Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Persönliche Hygiene und Körperpflege

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Eintrag #66 vom 14. Mai. 2006 00:01 Uhr   Nachricht

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Kein Problem. Poste falls du ergebnisse hast. Würd dir auch helfen mittels einscannen, da ich Leute kenn die in Innsbruck studieren. Weis nciht wie kompliziert(und teuer) die Fernleihe nach Deutschland ist. Allerdings bin ich die nächsten zwei Wochen in Schottland auf EX.

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Eintrag #65 vom 13. Mai. 2006 18:30 Uhr Sven Wolfgang Pfeifenberger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sven Wolfgang Pfeifenberger eine Nachricht zu schreiben.

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Andreas,
ich bin Montag an der Uni und werd mal sehen, wie schnell ich die Literatur bekomme!
Sven W.P.

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Eintrag #64 vom 11. Mai. 2006 17:10 Uhr   Nachricht

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Hallo!
Helfen könnte dir:
Schgör, Ingeborg: Hygiene und Körperkultur im Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit. Dipl. Arb. Innsbruck 1998
Per Fernleihe aus der UB-Innsburck(A)oder der OeNB Hauptapteilung Heldeplatz.

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Eintrag #63 vom 11. Mai. 2006 08:53 Uhr Sven Wolfgang Pfeifenberger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sven Wolfgang Pfeifenberger eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Zusammen,
ich bin auf der Suche nach konkreten Informationen bzw. Literaturhinweisen über alle möglichen Arten von Pflegeprodukten (Rasiercreme,Umschläge, Rasierpinsel????) rund um die Rasur im Zeitraum zweite Hälfte 15tes JHD.
Alles, was ich bisher über Quellenhinweise und das www finden konnte waren entweder Infomationen über den Beruf und Stand des Baders oder diffuse und quellenlose Hinweise über “Pottaschseife” oder “Kräutersalben” bzw. “Becken in denen die Seife zu Schaum geschlagen wurde”.
Für alle Hinweise dankbar,
Sven
Sven W.P.

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Eintrag #62 vom 17. Jul. 2003 08:51 Uhr Lutz Schmidt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lutz Schmidt eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Leute,
Sensen wurden früher ‘gedengelt’ um sie zu schärfen. Durch die Kaltverformung der Klinge beim ‘dengeln’ wird die Schneide nicht nur scharf, sondern auch (etwas) härter, also spielt vermutlich die Metallbaschaffenheit nicht _so_die_ Rolle_ (denn damit bekommt man sogar recht weichen Baustahl _halbwegs_ hart!)
Natürlich geht das mit einem härteren Stahl vermutlich noch besser.
Die Schneide wird dann nur noch kurz mit dem Schleifstein abgezogen um sie zu egalisieren und zu entgraten. Dabei hinterlässt der Schleifstein nur ganz geringe, kaum sichtbare, Spuren, genau an der Schneidenkante (welche bei Bodenfunden möglicherweise durch die Korrosion nicht mehr sichtbar sein mögen).
Ich denke es ist vorstellbar, dass man mit Rasierklingen früher ebenso verfuhr.
Das würde die “scharf geschmiedeten” Schneiden erklären….(und ist eben von den Sensen her, ja eine durchaus übliche Technik)
Denn ich glaube nicht daran dass man eine Rasierklinge, jedesmal wenn sie stumpf wurde, neu ausgeschmiedet hat. Wenn nämlich der Griff dran ist, wird’s relativ schwer die Klinge zu glühen ohne dass der Griff dabei draufgeht!
Das Dengeln wird kalt ausgeführt, und hinterlässt eben sehr ähnliche Bearbeitungsspuren…
Da Sensen ebenso wie Rasierklingen scharf sein müssen, und aufgrund der Abnutzung häufig nachgeschärft werden müssen, denke ich dass sich die Annahme dieser Technik des Dengelns auch für das Schärfen von Rasierklingen übertragen lässt.
Grüße
Lutz

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Eintrag #61 vom 17. Jul. 2003 08:01 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Prima link! Und Fotos historischer Rasiermesser auch jenseits der Neuzeit gibt-s gratis gleich mit dazu.
Danke!
Joachim,
von
Marca brandenburgensis AD 1260
Märkisches Leben zur Zeit der Askanier www.brandenburg1260.de

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Eintrag #60 vom 11. Jul. 2003 14:51 Uhr Hermann Oppermann   Nachricht

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@ Joachim:
Für eine ausführliche Anleitung zum Nassrasieren kann ich:
www.nassrasur.com
nur empfehlen.
Nassrasur herrscht!
Schalom!

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Eintrag #59 vom 11. Jul. 2003 14:34 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

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Hier eine © dpa - Meldung vom 11.07.2003 11:38 Uhr:
Quedlinburg (dpa) - Bei Grabungen in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) ist eine der ältesten Zahnbürsten Europas entdeckt worden. «Die schätzungsweise 250 Jahre alte Zahnbürste wurde im Keller eines Barock-Palais in der Innenstadt gefunden», sagte Archäologe Oliver Schlegel in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der Fund sei schon deshalb höchst interessant, weil bislang angenommen wurde, Zahnbürsten seien in Europa erst ab 1850 in Gebrauch gewesen.Die neun Zentimeter lange Zahnbürste besteht aus zwei Teilen, dem Borstenkopf und dem Stiel. Das Material ist Schweinsknochen. «Der Borstenkopf ist relativ lang, und die Bohrungen sind noch deutlich zu erkennen», sagte Schlegel. Anstatt Zahncreme, die erst Anfang des 20. Jahrhunderts aufkam, hätten sich die Menschen damals mit selbst angerührten Pulvern die Zähne geputzt.«Am Fundort der Bürste wurden unter anderem auch 100 Austernschalen entdeckt, was auf wohlhabende Leute schließen lässt», erklärte der Archäologe. Immerhin hätten in der damaligen Zeit eher Reiche Zahnprobleme gehabt. Grund seien ihre Essgewohnheiten gewesen, zum Beispiel ein größerer Anteil an zuckerhaltiger Nahrung.Bereits vor mehreren tausend Jahren nutzten unsere Vorfahren Schlegel zufolge Zweige, um sich die Zähne zu säubern. Im Mittelalter wurden, wenn überhaupt, kleine Läppchen und lauwarmes Wasser zum Säubern der Zähne benutzt.Die erste richtige Zahnbürste wurde 1498 von einem chinesischen Kaiser benutzt und bestand aus Schweineborsten in einem Griff aus Knochen. Das Modell mit den Tierborsten erfreute sich auch in Europa bald großer Beliebtheit. Doch weil sie so teuer war, mussten ganze Familien oft ein und dieselbe Bürste benutzen. Erst 1938 führte das Unternehmen DuPont Nylonbürsten ein.
Gruß Nikolaj

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Eintrag #58 vom 31. Mrz. 2003 10:18 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ich nochmal

Hallo Ihr, Hallo Manfred
Schön, das sich das Mißverständnis so ruhig hat klären Lassen.
Außerdem Sorry, das wir schon wieder so weit vom eigentlichen Thema abgewichen sind. ich stell mich ja schon in die Ecke:-)
Sollen wir evtl. die Metallurgische Seite der Rasiermesserthematig woanders diskutieren oder hier weiter machen? Mir sind da nämlich schon noch ein paar Kleinigkeiten zu eingefallen…
Euer Arno

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Eintrag #57 vom 31. Mrz. 2003 07:49 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht @Manfred

Hallo Manfred,
da hast Du mich falsch verstanden. Ich meinte keine Anleitung für den Umgang mit mittelalterlichen Rasiermessern, sondern mit neuzeitlichen (deswegen auch der Verweis auf meinen Großvater), da Du Dich mit dem Thema ja anscheinend beschäftigst. Tempus-vivit beschränkt sich ja nicht nur aufs Mittelalter.
Kannst mir ja bei Gelegenheit und Lust&Laune ein mail schicken.
Gruß
Joachim

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Eintrag #56 vom 30. Mrz. 2003 18:48 Uhr Thomas Schlosser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas Schlosser eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Finger-/Fußnägel schneiden

Hallo Leute
Um noch mal was zum eigentlichen Thema zu sagen.
Ich kann jetz nicht mit Belegen von Funden oder Quellen aufwarten sondern nur von persönlicher Erfahrung sprechen.
Was das schneiden von Finger- und Fußnägeln angeht; einfach mit einem scharfen Messer abschneide!! O.K. es ist eher ein abschnitzen, aber es funktioniert, mit etwas ßbung, recht gut. Da auch in der einfachen Bevölkerung eigentlich immer ein schafes Messer zu verfügung war, kann ich mir das zum Nägelschneiden recht gut vorstellen. Es funktionier ja auch!
Ob es bei höher gestellten Personen etwas anderes gab, das kann ich nicht sagen!
Thema Süßholz zur Zahnpflege: Woher kahm es(Pflanze/region)und wie verbreited war es vermutlich. Ich habe Süßholz am Stück zuhause, verwende es auch auf märkten, aber weis nicht so recht ob es um 1250 möglich war??
Danke schon mal im vorraus!
Thomas

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Eintrag #55 vom 30. Mrz. 2003 17:12 Uhr Lisa & Manfred Wolber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lisa & Manfred Wolber eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht nachgedacht

Das Wochenende habe ich genutzt, die gewünschten Aufnahmen für Arno fertig zu machen und die gemachten Aussagen kritisch unter die Lupe zu nehmen:
Nun sehe ich ein, dass der Begriff ‘metallurgisch’ von mir sowohl auf unserer Seite als auch hier im Thread offensichtlich zu lax gehandhabt wurde:
Ich habe nie bestreiten _wollen_, dass unsere Altvorderen in der Lage waren, gutes Material herzustellen. Dennoch _könnte_ man den Eindruck bekommen, ich hätte die Stahlqualität für schlecht gehalten. Diese Aussage war von mir nie beabsichtigt, denn dass es so nicht so gewesen sein kann, dürfte spätestens klar sein, seit Peter Johnsson im April 2002 seine Schwertreplik dem Klingenmuseum Solingen und die dazu gehörende Dokumentation der ßffentlichkeit übergab. Hier wurde sehr deutlich, dass das Mittelalter gute Klingenstähle herzustellen in der Lage war.
Mein Fehler lag darin, in den Texten mit ‘Metallurgie’ die komplette Metallbearbeitung umfassen zu wollen, also u. a. auch die Schärfung der Schneide.
Um die wohl aus meiner persönlichen Denkweise resultierenden Irritationen in Zukunft zu vermeiden, habe ich den Text auf der kritisierten Seite inzwischen geändert.
Somit muss ich in Konsequenz auch mein Statement korrigieren:

   Ich  bestreite weiterhin (bis zum Nachweis

   des Gegenteils), dass es bis ins Hochmittelalter

   üblich war, Rasiermesser zu schleifen.

   Die Klingen waren scharf geschmiedet.

Die (zumindest mir) bekannten mittelalterlichen Rasiermesser zeigen - soweit erkennbar - Spuren einer geschmiedeten Schneide, Hinweise auf einen Schliff habe ich nicht finden können. Daraus folgt, dass Rasiermesser bis ins hohe Mittelalter eine geschmiedete und keine geschliffene Schneide hatten.
Die aus meinem Statement resultierende Frage ist nun:

   Wenn wir ja unterstellen können, dass die 

   materialtechnischen Voraussetzungen grundsätzlich 

   gegeben waren, warum hat man dann Rasiermesser 

   _nicht_ aus schleiffähigem Stahl hergestellt 

   bzw. warum hat man diesen bei Rasiermessern 

   _nicht_ geschliffen? 

Wie Arno schreibt, dürften Qualitätsanforderungen bei Alltagsgegenständen nicht so hoch gewesen sein. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen - vielen Dank für die Informationen - , die sich ja wohl auf Waffenmaterial beziehen, dürften also kaum ohne Weiteres auf solche Artikel wie Rasiermesser übertragbar sein.
Das offenbar vorhandene Knowhow darf m. E. nicht zu dem Schluss verleiten, dass es auch in jedem Fall und für jeden Artikel angewandt wurde.
Beste Wünsche
Manfred
Bitte an die Admins:
Da die Diskussion kaum noch mit dem Thema “Persönliche Hygiene und Körperpflege” in direkte Verbindung zu bringen ist, wäre ein Verschieben in Thread 1289 m. E. sinnvoll.
Manfred

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Eintrag #54 vom 28. Mrz. 2003 10:59 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Nochmal
Habe ich vergessen:
ich wurde nach Belegen für die Behauptung, die Materialqualitäten seien allgemein besser gewesen, als allgemein angenommen gefragt.
Ich beziehe mich dabei auf die Herstellungsmethodik, dem Reinigen durch wiederholtes Falten und Feuerschweißen.
Wir haben inzwischen Zahlreiche metallurgische Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt und sind zu den folgenden Schlüssen gekommen:
Ab dem Stadium des Faltens und Schweißens, ab dem das Material halbwegs homogene Eigenschaften zeigt, ist bereits ein Reinheitsgrad (bezogen auf P und S) erreicht, der dem moderner Stähle gleich kommt. Grobe Verunreinigungen, von denen man immer wieder hört, sind in Originalen selten zu finden und wenn, dann zumeist nicht unbedingt mitten in der Schneide. Diese würde dabei auch schon beim Schmieden selbst kaputt gehen und somit erst gar nicht der Verwendung zugeführt werden.
Wird weiter “Raffiniert”, werden die modernen Stähle an Reinheit sogar noch übertroffen (p- uns S Werte von unter 0.003% sind da die Regel, übrigens selbst bei qualifizierter Verwendung von Steinkohle!). Auch manche (unerwünschte) Stahlbegleiter lassen sich durch das Raffinieren entfernen. das geschieht fast automatisch beim Schmieden, wenn der Schmied keine elementaren Fehler macht.
Soweit ich informiert bin, war die letzten paar tausen Jahre das “Raffinieren” von Schachtofenluppen die gängiste Methode der Stahlgewinnung.
Vor ein paar Wochen brachte Stefan Deuble den Ansatz zu bedenken, das auch Windfrischverfahren bereits den Römern bekannt gewesen sein durften. Somit könnte ich mir tatsächlich auch das vorhandensein weniger reiner Stahlsorten vorstellen (zumal auch weniger “sauber” raffiniert werden kann). Allerdings habe ich noch keine echten Beispiele (Untersuchungen mit entsprechenden Schliffbildern) gefunden, die deutlich verunreinigte Stähle bei KLINGEN zeigen (bei Alltagsgegenständen kann der Fall anders liegen, da hier die Leistungsanforderungen nicht so hoch sein müssen)
Deshalb bin ich auch so scharf auf entsprechende Bilder und Untersuchungen. es gibt da wenig Material drüber und es ist längst nicht alles untersuchenswerte untersucht worden. Bisher präsentiert sich mir aber ein aus der Praxis bestätigtes Bild, das das Vorhandensein auch Rasiermessertauglicher Stähle fast seit dem Beginn der Eisenverarbeitung nahe legt.
Zu Unseren Untersuchungen:
Derzeit Liegen noch etwa 10 Ausstehende Materialproben unterschiedlicher Damaste und Raffinierstähle aus meiner Werksatt bei der Uni Tübingen. Einige Schliffbilder habe ich bereits vorliegen. (ich warte schon seit Wochen auf die komplette Zusammenstellung. Wird demnächst kommen)
Quantitative Analysen wurden u.a. per Elektronenmikroskop und Spektralanalyse durchgeführt.
Bisher haben sich alle aus der Theorie bereits zu erwartenden Vorstellungen bestätigt, gerade was den Reinheitsgrad angeht.
Die Leistungsfähigkeit zu prüfen bedarf noch einiger weiterer Versuche, wird allerdings aller wahrscheinlichkeit ebenfalls den jeweiligen Erwartungen entsprechend ausfallen.
Unsere Untersuchungen an Einer Spatha aus dem 7. Jhdt, die Untersuchungen von Hr. Moritz Paysan am Landesmuseum Stuttgart über die “Knollenknaufschwerter” und die Arbeiten Von Dr. Stefan Mäder an ebenfalls Frühmittelalterlichen Saxen und Schwertklingen zeigen ebenfalls höchste Materialqualitäten.
Alles in allem:
Das “Know how” war da ;-)
Nochmal bitte Entschuldigung wegen meiner “Unfeinen” Ausdrucksweise. es ist eben mal wieder mit mir durchgegangen.
Euer Arno

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Eintrag #53 vom 28. Mrz. 2003 10:54 Uhr Lisa & Manfred Wolber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lisa & Manfred Wolber eine Nachricht zu schreiben.

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erst alles bis zum Ende lesen, Manfred ;-))
U. a. wird die Rasur auch in unserer Präsentation thematisiert. Aber da gibt es noch einige bisher nur unzufriedenstellend geklärte Punkte. Deshalb kann ich nicht verantworten, eine rasur /vorzuführen/.
Joachim, ich fürchte Dein Großvater wäre Dir hinsichtlich der mittelalterlichen Rasur keine große Hilfe gewesen; es sei denn, Du wolltest die Rasur, wie sie in der Form und mit diesen Mittelen erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts ausgeführt wurde, den Besuchern nahe bringen.
Ich werde nichts hier ins Forum posten, weas nicht hieb- und stichfest belegbar ist und von dem hinterher der ein oder andere behauptet, es sei so und nicht anders gewesen, denn es habe ja schliesslich in T-V gestanden.
@ Arno: Ich werde sehen, was sich mit den Scans machen lässt, ich besitze selbst leider nur (einigermaßen miserable) Fotokopien. Bitte hab’ aber etwas Geduld, ich habe momentan erheblichen beruflichen Stress, und Brötchen für die Family verdienen hat Vorrang.
Beste Wünsche
Manfred

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Eintrag #52 vom 28. Mrz. 2003 10:24 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Ihr
Zunächst einmal bitte ich um Entschuldigung für meine zugegebenermaßen etwas harte Wortwahl (Humbug…) Ich wollte niemanden angreifen.
Das Problem ist, das sich der Betreffende Text auf Deiner Seite so liest, als hätte es kein gutes Material gegeben (ganz allgemein). Und das stimmt nicht.
Ich möchte mir gerne die besagten Schliffbilder ansehen können, um lernen zu können und Dich deshalb bitten, mir wenn möglich einen oder Zwei Scans per Mail zukommen zu lassen. Das Thema interessiert mich brennend und ich bin gerne bereit zuzugeben, im Unrecht gewesen zu sein, wenn die Schliffbilder mit Deinen Aussagen in Einklang zu bringen sind.
Was Die Rasur selbst betrifft, so habe ich nicht behaupten wollen, das sie besonders angenehm gewesen sein soll. Ich konnte mir nur nicht vorstellen, das es soooo schlimm war. Ich habe mich selbst schon mit dem Messer rasiert und bin auch sonst “Naßrasierer”. Ich weiß, das ich dabei auch Fehler gemacht habe. Und das war in der Tat nicht so angenehm, wie eben modernes Gerät. Allerdings gehört eben auch eine gewisse Erfahrung dazu und ich unterstelle unseren Vorfahren, diese gehabt zu haben. Dann müßte sich doch der Schmerzfaktor eigentlich auf ein Minimum reduzieren lassen, oder?
Ist das nicht auch der Hauptgrund, weshalb noch vor wenigen Jahrzehnten der Friseur auch Rasierte? Der mußte schließlich die meiste Routine entwickelt haben oder?
Vorrasur mit der Schere macht natürlich absolut Sinn.
Wie ist das aber mit der Haut? Passt die sich nicht auch häufigerem Rasieren an und reagiert dann weniger empfindlich? Das wäre auch eine mögliche Erklärung für unsere stöhnenden Mönche…
Euer Arno

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Eintrag #51 vom 28. Mrz. 2003 09:52 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Zweistufen-Rasur

Ich kann mich Manfred da aus der praktischen Erfahrung heraus anschließen. Zwar bin ich glücklicherweise vor übermäßigem Bartwuchs verschont worden, aber dafür ist meine Haut recht empfindlich.
Deswegen praktiziere ich schon lange die Methode, mich nicht täglich, sondern in größeren Abständen zu rasieren.
Zur Vorrasur benutze ich dann zwar keine Schere, sondern einen Langhaarschneider, aber der Effekt ist deutlich: Die Klinge wird geschont, die Rasur geht leichter von der Hand und es kommt zu weniger “Hautirritationen”.
Rasieren selbst mit Wochenabstand ist kein Problem.
Andreas
Rete Amicorum - Geschichte greifbar gemacht! www.rete-amicorum.de

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Eintrag #50 vom 28. Mrz. 2003 08:25 Uhr Lisa & Manfred Wolber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lisa & Manfred Wolber eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht starker Bartwuchs

Hallo Joachim,
die gleichen Fundstellen weisen darauf hin, dass sich sehr früh bereits eine ‘Vorrasur’ mit der Schere etablierte. Diese sowohl, um den Bart zu formen, als auch um die Klingenrasur weniger unangenehm zu gestalten.
Beste Wünsche
Manfred

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Eintrag #49 vom 28. Mrz. 2003 08:01 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht @Manfred

Ich danke für Deinen aufklärenden Eintrag, Manfred!
Jetzt ist mir auch die Verwendung des Lederbandes klarer geworden.
Was ich für mich persönlich nur bedingt nachvollziehen kann, ist die Häufigkeit der Rasur. Ich habe einen starken Bartwuchs, müßte mich theoretisch 2x am Tag rasieren. Je länger ich warte, als desto unangenehmer empfinde ich persönlich die Rasur. Warte ich damit eine Woche oder so, ist es ein verdammt hartes Stück Arbeit und die Klinge danach im Eimer. Aber das ist halt mein persönliches Empfinden.
Falls das nicht zu sehr vom Rhema abschweift, würde ich mich über eine Art kurze “Bedienungsanweisung” für den Umgang mit einem Rasiermesser sehr freuen. Mein Opa konnte es mir leider nicht mehr erklären.
Gruß
Joachim

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Eintrag #48 vom 28. Mrz. 2003 01:35 Uhr Lisa & Manfred Wolber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lisa & Manfred Wolber eine Nachricht zu schreiben.

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@ Joachim:
In der Tat dürfte Rasieren bzw. rasiert werden im MA kein Vergnügen gewesen sein: Wie spätmittelalterliche (vorher war die Wiedergabe der Person mehr idealisierend denn realistisch) Gemälde zeigen, nahmen Portraitierte selbst für die Sitzung beim Maler nicht unbedingt eine Rasur in Kauf, was dennoch ihnen und ihrem Stand keinen Abbruch tat. Als Beispiele seien hier nur genannt: Robert de Masmines (1430) und ‘Mann mit den Nelken’, beide in ihrer Stoppelbärtigkeit im Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie.
Weitere Hinweise ergeben sich aus mönchischen Traditionen:
In den Regeln Benedikts und in den älteren Mönchsordnungen wird das Rasieren nicht erwähnt, zu Beginn des 9. Jahrhunderts war die Rasur in den Klöstern jedoch bereits allgemein üblich. In den Klöstern unterschied der Bart im allgemeinen die »fratres barbati« genannten Laienbrüder von den geweihten Priestermönchen. Einzelne Orden wie die Kartäuser schrieben jedoch auch den Laienbrüdern die Bartlosigkeit vor. Allerdings rasierten sich die Mönche nur in längeren Zeitabständen. Rasierten Sie sich im 10. Jahrhundert noch alle 12 oder 15 Tage - in der Fastenzeit noch seltener -, verlegte man im 11. Jahrhundert die Rasur vor besondere Feiertage. Später wurden 20 Rasurtermine pro Jahr festgelegt. Aber selbst dies empfanden die Mönche als zu häufig und besonders im Winter als lästig und beschwerlich, weshalb Petrus Venerabilis (um 1092-1156), Abt von Cluny, die Zahl der jährlichen Rasurtage auf 14 herabsetzte. In den neuen Orden der Zisterzienser und Kartäuser rasierten sich die Mönche an sechs oder sieben vorgeschriebenen Terminen im Jahr noch seltener. Nach heutigen Maßstäben hätten die mittelalterlichen Mönche kaum als rasiert gegolten, wurden aber zu ihrer Zeit gleichwohl so angesehen.[Frank Gnegel: Bart ab. Zur Geschichte der Selbstrasur. Köln: DuMont, 1995]
Hieraus kann man ableiten, dass rasiereen nicht zu den Besonderen Genüssen und Vergnüglichkeiten zu zählen war.
ßhem, Nachschleifen mit einem Lederriemen … geht auch bei modernen Rasiermessern nicht ;-)
Schleifen ist eine materialabhebende Technik. Geschliffen werden Rasiermesser wie alle anderen Schneidwaren auf bzw. mit einem Stein. Beim Schleifen werden feinste Metallfasern ‘ausgezogen’: unter dem Mikroskop sieht eine frisch geschliffenen Schneide schartig und zackig aus, sie hat ‘Zähne’. Das so genannte Abziehen einer Schneide, was meist auf Leder gemacht wird, macht aus einer solchen ‘Säge’ erst eine erträgliche Klinge. Das stellt jedoch sehr hohe Anforderungen an die Qualität des Klingenmaterials. Im Gebrauch, also durch die Rasur wird die geglättete, abgezogene Klinge wieder schartig. Nur diese mikroskopischen Scharten bzw. Spitzen werden durch das Abziehen so weit begradigt, dass man sich wieder ohne übermäßige Hautreizung rasieren kann. Eine Schärfung im Sinne von Verdünnung der Schneide findet beim Abziehen auf dem Leder *nicht* statt.
@ Arno:
Zugegebenermaßen sind die metallurgischen Quellen auf meiner Seite nicht angeführt. Aber ich reiche sie hiermit nach:
Prof. Georg Bindhart: Kulturgeschichtliches über das Rasiermesser. Solingen: Messer und Schere vom 1. Mai 1927, dazu: Die Schneide des Rasiermessers. - Hier sind auch Mikroskopaufnahmen der verschiedenen Klingenmaterialien zu finden.
Ferner mit Fotos der kristallinen metallurgischen Materialstrukturen: Ing. Kolberg, Fachschule Solingen, 1931.
Wieso sind die auf unserer Seite gemachten Aussagen zur Metallurgie “schlicht Humbug”
Wo steht auf unserer Seite etwas von “schlechtem Stahl” Wer bestreitet, dass unsere Vorfahren eine Menge Ahnung von der Herstellung und Verarbeitung von Stahl hatten? Auf unserer Seite habe ich ausdrücklich geschrieben dass Rasiermesser “häufig vom ortsansässigen Schmied hergestellt wurden”. Für mich ist ist auch nicht nachvollziehbar, an welcher Stelle nun “dreckige” Stähle ins Spiel kommen. Auf unsere Seite kann sich dieser Begriff also nicht beziehen. Bist Du sicher, dass Du auf unserer Seite warst?
Auf die einzige Einschränkung, die ich dort bezüglich der Stahlqualitäten gemacht habe, gehst Du jedoch nicht ein: Eine generelle Schleifbarkeit von mittelalterlichem Stahl habe ich nie verneint. Ich habe geschrieben, dass damalige Stähle für die besondere Art des Schleifens für einen *schabenden* Schnitt in aller Regel nicht geeignet waren.
Noch mal zur Verdeutlichung:
Beim schabenden Schnitt wird die aufliegende Schneide schabend flach über die Haut geführt. Der schabende Schnitt verlangt nach einer dünnen und glatten, festen und dabei doch elastischen Schneide, die sich den Unebenheiten der Gesichtshaut anpasst. Beim ziehenden Schnitt, wird die Schneide z. B. durch das Brot oder das Fleisch geführt; die Klinge kann unflexibel sein. Die Materialanforderungen an den Stahl für den Schliff für einen ziehenden Schnitt sind also deutlich geringer.
Sowohl die in meinem Besitz befindlichen mittelalterlichen Rasiermesser als auch weitere Exponate u. a. aus dem Bestand des Klingenmuseums Solingen zeigen absolut *keine* Spuren eines Schärfungsschliffs. Das gleiche gilt übrigens noch für ‘moderne’ Messer (19. Jh.) aus dem afghanisch-pakistanischen Raum.
Die metallurgischen Kenntnisse, für einen schabenden Schnitt geeignetes Klingenmaterial gezielt herzustellen werden von mir für den Beginn des 14. Jahrhunderts nach wie vor bestritten.
Solltest Du belegbare Gegenargumente zu dieser Aussage haben, die es rechtfertigen, meine Aussagen als ‘schlichten Humbug’ zu bezeichnen, bin ich gerne bereit, stets aus nachvollziehbaren Quellen dazuzulernen. Jedoch ist für mich diese nackte Behauptung, dass das entsprechende “Know how” vorhanden gewesen sei, letztlich wenig hilfreich.
Als Sohn eines Kunstschmiedes empfand ich, auch wenn ich selbst nie in diesem Beruf gearbeitet habe, bislang Deine Beiträge als fundiert. Deshalb dachte ich eigentlich, dass wir in diesem Themenkomplex über das Stadium, ‘dass die ja damals auch nicht blöde waren’, inzwischen hinausgewachsen wären.
Beste Wünsche
Manfred

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Eintrag #47 vom 27. Mrz. 2003 08:07 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht echt scharf

Somit also herzlich willkommen im Club der Rasierer. Und wenn man Arno glauben mag, kann man nur hoffen, daß der Hersteller sein Handwerk nicht nur versteht, sondern solche Klingen auch schon öfter angeschliffen hat. Nicht, daß das in einem Blutbad endet.
Joachim
Marca brandenburgensis - die sauscharfe Geschichte der Mark im 13. Jh.

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