Da wir ja hier mit den Jahrhunderten recht grosszügig sind (tausend Jahre rauf, tausend Jahre runter), möchte ich ein weiteres Beispiel einer emanzipierten skandinavischen Frau anbringen, genau genommen eines Mädchens, die mir inzwischen im Kontext zu diesem Thread einfällt: Pippi Langstrumpf.
Mit besonderem Verweis auf bestimmte Textpassagen des Titelsongs zur Serie : Zwei mal drei macht vier widdewiddewitt und drei macht neune, ich mach mir lalalala…
vor Christi Geburt gabs zwar Menschen in Skandinavien, allerdings kennen wir die wohl eher als Goten oder Vandalen denn als Wikinger. Kimbern könnte man auch dazu zählen.
Der Schriftsteller Plutarch berichtet in seinem Werk “Das Leben des Marius”
(eine Biographie über den römischen Feldherrn und Staatsmann Gaius Marius) über den Untergang der Kimbern und Ambronen.
“Als die Ambronen in der Schlacht bei Aquae Sextiae zurückwichen, traten ihnen die eigenen Weiber mit Schwertern und Beilen entgegen, fürchterlich zornig, und wehrten die Flüchtenden wie die Verfolger ab.”
“Die Weiber der Kimbern töteten ebenfalls die Fliehenden, ihre Männer, ihre Brüder, ihre Väter. Dann begingen sie Selbstmord.”
Auch bei Tacitus in “De Origine et Situ Germanorum” kann man nachlesen, daß die germanischen Frauen und Kinder während der Schlacht direkt hinter den germanischen Linien bei ihren Wagenburgen standen. Sie feuerten ihre Männer und Verwandte mit Rufen an und bei einer Niederlage flohen sie nicht, sondern begingen Selbstmord.
Hier habe ich die genauen Positionen der Textpassagen gerade nicht zur Stelle, sie können aber von jedem (leidgeprüften) Lateinschüler gefunden werden.
Unisono beschreiben die Geschichtsschreiber, daß die germanischen Frauen mit Waffen als letzte Möglichkeit eine moralische Bedeutung für ihre Angehörigen hatten, in der Schlacht aber als Kämpferinnen taktisch, nicht auftraten.
Das Auffinden von Frauenleichen im Schlachtenbereich rühren von o.a. Aspekten her und sind als ein Beleg für die “Kämpfende Frauen ” ein mißbrauchter Mythos antiquierter Rassenideologien.
halte ich die aufgebrachte These von kämpfenden Frauen in Kalkriese für unglaubwürdig. Vor allem da in den Quellen eindeutig der Tross aus Frauen und Kindern erwähnt wird.
Leute führt Euch mal vor Augen wie jung der Emanpizationsgedanke erst ist und und wie wenig im Prinzip wirklich davon bleibt …….
Sylvia, die jetzt mal die Wagner-CD auflegen geht …..
Das es wahrscheinlich über die Symphyse geschieht, welche bei einer Schwangerschaft physiologische Veränderungen durchmacht. Andere Beckenveränderungen wären mir jetzt eher neu.
Man kann an den Beckenknochen einer Frau auf jeden Fall nachweisen, ob sie Kinder bekommen hat oder nicht, auch wenn das Skelett schon einige hundert Jahre alt ist (Quelle: Dr. Olav Röhrer-Ertl, Anthropologe, arch. Staatssammlung München). Ob so auch die Anzahl der Kinder bestimmbar ist, weiss ich allerdings nicht.
Was Kalkriese betrifft so sind es meines Wissens zumindest größtenteils Knochengruben, von Individuen die länger unbestattet waren und zusammengekehrt wurden. Sie enthalten Mann, Weib und Tiere.
Und die mündliche Tradition, mein Opa hat viel erzählt und wenn er von Geschichte erzählt hat, dann dass, was man so in den 30igern und 40igern erzählt hat, nicht von Herrenmenschen aber von den tollen Helden von damals, wie sie z.B. in Geschichtsromanen dargestellt werden , als Quelle überaus unbrauchbar.
Die Untersuchungen beziehen sich auf Skelettfunde und beigesetzt wurden im hohen und späten Mittelalter arme und reiche gemäss der gleichen Prinzipien. Habe gelesen, dass jede Geburt am Becken der Frau durch den Durchtritt des kindlichen Schädels eine Spur hinterlässt und man an der Anzahl der Spuren die Anzahl der Geburten ableiten kann - bin kein Humani und kann daher nicht sagen, ob es der Wahrheit entspricht.
Kirche hat im hohen und späten Mittelalter eine gesellschaftlich entscheidende Rolle gespielt, und die Haltung zur Verhütung hat sich nicht wesentlich geändert.
Wenn in Kalkriese Frauenskelette eingehüllt in irgendeine Form von Rüstung, Protektion oder in einem Fundzusammenhang mit Waffen gefunden wurden, könnte man daraus schliessen, dass sie mit Waffen zugange waren - und diese Zusammenhänge ergeben sich aus Bodenfunden, alles andere ist freie Interpretation. Es ist dann aber eigentlich immer noch nicht klar, ob sie für den Gegner offensichtlich als Frau unterwegs waren.
Nur mal so zur Wiederholung - in der Ausgangsfrage ging es um Wikinger.
tut mir leid, ich habe Deine letzten Beiträge mehrmals gelesen, aber ich begreife nicht, inwieweit die als Nachweis für das Thema waffenführende Frauen im Mittelalter taugen sollen?
Du thematisierst Skelettfunde in Kalkriese und eine ältere Nachbarin die in ihrer Jugend das Bogenschiessen gelernt und praktiziert hat, schön und gut, aber wo ist da der Nachweis für waffenführende Frauen im Mittelalter? Dann können wir auch das Thema Wasserspülung hernehmen, die gab’ s bei den Römern und gibt’s in der Moderne auch, also gab es sie auch zwischendurch oder was?
Dein HInweis auf die Dauer des Mittelalters und die Ausdehnung Europas ist ja richtig, hältst DU Dich auch selbst dran?
Grüße
Wolfgang
P.S.: Rechtschreibreform hin oder her, eine zumindest rudimentäre Einhaltung bestimmter Regeln erleichtert das Lesen und zeugt somit von einem absoluten Mindestmaß an Respekt gegenüber den Lesern!
die schimpfe( hochdeutsch schelte)die jetz kommtgehört hier zwar nicht unbedingt hin,passt aber
1.Mit oma mewes ist unsere Nachbarin gemeint, und die hat eben eine ähnliche erziehung wie meine töchter genossen.
das kalkriese kein mittalter ist, weiß auch ich. und das hier fast nur die hauptsächlich kirchliche überlieferung gilt, weiß ich mittlerweile auch. noch anerkannt wird vielleicht die überlieferung der gesellschaftlichen oberschicht, wenn sie denn staatstragend ist. wie z.b. bauernbefreiung durch die hardenbergschaftlichen reformen und einführung der allgemeinen schulpflicht nach 1800, sowie z.b. edelfreie männer konnten im ma nicht lesen und schreiben waren aber alle waffenkundig und waffenfähig und was es sonst noch an leicht zu widerlegendem blödsinn in den geschichtsbüchern gibt.
und die bodenfunde?
na die funde sind gut, sauberpräpariert und ihre interpretation ist oft von keiner sachkenntnis getrübt. man könnte ja mal dem volk aufs maul schauen und gucken, ob ähnliches oder gleiches vielleicht sogar in der gegend des fundortes noch in gebrauch ist oder ob jemand so etwas schon mal aus neuerer zeit gesehen hat. könnte man, wenn man nicht wissenschafter wäre. aber das gemeine ungebildete volk hat ja keine ahnung.
2.
zur wirkung eines pfeilschusses mit einem 32 lbs bogen ein bild in meinem profil fotoalbum bögen (der gezeigte bogen wars nicht)
der pfeil ist 10mm kiefer, die spitze stahl geschliffen ca. 250grain, das leder rindsspaltleder 2×2mm dick.
Das stück leder hing frei, abstand zwischen den lederschichten ca 3 cm, der pfeil wurde mit einem 32lbs “flitzebogen” geschossen, entfernung 6m.
es tut mir ja schrecklich leid, den experten dauernd nicht glauben zu können, aber 1721 einführung der schulpflicht im land braunschweig, 1517 die erklärung, das es unrecht sei, das ein christenmensch einem anderen gehöre und somit waren alle christen im land braunschweig und hannover persönlich frei und den sachsen spiegel hat definitiv ein edelfreier und kein mönch namens eike von repgow geschrieben. und julius , herzog zu braunschweig, war zwar sehr gelehrt aber nicht waffenfähig, der arme kerl konnte kaum laufen, war aber hochangesehen.
wisenschaftliche untersuchungen beziehen sich immer auf den untersuchten gegenstand und sind meist nicht zu verallgemeinern.
immer daran denken
MA: von ca 400n.chr- ca 1500 nchr.
Europa:
von norwegen bis italien, von Russland bis frankreich. so habe fertig
Scheinbar hat man das jedoch im Mittelalter nicht. Die Zahl “circa alle zwei Jahre” kommt aus wissenschaftlichen Untersuchungen und muss daher wohl kaum andiskutiert werden (Enfance au Moyen ßge. classes.bnf.fr/ema/accueil.htm,
Sandra Schmid. Kindheit im Mittelalter. SE: Die Stadt im Mittelalte Leiter: Dr. Ch. Janotta, Dr. R. Krammer. Universität Salzburg SS1999 Institut für Geschichte).
Kalkriese ist alles andere als Mittelalter, und nur mal so als Einwand: Die Anwesenheit von Frauenskeletten belegt nicht, dass diese tatsächlich an kriegerischen Aktionen beteiligt waren. Vielleicht wollte sie nur ihrem verwundeten Schatz zur Hilfe eilen und wurde dabei selbst tödlich verletzt.
Wacholder ist in den Dosierungen, in denen er zuverlässig einen Schwangerschaftsabbruch bewirkt, in Abhängigkeit vom Wirkstoffgehalt der Pflanze ( der von Jahr zu Jahr anders sein kann) eine Endlösung: Wer tot, der nicht schwanger, logisch. Es gibt eine Menge Pflanzen, die eine derartige Wirkung haben, aber sie sind für einen nicht unerheblichen Teil der Frauen lebensgefährlich. Es sind im Laufe der letzten Jahrhunderte genug Frauen bei versuchten Verhütungsaktionen und Schwangerschaftsabbrüchen ums Leben gekommen.
Es gibt Abbildungen des 14. Jahrhunderts von Frauen auf Kaninchenjagd mit Bogen, das hat niemand bestritten.
Andererseits sollte man bedenken, dass das Spannen eines 50 oder 60 Pfund-Bogens eine nicht zu vernachlässigende Beanspruchung der Bauchmuskulatur darstellt, bei Schwangeren zu Komplikationen führen kann und in einer fortgeschrittenen Schwangerschaft aufgrund der “ßbungskontraktionen” sehr unangenehm ist.
Heute kriegt man Bogenschiessen vom Gyn verboten.
Ich selbst beschäftige mich mit Schaukampf und Bogenschiessen (und zwar praktisch), aber wenn auf Veranstaltungen, dann in Mannerklamotte (Ausnahme Walpurgis ;-)).