Die Suche scheint gerade einen Bug zu hab en, daber dafür gibt es ja schliesslich auch Kategorien hier im Forum: Darstellung→Frauen, Ausrüstung→Bekleidung etc. und dann auf die passenden Themen klicken.
Oder die Seite einfach mittels Google durchsuchen.
Du schreibst: “Leinen als Cotten-Stoff ist wenig wahrscheinlich, das ist ein altes Streitthema (benutze mal die Such-Funktion).” Das habe ich getan, weil mich dieses Thema auch beschäftigt, aber ausser diesem “1200 Fusssoldat” hat die Suche nichts ergeben. Wo finde ich die erwähnten Diskussionen?
Weiter schreibst Du: “Und es sieht Sch…. aus.” Wie meinst Du das? Geht es um den Faltenwurf oder um was sonst?
Naja vielleicht hätte ich genauer werden müssen. Ich meinte eigentlich grundlegendes Essgeschirr, nichts weiter (Für alles andere habe ich momentan sowieso kein Geld, weil ich ja erst die korrekte Kleidung machen muss) und auf eurer Seite steht zu diesem Thema eben genau das, was ich wissen wollte.
ich weiß nicht, welche Homepage Du angesehen hast, auf der AG HMA Homepage steht meines Wissens nichts über Lagerausrüstung (ich weiß das einigermaßen genau, denn ich habe die Homepage irgendwann mal gebaut). Wir haben im Klamottenzettel einen kurzen Absatz über Zelte und einen Zweizeiler über Strohsäcke als Matratzen.
Und ob das so “interessant” ist? Nach einer ersten Durchsicht stehen da auch keine falschen Informationen.
An sich finde ich, das Thema ist wirklich ausreichend besprochen, nur der Wunsch eine Sache zu sagen, manifestierte sich bei mir in den letzten Tagen:
Meiner Ansicht nach entsteht sukzessive eine etwas falsche Sichtweise bei einigen. Grundsätzlich ist dieses Hobby- und ich meine damit möglichst qualitative Rekonstruktion der Kleidung und Sachkultur einer Epoche- wie jedes andere auch: es entstehen erst einmal “relativ hohe” Kosten für den Einstieg. Relativ daher, weil eben eine Grundausstattung angeschafft werden muss, die ich einfach mal mit ein paar allgemeinen Büchern über die Epoche (jenseits von geliehenen Werken aus der Bibliothek),einem einfachen Satz Kleidung, bestehend aus Unterwäsche, Oberbekleidung, und einem Kälte/Wetterschutz, sowie Essbesteck definiere.
In Relation zu anderen Hobbies ist das nicht mal so sehr hoch, die meisten Sportarten mit Ausrüstungsbedarf bewegen sich in ähnlichen, sogar höheren Dimensionen.
Die Kosten hierbei können durch vermehrte Eigeninitative und Geduld gedrückt werden, ein Kauf ist zwar möglich, aber teuer, was einfach daran liegt, dass ein sehr wesentlicher Teil des Hobbys eben die Herstellung der Ausrüstung, und nicht, wie z.B. bei Sportarten, deren Benutzung ist. Entsprechend anders geartet das nötige Know-How.
Alles, was darüber hinaus geht, und auf der gleichen Qualitätsstufe liegt, ist schon weniger günstig. Das, was viele hier als “Lagerausstattung” bezeichnen, ist nichts anderes, als eine mehr oder weniger vollständige Rekonstruktion eines Haushaltes einer anderen Epoche- je nach Bedarf grösser oder kleiner.
Ebenso Ausrüstung militärischer Natur: so etwas wie eine “billige” Rüstung gibt es nicht, so sie den gleichen Ansprüchen genügen soll.
Wir reden hier davon, wiederrum, eine mehrteilige Ausrüstung, die schon zum Zeitpunkt der damaligen Epoche teuer war, und die von Leuten mit viel Erfahrung und Know How, was heute oft fehlt, nach jahrhundertealten Vorlagen zu rekonstruieren. Das kostet Geld, _viel_ Geld, machen wir uns nichts vor. Es feht nicht darum, in irgendwelchen Shops irgendeinen Eisenhut zu kaufen, der “so ungefähr wie” aussieht.
Selbst wenn ich mir einem prallen Geldbeutel an die Sache rangehe, wird die Warteliste derer, die noch in der Lage sind, halbwegs an die damalige Qualität ranzukommen, und Ergebnisse zu schaffen, die das Wort “Rekonstruktion” verdienen, mir eine Strich die Rechnung machen, wenn ich meine, dies innerhalb Wochen oder vlt. auch wenigen Monaten zu erreichen.
ßhnlich geartet ist das wieder mit der Darstellung von schon damals größtenteils sehr, sehr reichen Leuten, sei es Adel, Grossbürger oder sogar freie Bauern.
Und bei diesen Dingen fehlt noch der Faktor, dass man, um einigermaßen Qualität zu erreichen, sich sehr intensiv mit der Materie beschäftigen muss, viel lesen (und zwar nicht im Internet, wo häufig nur immer die gleichen Interpretationen wiedergekäut werden), das heisst teils Bücher erstmal zu suchen, die man kaum bekommt, teils Originaltexte lesen.
Zusammengefaßt: eine absolute Grundausrüstung kann man inv erhältnismässig geringer Zeit und mit geringen Kosten, entsprechendes Geschick, Geduld und Eigeninitiative, auch mit Beratung durch andere, wie hier im Forum, zusammenbekommen.
Für alles weitere sollte man sich klarmachen, dass man viel Zeit und auc teils viel Geld braucht.
Mal eben eine komplette Darstellung einer Person mit Kleidung, grundlegendem Haushalt und Militärausrüstung auf einem hohen Niveau aus dem Boden zu stampfen, das klappt nicht von heut auf morgen, das kann nur einfach etwas anderes werden, als das, was wir mit viel Mühe als das bezeichnen können “was dem damaligen vermutlich recht nahe kommt”, das, was wir “Mittelalter” nennen.
weil auch die bestrecherchierte Homepage eines Hobbyisten eben nur einen Homepage eines Hobbyisten ist. Keine Primärquelle! Sie kann und wird sogar höchstwahrscheinlich Fehler enthalten, die Du dann nur unreflektiert kopierst.
Das mag OK sein, kommt auf den eigenen Anspruch an.
Aber richtig gute Quellen sind leider nur, wissenschaftliche Bücher, nicht Was ist was, Funde, Museumsstücke oder Handschriften, Malereien.
Es macht Arbeit, aber Arbeit die Spaß macht, wenn man sich darauf einlassen kann.
Oder mann läuft halt als Klon von irgendjemandes Arbeit rum.
Immer noch besser als GrobMarktmittelalter, aber wie gesagt, der eigene Anspruch zählt da.
Noch was, bitte keine Argumente, wie:
Das muss richtig sein, der sounsi von TV hat das auch so auf seiner HP. Da kriegen hier dann einige Leute auf der Stelle Plaque!
Auch wenn eure Zeit ein bischen später ist: Wieso gibst du nicht einfach zu, dass auf deiner Website viel interessantes zum Thema Lagerausrüstung steht?!? :)
Ich für meinen Teil strebe eine historisch korrekte Darstellung an. Und mir ist seit langem klar, dass man für soetwas viel Geld ausgeben muss. Und mir ist auch klar, dass die meisten Shops keine historischen Sachen verkaufen. Deshalb frage ich hier ja, wie denn nun ein historisches Gewand aussah und wie ich mir soetwas selbst machen kann.
Zum Thema Lagerausrüstung wäre es wohl das leichteste mir einfach den Namen einer guten Gruppe zu geben, welche diese Zeit darstellt.
Worum es mir jetzt vorrangig geht ist wirklich ersteinmal die komplette Alltagsmontur. Da ich nächstes Jahr aber wieder auf Märkte fahren will, hätte ich nur ein paar grundlegende Dinge zum Thema Lagerausrüstung wissen wollen, um mir fürs erste das Nötigste zusammenzukratzen.
Und ein bisschen recherchiert habe ich natürlich schon. Beinlinge, Cotte usw waren eigentlich klar, ich wollte nur alles nochmal zusammenfassen bevor ich anfange, mein Geld auszugeben.
Anspruch (Kreuzfahrer oder Soldat) und Wirklichkeit (keine Kohle) liegen hier - zumindest für ein Forum, daß sich ernsthaft mit Geschichte beschäftigt - so weit auseinander, daß an sich jegliche Beschäftigung mit diesem Thread überflüssig wäre.
An beide, Leo und Nick: Bitte überlegt euch zuerst, was genau ihr machen wollt.
- Wollt ihr billig in einer irgendwie alt/mittelalterlich/ambientig/abenteuerlich aussehenden Klamotte auf einen Markt? Falls, ja, dann ist das Forum hier für Antworten über die bereits gegebenen hinaus ungeeignet.
- Wollt ihr historisch korrekt eure angestrebte Darstellung durchziehen? Falls ja, dann ist dieses Forum genau das richtige, aber mit 300 Euro reicht es dann mit Mühe und Not für eine Alltagsklamotte ohne Schuhe, Gürtel etc.
- Wollt ihr eine historisch korrekte Darstellung der angestrebten Zeit im Rahmen eures Budgets machen? Falls ja, dann ist dieses Forum ebenfalls richtig, aber es müssen eben Abstriche bei der Ausstattung gemacht werden.
Eins habe ich noch vergessen: Die meisten User, die hier bereits Antworten gepostet haben, haben sich ihr Wissen über Jahre angeeignet und sind selbst oft im Zweifel über die historische Richtigkeit des einen oder anderen Details. Die Diskussion über solche Details macht einen der Reize dieses Forums aus.
Wenn aber jemand auf die Frage “Ich will Kreuzfahrer 1189 machen, zum Thema Kleidung wurde ja genug gesagt, jetzt zur Lagerausrüstung” eine ernsthafte Antwort will, dann sollte er sich _vorher_ über die angestrebte Darstellung informiert haben.
Seltsamerweise fiele einem im Falle einer sorgfältigen Recherche dann sicher auf, daß bestimmte Dinge im ausgehenden 12. Jahrhundert eben nicht so ausgesehen haben wie bei den meisten “Mittelaltershops” oder Schnittmusteranbietern oder Stoffgroßhändlern oder oder oder.
Jeder Fragende ist hier im Forum herzlich willkommen und die “alten Hasen” kümmern sich teilweise aufopferungsvoll um Leute, die an einer ernsthaften Darstellung interessiert sind. Eine Absolution für Billigkram, Fantasyschrott, “Ich mach die Welt wie sie mir gefällt”-Klamotten oder ßhnliches wird es aber nicht geben (und da maße ich mir an, für einen Großteil meiner Vorschreiber zu sprechen).
In diesem Sinne: Bitte Hausaufgaben erledigen, dann wiederkommen und Antworten auf alle dann noch offenen Fragen mitnehmen ;-)
Letztes Jahr war ich zum ersten Mal als Lagernder auf zwei Märkten (nicht FF), da hatte ich aber noch keinen Plan was ich wie darstellen wollte. Jetzt habe ich vor, einen Kreuzfahrer um das Jahr 1189 darzustellen. An brauchbarer Ausrüstung habe ich bisher nur ein Zelt, sonst eigentlich nichts. Ich möchte mir aber in der nächsten Zeit Stück für Stück eine historische Ausrüstung zulegen. Zum Thema Kleidung denkte ich wurde nun genug gesagt, Stoffe finden sollte auch kein Problem mehr sein. Was mich jetzt weiterhin interessieren würde, wäre vor allem die Lagerausrüstung. Ich hoffe das passt noch in dieses Forum.
Genau genommen sogar 6,90 Euro, jedenfalls das letzte Mal als ich dort kaufte.
Thema Oberbekleidung: Wolle ist ein Muss, aber Oh Wunder, es gibt auch dünne Wolle, die sich selbst bei heißesten Temperaturen sehr angenehm tragen lässt. Und wie Alexander schon schrieb: In FF kann es böse kalt sein. Vorletztes Jahr hatten wir Eiszapfen IM Zelt!
Nochmal:
Einfache Klamotte:
Bruche, Hemd Leinen
Kotta, Beinlinge Wolle
Dazu einfacher Ledergürtel
Lederschuhe
fertig und Du kannst mitspielen, dann ausbauen!
Oder den umgekehrten Weg.
Erst alles genau recherchieren, und herstellen oder kaufen (wobei Du bei den allerallerwenigsten Shops wirklich brauchbares Zeug kriegst) und erst in die Darstellung einseteigen, wenn Du glaubst komplett zu sein.
Du musst wissen, was Du willst.
Oder Du machst was Du denkst, dann nenn es aber bitte nicht Mittelalter oder gar um 1200. Danke!
Besorg (Näh) dir mal als erstes Untergewandung (Tunika, Brouche) aus weißem Leinen. Das bekommst du in einem Schwedischen Möbelladen ;-) angeblich für 1 Euro pro laufmeter (bei einer breite von anderthalb metern). enn du mal annimmst, dass du für eine Brouche etwa einen bis anderthalb meter und für eine Tunika etwa 2 Meter benötigst, bist du mit 4 Euro dabei und kannst dir aus dem Rest noch Fußwickel machen. (schau mal bei der Mark Brandenburg unter “ländliche Fußbekleidung”. leider hab ich die adresse nicht zur hand.) Dann kannst du dir Oberbekleidung aus Wollstoff (meiner Meinung nach nicht soo wichtig, da es im sommer ohnehin zu heiß ist, sie zu tragen) und schuhe nähen.
Dann besorge dir einen Speer oder eine andere (haupt)Waffe, die für einen Fußknecht in Frage kommt. (ein Schwert ist eine Beiwaffe!) und einen Eisenhut. Dann kannst du dir ncoh einen Gambi nähen (am besten nimmst du eine alte Steppdecke vom dachboden oder flohmarkt als futter, die besteht normalerweise aus wollfilz und als oberstoff verwendest du leinen.)
Auch über die FArben des MAs findet sich in der Taverne so einiges über die Suchfunktion.
Grundsätzlich falsch liegst Du nicht, wenn Du für nen einfachen Mann auf ungefärbte Stoffe zurückgreifst, also Grautöne, Braun etc.
Aber auch jeder Farbe, die mit einfachen Pflanzenfärbungen hinzubekommen ist, geht, das sind zu meist (soweit ich weiß) diverse rot und orangetöne, gelb und zartes grün. Aber andere wissen da weit besser bescheid und im Netz lassen sich auch Farbkarten für Pflanzengefärbtes finden.
Also ich habe gut erklärte Schnittmuster bei Berwelf und Gewandung.de gefunden und werde mich wohl demnächst mit meinen 10 Daumen und zwei rechten Händen ans Nähen machen. Jetz muss ich nurnoch wissen, welche Farben gehen und welche nicht und hoffe, dann tatsächlich eine “A”-Gewandung zu bekommen.
Allerdings ducke ich mich bereits jetzt vor den Steinen die man hier wohl gleich wieder nach mit schmeißen wird ;-)
…ist genausogut wie die Fähigkeiten des Selbermachers :-)
@Nick:
Wenn man lauter Daumen hat, ist es sicher sinnvoller, jemanden zu beauftragen, der die Dinge für einen herstellt. Andererseits ist Nähen und das Erstellen von Schnitten des späten 12. oder frühen 13. Jh. nicht so schwierig, dass man das mit mittlerer handwerklicher Geschicklichkeit nicht hinbekäme. Wenn man noch keine Erfahrung im Nähen oder Schnitterstellung hat, fragt man am besten, welcher erfahrene Darsteller in der näheren Umgebung wohnt und lässt sich das dann bei einem Treffen zeigen.
Und die Frage nach Schnittmustern ist immer etwas - äh. Im MA gabs noch keine Burda, da wurde individuell zugeschnitten nach den in der jeweiligen Zeit üblichen Schnittprinzipien. Und die Schnittprinzipien kann man nur nach den wenigen Funden und den Abbildungen rekonstruieren. Sowas wie “Cotta, Grösse 46” wirst Du da nicht finden. Das ist aber auch nicht nötig. Frag am besten mal rum, wer Dir das zeigen kann.