Ich weis das ein Gambeson keine Matratze ist, aber im Prinzip kann man diesen doch als Unterlage benutzen??. Dann kann man das Praktische mit dem nützlichen verbinden!? Ich überlege wie das früher soldaten gemacht haben?? Haben die in Klamotten geschlafen damit es nicht so Kalt war, oder hatten sie Umhänge/Decken zum einwickeln und konnten so auf ihrem Gambeson liegen???
Falls ich jemals mein Gambeson fertig haben werde, würde ich es als Unterlage benutzen weil es dann eh den wenigsten Platz wegnimmt!
Das hab ich so gemacht. Zwei Leinensrücke von 90cm mal 230cm und dann zusammennähen. das Geht genauso.
Aber Vorsicht!! wenn du es so richtig “A” haben willst, bedenke, daß äußserst wenige Webstühle im Mittelalter breier als 70 bis 80 cm waren. Du müstest als noch einen Längsstreifen drannähen, wenn du es ganz “A” machen willst. Die Arbeit würde ich mir aber beim ersten Teil noch nicht machen, wenn es schnell gehen soll.
Laß dann entweder Oben offen oder an der Seite, so daß noch ein Strohballen reinpaßt (erspart Arbeit beim füllen). Den Schlitz nästelst du dann am besten zu, ich hab fünf mal genästelt.
In Eintrag 25 schreibt Dietrich als “Bauanleitung” für die Strohmatratzen: “zwei rechteckige, jeweils 2,2 mal 1 Meter große Leinenstücke … und einen umlaufenden Streifen von etwa 5 cm Breite”. Kann man diesen umlaufenden Streifen vielleicht auch weglassen und etwas ßhnliches wie einen Bettbezug nähen (erspart eine ziemlich lange Naht)? Welche Höhe ergibt sich bei einer solchen Strohmatratze, und welche Stoffbreite würde ich brauchen, um auf etwa 70 cm Breite für die Liegefläche zu kommen?
Bis denn
Karen Thöle (die gespannt ist, ob sie es in der nächsten Saison wärmer hat als in der letzten)
ßhm…jaja, ich weiß. Ein Gambeson ist keine Matratze! ;o) Ich meinte auch mehr die Machart des beschriebenen Schlafutensils. Die Herstellung dürfte also kein Problem gewesen sein, meine ich…ach es ist spät! Wünsche wohl zu ruhen! Andreas
Nochmal: Danke! Und noch ne Frage (ja, das nervt…): Mir wurde mal was von gesteppten Roßhaarmatratzen erzählt, also Leinen mit dazwischengestepptem Roßhaar, Größe wie eine handelsübliche Iso-Matte, aber etwas breiter, die Dicke wurde mit der Stärke von drei bis vier Lagen Isomatte beschrieben, die Grundcharakteristik mit “hart, aber gerecht” und der Isolierwert mit “gut”. Ist was dran an dem Gerücht? Roßhaar ist recht verrottungsfest, Leinen dürfte auch recht robust sein, soweit ist das ganze nachvollziehbar und auch umsetzbar, aber eine Frage bleibt: Gab es die Teile? Hat jemand Belege? Gruß Ivo
Och, Ivo, DU kannst vielleicht Fragen stellen! Also: In geschlossenen Räumen ja, dafür gibt es Bildbelege. Im Feldlager- keine Ahnung; es ist schon lange her, daß ich zum letzten Mal in einem mittelalterlichen Feldlager war :-) Es gibt einige Bilder, die liegende Leute in Zelten zeigen; und das setzt wohl voraus, daß die sich auf irgend etwas draufgelegt haben. Und da Strohsäcke bekannt waren…. Es kann natürlich genauso gut sein, daß sich die Leutchen einfach Stroh auf den Boden gestreut haben; da sie das Zeug bei Lagerabbruch nicht zu entsorgen brauchten, konnte ihnen die dabei entstehende Sauerei egal sein. Imprägnierung des Strohsacks: Keine Ahnung. Es gibt keine Belege. Nur: Wenn ich so etwas besitze und nicht weiß, ob ich in nächster Zeit Nachschub bekomme, werde ich den Kram doch wohl pfleglich behandeln, oder? Was drunter legen oder auch das Material imprägnieren, zum Beispiel. Aber das ist alles Spekulation, beruhend auf eigenen Erfahrungen und dem wenigen, was ich über das Militär des 15. Jhd. weiß. Ich persönlich besitze einen nicht imprägnierten Strohsack. Im Zelt streue ich, wenn das möglich ist, Stroh als Unterlage aus, wenn das nicht geht, lege ich eine imprägnierte Plane unter.
Noch ´ne Frage zum Strohsack: War des Teil im Feldlager gebräuchlich oder eher in geschlossenen Räumen? Und, falls im Feldlager: War der Sack ein “Wegwerfprodukt” oder “Verschleißartikel”, den man auf den nackten Boden warf, oder wurde er imprägniert, bzw. mit einer “Schutzschicht” darunter vor der Bodenfeuchtigkeit geschützt? Neugierig grüßt Ivo
Danke für die Strohsack-Infos! Stichwort “Alter Fritz im Feldbett vorm Kamin”: Meines Wissens war das eine Notlösung, da der Gute die Gicht in den Knochen hatte und das Schlafzimmer nicht oder nicht so effektiv beheizt werden konnte. Der einzige Zweck war, näher beim Kaminfeuer sein zu können, als dies mit dem Paradebett möglich gewesen wäre, und hat nichts mit ßberzeugung oder der Sehnsucht nach dem unbequemen leben im Felde zu tun. Friedrich war krank und wollte seine Knochen warmhalten. Um 1750 war er bereits 62 Jahre alt. Gruß Ivo Gruß Ivo
Welcher Stoff genau, ist wohl nicht soooo wichtig. Leinen oder Wolle sind aber wohl die besten Lösungen. Was recht wichtig für die Geruhsamkeit der Nacht werden kann, ist die Dichte des Stoffes. Wenn nämlich die Strohhalme durchkommen, ist Essig mit der Kuscheligkeit
Moin Andre. Die einzigen mir bekannten “originalen” Strohsäcke stammen aus diesem Jahrhundert, deswegen kann man über mittelalterliche nicht viel sagen; da gibt es lediglich einige Abbildungen. Anhand dieser, verschiedenen Erfahrungswerten und den erwähnten “modernen” Strohsäcken habe ich eine freie Rekonstruktion entworfen: Material: Festes, dicht gewebtes Leinen. Läßt sich gut verarbeiten, zum Transport auf geringe Größe zusammenrollen und trocknet, wenn es mal naß werden sollte, schneller als Wolle. Grobes oder locker gewebtes Leinen läßt Strohhalme durchpieksen. Form: Wie eine flache Matratze. Also zwei rechteckige, jeweils 2,2 mal 1 Meter große Leinenstücke nehmen und einen umlaufendne Streifen von etwa 5 cm Breite einnähen, so daß erwähnte Matratzenform entsteht. An der Oberseite der Matratze einen ca. 50 cm langen Schlitz einschneiden, versäumen und mit Bändseln zum Zuschnüren versehen; durch ihn wird das Stroh eingefüllt und auch wieder entleert. Diese Matratze scheint zunächst etwas ßbergröße zu haben, was sich aber schnell ändert, wenn sie gefüllt wird; es gehört eine Menge Stroh hinein (etwa 1/2 Ballen herkömmlicher Größe), was dem Ganzen zunächst Wurstform verleiht, bis man sich eingelegen hat.
Hallo! Kann mir jemand einen Tipp geben, aus welchem Stoff die sogenannten Strohgsäcke gewesen sind? Wie waren sie verschlossen? Welche Größe hatten sie ungefähr? Ich überlege zur Zeit mir einen “Sack” aus einer Militär-Decke(aus dickem Filz, Farbe grau und günstig zu bekommen)zu machen. Würde mich freuen, wenn mir jemand konstruktive Tipps geben könnte. MfG
Das ist mir schon klar, ich wollte nur mal den Vergleich zeigen, das Große Leute auch trotz Hofstaat, Bett und Zucker im Hintern das Feldbett geschätzt haben (soviel nur zum verwöhnten Adel) Sollte jedenfalls keine Quellenangabe zum HMA sein!!
Hehe…na klar! Unser Pierre wieder…Du machst Dir auch ein Spässchen daraus, uns immer erst ein paar Tage herumrätseln zu lassen bevor Du dann mit einer Lösung herausrückst… ;o) Gruß Andreas
Wenn Ihr mal in Paris seit geht doch mal ins Musee de Ekolle Militär dort haben sie ein Feldbett von 1396 in der Mittelalterabteilung. Es besteht aus einem Balkenrahmen mit vier Füßen und einer Seilbespannung (ßhnlich einem Fischernetz)ßbrigens im alten Prinz Eisenherz Film kann man ein änliches Bett sehen. In der Einstellung wo der Prinz im Kerker sitzt und von diesem Bett das Seil zur Flucht entnimmt. Gruß Pierre
In bezug auf A - Betten ferweise ich nur auf Asterix.Oder Bücher der Möbelkunde in einer Guten Bücherrei,oder Friedrichs Tabellenbuch (Holztechnik)Seite 6-29
Grüß Euch, weiter unten habe ich die bespannten Betten schon mal geschildert, das in Lanzarote könnte ja sowas sein!?! Wieso Filzmatte fetten? Man nehme richtigen handgemachten Filz, sehr einfach selbst zu machen, und hat eine fertige, warme, weiche Matte. Benutze ich als ehemaliger KzK-Filzer noch heute, auch habe ich eine Filz-Satteldecke, einfach genial!
War echt interessant bei euch reinzuschauen. Ich arbeite im moment auch noch mit Kunststoff/Alu unter den Fellen am Boden. Wäre eine gefettete Filzmatte als Isomattenersatz denkbar - d.h. “a”