Hallo Leute! Wieso eigentlich nur "Reisegeschwindigkeit im MA"? Die Geschwindigkeit zu Fuß kann man auch heute noch locker feststellen: Rolandswerth-Bonn, 10 Km, fast 2 Std.bei normalen Schritt. Legt man dazu noch Pausen ein, kommt man pro Tag locker auf die 40 Km von Gabriele. Wenn man um 6:00h aufsteht und den Marsch um 20:00h beendet sogar mehr. Gruß v. Arlen
Sabine????, Wieso Sabine??? Hi allerseits, wie Ivain schon bemerkte sind das Eckdaten. 40 km sind für einen geübten Wanderer schon mal drin, natürlich nicht 40 Tage hintereinander. Das waren damals schließlich nicht solche Bürosesselhocker wie wir, die sind von klein auf täglich in der Gegend rummaschiert. Im Gebirge geht´s natürlich langsamer. Ich habe mit 10 Jahren eine Stecke von 20 km und ca. 1000 m Höhenunterschied in 6 Stunden zurückgelegt. Das müßte ein Erwachsener, auch wenn er weniger gutes Schuhwerk hat, eigentlich auch schaffen. Es ging ja, wie gesagt, nur um Durschnittswerte und Eckdaten. Gruß Gabriele
Moin zusammen. Ebenfalls in "Reisen im Mittelalter" steht ein Bericht über eine Pilgerfahrt nach Jerusalem. Aus diesem geht hervor, wie sich die Reise gestaltet hat: Über Land von Oppenheim/Rhein nach Venedig: 15 Tage Aufenthalt in Venedig 21 Tage Organisation eines Reisearrangements Seereise Venedig- Jaffa 37 Tage Wartezeit in Jaffa 6 Tage Erlangung freien Geleits nach Jerusalem Über Land von Jaffa nach Jerusalem 2 Tage Macht also etwa 12 Wochen für die Anreise. Üblicherweise blieb man dann wohl- laut Bericht- 10 Tage in Jerusalem und machte sich dann wieder auf den Rückweg, welcher unter günstigen Umständen und je nach Jahreszeit mindestens ebenso lange dauerte. Sechs bis sieben Monate für eine Pilgerreise ins Heilige Land sind also offensichtlich realistisch.
Dietrich
Nikolaj: Meiner Meinung nach dürften die Wert in der Tabelle ziemlich so ziemlich treffend sein. Bei Fußgänger steht ja 25-40 km. D.h. 40 km sind das Maximum, das normalerweise nicht überschritten werden kann, 25 km ist das standartmäßige Minimum und irgendwo dazwischen der Richtwert. Wenn wir davon ausgehen, daß eine Spaziergänge 7 km/h vorlegt, und ein Wanderer auf einer Eintagestour noch etwas mehr schafft, bleiben ca. 5 Stunden Marschzeit bei 8 km/h. OK, nicht mit Gepäck bis nach Jerusalem, aber zur Oma drei Dörfer weiter langts.
Ivain der Wanderer
Tja, was soll ich sagen. Ich kann auch ncihts konkreteres finden. Die sieben Monaten klingen sehr realistisch. Die Tabelle ist ein guter Anhaltspunkt. Meine Bücher geben jedenfalls auch nichts anderes oder gar genaueres her. Gruß Andreas
Hallo Sabine, lesen kann man Deine Tabelle gut - ich glaube nur, dass die dortigen Tagesstrecken etwas bzw. teils einige zu hoch angesetzt sind für mittelalterliche Verhältnisse und im Wesentlichen von mehr oder minder freien Strecken bzw. befestigten Wegen oder vergleichbarer Landschaft ausgehen. Angesichts der Tatsache, dass auf den meisten Strecken dichte Wälder, Wasserläufe, Berge bzw. Schluchten zu überwinden waren, erscheinen mir - auch nach bekannten MA-Reisebeschreibungen - Deine Angaben als etwas optimistisch, also zwar theoretisch erreichbar, aber eben nur unter optimalen Bedingungen, denn um 40 km zu gehen, müsste ein Fussgänger ja rund 8 Std. je ca. 5 km zurücklegen. Dazu müsste es - da er ja auch Ruhepausen, Essen etc. braucht - schon Sommer sein, aber dann ist es heiss usw. Ich denke, die unteren Werte sind im allgemeinen eher realistisch für schnelle Reisende.
Arglwydd Rhisiart
Hallo Aisling, ich kann höchstens mit Durchschnittsgeschwindigkeiten dienen: Reisender Tagesleistung in km ------------------------------------------------------- Fußwanderer........................... 25-40 "Durchschnittsreisende" zu Pferd, weniger eilig (z.B. Kaufleute)........ 30-40 "normale", eilige Reiter.............. 50-60 Berittene Kuriere, mit Pferdewechsel.. 50-80 Segelschiff........................... 120-200 (aus: Norbert Ohler, Reisen im Mittelalter) Man kommt zu Pferde also nicht viel schneller voran als zu Fuß, man kann aber mehr Gepäck mitnehmen. Wenn man die Pferde nicht wechseln kann, kann man sie auch nicht so stark belasten (so wie in den Western, wo sie immer den ganzen Tag im vollen Galopp reiten ;-)). Ferner sind Erholungspausen und Verzögerungen aller Art zu bedenken (z.B. Wege nicht passierbar, Krankheit, Hufeisen verloren, Unwetter, etc.) Vielleicht hilft Dir das ja weiter... Viel Spaß noch Gabriele
Hallo Aisling, in dem franzoesischen Buch "Le bonheur à cheval" wird eine Reise zu Pferd von Paris nach Jerusalem ueber Nancy, Wien, Osijek, Sofia, Istanbul, Konya, Antâkya und Damaskus dokumentiert. Fuer diese ca. 6000 km lange Strecke, die in etwa der Route von Gottfried de Bouillon entspricht, benoetigten die Reiter knappe 7 Monate. Vielleicht hilft Dir das ja weiter, viele Gruesse, Steffi
Hallo Tim, Danke für diese Info, aber eigentlich wollte ich wissen, wie lange man für diese Strecke im Mittelalter brauchte und nicht mehr. Ich bin für jede ´konstruktiven´ Idee zu haben. Danke Aisling
Kommt ganz darauf an. Ich gehe einfach mal davon aus, das Ihr nach Sizilien ohne Anhänger fahrt (ca. 12 Stunden). Dann umsteigen auf Fähre und bis Haifa dauert ca. 16 Stunden Und noch die letzte Autofahrt ca. 4 Stunden. Den Landwerg rate ich Dir ab (wg. Jugoslawien und so... Warum benutzt Du eigentlich nicht den Flieger? MA-Krempel in Frachtcontainer per DPD nach Jerusalem und den Rest per Reisetasche im Flieger... In Jerusalem könnt Ihr Euch doch einen Mietwagen nehmen...
MfG Tim Schneider
Herr Rüdiger! Um ein Kind zu zeugen, müßt Ihr ja auch kein Lüstling sein. Ordensritter geben sich ja immer Mühe, dabei keinen Spaß zu haben (siehe thread Spießrutenlauf)... Kein Spaß an der Sache = keine Lust und damit kein Lüstling!!! Aber ich will Euch ja nicht verteidigen - wieso habt Ihr gezahlt, wenn Ihr es nicht wart? Weiteres im obigen thread, Ruth
Um herauszufinden, wer der Vater Deines Kindes ist? ;o) Die Reisegeschwindigkeit variiert zu Fuß in Abhängigkeit von der Größe der Pilgergruppe, sowie in Abhängigkeit vom Vorhandensein von Lasttieren oder gar Transportmöglichkeiten auf Karren und Wagen zwischen einigen Wochen und einigen Monaten. Des weiteren dürften Wetter und vor allem Jahreszeit eine bedeutende Rolle gespielt haben... Alles ganz schön "wischiwaschi", was? ;o) Ich schmeiß mich in die Bücher, wenn ich zu Hause bin! Bis dann Andreas
Ich suche Informationen über Reisegeschwindigkeiten im Mittelalter. Wie lange brauchte eine Pilgergruppe, wenn sie den Landweg über Byzanz nahmen nach Jerusalem, bzw. wie lange brauchten Boten. Oder wie lange dauerte die Reise von Rom über den Seeweg (sprich über Sizilien) nach Rom für normale Pilger bzw. für Boten. Ich bräuchte ziemlich dringend Informationen. Danke Aisling