Hier noch ein paar Infos zu der Tasche im Asselner Grab - übrigens 7.Jhdt. und wahrscheinlich fränkisch. Sie hing an einem Gürtel mit dreiteiliger Garnitur (inkl. Rückenbeschlag).
Hier das Originalzitat aus der Präsentation der Denkmalbehörde Dortmund: "Am Gürtel trug der Asselner Krieger eine kleine Tasche aus Holz, in der er sein Feuerzeug aufbewahrte. Das Holz und damit die Form der Tasche ist vollständig vergangen, es konnte nur noch allgemein als "Laubholz" bestimmt werden ..."
aus einer Rettungsgrabung in 2002, Wüllersleben, Ilm-Kreis, Kriegergrab des 7. Jhdts,
"..in Hüfthöhe ein max. 1,5cm breiter Gürtel, an dem im Rückenbereich eine Gürteltasche befestigt war.
Jene Tasche wurde durch Eisenbänder (Rahmenbleche) in den Rändern verstärkt. Als Inhalt fand sich ein eisernes Messer von 8,7 cm Gesamtlänge (Kl.länge 6,5cm) sowie eine fragmentarisch erhaltene Bügelschere.Mehrere Fragment von Eisenblechstücken und ein Bronzeniet könnten von der Befestigung der Tasche am Gürtel oder von einem Schließblech stammen. Aus diesem Bereich stammt auch ein durch Eisenoxidausfällung konserviertes Gewebestück, Bastfaser, mglw. Flachs, Leinwandbindung, Dichte 3x4mm, Kette ist Z-Draht Garn, 0,2-0,3mm stark, Schuß Z-Draht Garn, 0,3-0,4mm Durchmesser."
Die erwähnte Blechstücke ähneln eher vierkantigem Draht, 2x3mm etwa, ein 5cm langes Fragment, an einem Ende etwa 1cm abgebogen, so etwa wie ein Dietrich, das andere 4cm lang, einfach gerade,
der Bronzeniet 13mm im Durchmesser, der Stift 12mm lang, ca 3mm im Durchmesser.
Eine weitere Tasche, ist bei den Ausgrabungen in Asseln in Dortmund zum Vorschein gekommen - afaik 6. oder 7. Jhdt. Im Gegensatz zu der Tasche in Gellep ist sie aber nicht aus Leder, sondern aus Holz.
Muß mal zuhause durchforsten, da habe ich noch Details.
Ja, tatsächlich habe ich auch keine Abbildung im Ntez gefunden, zumindest nicht auf die Schnelle. In "Die Franken" ist auch noch eine Tasche aus Düren abgebildet, auch sehr nett, was Dir gerade aber auch nicht weiterhilft. ;-)
Ich denke mal, wenn jemand eine "nicht so bekannte" Tasche findet wird er seine Informationen darüber aber sicher erts herausgeben wenn er sich diese Tasche selber schon hergestellt hat. Wollen wir nicht alle etwas, was nicht jeder hat? ;-)
Hallo ihr!...
erstmal vielen Dank für die Antworten.Den "Alemannen- Katalog" (auch "Neues Testament" genannt :-)) hab ich natürlich, und der Bügel ist mir bekannt.
Ich suche halt hauptsächlich weniger bekannte Belege, vielleicht hat sich der ein oder andere mal zufällig mit nem Archäologen drüber unterhalten oder hat mal mehrere Grabungsunterlagen gesichtet, sprich: hat Informationen, die über die üblichen "populistischen Sekundärquellen" hinaus gehen.
Falls irgendjemand ne Zeichnung/ Beschreibung von der Krefelder Tasche haben sollte, wäre ich dafür sehr dankbar.Das Internet schweigt sich darüber aus, wie fast immer, wenn es um Details geht.
Nochmals vielen Dank,
auf bald!! Wollo
Im Alamannenkatalog (Die Alamannen. Ausstellungskatalog Stuttgart 1998 - übrigens sehr empfehlenswert zu lesen, wenn man Alamannen darstellen will*g*) ist ein cloisonierter Taschenbügel mit Pferdekopfenden drin (Elgg, Grab 193) - aber das ist natürlich die Luxusvariante für eine Tasche. Ansonsten sind m.W. Taschenbelege nur sehr spärlich, da sich organisches Material bekanntlich nur in den allerseltensten Fällen erhält.
Hallo!
Bin gerade dabei, mein frühmerowingerzeitliches Outfit (Alamanne,letztes Drittel 6. Jhdt)nach einem Grabungsbefund (Kirchheim/Teck, Grab 12)anzufertigen, bzw.anfertigen zu lassen.
An einem Punkt bin ich jedoch bis jetzt recherchemässig gescheitert:
Die Gürteltasche.
Hab jedoch dunkel in Erinnerung, mal in einem Ausstellungskatalog einen Originalfund( allerdings fränkisch, glaub´ ich) gesehen zu haben. Leider hat mich die Merowingerzeit damals noch nicht allzusehr interessiert.Hat irgendjemand von euch Belege bzw.fundierte Theorien über besagte Gürteltaschen ( Form, Verschluss, etc.)? Vielen Dank,
auf bald!! Wollo