Ich wüsste die Perfekte Lösung: Die Darstellung eines nicht auf historische Genauigkeit angelegten Mittelalterdarstellers aus dem 20. Jh. während seiner Freizeitausübung ;)
“Würde das zB grob in den norddeutschen Raum im 10. Jhdt. reinpassen (Haithabu oder Vergleichbares)?”
Deswegen meine Empfehlungen. Allerdings kam zwischendurch auch mal was von Chatte weil Franke wohl eher nicht und jetzt Sachse. Keine Ahnung was jetzt das richtige ist.
@sebastian:
Was willst Du jetzt eigentlich? Kannst Du Dich mal endlich auf eine Region, Zeit und Darstellung festlegen? Irgendwie habe ich den Eindruck Du willst Dir mit Gewalt eine Darstellung suchen in die Du Deine Sachen unterbringen kannst.
Eine vernünftige Darstellung fängt damit an das man sich die oberen Fragen klar beantwortet.
Mal Hüh, mal Hott…da macht es keinen Spaß zu helfen und es wird auch nicht einfacher.
@ Heiko: Er will, so hab ich das verstanden, vom Wiki weg zum Franken, was soll er denn mit einem Wiki Katalog?
@ Ersteller: Zu deinen Fragen:
- Typischer Brillenhelm mit Kettenschutz (Drachenköpfe als kleine Ornamente) –> Ist weder typisch noch brauchbar. Der einzige nicht Vendelzeitliche Helm (um Georg mal zu wiederholen) ist der Gjermundbuhelm, und der ist ein Dekohelm, ziemlich krude “zusammengepatscht” und von tauglich weit entfernt, kann daher getrost als Grabbeigabe im Geiste von “gut gemeint” abgehakt werden.
- Kettenhemd –> Kann man nicht beantworten, wenn man es nicht gesehen hat. Auf dem Markt ist von “pfui-bäh” bis “heidewitzka-juchei” alles zu finden.
- Standard-80er-Rundschild –> Kommt auch wieder auf die Machart an.
- Speer mit Flügellanzenspitze –> Wenn gut gemacht sehr tauglich
- Thorshammer-Anhänger nach einemd Fund ca. 10. Jhdt. in Dänemark –> Auch wenn KEIN Frauenschmuck (es gibt Funde selbiger in den Birka Gräbern, hab aber leider die Dokumente aktuell verbaselt) ist das ähnlich wie wenn Du heute als Bremer Seemann in der Krachledernen aufschlägst.
Ein Ausstellungskatalog ist eine Publikation eines Museums die anlässlich einer Ausstellung verlegt wird.
d.h. die meisten Stücke der AUsstellung werden mit erklärenden Texten und Hintergrundinformationen abgebildet … die meisten Ausstellungen haben ein allgemeines Konzept vor allem wenn es um dinge wie Wikinger geht … das heißt ein solcher Katalog stellt einen großen übergeordneten Zusammenhang her und sind damit sehr geeignet für deine Zwecke ;)
Tauschierung ist eine spezielle Technik der verzierung von Metallobjekten bei der diese erst graviert werden um dann in die gravierung dünne drähte eines weicheren Materials mit bevorzugt anderer Farbe (Bsp. Eisen geschwärzt als Trägermaterial und Silberdraht als Einlage) einzulassen und dort zu fixieren …
Wenn dich das mehr interessiert kannst du mal auf Ninas Profil schauen … sie beherrscht diese technik sehr gut und hat eine nette Seite dazu gestaltet ;)
Ein klassiker der Wikingerzeit ist eine an den Flügeln und der Tülle tauschierte Flügellanze … deswegen erwähnt sie das …
Ein Standartwerk fällt mir jetzt nicht unbedingt ein aber ziemlich neuer Ausstellungskatalog ist anlässlich der Wikingerausstellung in Speyer erschienen …
es gibt immer mal wieder meist größere Ausstellungen, die sich z. B. um eine bestimmte Volksgruppe, ein bestimmtes Jahrhundert oder - z. B. anhand eines Jahrestages - um ein historisches Ereignis drehen. Viele von uns beziehen große Mengen an Informationen aus den Katalogen, die als Begleitbücher zu diesen Ausstellungen erscheinen, weil sie im günstigen Fall einige nützliche Merkmale haben:
- Detaillierte Abbildungen von Gegenständen, Buchmalereinen etc.,
- Artikel über Geschichte und Funde der jeweiligen Zeit in allgemeinverständlicher Sprache, die guten Einstieg und Überblick geben,
- gute Literaturverzeichnisse zum Weitersuchen.
Für das von Dir angesteuerte (späte?) Frühmittelalter in Deutschland sowie nördlich / östlich / südöstlich davon sind z. B. der schon genannte Band Wikinger-Waräger-Normannen zu empfehlen oder die drei Bände der Ausstellung “Europas Mitte um 1000”. Es gibt auch z. B. noch Kataloge von alten Ausstellungen über “Die Franken”, “Die Alamannen”, die sich lohnen.
In den so genannten modernen Antiquariaten (Jokers z. B.) kann man in der Kunstbildband-Ecke manchmal interessante und günstige Sachen finden. Allerdings lohnt ein kritischer Blick, da es in diesem Bereich auch viel Ramsch gibt (es gibt z. B. einiges an “Die Wikinger” - Bänden, die nur eine lieblose Aneinanderreihung bekannter Fotos mit mäßig brauchbarem Text sind).
und manchmal hat man das glück tolle ausstellungskataloge auch günstiger bei einem auktionshaus deiner wahl, einem flohmarkt (!) oder sonstwo zu finden.
Desweiteren haben Ausstellungskataloge den angenehmen Vorteil nicht nur einen Ausstellungsgegenstand mit Erklärung zu zeigen sondern einige mehr.
Aber es wäre sicherlich nicht das schlechteste nun wieder zum Topic zurückzukehren :)
Also in einer richtigen Bibliothek solltest du gegen geringe Gebühren Bücher bestellen können … unterhalte dich doch einfach mal mit der Frau am schalter …
ich hab da mal ne frage zu dem ausstellungskatelog bzw. zu allen anderen quellen hier im forum… mich würde interessieren ob ihr dafür alle soviel geld ausgebt nur um euch vielleicht nur einen gegenstand anzusehen… hier wird immer um riesige recherche gebeten aber guckt euch doch mal die preise von den büchern bzw. ausgrabungsberichten an. oder gibts da noch ne andere möglichkeit ranzukommen wenn man in seiner gegend keine super ausgestattete bibliothek hat? ich und bestimmt auch viele andere MA-interessierte müssen auf ihr geld gucken. das schreckt sicherlich sehr ab.
„Wen du nur die hälfte zitierst kommt natürlich bullshit raus … aber ich merks mir für meine nächsten Zitate deiner Texte :P“
Es war ein Hinweis meinerseits, wenn Du natürlich Deine eigene Systematik benutzt, anstatt zu schauen, wie das Wort gebraucht wurde ist natürlich nichts gegen Deine Aussagen einzuwenden.
ich kenne deine Sachen nicht, aber es solten schon gut gemachte Sachen sein… ;O)
es gibt diverse Funde von Hämmer in Männergräbern… davon welche direkt als Schwertgebammsel und welche von denen man nicht weiß, wo und wie sie getragen wurden…
der Anhänger der aussieht wie ein Kreuz ist z.B. in Island in Fossi gefunden worden… im Netzt wird es unter Wolfskreuz angeboten
der Brillenhelm passt ins 10.
Kettenhemd gab auch
Rundschild ist belegt
Flügellanze auch… aber bitte mit tauschierter Tülle *gg*
und je nachdem was Du unter lng verstehst, gibts es ein Langsax natürlich auch
das Problem ist allerdings, das die Sachen Zeitlich passen, aber man sich schon ne Gechichte wie als Vikingr zusammengeräubert oder so…was ja sogar möglich ist… aber man muss es auch mit der Streuung nicht übertreiben
ich empfehle mal den Ausstellungskatalog Wikinger Waräger Normannen… da gibts es eigentlich alles was das Herz begehrt…
und dann kannst du dir ja das aussuchen was dir am besten gefällt *gg*
Wen du nur die hälfte zitierst kommt natürlich bullshit raus … aber ich merks mir für meine nächsten Zitate deiner Texte :P
Ich finde den begriff Semispathum leider für die normalen Saxe ungeeignet, da sie eigentlich wenig bis garnichts mit einem Spatha gemein haben (Viele saxformen werden stechend eingesetzt und 99% haben kein richtiges Gefäß)
Also ich meinte an dieser Stelle die, wie unten erwähnt, einschneidigen “Schwerter” (Was sich ja eigentlich ausschließt da Schwerter bekanntlicherweise 2 Schneiden haben sollten) mit vollständigem “Gefäßkanon”.
Diese Dinger kann man aus dem skandinavischen Raum kennen udn wie gesagt es gibt auch einen norddeutschen Fund.
»Ich sehe zB ein Schwert nicht primär als Teil der Darstellung, sondern eben als “Werkzeug” oder “Ausrüstungsgegenstand” zu dem Hobby “Kämpfen”.«
Fein!
Dann sei doch einfach konsequent und trenne das Hobby “Kämpfen” vom Kostümhobby.
Dann brauchst du auch keinen Brillenhelm, sondern kannst zB eine Fechtmaske oder einen geeigneten “Sporthelm” (zB SCA-Helm) benutzen, sowie weitere moderne Schutzausrüstung.
Die “Waffe zur Darstellung” wird in den allermeisten realistischen Darstellungen ohnehin KEINE Waffe sein.
Glaube mir, der Versuch, eine “Darstellung” auf irgendeiner Schaukampfplempe aufzubauen, führt nahezu immer in die Irre.