Vielleicht ist der beste Schutz ja auch der einfachste? Mal davon ausgegangen, dass nur “vernünftige” Menschen eine Waffe zum Fechten in die Hand nehmen sollten, könnte keine Rüstung evtl. die sicherste Rüstung sein. Es könnte sozusagen präventiv dem Gefühl der Sicherheit entgegenwirken. Wenn man quasi schutzlos ist, wird man (sofern es sich um vernünftige Trainingspartner handelt, wie gesagt) umso vorsichtiger in der Choreographie sein. Ist nur so ein Gedanke und sicher nicht für den “freien Kampf” zu gebrauchen.
Naja, für mich persönlich ist der kopf momentan eh absolutes NOGO. Wenn man mit dem Bewußtsein ins Training “mir kann ja nix passieren” hinkt diese Denkweise doch arg bzw geht man mit einer falschen Denkweise an die Sache ran. Zumindestens seh ich das so. Rüstzeug ist kein Ersatz für den gesunden Menschenverstand was das “Rest”Risiko angeht.
Wenn man gezielt auf bestimmte techniken trainiert, geht man ja auch bewußt mit der nötigen Vorsicht vor und fährt nicht gleich Vollgas. Oder!?
Vielleicht klang mein letztes Posting so wie,“mir kann ja nix passieren”. Aber ich meinte eher den Schutzfaktor, wenn doch mal was schief gehen sollte(restrisiko).
Bei diesem, wie bei jedem anderen Kampfsport sollte man den Kopf nicht ausschalten. Das geht auf lange Sicht hin schief.
man mit fechtmaske trainiert, trainiert man aber nicht zwangsläufig den kopf zu schützen, sondern läuft eher gefahr den kopf nicht als risikozone no.1 zu sehen, weil einem im training eh nix passieren kann.
ich würde eher von anfang an ohne helm trainieren, das schult die reflexe den eigenen kopf zu schützen und man lernt außerdem riskante schläge, stiche oder hiebe von anfang an nicht durchzuführen.
das bezieht sich natürlich auf den freikampf, wenn der kopf keine trefferzone ist. huskarl oder sparring im historischen fechten nach I.33 o.ä. sollte natürlich mit helm, bzw. maske durchgeführt werden.
Ich weis, ich habe auch mal Tips mit Schutzbrille gegeben, aber auch mit dem Hinweis das dies KEIN Vollschutz ist sondern nur leichte Erhöhung der Sicherheit.
Ich habe letzte woche mal probeweise eine Fechtmaske aufsetzen können.
Es sieht nicht schick aus, ist aber im Prinzip(persönliche Meinung) die sinnigste Lösung, zumindestens fürs training. Es sei denn da geht noch was drüber.
Das mal von mir nach einer gewissen Zeit dazu.
Und zudem, wenn die wahl auf Kopfschutz fürs Training fällt, 150Euros für blech oder für Fechtmaske, dann hat die fechtmaske definitiv den Sicherheitspluspunkt.
Dies ist aber nur meine Meinung und soll nicht abwertent gelten.
Wenn man die Frage pauschalisieren will, dann hast du sicher recht mit einer aussage der Art “irgendwas, was schützt, reicht”.
Dann müßte man sich darüber aber auch nicht unterhalten, weil es, wie du selbst sagst, mit gesundem Menschenverstand allein lösbar wäre.
Will man die Frage etwas konkreter angehen, kommt man dann aber nicht drum herum, den Aspekt des Spielfelds genauer zu betrachten.
Deine gezeigte Lösung mag für Huscarl gangbar sein, für Historisches Fechten wäre sie es nicht, da die meisten Stiche, die ich dort erlebe, in einem Winkel kommen, der unter dem Blech in Hals und Gesicht gehen würde.
Für Kampf- bzw. Waffen und Rüst - Vorführungen in einem möglichst authentischen Rahmen wäre es - auch dezenter gestaltet - aus naheliegenden Gründen ebenfalls nicht geeignet.
Ich denke nicht das es nun wirklich wichtig ist über welche Spielart des Kampfes man den nun spricht.
Jeder sollte doch eigentlich wissen wie viel Schutz er für seine Augen wünscht und oder auf dem Spielplatz auf dem er sich bewegt benötigt.
Und sollte auch mit etwas gesunden Menschenverstand, in der Lage sein das Gefahrenpotenzial das auf seinem Spielplatz herscht, einschätzen zu können.
Und zu welchen Abstrichen er bei anderen Punkten nun bereit ist.
Zum Beispiel Authentizität vs. Sicherheit oder Sichtfeld vs. Sicherheit
Auch sollte es jeden klar sein das selbst das beste Training keine hundert prozentige Sicherheit bringen kann.
Da ein solches einen Unfall nicht verhindert sondern besten falls dessen Warscheinlickeit verringert.
Die Frage war ja nun auch ganz Unabhängig davon ob man den nun RCF, Huscarl oder hist. Fechen betreibt wie man seine Augen im Kampf schützen kann.
Einfache Anwort, in dem man etwas vor den Augen trägt was von den verwendeten Waffen, mit möglichst hoher Warscheinlichkeit, nicht durchdrungen werden kann.
Und im Fall eines unglücklichen Einfallwinkel nicht umgangen werden kann.
Lange Rede kurzer Sinn.
Mein Lösungsansatz für RCF und Huscarl währe “Lochblech”.
Ich mache neben dem Reenactment (Gladiatur) auch noch Stockkampf und da ist es so, daß wir bei uns nur sehr wenig Schutzausrüstung haben, während an anderen Schulen sich die Beteiligten mit Helmen und anderen Protektoren rüsten. Ich habe nur Handschuhe. Wenn man sich nicht von Kopf bis Fuß rüstet ist man auch eher bedacht, den Angriff des Gegners abzuwehren und nicht selber einen Kamikaze-Angriff zu machen. Natürlich nimmt man Rücksicht auf seinen Trainingspartner und niemand hat ein Interesse daran, sich sinnlos zu verkloppen. Wie gesagt, es ist ein Trainings*partner* kein Gegner.
Ich habe schon Gruppen gesehen, wo die Kämpfer von Kopf bis Fuß geschützt waren und es galt nur noch, den anderen irgendwie zu treffen und man wehrte gar nichts mehr ab, weil es ja nichts machte, wenn man getroffen wurde. Die Kunst des Kämpfens besteht für mich darin, sowohl abwehren zu können als auch anzugreifen.
Nein, der ‘einzig wirkliche Schutz’ der absolut sicher ist, ist nicht zu kämpfen (oder wie auch immer man das jeweilige Tun bezeichnen mag).
Ansonsten gilt das, was Wolfgang bereits deutlich gemacht hat: es hat keinen Sinn, wenn wir hier munter aneinander vorbei reden.
Choreografierter Schaukampf ist was anders als Codex Belli, Huscarl ist was anderes als SCA-Combat, Historisches Fechten ist was anderes als Kendo und so weiter.
Es hat absolut keinerlei Sinn, irgendwelche Einzelerfahrungen aus einer Spielart auf eine andere übertragen zu wollen.
Zitat: “…ohne Helm kämpft, achten wir besonders darauf, keine Schläge zum Kopf zu machen.”
da hast die frau grosser etwas gesagt das ich nur bestätigen kann.
der einzige wirklich effektive schutz sind
vorsicht und respekt vor der körperlichen unversehrtheit des gegners,in den meisten fällen ja sogar eines guten freundes.
die meisten unfälle werden sich dadurch vermeiden lassen das man einfach vorsichtig miteinander umgeht. ich weiss nicht ob es in jedem fall sinvoll ist sich noch und nöcher zu rüsten, denn das könnte dazu verleiten doch mal eher den möglichen treffer zu sehen als das verletzungsrisiko für den gegner.
ein guter freund von mir kämpfte auch jahrelang ohne helm und nie bekam er einen trefer an den kopf. es setzte einen helm auf, als er sich endlich einen leisten konnte, und schon geschah es…
ich will damit nicht sagen das alle mit möglichst wenig rüstung kämpfen und trainieren sollten, aber ich kann mir vorstellen das die gefahr jemanden zu verletzen durchaus dazu dienen könnte den einen oder anderen zu disziplinieren. vollgasdeppen mal ausgenommen, aber die haben dabei eh nichts zu suchen.
….sollte zuerst einmal geklärt werden, wer was mit welcher Darstellung macht?!?!?
Es besteht ein Unterscheid, ob ich
- Freischlachten mit Codex Belli absolviere,
- Theaterfechten oder
- sonstigen CHOREOGRAPHIERTEN Schaukampf,
- sportlich intendiertes Fechten oder
- historisches Fechten
betreibe. Wer meint etwas noch nicht erwähntes zu machen, mag es beschreiben und ergänzen.
Und dann ist noch nichts über die Darstellung gesagt, denn das die Rüstung eines antiken, frühmittelalterlichen, hochmittelalterlichen oder spätmittelalterlichen Kämpfers sich unterscheiden, versteht sich von selbst.
Dito der Umstand, dass ich bei einem choreographierten Schaukampf weniger Gefahr laufe, verletzt zu werden, als bei JEDER Form eines (unabgesprochenen) Zweikampfes. Egal ob als lockere ßbung oder mit entsprechender Schutzausrüstung und Trainingswaffen.
Also wäre es mehr als wünschenswert, wenn bei Einträgen entsprechende Angaben dabei stehen, denn ohne diese ist das Ganze komplett für die Füsse….
Sie sagte bloß, dass ihr Trainingspartner “authentisch” ohne Helm kämpft. Scheint also mit seiner Darstellung zusammen zu hängen.
…ansonsten gibt es seit der Antike in der Tat massenweise Abbildungen, in denen Leute ohne Helme kämpfen. Gerade fürs FMA ist sogar davon auszugehen, dass Helme eher die Ausnahme darstellten.
Mit schwarz/weiss-Mustern (immer oder nie) kommt man da jedenfalls nicht weiter.
Es hat offenbar zu allen Zeiten seit der Antike Helme gegeben, was aber nicht heisst, dass auch alle welche benutzt haben.
In der sogenannten ‘Szene’ ist meines Erachtens eher davon auszugehen, dass viel zu viele Helme rumschwirren. Aber das ist halt die Sache mit den Häuptlingen und den Indiandern…
Ich habe nicht gesagt, daß es keine Kämpfer ohne Helm gibt. Aber wenn du dir viele Schlachtenabbildungen, bei denen der Großteil der dargestellten Kämpfer mit Helmen ausgestattet sind, anschaust, dann sieht man das die Aussage “ohne Helm zu Kämpfen ist Authentischer” einfach nicht haltbar ist.
dann hast Du Deine Augen noch nicht so richtig aufgemacht. Es gibt einen Gladiatorentypen Retiarius genannt (=Netzkämpfer), der hat keinen Helm. Sehr gut zu sehen u. a. auf dem Mosaik von Nennig im Saarland.
Der Codex Belli ja nichts in irgendeiner Weise verpflichtendes ist. Letztendlich kann sich jeder so verkloppen, wie es seiner Facon entspricht und mit den Partner abgeklärt ist.
Im Huscarl gehört die Denkmurmel halt mit zu den Trefferzonen.
Und zudem gibt es nunmal den Codex Belli wonach der Kopf eh als trefferzone rausgenommen ist. Zumindestens sollte man den Codex kennen und da es nunmal ein sport ist auch mindestens nach diesem system als erste schutzmaßnahme anfangen/vorgehen.
O.K. Andere Absprachen kann man immer treffen, aber man sollte halt mit einem mindestmaß an Sicherheit anfangen. Dazu zählen ja nunmal trefferzonen. Und da sollte der Kopf(persönliche meinung) nie drin sein!