Also ich habe die Frankenflöte und finde sie echt schön, gut spielbar und sie hat einen tollem Klang.
Probleme hatte ich nur im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten, wobei mir da eher fehlende Querflötenkenntnisse im Weg waren, denn den Ton einer Querflöte kann man ja beeinflussen durch Drehung -> Veränderung der Anblaswinkels.
Innen ist sie auf einer Seite mit einem Korken verstopft, was wahrscheinlich nicht historisch ist, aber den Vorteil hat, das man ihn auch bewegen kann und so die Flöte noch etwas nachstimmen kann.
Ich denke mal die Stimung ist aber an moderne Flöten angelegt, denn hier kommt mach dem C ein D, und kein Cis.
Ich habe auf meiner Fetsplatte nochmal nachgeschaut und festgestellt, daß ich in meiner ersten Antwort nur einen Teil der Texte zur Göttinger Blockflöte angegeben habe. Die restlichen sind:
Dietrich Hakelberg: Some Recent Archaeo-organological Finds in Germany; in: The Galpin Society Journal 48 (1995), S. 3-12 (Göttinger Flöte, Lübecker Flöte 17.-18. Jh.)
Rainer Weber: Recorder Finds from the Middle Ages, and results of their Reconstruction; in: The Galpin Society Journal 29 (1976), S. 35-41 (Dordrecht-Flöte, Würzburg-Flöte; noch vor der Entdeckung der Göttinger Flöte)
Hans Reiners: Reflections on a Reconstruction of the 14th-Century Göttingen Recorder; in: The Galpin Society Journal 50 (1997), S. 31-41 (Göttinger Flöte, Vergleich mit Ganassi-Grifftabellen)
Dietrich Hakelberg: Eine mittelalterliche Blockflöte aus Göttingen. Mit einem einleitenden Beitrag von Betty Arndt; in: Göttinger Jahrbuch 1994, S. 95-102 (Fundumstände, allgemeine Beschreibung)
Außerdem gibt es in dem schon weiter oben genannten "sassen speyghel"-Buch noch weitere Artikel über Musiker und archäologische Funde von Musikinstrumenten-Resten.
Erstmal vorweg: Was meinst Du mit "normalen Mittelalter-Flöten"?
Das mit dem "vorhandenen Exemplar" wäre nicht unbedingt nötig, verhindert aber, daß Du einzelne Löcher extrem groß und andere sehr klein machen mußt, um auf eine brauchbare Stimmung zu kommen. Und Du erhöhst die Chance, daß auch übliche Gabelgriffe für Halbtonschritte passen.
Dabei muß die Größe nicht direkt übereinstimmen; Du kannst Dir z.B. auch eine schematische Zeichnung kleiner oder größer kopieren. Eine Abbildung z.B. der Göttinger Flöte könnte da auch hinkommen. Wichtig wäre aber, nicht die Gesamtlängen der Flöten zu vergleichen, sondern die Länge der schwingenden Luftsäulen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, wieviel das jeweils ist: Es gibt für unter 10 Euro Plastik-Querflöten für Kinder, die man entsprechend abmessen könnte.
Ohne Dich von diesem Forum abwerben zu wollen: Schau doch auch mal ins Forum bei www.spielleut.de - ich weiß nicht, ob wir genau das Thema da schon einmal hatten, aber vielleicht kann Dir da noch jemand besser weiterhelfen, als ich mit meinen zwei linken Händen das kann.
Hab noch ganz vergessen zu fragen, ob jemand einen Link diesmal zu einer normalen Mittelalter Flöte kennt, wo erklärt wie man diese baut? Hab leider kein original zu verfügung um abmessungen zu machen. :(
Eine archäologisch ergrabene oder sonstwie erhaltene Traversflöte aus dem 14. jahrhundert kenne ich leider nicht. Vielleicht ist aber eine erhaltene Blockflöte aus dem 14. Jahrhundert, die in einer Göttinger Latrine gefunden wurde, hilfreich für Dich. Beschrieben ist sie in drei Texten:
Ausgegrabene Klänge: archäologische Musikinstrumente aus allen Epochen; Drents Museum in Assen (NL) ... / Annemies Tamboer; Red.: Vincent van Vilsteren
Hans Reiners, Die Kunst des Pfeiffen-Machers. Die Göttinger Blockflöte rekonstruiert. In: Realienforschung und Historische Quellen. Archäologische Quellen aus Norddeutschland, Beiheft 15, 237-245.
ders, Rekonstruktion einer mittelalterlichen Blockflöte aus dem 14. Jh. In: Fansa, M. (Hrsg.), Der sassen speyghel: Ein Rechtsbuch spiegelt seine Zeit. Ausstellungskatalog Oldenburg (Oldenburg 1995)
Das Besondere an dieser Flöte ist, daß der Unterschied vom tiefsten zum zweittiefsten Ton nicht, wie heute üblich, einen Ganzton beträgt, sondern einen Halbton (wenn sie so groß wäre wie eine Sopran-Blockflöte, wäre also der unterste Ton cis, nicht c). Wenn man auch Musik aus dem 14. Jahrhundert spielt, paßt das hervorragend zu den Discant-Stimmen.
Wenn Du Dich nicht nach der Beschreibung dieser Blockflöte richten willst, sondern etwas experimentieren willst: Ich habe mal eine Beschreibung zum Bohren von Blasinstrumenten-Löchern gelesen.
Zuerst mußt Du das Instrument zum Klingen bringen, also die Bohrung fertig machen, das Ende verstopfen, das Anblasloch fertig machen. Dann nimmst Du ein fertiges Instrument gleicher Länge und überträgst die Position der Löcher mit einem Bleistift. Dann bohrst Du das unterste Loch, erst sehr klein. Der Ton bei geöffnetem Loch wird dann wahrscheinlich viel zu tief sein (alles immer im Verhältnis zum Grundton). Du mußt das Loch dann ganz, ganz vorsichtig erweitern und immer wieder ausprobieren, bis der Ton die richtige Höhe hat. Und so verfährst Du mit allen weiteren Tönen. Wichtig: Immer von unten nach oben!
Ich habe auch schon von einer Traversflöte gehört, die man hier kaufen kann: www.cab-onlineshop.de (Musikinstrumente => historische Instrumente => sonstige Blasinstrumente => Mittelalter-Frankenflöte), die sich anscheinend an Abbildungen orientiert, aber ob sie (zumal zu diesem Preis!) was taugt, weiß ich persönlich auch nicht.
Da ich sehr musikalisch bin, und auch mehrere Insturmente Spiele, möchte ich mich nun mal an der Traversflöte versuchen.
Nun, kennt jemand ein Buch oder einen Link, wo beschrieben wird, wie man so eine Traversflöte selber baut? Es geht mir vorallem darum, wegen den berechnungen von den Grifflöchern und dessen Stimmung. Wenn möglich sollte es eine anchbildung einer flöte aus dem 14 Jahhundert werden.
Oder was auch gehen würde, wenn jemand einen guten Flötenbauer kennt, der eine solche zu einem angemessen Preis Herstellen kann.