Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Noten für Mittealter-Lagerfeuerlieder

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Eintrag #6 vom 16. Okt. 2007 21:01 UhrMarkus Verflassen Profil

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ok, danke, die Zeit die wir darstellen ist leider etwas unterschiedlich und noch nicht genau festgelegt, wahrscheinlich so 1. kreuzzug.
mfg vlosse

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Eintrag #5 vom 16. Okt. 2007 16:53 UhrKaren Thöle Profil

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Das Singen am Lagerfeuer ist nur ein kläglicher Rest von etwas, das vor der Erfindung der Schallplatte ganz selbstverständlich war: das Singen zur eigenen Unterhaltung.

Ich halte es für unwahrscheinlich, daß es im Mittelalter Unterscheidungen gab in Lieder, die nur gesungen wurde, wenn ein Feuer brannte, und Lieder die nur gesungen wurden, wenn kein Feuer brannte. Ich denke, daß ein wichtigeres Kriterium war, ob jemand (oder vielleicht sogar jeder) der Anwesenden noch alle Strophen zusammenbrachte. Ich halte es sogar für wahrscheinlich, daß man, so wie es einem einfiel, auch Liebeslieder, sozialkritische Lieder und geistliche Lieder an einem Abend gesungen hat. Auszuklammern sind aber wahrscheinlich einerseits wirklich komplizierte mehrstimmige Lieder, andererseits liturgische Gesänge wie das Kyrie oder Sanctus.

Nun sucht Ihr aber nicht aus wissenschaftlichem Interesse nach solchen Liedern, sondern weil Ihr selber an Eurem Lagerfeuer passende Lieder singen wollt. Da kommt nur etwas in Frage, wo man sich leicht die Texte merken kann, also wohl eher nichts Französisches oder Lateinisches. Und wahrscheinlich stellt Eure Gruppe eine bestimmte Zeit dar, und da wäre es natürlich schön, wenn die Lieder zeitlich dazu passen. Und das kann - je nachdem, welche Zeit Ihr macht - schwierig werden.

Ich zähle Euch mal ein paar Quellen auf, die für Euch interessant sein könnten. Ich empfehle Euch, es damit nicht im Buchhandel zu versuchen, sondern in einer Bibliothek, und dann notfalls mit Fernleihe.

- Carmina burana (1. Hälfte 13. Jahrhundert). Enthält einige mittelhochdeutsche Texte, leider aber keine Melodien. Einige können aber durch Vergleiche mit anderen Handschriften rekonstruiert werden. Ausgabe:
Carmina Burana: lat. - dt.; Gesamtausgabe der mittelalterlichen Melodien mit den dazugehörigen Texten; Übertr., komment. u. erprobt von René Clemencic. Textkommentar von Ulrich Müller. Übers. von René Clemencic u. Michael Korth. Hrsg. von Michael Korth. - München : Heimeran, 1979

- Die Lieder Neidharts von Reuenthal. Ich zögere ein bißchen, sie jetzt schon zu nennen. Neidhart lebte am Anfang des 13. Jahrhunderts, aus dieser Zeit gibt es allerdings keine Melodieüberlieferung. Eine Handvoll Stücke mit Melodien gibt es aus dem 14. Jahrhundert, eine ganze Menge von seinen Liedern mit Melodien dann in Handschriften aus dem 15. Jahrhundert. Ob diese Melodien noch viel mit dem zu tun haben mit dem, was im 13. Jahrhundert gesungen werden? Ich bin skeptisch...
Edition: Neidhart-Lieder: Texte und Melodien sämtlicher Handschriften und Drucke, hrsg. von Ulrich Müller; Ingrid Bennewitz; Franz Viktor Spechtler. Endred.: Ruth Weichselbaumer. Über diese Ausgabe: deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?[…]

- Die Jenaer Liederhandschrift. Sie entstand im 14. Jahrhundert und enthält eine ganze Menge deutschsprachiger Lieder; das bekannteste ist wohl "Loibere risen".
Edition: Die Jenaer Liederhandschrift, hrsg. von Georg Holz; Franz Saran; Eduard Bernoulli.
Bd. 1: Getreuer Abdruck des Textes, hrsg. von Georg Holz [Reprogr. Nachdr. der Ausg. Leipzig 1901].
Bd. 2: Übertragung, Rhythmik und Melodik, bearb. von Eduard Bernoulli und Franz Saran [Reprogr. Nachdr. der Ausg. Leipzig 1901].

- Mönch von Salzburg: etwa 1400.
Ausgabe: Der Mönch von Salzburg: die Melodien zu sämtlichen geistlichen und weltlichen Liedern, hrsg. von Hans Waechter und Franz Viktor Spechtler. - Göppingen : Kümmerle, 2004 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 719)

- Oswald von Wolkenstein: 1. Hälfte 15. Jahrhundert. Was die einstimmigen Lieder anbelangt, ist es allerdings nicht ganz einfach, da etwas zu finden. Die Gesamtausgabe seiner Lieder von Schatz und Koller schreibt einfach die originale Notation ab, und das kann man als Laie nicht so einfach lesen. Einige Melodien gibt es auch im Anhang einiger Textausgaben, aber dann entweder nicht alle oder mit neugeschaffenen neuhochdeutschen Texten darunter. Vielleicht hilft euch dieses Buch weiter:
Text und Musik bei Oswald von Wolkenstein : Edition und Interpretation der 40 einstimmigen, einfach textierten Lieder in der Fassung der Handschrift B, von Elke Maria Loenertz. - Frankfurt am Main [u.a.] : Lang, 2003

Ach ja, und wenn Ihr dann die Lieder habt, dann laßt bitte die Gitarre weg (meine Assoziation zu "Lagerfeuer-Romantik"), und klampft auch keine Akkorde auf der Cister, Laute, oder was immer Ihr da habt. Das Denken in Akkorden ist eindeutig erst nach dem Mittelalter entstanden.

Frohes Singen wünscht
Karen Thöle

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Eintrag #4 vom 16. Okt. 2007 10:53 UhrGeorg Mackowiak Profil

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Du schreibst:
>Gab es im Mittelalter auch schon so lieder, die man gerne am Lagerfeuer gesungen hat?

Hm, keine Ahnung, vermutlich ja. Wobei, 'Lagerfeuer' dürften eher selten gewesen sein, da man auch "im Mittelalter" daheim im Hause wohnte. Und wie das Leben in militärischen Zeltlagern war, dürfte nicht viel anders als in anderen Militärlagern gewesen sein, somit ist es eher unwahrscheinlich, dass Soldaten im Einsatz abends ans Singen dachten. Wer zivil auf Wanderschaft war, mag vielleicht abends gesungen haben, weiß ich nicht. Kenne ich auch keine Untersuchungen zu.

>wenn ja, kann mir jemand Noten schicken?

Nein.

Georg

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Eintrag #3 vom 16. Okt. 2007 10:18 UhrAlexander Klenner Profil

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Mir war neu, daß es die Mittelalterszene und ihre Auswüchse bereits im Mittelalter gab.

Oder warum sonst wird auf die Frage "im Mittelalter" ein Szenelied gepostet?

Zur Fragestellung:
Reine Lagerfeuerlieder in dem Sinne vielleicht nicht, aber ich würde mal diese Kategorie durchwühlen, hier finden sich schon einige Lieder oder zumindest Angaben, wo man solche findet, einige davon sollten es für diese Zwecke auch tun.
Gruß, Ivain

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Eintrag #2 vom 15. Okt. 2007 21:14 UhrLars-Christoph Klein Profil

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Also, fangen wir mal mit den einfachen Liedern an:

Oh Tannenberg, oh Tannenberg,
Wie nass sind deine Fluten.
Es ist nicht nur von oben nass,
Nein, auch von unten, wo das Gras.
Oh Tannenberg, oh Tannenberg,
Wie nass sind deine Fluten.

Oh Tannenberg, oh Tannenberg,
Wie nass sind deine Fluten.
Es ist nicht nur im Zuber nass,
Doch macht es dort am meisten Spaß.
Oh Tannenberg, oh Tannenberg,
Wie nass sind deine Fluten.

Die anderen Strophen hab ich im Moment leider nicht im Kopf...ich trag sie dann mal nach!
Grüße aus Samarkand

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Eintrag #1 vom 15. Okt. 2007 20:47 UhrMarkus Verflassen Profil

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Habs im Mittelalter auch schon so lieder, die man gerne am Lagerfeuer gesungen hat? wenn ja, kann mir jemand Noten schicken?
mfg vlosse

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