Zusätzliche Löcher müssen auch eh nicht heißen, dass es einfacher wird. Der Zink gilt als berüchtigt schwer zu spielen. Der Zink ist i.d.R. aus Holz, hat ein Kesselmundstück und Grifflöcher wie eine Flöte. Zinken tauchen ab dem frühen 16ten Jhd. auf. Daher wissen wir aber, dass es mit Löchern funktioniert. Die falsche Position eines Loches kann nach meiner Einschätzung auch dazu führen, dass das Horn gar nicht mehr zu spielen ist.
Ich kenne die Fundlage nicht aber Rufhörner sieht man in manchen Museen. Sind die alle "normal", d.h. ohne Löcher (außer am Mundstück und an der gegenüber liegenden Seite)?
Friedel
Gib einem Berufsmusiker (Bläser) jenes Horn und der spielt dir darauf wie auf einem Waldhorn.
Mein Schwager ist Berufsmusiker an der Staatsoper in Plauen und spielt das Horn wie ein junger Gott.
Ansonsten lass Dich nicht dazu hinreisen weitere Löcher in das Horn zu bohren um mehr Töne da raus zu bekommen.... das wars dann nämlich mit Ton entlocken.... ich habe schon Bläser bei mir am Stand erlebt, die haben die Titelmusik von Krieg der Sterne darauf geblasen.
Also ich bekomme aus durchschnittlich großen Hörnern so 3 - 4 Töne.
Diese ganz kleinen, die auf Märkten immer mit nem Quietsch verkauft werden, sind ohne das Quietsch noch so für 2 Töne gut, aber sehr fiese hohe.
Ich reguliere das über Lippenspannung und Luftdruck. Der ganz tiefe Ton braucht wenig Spannung und nur extrem wenig Druck, je höher der Ton sein soll desto größer sind Spannung und Druck.
Wie ist das mit dem "Stopfen"? Bei modernen Hörnern ist das eine Methode zur minimalen Tonhöhenänderung. Geht das auch bei Signalhörnern, die ja deutlichst kürzer sind?
Ansonsten kann ich nur sagen: üben üben üben...
Andrea
wenn Du noch kein Blechblasinstrument gespielt hast, dann ist es nicht so ganz leicht, die hohen Töne zu bekommen. Du solltest versuchen, die Mundwinkel anzuspannen und ein bißchen "süßsauer" zu lächeln. Außerdem versuchen, lauter zu spielen. Das mit dem Verändern des Mundvolumens ist auch richtig: Stell Dir vor, Du würdest beim tiefen Ton den Vokal "a" sprechen und beim hohen Ton den Vokal "i", dann bewegt sich die Zunge und das Mundvolumen wird kleiner.
Damit kannst Du aber wahrscheinlich immer noch nicht gezielt die verschiedenen Töne ansteuern. Du solltest versuchen, auch ohne Instrument Töne zu produzieren (klingt ein bißchen wie Furzen), und auf die Art Melodien ausprobieren. Wenn Du auf die Art Deinen Tonumfang ausreichend erweitert hast, sollte das mit dem hohen Ton dann kein Problem mehr sein.
Was hast Du denn für ein Horn? Wenn es sehr kurz ist, kann es sein, daß auch unsere Vorfahren im Mittelalter auf so etwas nur den untersten Ton verwendet hätten.
ok, danke, aber könnt mir auch jemand erklähren wie ich das dann anstelle? ich hab schon was von veränderung des Mundvolumens gelesen, da tut sich aber bei mir rein garnichts :-(
etwas am Thema vorbei:
Meine Einhandflöte ist kürzer... aber die pfeift auch nur schrill :-) Mich wundert es, dass es so schwer sei zweifach zu überblasen. Ok, die Öffnungen sind größer als bei einer Flöte und da glaube ich einer Posaunistin :-)
(Meine Einhandflöte wird zum fünften Oberton überblasen. Damit und mit den 3 Löchern gehen 12 Töne. Aber die hohen Töne spielt man lieber nicht. Die sind viel zu laut und zu hoch)
und dann wieder zum Thema:
Hat man bei einem Rufhorn nur die Möglichkeit des überblasens oder gibt es die auch mit einem oder zwei Löchern?
Friedel
Wenn es ein richtiges Horn ist, also entweder einfach ein am Ende aufgebohrtes Rinderhorn, oder eines mit einem Kesselmundstück wie eine Trompete oder ein Waldhorn, und keine Kindertröte, dann:
Grundsätzlich schon.
Da die meisten Rinderhörner aber doch eher kurz sind - und selbst 50-60 cm sind bei einem Instrument, das mit einem Blechblasinstrument vergleichbar ist, immer noch sehr kurz - ist das aber nicht ganz einfach. Der Ton, den man relativ einfach spielen kann, ist der Grundton. Der nächsthöhere Ton ist dann eine Oktave höher und für ungeübte Bläser meist nur schwer zu erreichen. Und der dann nächsthöhere Ton ist noch einmal eine Quinte höher. Also zum Beispiel: Wenn der erste Ton das eingestrichene c ist, ist der zweite das zweigestrichene c und der dritte das zweigestrichene g.
Bei anderen Materialien gilt das entsprechend. Die Tonhörner, die man bei der Aachen-Wallfahrt bekam, sind ebenfalls ziemlich kurz. Und wenn Du ein gerades Metallinstrument von der entsprechenden Länge hast, hast Du die gleichen Probleme. Anders ist es bei sehr langen geraden Trompeten sowie bei gebogenen bzw. gewickelten Instrumenten, die auf diese Art ebenfalls eine ziemliche Länge erreichen können. Hier ist der Grundton tiefer, und die nächsthöheren Töne sind leichter zu spielen.