Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Der Kilt im Mittelalter

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Eintrag #7 vom 20. Jul. 1998 19:27 Uhr Stefan Siehoff

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In einer Beziehung muß ich A. recht geben: Für einige ist der Autismus (ooops!) zum Selbstzweck geworden. Ich persönlich fühle mich ein wenig verarscht, wenn mir jemand (in diesem Falle ein Ire) erklären will, wie lang GENAU ein Belted Plaid denn nun war und welche Sets A sind und welche nicht. Zumal dieser Mensch dann nicht erklären kann, wie die Gummisohlen unter seine Schuhe gekommen sind... Also, wir haben alle die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Sich selbst vorzumachen, man wäre komplett und 100%ig A und dabei den Spaß zu vergessen ist genau so dämlich wie mit Latexschwertern auf einen Markt zu kommen und sich zu wundern, warum alle so glotzen... Tim, hier liegst Du goldrichtig: Entwicklung muß da sein. In die richtige Richtung.

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Eintrag #6 vom 20. Jul. 1998 17:06 Uhr Gerard le Faucon

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Hallo A.! (Den Namen hätte ich jetzt gerne ausgeschrieben, aber... "Herr Würkner" wollte ich auch nicht sagen!) Genauso hab ich auch gedacht, aber nach und nach mußte ich feststellen... A. macht Spaß! Es ist eben alles eher eine Einstellungssache. Und ICH hätte jedenfalls den Ehrgeiz, den Plaid, Kilt, wieauchimmerdasDingheißt, so zu tragen, wie es denn damals war, aus einem großen, rechteckigen Stück gewickelt. Zumindest hätte ichs denn EINMAL gemacht. gegen ein gutes optisches Fake hab ich auch nichts, aber ein karierter Damenrock muß nun wirklich nicht sein. zum Thema Archäologen: Bei einigen hab ich auch den Eindruck, aber warum auch nicht? Wenn sie mir dabei auch gute Tips geben... (an dieser Stelle nochmal schönen Dank an Gordi) Ich habe übrigens auch von niemandem bisher bissige Kommentare geerntet, obwohl meine Gewandung bisher noch alles andere als a. ist, aber gute Tips und Anregungen (nicht zuletzt auch praktische Hilfe, hier ein Dank an Sven F. aus B.) haben mir viele angeboten. Also, ICH FIND EUCH KLASSE! (garnicht sarkastisch) Gruß, Gerard

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Eintrag #5 vom 20. Jul. 1998 09:57 Uhr Alexander Würkner

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Sagt mal .. habt ihr eigentlich noch Spaß am MA ??? Oder seid ihr mittlerweile alle promovierte Archäologen ??? Eröffnet doch einfach ein Museum , stellt euch selbst rein , und einen Spiegel vor euch , dann könnt ihr immer sehen , wie schön und authentisch ihr seid . Ich find euch echt KLASSE !!! (zur Info : dies ist Sarkasmus) Für evtl. falsch ausgewählte Fremdwörter bitte ich bei allen GELEHRTEN um Vergebung

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Eintrag #4 vom 19. Jul. 1998 20:15 Uhr Tim Schneider

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Hallo Turak, ich werde Deine Quellen erst mal pruefen ! Es geht hier in erster Linie nicht um den Plaid (Plait (wie auch immer)), sondern um den klassischen Schottenrock, den meines erachtens auch Du manchmal trägst. Aber Du bist einer, der wenigstens noch eine Entwicklung dabei hat. Es geht hier nicht um Schotten allgemein! Ich finde gute Schotten auf dem Markt OK! Karostoffe hat es auch vor dem Mittelalter gegeben, aber das Gesammtbild stimmt nicht! Wenn mir in Freienfels eine Schottin sagt, das Schotten weder Ruestung noch Helm trugen, blaue Gesichtsfarbe alla Mel Gibson "A" ist, kann ich nur lachen. Ich begreife auch nicht, warum muss sich ein Schotte so sehr von anderen Europäern unterscheiden? Meine Bezugsquelle ist Dr. Ulrich Lehnart, also koennen sich unsere lieben Schotten weiter boesen Mails an mich sparen. Diskutieren ist OK, aber ich lasse mir nicht den Mund verbieten! Ausserdem gebe ich auf meinen Events auch Schotten eine Chance...

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Eintrag #3 vom 19. Jul. 1998 17:42 Uhr Stefan Siehoff

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Nur noch eine kurze Anmerkung: Mir ist aufgefallen, wie viele Leute sich auf die Aussagen Anderer verlassen. Manchmal ist ein bischen Recherche sicherer. Ich habe mich nun endlich dazu durchgerungen, meine Latein-Kenntnisse ein wenig aufzupolieren... Gruß, Turak. PS: Bevor jetzt wieder jemand motzt, nein, der Name ist NICHT A. Hat sich aber so eingebürgert...

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Eintrag #2 vom 19. Jul. 1998 05:27 Uhr Friedhelm Zurawski

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Ja,ja,die "Rockträger"!!! Ich finde viele machen sich viel zu viel Gedanken über Sachen von denen sie Wenig bis gar keine Ahnung haben.Stefan hat wider einmal gezeigt das gute Ermittlungsarbeit zu anschaulichen Ergebnissen führen kann.Man muß schon ganz schön suchen wenn man mitreden will,ich habe bis vor kurzem in verschiedenen Bibliotheken mein Wissen erweitert,nun nutze ich vermehrt das Internet.Zudem habe ich auch noch die Möglichkeit mier Informationen über den Prinzen von Bentheim zu Steinfurt zu besorgen.Trotzdem oder gerade deswegen halte ich mich mit öffentlichen Ausagen zum Thema Kilts/Schotten zurück,möchte doch nicht immer auf disen armen Peoples (außer mit der Klinge,vesteht sich) rumhacken.Ein mitttelalterlicher Veranstalter zu dessen Gefolge ich mal gehörte sagte mir mal,im Mittelalter gabs keine Schotten.Auch keinen Morgenstern.Beides hat sich als Falsch heraus gestellt.Soviel zum Thema Ich weiß das besser.

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Eintrag #1 vom 18. Jul. 1998 11:34 Uhr Stefan Siehoff

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Gott zum Gruße. Ich denke, es ist an der Zeit, endlich einmal mit einem Vorurteil aufzuräumen: Dem Vorurteil nämlich, das alle Schotten total unauthentisch sind. Im Folgenden ein paar do´s und dont´s, die tatsächlich auf belegten Fakten basieren. Der Claymore wurde im Wesentlichen parallel mit dem Renaissance-Zweihänder entwickelt (Florentiner oder Deutscher Zweihänder). Also für das Hochmittelalter ein klares DON´T. Das Barrett / Bonnet ist eine Erfindung des 17. Jahrhunderts, zumindest gibt es für die Zeit davor keine Belege. Nach meinem Dafürhalten ist dieser fehlende Beleg Grund genug für ein DON´T. Der Kilt: Hier wird´s lustig. Es gibt wenige Belege von vor dem 16. Jahrhundert, die den Kilt als solchen darstellen. Der Große Kilt in seiner heutigen Form ist mit Sicherheit erst im 18. Jahrhundert in die Mode gekommen. Es gibt jedoch bei Julius Cäsar ein paar Passagen, die darauf hindeuten, daß die Kelten, die er bekämpfte, im Kampf entweder nackt oder mit einer Art Rock herumliefen. Erhärtend kommen ein paar Steinschnitzereien aus dem 12. Jahrhundert hinzu, die selbst gerüstete Krieger (also wohl Adelige / Men-at-Arms) mit einem dem Rock ähnlichen Kleidungsstück wiedergeben. Dieses Kleidungsstück nannte sich Leine gaelisch für Rock)und wurde nach einigen Belegen aus Irland nach Schottland ´importiert´, und zwar im 8. Jahrhundert. >The term léine, which in modern Gaelic simply means ´shirt´, originally referred to the main garment worn by Gaelic Celts, both men and women alike. See Ireland 5th-10th Century CE for further information about the history of this garment. Women wore their léinte (plural of léine) full-length. Men´s léinte could be shorter, from mid-thigh to approximately knee-length or longer. McClintock states that the léinte in Ulster and some areas of Scotland was commonly worn only to mid-thigh length.< (Siehe www47.pair.com/lindo/Scotland.htm) Unter dieser Adresse findet man auch oben genannte Steinarbeiten und ein paar andere PRIMßRE Quellen. Ich hoffe, hier etwas Licht in das ewige Geklüngels gebracht zu haben. Wir tragen keinen Kilt, sondern die Leine. Die ist belegt und damit A. Zudem: Wir betreiben experimentelle Archäologie. Das bedeutet für mich, zu versuchen, durch pures Ausprobieren auf der Grundlage von Primären Quellen herauszufinden, was damals praktikabel war und was nicht. Ich denke, nicht zuletzt der Hochwassereinsatz von Freienfels hat bewiesen, das diese Form von Beinbekleidung enorm praktisch ist. Zudem verschwendet man bei der Herstellung keinen Quadratzentimeter Stoff, was dem Budget des einfachen Mannes ebenfalls sehr entgegengekommen sein dürfte. Ich warte auf Kommentare, Gruß, Turak

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