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Eintrag #5 vom 31. Jan. 2000 11:16 UhrAlexander Klenner Profil

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Thorsten: Ich habe mal ein recht gutes Buch zu dem Thema gelesen. Der Titel ´Die Wiederkehr der Kelten´ ist zwar etwas reißerisch, aber der Inhalt ganz gut. Die Autorin wunderte sich, woher denn viele der alten Bauerweisheiten in ländlicher Gegend kommen. Bei ihren Nachforschungen fand sie solch altes Wissen bündelweise z.B. in abgelegenen Dörfern im Kaukasus. Dort wurden alte Mittel, Weisheiten und teilweise sogar Feste/Riten seit Jahrhunderten mündlich fast unverändert überliefert. Was jetzt nicht zwingend heißt, das dort noch Heiden leben. Die Feste wurden in einen christlichen Rahmen gebracht, aber grade Kräuterkunde hat dort seit langer Zeit Bestand.
Ivain

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Eintrag #4 vom 31. Jan. 2000 10:41 UhrThorsten Piepenbrink Profil

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Moin zusammen, mal rein interessehalber gefragt, wo kommen eigentlich die Infos für die Verwendung dieser Kräuter in Germanen-, Kelten und Wikizeit her? Soweit ich weiß, waren diese Völker doch im allgemeinen illiterat und die Sachen, die ich kenne (Gestae, Sagas, Edda) stammen ja primär aus christlicher Zeit. Ansonsten kann ich mir persönlcih vorstellen, daß es sich um archäologische Leichenbefunde handelt. Gibt´s da irgendwelche Infos - ich vermute die "Germanische Glaubensgemeinschaft" betreibt ja "Neo-Heidentum" und hat diese Beschreibungen nachträglich entwickelt. Bis denn Thorsten

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Eintrag #3 vom 31. Jan. 2000 00:41 UhrInes Hardy Profil

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Sei gegrüßt Phillip! Ich muß mich da Johanna anschließen, daß die guten Leut ihr Kräutlein in der freien Natur gesucht haben und nicht in einem Garten. Ist kein Vorwurf an Dich, macht es Dir aber bei einigen "Kräuter" recht schwierig, sie anzubauen. Aber versuche dein Glück, hier einige aus dem Heft der Germanischen Glaubensgemeinschaft Berlin "Heilen mit Kräutern": Augentrost - dem Gotte Thor geweiht wurde diese Pflanze schon bei den Germanen gegen alle möglichen Augenkrankheiten angewandt. Kamille - hieß bei den Germanen Baldurs Braue und war dem Sonnengott geweiht und wurde schon damals zu den bekannten Wehwechen eingesetzt Bärlapp - besonders bei den Ostgermanen ein beliebtes Thor geweihtes Kraut, das vor Behexung schützen sollte Beifuß - wurde vorallem der Frigga geopfert und war bei den Germanen die Mutter der Kräuter, die vor allen Krankheiten schützen sollte Brennessel - hieß auch Donnernessel und war so dem Thor geweiht. Sie war eine wichtige germanische Kultspeiße, die fruchtbar machen sollte. Eberwurz - war der Freyja geweiht, deren heilige Tiere die Schweine waren. Aber auch dem Thor, denn der Verzehr von Eberwurz sollte die männliche Kraft und Potenz erhöhen. Eberwurz ist heute noch ein wichtiges Mastmittel bei Tieren;-)) Ehrenpreis - ist auch dem Thor geweiht, weil er seine Blüten sofort schließt, wenn ein Gewitter kommt. Er sollte kühn und mutig machen, Kraft geben und Rauschsüchtige nüchtern machen. Eisenkraut - ist der Feyja, dem Odin und auch Tyr geweiht. Wo man es grub, mußte man dafür Honig und Bienenwachs opfern. Dem Neugeborenen legte man Eisenkraut in die Wiege, damit es ein kühner und starker Krieger wird. Erdbeeren - waren der Frigga heilig und die Germanen opferten sie den Waldgeistern. Sie wirken blutreinigend und sollten so bei Sommersprossen, Mundfäule, lichtem Haarwuchs, unreiner Haut usw, helfen. Fetthenne - heißt auch Donnerkraut und ist so auch dem Thor geweiht. Es sollte bei Blutungen, Brüchen, Hämorrhoiden, dem Kropf usw. helfen. Frauenmantel - war der Freyja und der Sunna heilig und hilft gegen allerlei Frauenleiden. Gänseblümchen - sind aus den Tränen der Freyja entstanden. Die ersten drei Gänseblümchen des Jahres sollten besonders heilsam gegen Fieber, Zahnschmerzen und Augenkrankheiten sein. Knabenkraut - heißt im Norden Hugvendelser = die den Sinn wendet und war ein wichtiges Aphrodisiakum und damit natürlich den Liebesgöttern Freyr und Freyja geweiht. Gundelrebe - heißt auch Donnerrebe und ist ebenfalls dem Thor geweiht. Sie wird von einem guten Pflanzengeist bewohnt, der jeden bösen Zauber bannt. Zur Maienzeit gesammelt sollte sie fruchtbar machen. Hagebutte - sie ist wie alle Rosen der Freyja geweiht und ihre Früchte spielen besonders zu Jul eine wichtige Rolle, wo sie vor Krankheit und Unfall im kommenden Jahr schützen sollten. Hauswurz - heißt auch Donars Bart (ihr wißt welchem Gott sie geweiht ist?!) und sollte im Haus aufgehängt vor Blitzschlag, Feuer, Krankheit und Verzauberung schützen. Klette - wird von einem Pflanzengeist namens Butz bewohnt, der alle Dämonen abwehrt. Durch seine blutreinigende Wirkung wurde die Klette bei Geschwüren, Beulen, Krämpfen, eiternden Wunden und Ausschlag benutzt. Königskerze - war dem Thor und auch der Freyja geweiht. Zu Mittsommer wurde die Pflanze durchs Feuer gezogen und danach über die Stalltür gehängt, um das Vieh vor Krankheiten zu schützen. Inre Stengel wurden mit Öl getränkt und als Fackel benutzt, daher der Name Königskerze. Außerdem sollte sie vor Schwarzalben schützen. Labkraut - ist der Freyja heilig und wurde gebärenden Frauen ins Bettstroh gelegt, um sie und das Kind vor bösem Zauber zu schützen und die Geburt zu fördern. Daher auch ihr mittelalterlicher Name "Unserer Lieben Frau Bettstroh". Mistel - ist dem Heimdall heilig. Sie schützt vor schädlichen Erdstrahlen, durch die der Mensch an Krebs erkranken kann. Daher galt sie den Germanen als Mittel gegen alle Gifte, den Blitz & böse Einflüsse. Sie gilt als fruchtbarmachendes Mittel und eine Salbe aus ihr hilft bei angezauberter Impotenz. Baldrian - hieß auch Mondwurz, war ein Liebesmittel, um ein Paar zusammen zu führen; und auch weil es die Katzen lieben, war es der Liebesgöttin Freyja geweiht. Arnika - wurde auch Mutterwurz genannt und ist der Sonnengöttin Sol gweiht. Ihre herzstärkende Wirkung spielt vorallem im Mittsommerfest eine große Rolle. Odermennig - heißt übersetzt "Odins Männlein". An einem Donnerstag gesammelt, sollte diese Pflanze bei Leibschmerzen, Blutfluß, dem Wurm bei Pferden und anderen Leiden helfen. Quendel - ist der Freyja heilig und hilft so gebärenden Frauen, stillenden Müttern, bei Gebärmutterschmerzen und wurde zu den Sonnenwenden geräuchert. Rainfarn - ist Thor, Freyja und Frigga heilig, wirkt antidämonisch und wehrt den Blitz ab. Rainfarnkuchen ist ein altes Kultgebäck, das zu Ostern gegessen wurde. Schafgarbe - ist der Freyja geweiht & die Germanen heilten durch Auflegen ihre Wunden & Geschwüre damit. Seidelbast - heißt im nordischen Tysved = "Tyrs Pfand" und ist so dem Kriegsgott geweiht. Er ist eine hochgiftige antidämonische Pflanze. Wegwarte - nannte man Sonnenbraut und weihte sie so der Sonnengöttin Sol. Mit einem goldenen Gegenstand vor Sonnenaufgang schweigend nach Osten gewendet ausgegraben, wenn die Sonne im Zeichen des Löwen steht, sollte sie vor Gefahren schützen, hieb- und stichfest machen und Wunden heilen. Sonnentau - ist der Sol geweiht, sollte Gift anzeigen, vor bösen Geistern schützen & Warzen und Hühneraugen vertreiben. Johanniskraut - ist als Sonnenwendskraut der Freyja, Sol und Balder geweiht. Zu Mittsommer gesammelt, schützt es vor schädlichen Strahlungen, üblen Geistwesen und Verzauberung, Blitz & Hagel und auch vor Mäuse- & Rattenplagen. Löwenzahn - ist der Sol geweiht und heißt so auch Sunnawirbel. Er wurde viel im Frühjahr gegessen, da er blutreinigend wirkt und so vor allerlei Krankheiten schützt. Stillende Mütter trinken seinen Milchsaft, um so ihren Milchfluß anzuregen. Teufelsabbiß - ist dem Thor geweiht. Er schützt vor üblen Geistern und dem bösen Blick. Seine Wurzel sollte Augenkrankheiten heilen. Veilchen - heißt im nordischen Tysfiola und ist dem Kriegsgott Tyr geweiht. Die ersten drei Blumen des Jahres schützen das ganze Jahr vor Krankheit und einen Veilchenkranz auf dem Haupt getragen, hilft bei vielen Leiden des Kopfes. Wegerich - wird im angelsächsischen Neunkräutersegen erwähnt. Sein Saft soll gegen die Bisse wilder Tiere, toller Hunde, giftiger Schlangen und gegen Stiche von Bienen, Mücken und Skorpione helfen. Wermut - ist der Erdgöttin in ihrem Aspekt als Todesgöttin zuzuordnen. Zu Jul wird mit Wermut geräuchert, um mit den Geistern verstorbener Ahnen in Kontakt zu treten. Den Toten wurde ein Wermutstrauß mit ins Grab gegeben. So, jetzt reicht´s erstmal. Die Anwendungsgebiete der Kräuter, kann man in jedem guten Kräuterbuch nachlesen, das würde jetzt hier zu weit führen. Natürlich gibt es noch jede Menge mehr Pflänzchen, dazu sei Dir dieses Buch empfohlen von Max Höfler "Volksmedizinische Botanik der Germanen". Kannst bei uns käuflich erwerben ;-) Dann wünsch ich dir im Frühling viel Spaß beim Rumgärtnern, aber kannst ja vorher deine Gegend sondieren, was da nicht schon alles von alleine wächst. Und falls Du Hilfe brauchst, mail mich einfach an.
Ines, die Duftge von Mittgard

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Eintrag #2 vom 30. Jan. 2000 18:24 UhrJohanna Manger Email

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Hallöle! Ich heiße Johanna und befasse mich schon länger (ungefähr seit ich 12 bin, also ca. 7 Jahre) mit Kräutern. Allerdings bin ich keine Wikinger-Kräuterfrau sondern eine Keltin. Ich Hoffe mal das stört dich nicht ... Zuerst muß ich dir leider sagen, das es bei dem "Gemeinen Volk" keine Kräutergärten im heutigen Sinne gab. Man hat viel mehr die Kräuter gesammelt wo sie gewachsen sind. Ich persönlich ziehe diese Methode auch vor, da sie am wenigsten Arbeit macht.... Man muß ja schließlich auch etwas zeit für die Märkte usw. haben. Allerdings gibt es etliche Kräuter und Pflänzchen die man besser "gezähmt" und im Garten haben sollte (Salbei, weil der gezüchtete wirkungsvoller ist; diverse Beeren, wegen dem Fuchsbandwurm;...). Oft ist es auch problematisch Kräuter zu sammeln, a) weil sie ausgerechnet nicht da wachsen wo man sie gerne hätte z. B. Waldmeister, der eigentlich nur gut schmeckt und in großen Mengen giftig ist; oder Kalmus (Wurzel) die wenn man sie kaut beim Abgewöhnen vom Raucherproblem helfen soll (kein "Wikingerübel" aber trotzdem interessant...) b) da viele Pflanzen unter Naturschutz stehen (z. B. Pestwurz eine verwandte des Huflattichs, sie soll tatsächlich gegen die Pest geholfen haben aber leider verursacht sie Krebs...) ...Aber ich denke das weißt Du ja schon... Jetzt habe ich zunächst ein kleines Problem, weil ich einige Dinge nicht weiß: 1) Wie groß ist dein Garten? 2) Welche Lage und was für ein Boden stehen Dir zur Verfügung? 3) Wieviel Zeit möchtest Du dafür investieren? 4) Wie "arg A" muß dein Kräuterbeet sein? 5) Möchtest du nur Dich oder auch Andere mit den Kräutern versorgen? Wenn Du auch andere mit versorgen willst, dann muß die Auswahl größer sein, denn nicht jeder mag und verträgt alles! 6) Für welche Anwendungsgebiete willst Du Deine Kräuter benutzen? Zudem mußt Du bedenken, dass jeder halbwegs normale Mensch bei größeren Problemen seinen Hausarzt aufsucht. Deswegen kuriere ich persönlich eigentlich nur kleine Probleme wie z. B.: (Ich versuche Dir jetzt nur Kräuter aufzuzählen, die es damals auch schon gegeben hat. Wenn nicht, dann erwähne ich es ausdrücklich) Husten bzw. Grippe(Lindenblüten, Spitzwegerich, Huflattich, Katzenminze, Pfefferminze...) Halsschmerzen (Salbei; Pfefferminze; Schafgarbe die ist Schweißtreibend und blutdrucksenkend also auch gut gegen Husten) Magenprobleme (Kümmelkraut; Basilikum; Brombeerkraut, aber nur die Jungen Triebe; Anis und Ingwer, aber die sind in keinster Weise A! aber sie helfen erstaunlich gut!) Rissige und empfindliche Hände (Eichenrinde) ..... Jetzt drehe ich den Spieß mal um und liste Dir noch ein paar Kräuter auf, die garantiert A sind, aber meistens in anderen gebieten als im Mittelalter angewendet werden: Birke (Blätter): Arthritis, Gicht, Blasensteine Boretsch: Husten, Depressionen Lungenkraut: Bronchitis und andere Lungenerkrankungen Beinwell : Brüche Quetschungen und Verbrennungen (äußerlich); Störungen der Atemwege und der Verdauung Hopfen: Schlaflosigkeit, nervöse Spannungen, Magen- und Darmprobleme Holunder: Grippe, Katarrh Seifenkraut: Hautleiden und mit der Wurzel läßt sich wunderbares Haarshampoo herstellen ... Klette: Hautleiden und Arthritis Arnika: Prellungen und Verstauchungen. Wermut: (Wende ich äußerst ungern an, weil der Geschmack absolut ekelhaft ist) Als Bittertonikum und Wurmmittel Achtung nicht bei Schwangeren anwenden! Wegwarte: Anämie, Gallensteine, Rheuma, Gicht, zur Anregung der Verdauung Mutterkraut: Kopfschmerzen, Migräne, Arthritis Wasserdost: Prostataentzündung, Beckenbauchfellentzündung, Menstruationsschmerzen, Rheuma, Gicht Alant (Wurzel):(Wegen Pflanzen wie z. B. Alant ist die Größe des Gartens wichtig, da er 3x1 m groß wird. Diese Tatsache würde in einem kleinen Garten denke ich zum Problem werden, da er sich schnell ausbreitet) Atemwegserkrankungen, als Verdauungstonikum Kamille: (Ihr Ruf ist besser als ihre Wirksamkeit) Schlaflosigkeit, Verdauungsstörungen nervösen Ursprungs Goldrute: Katarrh Rainfarn: Wurmmittel Löwenzahn: Verstopfung Hirtentäschelkraut: Blutstillung Meerrettich: Enthält in roher Form Penicillin Als Kreislauf und Verdauungstonikum Brunenkresse: Husten, Verdauungsstörungen, Gicht, Arthritis Wacholder: Blasenentzündung, Rheuma, Gicht Ich könnte Jetzt noch Stunden so weiter machen ... Aber ich denke das reicht fürs erste. Ich hoffe ich habe dich nicht mit meinen Infos erschlagen, aber ich muß sagen es ist nur ein sehr kleiner Teil, von dem ich Dir erzählen kann. Wenn du noch Fragen hast, dann kannst du mir jederzeit mailen!

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Eintrag #1 vom 28. Jan. 2000 23:38 UhrPhilipp Senge Email

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Moin. Ich möchte mir demnächst einen Kräutergarten anlegen und würde da gerne Kräuter reinsetzen, die schon den Wikingern bekannt waren. Bisher kenn ich nur Kümmel, Brennessel, Senf, Zwiebeln, Wermuth und Wacholderbeeren. Wer genaueres weiß, könnte ja mal schreiben.
Bis demnächst Philipp

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