Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es dabei in erster Linie um die Urheberrechte dieser rechten Zeitung. Denn die liegen, genau wie die von “Mein Kampf” beim Freistaat bayern.
Es ist also zu allererst eine finanzielle denn eine poltische Frage.
Und was bringt ein Verbot dieser Zeitungen? Haben wir uns dann alle mehr lieb? Irgendwie versteh ich es nicht und finde das auch einen völlig falschen Weg…
»Ach so? die haben alle ein Archiv der damailigen Zeitungen? Schon erstaunlich, so doch eingie nicht mal mehr Bücher aus der Zeit haben. Solltest du die dortigen Bücher zum Thema gemeint haben, ich hoffe das jemandem der sich mit historischer Darstelung beschäftigt der Unterschied zwischen Primär- und Sekundärquellen geläufig ist…«
Hallo Andrej,
du magst sicherlich Recht haben.
Andererseits verstehe ich nicht ganz, dass hier, wo doch so oft und gerne darauf verwiesen wird, zur Recherche auf UBs, Fernleihe etc hinzuweisen, nun plötzlich von dir das Totschlagargument “meine Stadtbücherei hat sowas nicht” gebracht wird.
Wie auch von anderen Usern geschrieben wurde: wer sich für Quellen zur NS-Zeit interessiert, findet diese ohne Probleme. In der Stadtbücherei, oder wenn es dort nur wenig gibt, dann eben in der nahesten UB etc.
Sorry, Andrej, dein Argument kann ich nicht nachvollziehen.
Aber letztlich - was soll’s. Muss jeder selber wissen.
Die NS-Zeit ist der Teil unserer Geschichte, der uns und Deutschland am nachhaltigsten geprägt hat. Die NS-Zeit prägt uns noch immer und noch immer haben wir mit dem Regime von damals zu leben. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir alle und alle nach uns kommenden Generationen immer wieder an dieses Thema herangeführt werden. Das Projekt von McGee finde ich deshalb so interessant, da man hier auch mitbekommt, wie schleichend (oder auch schnell) die Gleichschaltung der Presse von statten ging. Ganz nebenbei, finde ich auch Klatsch und Tratsch und Sport aus den 30er Jahren interessant. Auch das gehört zu der Entwicklung einer Gesellschaft dazu. Ich denke auch nicht, dass diese Zeitungen von Rechten als Kult angesehen werden könnten. Der größte Teil wird sie nicht lesen, der andere Teil nicht verstehen. Sollte ich an die Zeitungen herankommen, werde ich sie mir auf jeden Fall besorgen.
Grundsätzlich ist es so, dass man alte Zeitungen nicht oder nur selten als Originale bekommt, die MicorFishes dazu werden aber quer durch die Republik verliehen, auch bis Hintertupfingen! Lesegeräte dazu gibts in der bei den Stellen, wo man auch die Bestellung macht, also in der Bib oder dem Archiv (Auch solche Institutionen mit minimalster Eigenausstattung haben die Möglichkeiten solcher Fernleihen).
Um mal wieder aufs Thema zu kommen: Ich glaube nicht, dass es auf die Dauer gut ist, die NS-Zeit nur durch Filme wie “Der Untergang” oder die Ergüsse von Herrn Prof. (!) Knopp einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Hier findet oftmals Geschichtsklitterung statt. Originaldokumente, wissenschaftlich aufbereitet und verständlich gemacht scheinen mir da sinnvoller. Allerdings muß ich zu meinem Leitwesen bestättigen, dass man damit bei der breiten Masse meist auf taube Ohren stößt (spreche da aus eigener Erfahrung). Tabuisiert gehört das Thema auf garkeinen Fall! Es gehört zu unserer Geschichte und man sollte immer wieder darüber reden, um sich vor Augen zu führen, dass so etwas nie wieder passieren darf.
Ich bin gespannt, wie hoch die Auflagen dieser Nachdrucke sein werden und ob die Reihe bis zum Ende ausgegeben wird.
Ich empfehle den Satz in meinem Posting nochmal zu lesen bevor man etwas als unrichtig bezeichnet was gar nicht gesagt wurde.
Zudem freue ich mich für euch wenn ihr auf gut gefüllte Stadtarchive zurückgreifen könnt, das ist aber beiliebe nicht überall so, z.B. abseits der Großstädte. Ich bezweifle fast das die eine Zeitung als Fernleihe schicken.
Ich finde ich den Nachdruck besagter Zeitungen aus der NS-Zeit sehr interessant und wichtig finde, weil dadurch die Propaganda von damals einem breiteren Spektrum an Lesern von heute zugänglicher gemacht wird als das u.U. auf dem Archiv-Weg der Fall ist. Dennoch bin ich der Meinung, dass, wenn sich jemand wirklich für die damalige Zeit interessiert, er auch Zugang zu dem entsprechenden Material bekommt. Jedes Stadtarchiv besitzt heute Bestände aus dieser Zeit, alleine schon, um die eigene Geschichte aufarbeiten zu können. Diese Archive sind jederman zugänglich, den darin besteht eine ihrer Hauptaufgaben: Informationen sammeln, archivieren und den Besitzern (defakto das Volk, also jeder Bürger) bei Bedarf zur Verfügung stellen. Die Aussage, der Zugriff auf solches Material währe ohne diese Sonderdrucke nicht möglich, ist demnach nicht richtig, man muß sich dann eben nur selbst etwas bemühen und bekommt nicht die Schmankerl mundgerecht serviert. Allerdings finden sich die wirklichen Schätze meist erst beim Wühlen in den Archivkellern…
Ach so? die haben alle ein Archiv der damailigen Zeitungen? Schon erstaunlich, so doch eingie nicht mal mehr Bücher aus der Zeit haben. Solltest du die dortigen Bücher zum Thema gemeint haben, ich hoffe das jemandem der sich mit historischer Darstelung beschäftigt der Unterschied zwischen Primär- und Sekundärquellen geläufig ist.
Leider habe ich die Zeitungszeugen hier noch nicht bekommen. Zu ländliche Gegen fürchte ich.
»…da mich die zeitgenössischen Quellen wirklich interessieren. Wo habe ich den sonst die Gelegenheit mir ein direktes Bild davon zu machen was damals geschrieben wurde?«
Hat sich eigentlich mal jemand von euch informiert, was Zusammensetzung, Inhalt und Hintergrund dieser Publikation sind?
In der 1. Ausgabe findet man Nachdrucke folgender Zeitungen:
“Der Angriff”= nationalsozialistisch
Deutsche Allgemeine Zeitung= bürgerlich/konservativ
“Der Kämpfer”= kommunistisch
Erscheint mir als ein recht ausgeglichener Schnitt durch die zeitgenössische Presselandschaft: Je ein linksradikales, ein bürgerliches und ein rechtsradikales Blatt. Etwas einseitig auf den extremen Flügeln, aber bei nur drei Nachdrucken wohl nicht anders zu machen.
Und auch in den folgenden Ausgaben soll diese Vielfalt erhalten bleiben, bis hin zu im Ausland erschienenen Zeitungen geflohener Regimekritiker. Natürlich steht zu erwarten, daß sich mit fortschreitender Zeit die damalige Gleichschaltung der Presselandschaft deutlich bemerkbar machen wird; aber ich bin recht zuversichtlich, daß hier keine neue Quelle für rechtsradikales Gedankengut entstehen wird. Wäre auch etwas schwierig, bei über 60 Jahre alten Zeitungen :-)
Außerdem spricht die Liste der Mitarbeiter und Berater dagegen; hier ein Auszug:
“Weitere Berater des Projekts sind der Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin, Wolfgang Benz, der Publizist Ralph Giordano und die langjährige Leiterin der Gedenkstätte Dachau, Barbara Distel.”
Also, nicht immer gleich den braunen Modder wittern, wenn sich jemand mit den kürzesten Tausend Jahren der Weltgeschichte beschäftigt.
Funktionierendes Bildungssystem und Chancengleichheit…
Ich denke auch, dass eine funktionierende Demokratie Extreme aushalten kann und muss, aber o.g. Begriffe fallen doch eher unter “Wunschvorstellungen”…
BTT:
Medienpsychologisch sind solche Nachdrucke wirklich interessant, also warum verteufeln?
Weil es sicherlich n Haufen Dummnazis gibt, die sich die Nachdrucke stolz an die Wand hängen? Nein, danke!
Wenn es soweit kommt, dass die Faschisten diktieren, für welchen Teil der Geschichte ich mich interessieren darf, dann hat das imho nichts mehr mit freiheitlichen Demoktatiegedanken zu tun!!!
Gewisse Betrachtungsweisen der Vergangenheit werden vielleicht erst im Vergleich mit der Gegenwart klar, aber sobald das in aktive Politik, speziell Polithetze ausartet, geht es zuweit.
Diese Zeit ist doch das Hauptthema deutscher Geschichte, jedenfalls, wenn man seine Präsenz in Schulunterricht, Medien und Kultur betrachtet.
Primärquellen zur Einstellung der Leute damals ist mal etwas neues, ungefiltertes, was das unbegreifliche vielleicht etwas fassbarer macht.
Das ganze als Nazipropaganda zu verdammen finde ich ob der Kommentare und viel mehr ob der Zusammenstellung der Ausrichtungen der Zeitungen doch deutlich zu einseitig gedacht.
Das kennt doch jeder, was verboten ist, ist interessant. Besonders für Jugendliche. Und Quellen gibt es reichlich, in anderen Ländern geht man nämlich nicht so verkrampft mit dieser Zeit um. Also ist der Versuch, die Sache totzuschweigen, nicht nur zum Scheitern verurteilt, sondern sogar gefährlich, denn mancher würde, wenn er so etwas unkommentiert zu lesen bekommt, womöglich auf die gleiche Weise auf die Reden der Nazis reinfallen wie viele Leute damals…
So werden sicher einige Leute aus dem rechten Spektrum die Dinger kaufen und die Kommentare und Hintergrundinfos ungelesen wegwerfen, aber vielleicht schauen ein paar sogar hinein und lernen was draus.
Wäre man dem Link im ausgangspost gefolgt, hätte man auch gelesen das innerhalb der letzen neun Jahre bereits in acht anderen europäischen Ländern vergleichbare Zeitungssammlungen des selben Herausgebers erschienen sind. Etwas viel Aufwand für eine Werbeaktion, oder?
ich halte die ganze geschichte für einen werbegag für diesen stauffenberg film.
dementsprechend wird sich die ganze aktion relativ schnell wieder erledigt haben.
aber ich habe hier noch einen tipp für WWII reenactors.
handlich zugeschnitten und auf einen nagel aufgespiesst ergänzen sie bestimmt sehr gut die exakte darstellung und das ambiente jedes zeitgenössischen plumpsklos.
als beleg für die verwendung von zeitungspapier zu diesem zweck kann ich einige gespräche mit zeitzeugen anführen die einhellig der meinung waren das die damalige presse grundsätzlich “für´n po” war.
Gut zu wissen wie meine Interessen so liegen. Ich habe vor mir zumindest die Erstausgabe zu kaufen, da mich die zeitgenössischen Quellen wirklich interessieren. Wo habe ich den sonst die Gelegenheit mir ein direktes Bild davon zu machen was damals geschrieben wurde?
Geschichte nur in Form aufgearbeiteter Fachliteratur zu behandeln sollte uns doch eher fremd sein und Schriftquellen ein gewohntes Medium, da kommt es zumindest mir sehr gelegen das jemand ebensolche veröffentlicht. Ich zweifle eher daran das derartige Schriften das Interesse Rechtsradikaler wecken werden, da zum einen nicht nur braune Hetzschriften sondern auch Zeitungen aus den anderen politischen Lagern publiziert werden und zum anderen Originale Schriftstücke die Relativierung und Verharmlosung der Zeit, die vielen Neo-Nazis ja ein Anliegen ist, deutlich erschweren.
Was den Eingangspost betrifft, so habe ich da nichts von einer derartigen Diskussion lesen können. Im Gegenteil scheinen doch kaum Gegenstimmen aufgekommen zu sein.