Ich habe hier zwei englische Online-Artikel zum Thema gefunden:
Birth-Control in the West in the Thirteenth and Early Fourteenth Centuries links.jstor.org/sici?[ ]
(Es kann allerdings sein, dass man auf die Artikel nur von Uni-Rechnern Zugriff hat - Ich kann es im Moment nicht kontrollieren, da ich an einem solchen sitze; wäre aber über Rückmeldungen dankbar!)
Grüße, Larissa
Nach den irischen Bußbüchern (FMA, weiß ich aber nicht genau) war Sex verboten:
Sonntags, an noch zwei anderen Tagen in der Woche, an Heiligenfesten, am Tag vor dem Empfang der Kommunion, in Fastenzeit und Advent. Das macht 273 Tage. Später lockerte sich das etwas, verboten blieb Sex dann "nur" noch an etwa 1/3 aller Tage. Verboten war er außerdem noch während der Menstruation, während der Schwangerschaft und der Stillzeit (bei den letzten Punkten ist es allerdings eh unwahrscheinlich, daß man dann schwanger wird ;o) )
Die Prediger haben den Leuten Angst gemacht: Das Kind, das bei "verbotenem Sex" gezeugt wird, kommt krank zur Welt, die "Sünder" bekommen Aussatz...
Wenn auch die Strafen nicht wirklich drakonisch gewesen sind, zeigen Untersuchungen der Geburtszeitpunkte in Nordfrankreich und Oberitalien im SMA, daß zumindest während der Fastenzeit und im Advent weniger Kinder gezeugt wurden, als zu anderen Jahreszeiten.
Die Kirche gestattete Geschlechtsverkehr nur zum Zweck der Fortpflanzung und verbot jegliche Verhütungspraktiken. Die hat man gekannt, klar (Getränke auf pflanzlicher Basis, Salben, gymnastische Übungen etc.). In Beichtspiegeln, weltlichen Rechtsbüchern und Apothekerhandbüchern sind aber Abtreibungsmittel häufiger aufgeführt als empfängnisverhütende. So viel zum Thema coitus interruptus, Enthaltsamkeit & Co.
Gaudens in nomine domini!
Barbara, magistra artium circuli amicorum
Und weil all diese natürlichen Verhütungsmethoden so grossartig funktionieren, hatten die Frauen im Mittelalter auch nur so um die 10 Kinder (von denen 7 nicht älter als 3 Jahre wurden, aber das gehört in einen anderen Thread...)
so weit kann ich Deine/Eure theorie nachvollziehen, stelle sie aber weiterhin grundsätzlich in frage:
schon ein einfaches kleines gewitter wird unserer beispielbäuerin den zyklus aus dem rhythmus bringen. wenns donnert hat sie nämlich Angst um die ernte. da gehts ums überleben.
selbst heute, wos in der regel nicht mehr ums überleben geht, kann frau ähnliches bei sich selbst erleben.
wenn z.Bsp. morgends der chef durch die abteilung geht, und mit sorgenfalten auf der stirn erklärt, wenn der umsatz nicht steige, müsse er möglicherweise jemanden entlassen.
wenn ich hier trotzdem erkläre, Knaus-Ogino und Coitus Inerruptus seien brauchbare verhütungsmethoden, liegt das daran, daß ich meine brötchen mit dem Versand von Kinderbekleidung verdiene ;-)
Gruß, Moses der Köhler
...äh, diese Geschichte mit dem Nicht-Eisprung durch Stillen zur Empfängnisverhütung gehört in die Kategorie "Gerüchte, die sich hartnäckig halten aber nicht zur Nachahmung empfohlen werden können".
Nic
hallo Christina,
was verstehst Du denn unter einem geregelten leben? die tägliche sorge ums Überleben? wenn Du dich beeilst, findest Du vielleicht noch ne alte bäuerin, die Dir was über die zeit vor Kühlschrank und Supermarkt erzählen kann.
Die einzige verhütungsmethode, die meine oma mir verraten hat, war Enthaltsamkeit - nach dem dritten überlebenden kind. die methode hatte sie schon von meiner uroma übernommen.
Gruß, Moses der Köhler
Zwei hab ich noch, die Ihr noch überhaupt nicht erwähnt habt. Sie sind aber nicht unbedingt zum Nachahmen geeignet:
1.) Hunger. Bei starker Unterernährung setzt die Menstruation aus. Ich weiß es nicht genau, könnte mir aber vorstellen, daß gleichzeitig auch der Eisprung ausbleibt. Und im Mittelalter gab es doch öfter mal Hungersnöte.
2.) Stillen. Während des Stillens gibt es normalerweise auch keinen Eisprung. Das ist der Grund, warum in der Barockzeit nur die armen Leute ihre Kinder selbst gestillt haben, die Reichen aber Ammen beschäftigten: Damit sie mehr Kinder bekommen konnten (und damit die Chance stieg, einen männlichen Erben zu bekommen, der es schaffte, das Erwachsenenalter zu erreichen).
wenn es um einen geregelten Lebensrhytmus geht, hätte im Mittelalter die Knaus-Ogino-Methode doch hervorragend funktionieren müssen. Denn selten hatten (arme) Frauen ein geregelteres Leben (z.B. Bäuerinnen).
Hallo Ulrich, tja das ist altes testament da muss man sich bei den juden bedanken aber die waren ja schließlich auch sehr lange in Ägypten und haben diese geschichte schon gekannt :o) also auch die juden haben geklaut oder die ägypter bei den juden ? ich glaube wir werden das nie herausfinden wäre aber bestimmt sehr interesant für einen ägyptologen ich denke das hier zwei verschiedene sex-praktiken beschrieben wurden also bei mir ist es ja um den echten verkehr gegangen und bei dir ist es eine andere variante Bis denne Barbara
Freifrau Franziska v.Falkenhorst
Tach Barbara, das ist meines nichtwissens niocht ganz richtig. Es gab wesentlich früher Einen Gott der sich bem mastturbieren in den Mund spritzte und danach 2 kinder, Mädchen und Junge durch Aushusten gebar. ich weiß, das klingt komisch, ist aber Ägyptisch oder so. Ach ja, der Name des Gottes war Onan, daher der Begriff. Scheint so als hätten die Christen wieder mal `ne alte heidnische Legende assimiliert, oder? Gruß
Ulrich Wolfsfuß von Araheyligon
Nigel Cawthorne, Das Sexleben der Päpste evergreen 1999 In diesem Buch wird vom Verkehr eines Mönches mit einer verheirateten Frau berichtet, der ihr ein Kräutersäckchen zum einführen in die Vagina gibt, damit sie nicht schwanger wird. Es wird angeführt, dass die Mischung normalerweise dafür verwendet wurde, dass BLut (oder Milch? habs nicht im Kopf, sorry) nicht gerann. Er hielt allerdings die Rezeptur geheim, damit sie ihn nicht betrügen konnte. Bis denn,
Hedwig Swende von Weinheim, Freie Ritterschaft Odenwald
Hi, also coitus interruptus ist schon in der bibel beschrieben beim guten alten abraham einer seiner nachkommen (onan) hat seinen samen auf den boden fallen lassen da er mit der witwe seines bruders nicht schlafen wollte er musste sie nach dem tode seines bruders heiraten und daher wurde der boden für seine herden unfruchtbar (Ach ja daher kommt der name für onanieren) lt. geo waren die kondome aus schafs-enddärme bekommt man heute noch in kondomerien für latex allergiker geeignet :o) Bis denne Barbara
Freifrau Franziska v.Falkenhorst
*g* Ich habe doch erst zwei ;-)) Man kann darüber natürlich wild spekulieren...vermutlich ist es das, was ich am liebsten glauben möchte...leider gibt es keine Zeitmaschine. Trotzdem...aus Ermangelung mechanischer Hilfsmittel liegt es eigentlich nahe, dass man sich mit seinem Körper eingehend beschäftigt. Also ehrlich...ich finde zwei Kinder in sieben Jahren nicht so viel und es waren auch keine 100 %igen Unfälle, sondern eher zwei "wir lassen es drauf ankommen". Also funktioniert es ja schon einigermaßen. Nicht nur, dass ich mit der Zeit gelernt habe, den Eisprung zu spüren, es gibt ja auch noch andere äußere Anzeichen für die fruchtbaren Tage (und innere, sagt mein Mann ;-), "nie war sie so zickig wie heute", oder so). Warum soll es früher nicht auch so gewesen sein ?
Gwenfron filia Madoc de Trellech
Jennifer, gena DAS glaub ich eher nicht. Natürlich wusste die Frau, wann sie ihre Tage hatte, aber ob es Kenntnisse über den Eisprung und dessen Rolle in der breiten Masse gab? Ausserdem gibt es selbst heutzutage kaum eine kinderfreundlichere Methode als die sog. Knaus-Ogino-Methode (richtig geschrieben?), wenn man es nicht schafft, einen sehr geregelten Lebensrhythmus durchzuhalten. Carmen aka
Hadwig, die Sachsin
Bin ich doch gerade über diesen Thread gestolpert *g* Ich denke doch mal, dass früher Frau das noch eher im Gefühl hatte, wann sie fruchtbare Tage hat und wann nicht... War sie befruchtungsfähig und wollte kein Kind, kannte sie sicher auch schon das allseits beliebte "Ich habe Migräne" oder so...
Gwenfron filia Madoc de Trellech