Also wenn jemand eine steinzeitliche oder bronzezeitliche Darstellung machen will, kann ich nur zu sexy Beinlingen aus Leder raten! Ein komplett erhaltenes wunderschönes Paar arschfreie "Chaps" gibts immerhin bei Ötzi.
Kleiner Tipp:
mach sie nicht aus schwarzem Kunstleder, das könnte ziemlich "warm" wirken!
Gruß Pauli
Mir wäre auch nichts diesbezügliches untergekommen. Was ich allerdings habe ist der Nachweis für ein vulgo "Arschleder" außerhalb montanisitscher Verwendung im 15. Jhdt. Keine Ahnung wie ihr deutschen dazu sagt.....
wenn Du Dir das damalige Bildmaterial ansieht, so sind die Hosen gerade auch bei der bäuerlichen Schicht verschwunden und die Bruch/Beinling-Kombination hat dort noch länger verweilt, während man in anderen Kreisen schon die wieder aufgekommenen - und anders als die frühmittelalterlich geschnittenen -Hosen getragen hat (Man sieht das z.B. bei den Bauernbildern Dürers und afaik sogar noch bei Pieter Breughel).
Was die Herkunft dieser Kombination angeht, so ist das vermutlich ein Prozeß, der um 1000 eingesetzt hat. Zeitgenössische Aussagen dazu, warum das so war, gibt es meines Wissens nach leider nicht, man kann hier nur spekulieren.
Bei den Haithabu-Funden sind Stoffreste gefunden worden (soweit ich mich erinnere, waren die auf die 2. Hälfte des 10. Jhdts. datiert), die als frühe Beinlinge interpretiert werden können. In Verbindung mit Leinenhosen - später Bruchen - war das durchaus eine praktische Kombination. Je nach Bedarf und Wetterlage konnte man die Beinlinge ja herunter krempeln oder abnehmen - gerade interessant bei den bäuerlichen Arbeiten. So sieht man in der beliebten Kreuzfahrerbibel (gegen 1250) auch Bauern, die nur in Bruche gekleidet Erntearbeit verrichteten.
Ein weiterer Aspekt, der sich meiner Meinung nach zur Ausbildung dieser Kombination auwirkte (oder ihn bewirkte - das ist jetzt eine Ei/Huhn-Diskussion) war, das das hoch- und spätmittelalterliche Schönheitsideal Wert auf ein "schönes Bein" legte. Mit Beinlingen war relativ unkompliziert ein enganliegender Schnitt möglich, der dieses Schönheitsmerkmal in den Vordergrund bringen konnte.
Nur, wie kann es denn sein, dass Hosen, ausser bei der bäuerlichen und UGB Schicht verschwanden,
unsere Vorfahren, Kelten - Germanen waren doch durchweg Hosenträger (Schotten außen vor),
selbst die Franken des Frühmittelalters wurden doch noch in Hosen dargestellt und abgebildet.
Ja, ich weiß, "edler Recke - Hollywood - etc.", ab in die Pfeiffe und rauchen :-), trotzdem, dank für den Hinweis !
FreiRitter Der vom unteren Rhein
wissenschaftliche empirische Daten und Fackten besagen: Lederhosen im heutigen Verständnis schon gar nicht, wenn, dann Lederbeinlinge, wofür es allredings keine Belege gibt. Lieber also Finger weg.
Was denn für ein Recke? (man befreie sich von dem Bild edler Recken in Hollywoodfilmen ;O). Und wann in der Zeit zwischen 1200 und 1300?
Bezüglich Leder und seinem Wert rate ich zur Lektüre der diversen Threats allhier an dieser Stätten.
Achim v. Hohenberg gen. de Clavis oder Wernhard oder Groschi
Ich habe vor kurzem einen Bogenschützen auf einem Werbeplakat für einen geschichtlichen Park gesehen, der Lederbeinlinge trug. Ich habe aber keine Ahnung ob diese autenthisch sind oder in welche Zeit sie gehören (wahrscheinlich 21. Jh).
Frage:
Was meint ihr, wäre es unauthentisch für einen Recken sich für die Darstellung der Zeit 1200 - 1300 Jahrhundert Lederhosen oder Lederbeinlinge anzulegen ?
Mit Lederhosen meine ich selbstverständlich kein neuzeitlichen Bayuwarischen oder Ähnliches.
Allgemein wir behauptet, Lederkleidung wäre nur Arbeitskleidung der arbeitenden Bevölkerung gewesen.
War Leder denn nicht wie Heute teurer als Stoff ?
Für Vorschläge, Tipps und Hinweise wäre ich sehr dankbar.
Euer FreiRitter