Ein sehr lesenswertes Buch über bäuerliches Leben im Mittelalter, vor allem SpäMi ist auch von Bedal: Bauernhäuser aus dem Mittelalter - im Freilichtmuseum Bad Windsheim erschienen.
Mit vielen Grüßen, Sina
Kleines Dankeschön! Ich schreibe an einer Hausarbeit über "Kleidung der Bauern im MA". Es ist nicht gerade leicht dafür Literatur zu finden, und der Thread hier hat mich ein Stück weiter gebracht.
Tach alle zusammen, da bin ich nun voller Elan in den nächsten Buchladen gerannt und habe mir also den Werner Rösener "Bauern im MA" bestellt und mich gefreut, daß er zum nächsten Tag lieferbar war. Glücklich habe ich ihn dann heimgetragen und mich ob des schönen Einbandes gefreut. Da hab´ich ihn gelesen und...? Ich war enttäuscht! Ein solches Buch läuft bei mir unter dem Titel Tertiärliteratur, weil sich der Autor bei seinen Quellen fast ausschließlich auf Sekundärliteratur bezieht. Und beim Versuch, dem Bauerntum im Europa im Ma gerecht zu werden, bleiben die Details der Lebensverhältnidsse, die mich ja gerade intertessieren auf der Strecke. Also nein, nein, nein ich suche andere Literatur: Lieber regoinal und zeitlich begrenzt, am besten Originale. Drum die Frage: Gibt es wohl, zum erschwinglichen Preis, hoffe ich zumindest; Übersetzungen von Urbaren und anderen zeitgenössischen Dokumenten, die, das wäre mein Traum, dann auch noch mit Bildern der Illustrationen bestückt sind??? Ich weiß, Ansprüche habe ich keine, aber man darf ja Optimist sein. Vielleicht liest das ja auch ein Hochglanzverleger und meint, das wäre eine tolle Marktlücke .... Immer noch guten Mutes, Euer Felix
Felix
Ein absolutes Muß für dieses Thema ist der folgender Titel: Werner Rösener. Agrarwirtschaft,Agrarverfassung und ländliche Gesellschaft im Mittelalter. München/ Oldenburg 1992. (Enzyklopädie deutscher Geschichte;Bd.13)
Gruß Christian
Moin zusammen, Psalter v. Limogenes sind IMHO Bruechen vom Wickeltyp. Die Dinger gehören eher zur Unterwäsche. Ich habe gestern noch´n bißchen rumgeguckt und ähnlich wie Dietrich gesehen, daß speziell Bauern je nach Art der Arbeit und Jahreszeit mal mit mehr oder weniger Kleidung gezeigt werden. Ein der wenigen Möglichkeiten mal´n Blick auf die Unterwäschen zu werfen. Hosen im Sinnne der Braccae-Typen kenne ich im HMA nicht mehr. Genauere Quellen kann ich bei Bedarf (ich bin gerade auf der Arbeit) nachreichen. Bis denn Thorsten
Danke, danke, danke, zum Glück arbeite ich nur halbtags, so daß ich auch Zeit finden werde die Literaturvorschhläge zu sichten. Es ist doch toll, daß es ein Werk mit so eindeutigem Titel "Bauern im Mittelalter" gibt! Ja das mit den Hosen, darüber kann man wahrscheinlich ewig diskutieren, Dietrich. Erst heute habe ich zwei unabhängig voneinander entstandene Abbildungen vom Ende von des 12 Jhd.gesehen, das Bauern beim Korndreschen zeigte (eine war aus dem Psalter von Limoges), Auf diesen trugen die Bauern plusterige Hosen, die auf Kniehöhe vorne spitz zulaufend endeten. Gibt es noch mehr hinweise auf solche Plusterhosen und deren Verbreitungsgrad? Felix
Felix
Moin Felix. Ebenfalls empfehlenswert: Der Mensch im deutschen Mittelalter Adolf Waas ISBN 3-928127-28-4 Bilderbogen der westfälischen Bauerngeschichte, Band 1 Hermine von Hagen, Hans-Joachim Behr ISBN 3-7843-1215-2 Haushalt und Familie in Mittelalter und frühen Neuzeit Trude Ehlert ISBN 3-928127-52-7 Deutschsprachige Erzähler des Mittelalters Sammlung Dieterich keine ISBN (DDR- Verlag) Letzteres ist eine Sammlung von ins Hochdeutsche übersetzten Prosaerzählungen vom 12. bis zum 16. Jhd., empfehlenswert allein schon wegen des ungekürzten Textes von "Meier Helmbrecht". Um Deine dringensten Fragen jetzt schon wenigstens zu würdigen: Ich habe mich mal durch meine Bücherwand gehangelt und Abbildungen von Bauern vom 9. bis zum 16. Jhd. durchgesehen. Fast immer sind sie bei der Feldarbeit gezeigt; klar, war ja auch ihr Job. Und zur Bekleidung kann man nur sagen: Es kam darauf an.... Soll heißen: Es gibt Abbildungen von Bauern, die sind nackicht bis auf´s Hemd, dann welche, die nur Tunika tragen, andere mit Tunika und Schuhen, wieder andere in kompletter Kleidung- anscheinend haben es unsere Altvorderen schon genauso gehalten wie ihre Nachkommen: Das Wetter diktiert die Kleidung. Also, sie hatten Beinlinge, sie haben sie nur nicht immer und überall getragen. Steinige Äcker? Kein Bauer, der auch nur ein klein wenig Ahnung vom Geschäft hat, wird zulassen, daß sein Acker "steinig" ist. Steine werden, so sie ausgepflügt werden, an den Rain entsorgt. Mancherorts hat man daraus sogar hübsche kleine Mauern gebaut, damit sich die Riddä beim Jagen nicht mehr auf die Felder verirren. Überhaupt verdichtet sich zur Zeit die Überzeugung, daß Bauern nicht immer die "armen Schweine" waren, als die sie dargestellt werden. Wer kann denn glauben, daß in den Dörfern gehungert wurde, während der Adel schlemmte? Bauern haben es immer verstanden, sich und ihre Leute über die Runden zu bringen. An der Quelle saß der Knabe....... Und schließlich wurden Abgaben prozentual erhoben. Wenn es also eine schlechte Ernte gab, ging der Zehnte von dieser verminderten Menge ab, und die Obrigkeit kriegte auch weniger. Wenn also in den Dörfern gehungert wurde, dann auf den Burgen auch.
Dietrich
N´abend! Auch ganz nett und hilfreich ist: Harry Kühnel(Hg): Alltag im Spätmittelalter. Graz-Wien-Köln, 3. Auflage 1986. ISBN: 3-222-11528-1 Gab´s letztes Jahr recht günstig bei Weltbild, ich glaub für 29undeinpaarzerquetschte. Beschäftigt sich mit allen Aspekten des Lebens, also auch den Bauern, dementsprechend steht im Kapitel Kleidung auch etwas darüber. Auch wenn im Titel Spätmittelalter steht, die Autoren gehen zum Teil auch bis ins 12.Jh. zurück
Birthe
Hi Felix! Hab da auch noch was: Ann Baer, Die Farben des Jahres, Hardcover bei Blessing, ISBN 3-89667-032-8, ist aber mittlerweile auch als Taschenbuch raus.Leider wird die ganaue Zeit (meiner Erinnerung nach) gar nicht klar, allerdings dürfte sich im bäuerlichen Leben eh nicht allzuviel verändert haben im Großraum Mittelalter. Erzählt wird das Leben einer bäuerlichen Familie in einem kleinen Weiler irgendwo in England anhand des Jahreslaufes. Mir hat es ob seiner Detailfreude und -fülle wahnsinnig gut gefallen, weil auch die adligen Lehnsherren mal etwas anders dargestellt werden... Lohnt sich auf jeden Fall! Viel Spaß beim "Weiterlernen" Angie, Helenas Knechte
Hallo, hier noch eins: Leben im Mittelalter, Hans-Werner Goetz, C.H. Beck, ISBN 3-406-37970-2, ca. 44,- Muck. Goetz behandelt den Zeitraum vom 7.-13. Jh. und geht jeweils auf die Lebensbereiche Familie, Kloster/Mönchsleben, Bauer/Grundherrschaft, Rittertum/höfisches Leben, Stadt/Bürgertum ein. Ein allgemeiner Überblick über das Alltagsleben mit Klima, Zeitgefühl, Bevölkerung, Kultur steht am Anfang. Der Autor ist Professor an der Uni Hamburg. Ich finde das Buch sehr umfassend und klar gegliedert. Läßt sich ganz gut lesen. Empfehlenswert!
Richildis de Schwerdtlauken
Hallo, schau doch mal im Thread 378, Wissenschaftliches Arbeiten/Recherche nach, da findest Du bestimmt das eine oder andere passende Buch. Gruß
Ameli / Elisabeth von Tannenberg
Grüß Dich, Felix: Werner Roesener: Bauern im Mittelalter, Beck´sche Verlagsbuchhandlung München 1985, ISBN 3 7632 3075 0 Das Werk geht an die Grundzüge und ist gut lesbar geschrieben. Müßte antiquarisch noch zu kriegen sein, ansonsten per Fernleihe. Frohes Schaffen!
Euer Haduwolff
Ach Felix, deinen Elan in allen Ehren, aber die Idee mit der Literatur-Sammlung ist uralt und immer wieder im Sande versickert. Zum einen scheiterts scheinbar daran, dass kaum jemand daran interessiert ist, seine Bücher in Literaturverzeichnisse zu übertragen. Außerdem müßte man dann auch noch zu jedem einzelnen Buch eine Rezension schreiben. Und die Arbeit will sich scheinbar keiner machen. Zum andren kriege ich von jeder Seite immer wieder gesagt, dass man Neulinge ja nicht mit zuviel Literatur erschlagen dürfte! Weil die armen Jungs ja gar kein Literaturstudium wollen, sondern Spaß beim Saufen und Prügeln... *seuftz* Andererseits: Gunther würde sich sicherlich freuen, wenn die Bibliothek wieder etwas Zuwachs bekommen würde. Tun wir uns zusammen und stellen einen Grundstock zusammen? Als Initialzündung sozusagen. ;o) Andreas
Also das mit der Literaturliste ist in Arbeit...Wird aber wohl noch ein bischen Dauern. Für den Rest warten wir mal ab, ob sich der eine oder andere ´honorige´ Experte findet, ist leider nicht meine Zeit.
Axel
Gruss allen "Altgedienten", die im thread 601 darauf hinwiesen, daß eine der wichtigsten Eigenschaften eines Neulings sein sollten, daß er sehr wißbegierig sei, sich für die Praxis einen erfahrenen Mentor suche und sich die Theorie durch das Studium von Fachbüchern aneigne. Wohlan! Da stehe ich nun und möchte und möchte meinen Charakter finden und ausarbeiten. Nur die Eckdaten dazu stehen etwa: ein colonus, der mit einer halben Hufe Land, mit auch einigen Obstbäumen drauf, in einem kleinen Weiler ansässig ist und dessen Lehnherr ein Kloster ist (letzteres, weil ich auf Waffentragen keinen Bock habe und so hoffe jedweder Truppenerhebung zu entgehen.). Nun komme ich zu meinem Dilemma: in der gängigen Überblicksliteratur, wie die Bücher von Borst etc., finden sich nur gar wenige Hinweise wie man dazu sein Wissen erweitern könne, da sich die Geschichtsschreiber unserer Ahnen, die darin zitiert werden, lieber auf die grosse Politik und das schöne höfische Leben konzentriert haben (wahrscheinlich, weil dort Speiss und Trank besser und reichlicher vorhanden waren). Fragen, wie: Trugen Bauern im HMA-Alltag wirklich Beinlinge? finden so keine Lösung. So habe ich dahingehend so meine Zweifel, denn wenn man die ganze Zeit über steinige Äcker rennt verschleißt man zeimlich viele Paar Schuhe und Strümpfe, zu deren Ersatz kaum Mittel da sind. Um in solchen und ähnlichen Fragen den Frieden des Wissenden zu erlangen hätte ich gerne ein Paar Tips, wo man zur nichtadeligen Lebensweise nachlesen kann. Überhaupt wäre es doch schön, wenn die die Wissen sich zusammentäten und ein kommentiertes Verzeichnis zu MA-Literatur, geordnet nach Spezialthemen, auf die Beine stellten, damit nicht jeder für sich alleine in Unibüchereien mit unzähligen Schlagworten die Rechner quälen muß. Also raus mit euren Geheimtips zu Rüstungsteilen, Sätteln, Metrezepten, Aphrodisiaka ..... ;) Auf Resonanz hoffend,
Felix