Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Persönliche Hygiene und Körperpflege

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Eintrag #26 vom 07. Jan. 2000 14:13 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

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Hmm, klingt lustig und zugleich einleuchtend… *g* Falls sich in nächster Zeit hier nichts neues ergibt (besonders in Bezug auf das Hygienemusuem), werde ich im Laufe des Februars versuchen eine Zusammenfassung für die Bibliothek zu schreiben. Oder findet sich dafür in der Runde vielleicht jemand, der auch im realen Leben etwas mit Medizin und Hygiene zu tun hat? Oder wenigstens mehr Ahnung als ich? ;o)

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Eintrag #25 vom 07. Jan. 2000 13:12 Uhr Dietrich (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dietrich eine Nachricht zu schreiben.

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Moin zusammen. Mir wurde vor einiger Zeit noch ein sehr schönes Argument dafür geliefert, daß im MA regelmäßige und gründliche Reinigung von Körper und Kleidung üblich gewesen sein muß; zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich nicht mehr weiß, von wem und in welchem Zusammenhang. Die Medizin des MA arbeitete zur Diagnostizierung von Krankheiten in erster Linie mit Sinneseindrücken, also Aussehen, Geschmack und- Geruch. Nach der damals gültigen Theorie der Säfte und Miasmen äußerte sich eine Krankheit unter anderem durch das Auftreten schlechter Gerüche (was ja de facto auch so ist). Also: Wer schlecht riecht, ist (oder wird) krank. Was also tun, um den krankhaften Geruch zu verhindern oder wieder loszuwerden? Ab in die Wanne!
Dietrich

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Eintrag #24 vom 18. Dez. 1999 21:47 Uhr Andreas Thiel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Thiel eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Mathias, das einschränken der Badegepflogenheiten im Winter paßt gut zusammen mit meiner Info, daß man es mit dem Haarewaschen im Winter nicht übertreiben soll. Ich denke hier wurde tatsächlich in erster Linie versucht, Erkältungskrankheiten zu vermeiden. Gruß Andreas

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Eintrag #23 vom 18. Dez. 1999 21:12 Uhr Carsten Baumann   Nachricht

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Eine schöne (beinahe noch) hochmittelalterliche Abbildung dazu findet sich in der “Manessischen Liederhandschrift” (Anf. 14. Jahr.), in der Jakob von Warthe gezeigt wird.
Gruß von Carsten

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Eintrag #22 vom 16. Dez. 1999 10:55 Uhr Matthias Doettlaff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Doettlaff eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo alle! Zum Baden gibt es recht viele Darstellungen, vorwiegend aus dem späten Mittelalter. War es damit so ungewöhnlich, daß es in Bildern überliefert wurde, oder “einfach nur” hinreichend wichtig? Das weiter unten zitierte Buch des Johann Dryander enthält einen nicht geringen Teil seines Zeitgenossen Hieronymus Bock (1498 - 1554). Dieser gibt einen Kalender an, der verzeichnet, wie man seinen Körper zu pflegen hat, um nicht krank zu werden. Auf die täglichen Kleinigkeiten, wie Ohren kratzen, Zähne putzen etc. geht er nicht ein. Das Baden aber wird besonders empfohlen: “Im Hornung [Februar] soll mann auff dem Deumen lassen / mitDiagridischer Artzeney purgieren / vnnd ins warm bad gehen / darinn sich wol erwärmen vnnd erschwitzen / vnd folgends nach außgang desselben/guten wein trincken.” Für den März bis Mai werden ebenfalls warme Bäder empfohlen. “Wintermonat. In diesem Monat pfleget das Geblüt grob vnn dick zuwerden / darumb soll man viel Zimmet inn der Kost vnndTrancke brauchen/ die Badstuben man beruhen lassen / aber die Leberader mag man eröffnen / unnd zuzeiten schrepffen.” Aha, im November ist also Badeverbot. Ob das mit der Erkältungszeit zusammenhängt? Denn von November bis Jannuar hält Bock das Baden nicht für gut oder erwähnt sie nicht explizit. Ein paar Seiten zuvor schreibt er, daß diese Monate viele “presten” mit sich bringen und listet dann typische Erkältungsbeschwerden und grippige Symptome auf. Wann und wie oft die Leute tatsächlich gebadet haben, kann ich nicht beurteilen. Bock ist einer der berühmtesten ßrzte seiner Zeit und hält es offenbar nicht für nötig, anders als Dryander an zahlreichen Stellen, Rezepte in einer Ausfertigung für Arme und eine für Reiche (welche natürlich besser ist…) aufzuschreiben. Aber ich will hier nicht zu tief in die Medizin abrutschen. Grußvoll, Matthias Topasius der Zauberwercker

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Eintrag #21 vom 16. Dez. 1999 07:43 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Vielleicht kennen einige von Euch die monatlich erscheinende Taschenbuchreihe “Museum” (bei westermann). In der Ausgabe “Knochenhauer - Amtshaus Hildesheim” fand ich ein Foto mit ßberresten der Almersbadestube (14. Jh.). Im einzelnen Schüssel, Schere, Schropfköpfe, 2 Schermesser mit sehr ungewöhnlichen Klingenformen, Kämme und einen Spielstein. Aus dem Text hierzu: Nur die wenigsten Bürgerhäuser besaßen um 1500 ein eigenes Badezimmer. Dafür gab es 5 öffentliche Badestuben, die ein Ort der Körperpflege, aber auch der Geselligkeit, oftmals sogar der ungezügelten Sinnesfreude waren (ich bin keusch, ich bade nie). Gegen Gebühr konnte jeder Baden, der nicht vom Aussatz befallen war. Man nimmt an, daß die Hildesheimer wie die Bewohner anderer Städte auch, oft und ausgiebig badeten. In Nachlaßinventaren (16. + 17. Jh.) sind wiederholt Badekappe, Badebeutel und Bademantel aufgeführt. Die Aufsicht über öffentliche Badestuben gehörte zur städtischen Gesundheitsfürsorge. Es grüßt Joachim Iltiskäfig Meinicke

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Eintrag #20 vom 15. Dez. 1999 22:15 Uhr Frank Moser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Frank Moser eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Aisling, zur Frage: Was ist Weistum (Eintrag Nr.6) Aufzeichnung des herkömmlichen dt. Gewohnheitsrechts. Die eigentliche ßberlieferung der W. setzt, wenn auch fränk. Volksrechte (z.b. lex salica) auf W. beruhen, erst im HochMA ein. Die meisten W. stammen aus dem 15. und 16. Jh., ihr Verfall beginnt mit dem Eindringen des röm. Rechts. Neben den bäuerlichen Weistum, gab es kirchliches und städtisches W. Auch das ma Reichsrecht kennt W. z.b. Rhenser Weistum 16.7.1338. (Regelung der Kurfürsten für das Reichsrecht und Wahlrecht der Kurfürsten, grenzte die päpstliche Bestätigung aus, Zurückweisung jeder Einmischung des Papsttums in die dt. Königswahl. Sprach sich damit für König Ludwig den Bayern aus, der vom Papst 1324 gebannt wurde, weil er ohne päpstliche Einwilligung (Approbation)kaiserl. Herrschaftsrecht in Italien beanspruchte. Aus: dtv, Wörterbuch zur Geschichte 2.Bd., 1983
Frank

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Eintrag #19 vom 15. Dez. 1999 10:25 Uhr Jürgen Trautmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jürgen Trautmann eine Nachricht zu schreiben.

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Bloß mal so am Rande aus dem Decamerone: Liebespaar im Garten. Er will besseren Atem, reibt sich die Zähne mit einem Salbeiblatt; quillt kurz danach unmäßig auf und stirbt. Sie kommt in Mordverdacht. Bei einem Lokaltermin ist sie mittlerweile schon so dusselig geworden, daß sie bei der Schilderung der Ereignisse (Und dann is er SO hierhin gegangen, und dann hat er SO ein Blatt vom Strauch gebrochen, und dann hat er sich SO damit die Zähne geriebargh) tragischerweise ebenfalls stirbt. Nachforschungen ergeben (Mit anderen Worten, der Salbeistrauch wurde aus der Erde gerissen), daß in den Wurzeln des Strauches eine große, dicke, fette, schleimige, eklige, … Kröte sitzt. Nachdem sich mal wieder keiner traut, das Untier jagdgerecht zu erlegen, wird ein Holzstoß errichtet und das Vieh verbrannt. Fazit: Lieber`n faulen Atem als nen aufgequollenen schwarzen und vor allem toten Leib. Alsdenn Jürgen (der momentan den Basilikumtopf anstiert)

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Eintrag #18 vom 15. Dez. 1999 02:56 Uhr Matthias Doettlaff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Doettlaff eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo alle! Zahnbürsten sind mir nirgends begegnet, aberin einem Medizinbuch der Renaissance las ich folgendes: “Die Zäne wunderbarlich weiß zu machen. Nimm weissen Marmelstein/Fischbeyn/weiß Corallen/Sal gemmae, gemein Saltz/gebrannt Gummi masticis, die schaln von Citrinatöpffel/eins soviel als deß andern / mach ein subtil puluer hierauß/mitmit disem reibe alle morgen dein zäne / darnach wäsch sie mit weissem Wein/darinn ein wenig Canels inn gesotten ist. Die Zäne vnd Zanfleisch zustärken. Ist auch fast gut die zäne gerieben mit Aceto scillitico, das ist/Meerzwiebel essig/ein tüchlin hierinn genetzt / bekompt dem zanfleisch saft wol/sterckt die wurtzeln der zäne/macht sie hart/daß sie nicht wackeln / bringt auch einen guten athem im mund. Auf ein andere weise die zäne weiß zu machen. Brenne ein wasser von ii. theil Armoniac, vnd Sal gemmae, vnd ein drittheil als viel Alauns/reib die zäne mit diesem wasser/ ein tüchlin darinn geweycht. Fürn stinckenden Athem. Wäsch das Maul innwendig offt mit Essig vnd wasser / darnach masticier oder kewe ein gute weil das Gummi Mastix, Vber ein weil hernach spül das maul mit wein/darinn Enißsamen und Nägelin / gesotten sey. Kompt aber der stanck und böse geruch / von wegen eines faulen oder löchrichtigen Zans/ist nit bessers dann außbrechen. Regiment im zanweh vnd stinckenden munds sich zu halten. Man sol allwegen nach essens den mund mit reinem milchwarmen wasser wäschen/das zanfleisch vnnd zäne wol reinigen vom wust vnn von haupt fallenden flüssen / Morgens nüchternist es auch gut den mund zu wäschen /vnn die zäne mit eim Salbeien blat reiben / oder auch miteiner Pomerantzen schalen oder Citrinat / Auch mit Näglin/oder Muscatenpuluer/ die zäne reiben. Man soll vermeiden die Milchwerck /rohe vnd vnzeitige frücht /alle sauretige ding/vnn was hart zubeissen/Auch alle speiß/so hart zuverdauen ist.” (Quelle: “Practicierbüchlin Außerlesener Artzeneystück” von D. Ioan. Dryandrum [Dr. Johannes Dryander]; Faksimile der Ausgabe von 1589 [1. Auflage 1527], Antiqua-Verlag, Lindau, 1979; S.56f) Soweit also unser Arzt aus der Renaissance (1500 - 1550). Und was lehrt uns dieses unbequem lesbare Neuhochdeutsch? Das was einige andere hier schon angerissen haben: Die Zähne werden mit getränkten Tüchern oder Kräutern, bzw. Harzklumpen (Mastix) geschrubbt. Das Kauen der Harzklumpen wird auch empfohlen (erinnert das nicht irgendwie an die Werbung im Fernsehen?). Im “Regiment” spricht der Arzt vom Reinigen der Zähne vom Wust und vom Speichel, was für die kombinierte Anwendung von Zahnstocher und Tuch spricht. Auch reibt man sie mit speziellen Pulvermischungen blank. Diese dürften für den Normalmenschen weder im Mittelalter noch in der Renaissance erschwinglich gewesen sein (ebensowenig wie Gummi Mastix oder Essig sizilianischer Art oder die erwähnten Zitrusfrüchte), enthalten sie doch in erster Linie zerpulverte (Halb-)Edelsteine. Diese sind ein hervorragendes Schleifmittel und wie Karneol oder Korallen mit besonderen Heilkräften versehen. Beide verwendete man auch zur Wundheilung. Vom Gebrauch dieser Mischungen würde ich langfristig abraten, da sie den Zahnschmelz sehr stark zerschmirgeln, was dessen Haltbarkeit deutlich reduziert. Wie man reiben soll, wird nicht erwähnt, aber ein Tuch mit der Mischung zu bestreuen ist sicherlich effektiver, als mit dem blanken Finger zu scheuern. Kräuterbeimischungen sind auch heute noch sehr modern, wobei da lediglich der Salbei von den alten Rezepturen geblieben ist. Anis, Nelken und Muskat tauchen heute nur noch in den Hausmitteln bei Zahnschmerz auf, da sie eine lokal betäubende Wirkung haben (zumindest Nelken und Muskat). Dryander erwähnt sie ja auch zur Anwendung bei Zahnschmerzen. Mal sehen, was sich sonst noch finden läßt… Grußvoll, Matthias Topasius, der Zauberwercker

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Eintrag #17 vom 15. Dez. 1999 00:25 Uhr Andreas Thiel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Thiel eine Nachricht zu schreiben.

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Sorry Leute, bei Posting Nr.15 hat es mir irgendwie den Text zerbröselt…Posting Nr.16 ist vollständig. *räusper* 15 könnte bei Gelegenheit gelöscht werden… *dusselig grins*

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Eintrag #16 vom 15. Dez. 1999 00:23 Uhr Andreas Thiel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Thiel eine Nachricht zu schreiben.

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Und noch im Nachtrag der Quellenauszug zu meiner Anmerkung von heute Mittag: “…Dagegen ist der schon im 12. Jhdt. verfaßte sogenannte Aristotelesbrief des spanischen Juden Johann von Toledo mit seinen Anweisungen zum rechten Essen und Schlafen auch in Deutschland auf offene Ohren und ”geneigte Leser“ gestoßen. König Alexander, der Adressat des Briefes, soll nach dem Aufstehen ein wenig wandeln, die Gliedmaßen angemessen und gleichmäßig strecken und das Kopfhaar kämmen. Darauf soll er gute Kleider anziehen und die Zähne und das Zahnfleisch mit wohlriechenden Rinden abreiben. Beim Essen soll er aufhören, ehe er völlig gesättigt ist. Noch mehr als der Aristotelesbrief wurde in Deutschland das Regimen Arnolds von Villanova (gest. 1311) benutzt, übersetzt und nachgeahmt. Hier ist der Adressat der König von England, der , falls es ihm an ßrzten fehle, drei Mittel an ihre Stelle treten lassen solle: frohen Sinn, Ruhe und Mäßigkeit beim Essen. Der Vers 365 dieses dreieinhalbtausend Verse umfassenden Werkes enthält das berühmte ”Post coenam stabis aut passus mille meabis“ (Nach dem Essen sollst Du ruhn, /oder tausend Schritte tun).” Da haben wir es also… Allerdings sind diese Empfehlungen an hochgestellte und reiche Persönlichkeiten gerichtet und geben sicher nicht exakt die gängigen Gepflogenheiten der “normalen Durchschnittsbevölkerung” wieder. Einem Bauern des Mittelalters in Ermangelung eines Arztes “frohen Sinn, Ruhe und Mäßigkeit beim Essen” zu empfehlen wäre wahrscheinlich einem Todesurteil gleichgekommen - für den der die Empfehlung aussprach ;o) Gruß Andreas

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Eintrag #15 vom 15. Dez. 1999 00:21 Uhr Andreas Thiel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Thiel eine Nachricht zu schreiben.

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Und noch im Nachtrag der Quellenauszug zu meiner Anmerkung von heute Mittag: “…Dagegen ist der schon im 12. Jhdt. verfaßte sogenannte Aristotelesbrief des spanischen Juden Johann von Toledo mit seinen Anweisungen zum rechten Essen und Schlafen auch in Deutschland auf offene Ohren und »geneigte Leser>Post coenam stabis aut passus mille meabis« (Nach dem Essen sollst Du ruhn, /oder tausend Schritte tun).” Da haben wir es also… Allerdings sind diese Empfehlungen an hochgestellte und reiche Persönlichkeiten gerichtet und geben sicher nicht exakt die gängigen Gepflogenheiten der “normalen Durchschnittsbevölkerung” wieder. Einem Bauern des Mittelalters in Ermangelung eines Arztes “frohen Sinn, Ruhe und Mäßigkeit beim Essen” zu empfehlen wäre wahrscheinlich einem Todesurteil gleichgekommen - für den der die Empfehlung aussprach ;o) Gruß Andreas

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Eintrag #14 vom 15. Dez. 1999 00:15 Uhr Sascha Sturm   Nachricht

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Tach! Für die Zeit des Großen Kalle ist der Gebrauch von Zahnpulvern durch Benediktinermönche belegt, im Lorscher Arzneibuch finden sich verschiedene. Gewonnen wurden die Mittel aus verbrannten und geriebenem Bimsstein, Asche von weißem Blei (wohl eher nicht zu empfehlen) oder verbrannten Schweineknochen. Das Arzneibuch ist von Lorsch aus an die Ottonen gegeben worden, so daß diese Kunde wohl auch den Hochadel erreicht haben sollte. Wie diese “Scheuermittel” allerdings genau eingesetzt wurden geht aus dem Text nicht hervor. Herzlichen Gruß Sascha

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Eintrag #13 vom 15. Dez. 1999 00:02 Uhr Andreas Thiel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Thiel eine Nachricht zu schreiben.

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Also, Thema Zahnpflege: “Am Morgen spült man den Mund und reibt die Zähne mit einem Lappen, vielleciht unter Zutat von Salz, Alaun oder einem kreidigen Zahnpulver ab. Da dies Pulver aber häufig zu harte Bestandteile enthielt, die den Zahnschmelz verletzten, und da das Brot unzählige kleine Steinpartikel enthielt, die von Mühlsteinen herrührten und zu einer starken Abnutzung der Kauflächen führten, dürfte es mit den Zähnen im Mittelalter mehr schlecht als recht bestellt gewesen sein; »Zahnbrechen« war dann die letzte Hilfe. Aus den Bildnissen des Mittelalters kommen sie uns immer wieder entgegen, die zahnlosen Münder der alten Weiber und der Greise.” (Quelle: ebenfalls “Alltagsleben im Mittelalter”, Otto Borst, ISBN 3-458-32213-2) Gruß Andreas

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Eintrag #12 vom 14. Dez. 1999 22:07 Uhr Carsten Baumann   Nachricht

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Immer wieder wirft mich der Server ´raus…. . So, was ich noch sagen wollte: Der “Mangel” erwies sich bei folgendem Umstand als Segen: Die heimischen Obst- und Gemüsearten waren arm an Fruchtzucker, (raffinierter) Zucker als Süßungsmittel entfiel. Selbst Honig war nicht immer für jeden zugänglich. Somit hatte Karies kaum eine Chance! ßbrigens: SALZ als Zahnreinigungsmittel im Mittelalter? War es dafür nicht zu selten, zu teuer und als Nährmittel und “Gewürz” zu kostbar?
Gotes gruoze entbeitet Euch Pater Anselm

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Eintrag #11 vom 14. Dez. 1999 21:47 Uhr Carsten Baumann   Nachricht

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Die in unserem Klima heimischen Obst- und Gemüsearten hatten längst nicht die hohe Zuchtstufe erreicht, auf der sie sich, bereits im Mittelalter bekannte Obst- und Gemüsearten, wie z.B. ßpfel, Birnen, Kohlarten und Mohrrüben, heute befinden. Sowohl für Obst als auch für Gemüse gilt: Sie waren grobfaserig, “spelzig”, holzig und besaßen mehr ungenießbare als eßbare Bestandteile. (Bei HERRMANN, BERND: “Mensch und Umwelt im Mittelalter”, kann man beispielweise nachvollziehen, wie sich die Möhre von Mittelalter bis zur Neuzeit verändert hat.). ßhnliches gilt auch für den Apfel und die mittelalterliche Birne, die dermaßen holzig war, daß Hildegard von Bingen dringend vor deren Verzehr, in roher Form, warnte (DR.WIGHARD STREHLOW: “Das Hildegard v. Bingen Kochbuch”). Diese grobfaserigen Nahrungsmittel besaßen natürlich die Eigenschaft, die Zahnzwischenräume nahezu perfekt zu säubern. Und blieb mal etwas dazwischen hängen, wurde es mit spitzen Gegenständen (Zahnstochern) entfernt. (Ich bin gleich wieder da!).
Gotes gruoze entbeitet Euch Pater Anselm

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Eintrag #10 vom 14. Dez. 1999 21:32 Uhr Carsten Baumann   Nachricht

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Eine ZAHNPFLEGE, im heutigen Sinn, hat es - zumindest ich Hochmittelalter - meines Wissens nur in einem sehr eingeschränkten Maße gegeben! Die Ernährung beschränkte sich ressourcenbedingt (dies variiert natürlich schichtenspezifisch und regionsabhängig) auf Obst, Gemüse, Getreide und auf sonstige Wald und Feldfrüchte. In geringem Umfang wurde dieses “Sortiment” ergänzt durch Fisch (je nach Region) und Fleisch (was den niedrigen Ständen nur sehr wenig zugänglich war. Vgl.: BORST, OTTO: “Alltagsleben im Mittelalter” oder GOETZ, H.W.: “Leben im Mittelalter!”. (Moment, geht gleich weiter!)
Gotes gruoze entbeitet Euch Pater Anselm

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Eintrag #9 vom 14. Dez. 1999 09:59 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

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Wenn Du dich so anbietest Jörg… *g* Oder haben wir hier erst mal einen Dresdener, den wir als Pfadfinder vorschicken können? Hygienmuseum klingt jedenfalls so, als hätten wir die richtige Adresse für das Thema gefunden. :o)

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Eintrag #8 vom 14. Dez. 1999 09:56 Uhr Andreas Thiel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Thiel eine Nachricht zu schreiben.

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Körperhygiene richtete sich aber auch nach der Jahreszeit. So gab es z.B. die Empfehlung, im Winter nicht zu häufig die Haare zu waschen - um Erkältungserkrankungen zu vermeiden. Es gibt hier einige Quellen, auf die in einem Buch verwiesen wurde das ich neulich gelesen habe. Diese Quellen geben Tips zum Thema Gesundheit und Hygiene. Aus einem solchen Brief mit 3500 Versen kommt auch der allseits bekannte Ratschlag: Nach dem essen sollst Du ruhen, oder tausend Schritte tun. Ich nehm mir das Buch heute Abend noch mal zur Brust und schaue nach, was sonst noch so drinsteht. Gruß Andreas

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Eintrag #7 vom 14. Dez. 1999 09:18 Uhr Jörg Bellinghausen  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Bellinghausen eine Nachricht zu schreiben.

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Moin zusammen! Ingo hat mir eine Zeichnung von einer “Multifunktionszahnbürste” geschickt, an der ebenfalls Ohrlöffel und Zahnstocher (aus Bein?) befestigt waren. Das Original liegt wohl in Lübeck. Zahnsalz gab es damals wie heute, ein Stück Süßholz tut es zur Not auch. Kernseife (mit oder ohne ätherische ßle wie z.B. Lavendel) und Schwämme gibt es in jedem Bioladen bzw.Drogerie zu kaufen, ist m.W. auch belegt (keine Unterlagen im Büro, kann es deshalb nicht genauer sagen). Soviel auf die schnelle . Idee: Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden weiß mit Sicherheit noch mehr. Wer nimmt Kontakt auf? Soll ich oder fühlt sich jemand anders berufener?
Jörg

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