich raubzukopieren, sondern sich das als Beitrag zu Wissenschaft auf die Fahne zu schreiben. Ich bin in Versuchung, die nächste Wiederholung zu fahren, ehrlich.
Mit "überzeugt" meine ich meine persönliche Meinung. Also bitte alle Sätze von mir mit einem netiquetten "ihmo" garnieren. Passt es jetzt besser?
Stefan
Vorsicht hierzu.
Das Original kann keiner einsehen und vom Faksimile was ins Netz stellen kann schnell ins Auge gehen!
Ich denke hierzu Anwalt, Verleger des Faksimile und Eigentümer des Originals befragen, danach erst ins Netz stellen.
Es wird bestimmt Geld mit den Bildern verdient, ich kenne fast kein Buch übers Frühmi, was nicht Bilder vom Psalter enthält!
Jeder von uns dürfte das Ding nachdrucken oder ins Netz stellen. Wie Stefan schon sagte, das Urheberrecht ist seit ein paar Hundert Jahren abgelaufen...
...und deren Uni das ins Netz stellt oder auf CDrom vertreibt, wie Utrecht beim Utrecht-Psalter." (Zitat Voreintrag)
Siehe die weiter vorne verlinkte Seite von der Uni Utrecht.
Von Raupkopien hab ich nie ein Wort erwähnt.Und das eigentliche Copyright des Stuttgarter Bilderpsalters dürfte nach ca. 1180 Jahren schon verjährt sein, der Verfasser der Ausgabe von 1965 läßt nicht nachdrucken, verdient also auch nichts mehr dran, dessen Zustimmung sollte also einholbar sein, damit man nicht das Original quälen muß.
Naja, Verstauben ist das nicht gerade, im Präsenzbestand von Bibliotheken zu stehen. Ist ein paar Jahre her, aber wenn ich mich richtig erinnere, dann wurden 1965 - 1968 (nicht 1995) ca. 650 Exemplare gedruckt. Die sind sicher nicht im gewöhnlichen Buchhandel gelandet, sondern wurden im Voraus von Unibibliotheken und dem einen oder anderen Gelehrten bestellt. Was natürlich toll wäre, wenn irgendeine Studentengruppe das Dingens mal scannen würde und deren Uni das ins Netz stellt oder auf CDrom vertreibt, wie Utrecht beim Utrecht-Psalter.
Aber wie gesagt, es gibt einige Hundert Exemplare in öffentlich zugänglichen Bibliotheken, das reicht doch, um seine Neugier zu befriedigen. Evtl. darf man dort sogar kopieren bzw. Kopien beauftragen. Für den Notfall habe ich immer Pergamentpapier und weichen Bleistift dabei, um mal schnell ein Detail abzupausen.
Ich kann es generell nur empfehlen, den Schritt in die Unibibliothek zu machen. Man spart plötzlich sehr viel Geld und hat Zugang zu sehr vielen Informationen. Die richtig "guten" bücher haben einfach einen zu kleinen Interessentenkreis, werden deswegen in kleiner Auflage hergestellt und sind entsprechend teuer. Wenn man eine gewisse Tiefe bei der Eigenrecherche erreichen will, dann kostet ein dickeres Taschenbuch auch mal 200 Euro, es steht dafür aber auch öfter was drin, was man wissen will. Und wenn mein Land mir das umsonst im Lesesaal bereitstellt, das ist doch echt ein Service, oder?