tja, so wies aussieht komm ich um die fernleihe wohl nich drum rum.
hätte garnich gedacht das es da so viele bücher gibt :) nicht schlecht.
äh, ja genau! eigentlich wollt ich nur ne schnelle begutachtung mit den gegebenen bildern. aber ich merk schon das es damit nich so einfach is. gut is schonmal das ich jetzt weis das der hornknebel falsch ist.
gelesen hab ich zum thema rus noch nicht viel, immer nur wiki-bücher allgemein. fange ja jetzt erst mit der räumlichen und zeitlichen eingrenzung an …
… du schriebst “falls jemand n guten link oder buchtipp zu den rus hat –> haben will ;)” empfehle ich dir den Besuch einer Bibliothek und die Fernleihe. Dort kann man unter Eingabe des Schlagwortes Rus, Kiever Rus, Slawen (sowie der Übersetzungen) diverse Buchtitel abfragen und leihen. Findet man sehr schnell und gut.
Du schriebst “Und da ich eine schnelle antwort und kein gewarte an bushaltestellen oder fernleih-bücher wollte[…]”
Was willst du denn nun? Jemand der deine Tunika begutachtet? Ohne weitere Bilder sowie Zeitangabe ist das schlecht möglich. Oder jemand der dir Literaturtips gibt? Was hast du denn schon zu dem Thema Rus gelesen?
jo, alles klar, versteh euch jetzt besser. ich persönlich hab nix gegen anfängliche fehler, wie maschinengenäht oder verzinktes kettenhemd. da ist der gang zu ebay wirklich die beste wahl und irgendwer freut sich drüber. ich bin froh schonmal nix mehr mit maschine zu besitzen, jetz gehts halt nur noch um die örtliche und zeitliche eingrenzung. busfahrn werd ich trotzdem nich … nehm den autowagen ;)
achja, will nich bis ins moskauer nationalmuseum fahrn, falls jemand n guten link oder buchtipp zu den rus hat –> haben will ;)
Ich kann mich ohne bessere Bilder schlecht äußern ;) siehe unten….
Aber wenns eh nicht so genau sein sollte, zieh es halt an. Aber erwarte nicht, dass dich jemand für ernst nimmt, wenn du was von Nowgorod oder Rus erzählst.
“ganz so authentisch muss es (noch) nicht sein. stehe noch recht am anfang”
Ist ja nicht so, als ob nicht viele hier irgendwann mit dieser Einstellung angefangen haben…und die das Ganze länger und ernsthafter betreiben, kaufen sich früher oder später die Busfahrkarte…und sind mit ihren ersten angefertigten oder auch ersteigerten und gepimpten Stücken danach nicht mehr zufrieden…und versuchen, sie dann bei Internetauktionshäusern zu verscherbeln, um Schadensbegrenzung zu betreiben, sprich, einen Teil des Geldes wieder zu bekommen, um es anderweitig sinnvoller zu investieren…wo sie dann von dem Nächsten ersteigert werden…
Es ist doch nicht einfach nur engstirniges Kritisieren, sondern soll den “Anfängern” Zeit und Geld sparen.
Wenn Du eine Absolution willst, musst Du schon in die Kirche ;-). Aber vielleicht findet sich jemand aus dem Rus-Lager, der sich konkret äußern möchte.
hm, normalerweise läufts bei mir so: also wenn ichs nich weis frag ich, un nach der kritik wird das ganze so umgebaut das mans tragen kann :) was ich selber nähe recherchier ich natürlich vorher, das ding hab ich allerdings bei ebay gekauft - hat mir einfach gut gefallen. Und da ich eine schnelle antwort und kein gewarte an bushaltestellen oder fernleih-bücher wollte, hab ich einfach mal gefragt ob mans anziehn kann ;)
@julia
wies unter den ärmeln aussieht weis ich leider noch nich
ja, die nähte sind überstick
ja, es ist alles pflanzengefärbte wolle
zu den stichen kann ich leider auch noch nix sagen
ganz so authentisch muss es (noch) nicht sein. stehe noch recht am anfang …
…ist es ganz einfach: wenn Du nicht weisst, ob es was taugt, taugt es nicht. Denn dann bist Du nicht den Weg gegangen, den Bettina beschrieben hat, und die Chance, das Du ausgerechnet zufällig was erwischst, was für
-Zeit
-Ort
-Darstellung
bei dir passt, geht gegen Null.
Verkaufs und gib das Geld für Bücher aus.
Oder erstmal ne Busfahrtkarte zur nächsten Bibliothek.
warum näht ihr erst irgendwas und fragt dann nach, ob das wohl passt?
Erkundigt euch doch erst nach der korrekten Kleidung, näht die dann und gut ist……
Irgendwie fühlt man sich etwas verschaukelt, oder? Wenn ich eine Darstellung aufbaue, recherchiere ich erst mal über die Kleidung, und dann mache ich mich an die Arbeit.
Ironie an:
“Ich habe hier eine Jeans und ein Hemd, passt das fürs frühe 20. Jahrhundert???” Ironie aus.
Dieses Forum hat eigentlich nicht den Sinn, dass jeder macht was er will und danach schaut, ob es mit Müh und Not zu irgendeiner Darstellung passt.
Erst Infos einholen, dann Nähen. Und vorher Gedanken machen, was man eigentlich darstellen will (Zeit und Ort). Ich denke, mehr ist dazu nicht zu sagen…
also, ich hab eigentlich genau das selbe anliegen wie der marc, deshalb mach ich nix neues auf sondern haus hier mit rein … meine frage wär, ob man sowas als nowgoroder rus anziehen könnte …
…das ist fast wieder Off-Topic, aber ein wie mehrfach hier geschrieben “nettes SpäMihemd” ist es nicht. Es entspricht in Nahtart, Position und Verarbeitung keiner mir bekannten Quelle des Spätmittelalters. Grobe Form ja, aber das war es auch schon.
welchen Begriff du verwendest, ist letzendlich völlig egal. Leider ist dein Hemdchen, wie schon vorher gesagt, nicht etwas kürzer, sondern viel zu kurz. Willst du eine annehmbare Darstellung machen, dann solltest du nicht mit der Länge experimentieren.
Du hast ein nettes, etwas kurzes Hemd des Spätmittelalters genäht, das man nie drüber tragen würde. Darüber gehört im Spätmittelalter noch Wams und Schecke…
Für den von dir angestrebten Zeitraum ist das Ding auch als Hemd zu kurz. Die Tunika / der Kittel dieser Zeit ist meist aus Wolle und geht bis zum Knie oder knapp darüber, wenn du einen einfachen Stand wählst. Adelige tragen diese Kleidungsstück bodenlang.
Auch das Hemd ist etwa so lang wie der Kittel.
Grund: Es gibt noch keine geschlossene Hose, der Mann trägt zwei einzelne Beinlinge, darunter eine Unterhose, die s.g. Bruche.
Diese sieht in etwa aus wie eine überlange Boxershort. Damit dein Hinterteil und dein bestes Stück nich im Freien hängen (bzw. nur mit der Bruche bedeckt sind), ist der Kittel mindestens so lang, um die Oberschenkel zu bedecken. Plane dabei ein, dass du einen Gürtel trägst, das macht deinen Kittel um ca. 10 cm kürzer. So viel von meiner Seite.
Willst du eine ernsthafte Interpretation? Fange noch mal von vorne an und mache auch die passende Beinbekleidung dazu.
Willst du Spaß auf einem Markt? Zieh an was du willst, auch dieses Hemd und eine beliebige Hose dazu und habe Spaß….
Also dein Schnitt, kommt grob der Bernuthsfeldtunika am nähsten (die Bft hat einen Halsauschnitt der Asymetrisch auf der linken Seite eingeschnitten ist, die Länge richt bis ca 10cm über das Knie, Material ist Wolle und sie hat viel mehr Stückelungen) Allerdings ist die von der Datierung einiges zu alt (700 - 870 n. Chr.)
Bei einer nochmaligen Anfertigung würde sich die Viborg Tunica als Quelle anbieten ( 11. Jhr. Dänemark), die aus Leinen gefertigt war.
Kittel ist keineswegs abwertend gemeint, sondern ein Begriff der Kostümkundlicher bei deiner Zeitstellung und dem Prodkt näher liegt als der “römische” Begriff Tunika.
Meine Tipps würden sich ändern, wenn du eine römische Tunika machen willst .. da kenn ich mich nämlich nicht aus.
Ein Wikingernachfahre, na gut .. aber eben keinen Wikinger, oder ?? Ich bin ja auch ein Nachfahre irgendeines Chro-Magnon-Menschen und trage auf der Arbeit auch keine Fellgamschen.
Da du dich auf den Teppich von Bayeux beziehst, der ist von kurz nach 1066 .. un des sind sowohl Normannen als auch Angelsachsen abgebildet .. beides sind direkte Nachfahren der Wikinger, aber trotzdem gut unterscheidbar.
Eines muss ich- ja es ist ein Zwang- einfach ob deines Posts nachwerfen, Zitat:
“In allererster Linie geht es mir um den Spass, der Spass am Handwerk und am ”Erschaffen“.
Zweitens bemühe ich mich Dinge herzustellen, wie sie in der angegeben Zeit möglich (wenn auch nicht zu 100% belegt) waren.
Dies versuche mit den äußerst bescheidenen Mitteln eines Studenten, der sein Geld auch für andere Dinge ausgibt.
Tragen will ich das Ding nicht in Museen oder Reenactmentveranstaltungen, wo es darauf ankommt zu 100% A und belegbar zu sein, mehr Spass habe ich an Märkten und möchte dort in das Gefühl des MA kommen, wofür, für mich zumindest, es nicht nötig ist 100% belegbar zu sein. Es soll passen und nach Möglichkeit auch dem einen oder anderen kritischen oder fachkundigerem Betrachter zumindest vor dem angegeben Hintergrund ein wenig standhalten.”
Mir fehlen juristische Kenntnisse völlig, daher kann ich keinen Vergleich aus einem dir nahen Fachgebiet bemühen, aber der Ausdruck “nicht Fisch, nicht Fleisch” passt hier am besten, meine ich.
Zunächst einmal der Hinweis: auf Märkten bekommst Du kein Gefühl für “das Mittelalter”. Wenn man das überhaupt irgendwie schaffen sollte, dann nur dort, wo die Umstände und Umgebung praktischer Ausprägung (Sprich: Kleidung, Sachkultur, Gewerke) diesem entsprechen, bzw. einem bestimmten Zeitrahmen. Auf Märkten bekommt man ein Gefühl für Affen im Zoo, für zünftige Lagerfeuerromantik, for Ambientecamping, für heraufbeschworene interkulturelle Trinkgemeinschaften, aber sicher nicht für das Mittelalter. Fisch.
Was schlicht daran liegt, dass das von dir wiederrum ständig bemühte “100%”- was es nicht gibt, denn das ist vorbei- nicht mal ansatzweise angestrebt wird. Fleisch.
Wenn nun auf nem Markt nen kritischer,fachkundiger Besucher nicht seinen Sachverstand dem Unterhaltungsmodus völlig untergeordnet hat, und es geschafft hat, auch nicht spontan zu erblinden, dann wird dein Werk ihm nicht standhalten.
Fisch versus Fleisch.
Du kannst entweder dich so genau wie möglich nach den Vorlagen richten, und die nicht zu erreichenden 100% anstreben, um irgendeinen Wert zwischen 0 und 100 zu bekommen, oder du lässt es, und landest automatisch bei 0, oder durch Zufallstreffer etwas darüber.
Und zur Tunika versus Kittel: dasselbe.
“Sehe kein Problem darin, mich da zu informieren”: aber wir, deswegen sagen wir dir ja, welche. Comic, ungenau, regional falsch, und: Normannen != Wikinger.
Mal ganz generell ein paar Beispiele für Funde von mittelalterlichen Kleidungsstücken: