Axel, zu Blinde - Kuh / Blinde - Maus findest Du Angaben in dem schon von Arndt, weiter unten erwähnten Buch. Walter Endrei: Spiele und Unterhaltung im alten Europa Verlag W. Dausien, Hanau, ISBN 3-7684-1739-5 Es wurde übrigens - im höfischen Rahmen - auch von Erwachsenen gespielt, wobei zum "anticken" ein kurzer Stab verwendet worden ist. Haben wir bei den Staufern schon mehrmals ausprobiert, macht Spaß!
Gruß von Carsten!
Axel: Hmpf... Blöde Formulierung, geb ich ja zu. Ich meinte, entweder werden sie zu Arbeitskräften (schaffen also einfach mit) oder sie werden ausgebildet (ich dachte speziell an Knappen o.ä.). So oder so war die unbeschwerte Kindheit recht kurz. Immer noch voll Spieltrieb
Ivain
Hi. Das mit dem ´mitarbeitenlassen´ ist gut. Bei uns dürfen sich die Kinder durchaus auch ums Feuer kümmern, Feuerholz spalten, Gemüse schneiden, kochen usw. (Zumindest der ´Große´, vierjährige). Alles natürlich in einem gewissen Rahmen. Ich kann nur sagen : Traut Euren Kindern etwas zu. Sie können mehr, als man denkt. Hallo Alexander. Das Kinder im allgemeinen zu Arbeitskräften ausgebildet wurden, würde ich mal in Frage stellen. Bei den allermeisten Tätigkeiten waren sie von Anfang an mit eingebunden, einfach immer mit dabei. (Was heute leider (?) nicht mehr praktiziert wird.) Wer so nebenbei (!)alles mit aufnimmt, braucht kaum noch eine Ausbildung. Trotz allem, Spiele wie ´Blindekuh´ und ´Himmel und Hölle´ sind bestimmt nicht verkehrt (Quelle ?)
Axel
Danke Hilmar und allen anderen, werd das mal zusammenfassen fas hier gesammelt wird, und auf jeden Fall weiter recherchieren (schreibt man das so? :) ) Ist schon wild, so viele Spiele, die man selbst früher als kind gespielt hat, gab es schon im MA
Und wenn die Kinder doch zu sehr quengeln, kann man auch Holz- oder Eisenkugeln nehmen. Die Sauerrei hinterher muss man dann aber alleine wegmachen. Tschüss der extraVagant
Ein weiteres "Knappenspiel" wird mit zwei Holzstäben gespielt, an derem Ende ein Stück dünnes Seil mit einem Stoffball angebunden ist (so wie sich der Normalsterbliche einen "Morgenstern" vorstellt). Den (zwei) Kindern (oder Kindsköpfen) werden die Augen verbunden und am Hand- und Fußgelenk je ein Schellenband befestigt. Nun soll versucht werden, den Mitspieler mittels Gehör zu orten und mit dem Stoffball zu treffen. Schult ebenfalls die Sinne und Körperkoordination, ist aufgrund des militärischen Charakters aber pädagogisch zu hinterfragen. (Aber die Kids stehen drauf :-))
Pax, Timm
Christiane: Also damit bin ich nun überhaupt nicht einverstanden ! Das Spiel mit dem Balken ist kein Kinderspiel. Das ist nämlich mein Lieblinsspiel. ;-) WER LACHT DA ?
Ivain
Jau, die genannten Ideen sind super. Als Zusatz: Was ich immer gut finde, sind Knappenspiele für die Buben. Da werden spielerisch ihre Sinne geschärft wie den Gleichgewichtssinn: Man nehme einen Balken und 2 mit Stroh gefüllte Säcke, gebe 2 Jungens jeweils einen Sack. Auf dem Balken balancierend müssen sie nun den anderen mit dem Strohsack vom Balken schlagen... Auch körperliche Arbeiten sind m.E. im gewissen Maße tragbar. Laß sie nach einem Kampf das Schwert polieren, Feuerholz besorgen, das Schwert/Schild tragen, vielleicht sogar mal selbst ein Holzschwert/Spielzeug schnitzen (für ältere Kinder/Jugendliche wegen der Verletzungsgefahr) Boten für Nachrichten sein, die Torwache unterstützen (man muß von den Großen lernen) etc. Für Mädchen sind die allgemeinen "Haushaltspflichten" nicht so toll (aufräumen, kochen, waschen). Was man machen kann ist: aus Gras, Stroh und Blumen Dekorationen für den Tisch basteln. Vielleicht sogar für ein Wochenende Ton besorgen und mal eine Schüssel/Schale selbst herstellen, irgend etwas handwerkliches beibringen (Brettchenweben, Sticken). Was man aber noch beachten muß: Wie alt ist das Kind. Wie ist das Kind (hyperaktiv, ruhig, etc.). Wie Alexander schon sagte: Schau einfach, was an Arbeit anliegt und binde das Kind spielerisch mit ein. Hose/Kleid gerissen? Kann das Kind vielleicht auch selbst Nähen(zumindest versuchen). Ach, mir fällt soo viel ein.
Christiane aka Julchen.
Achso, ja. Warum muß man mit Kindern unbedingt spielen ? Laßt sie doch mitarbeiten. In gewissen Rahmen natürlich. Die Kleine Tochter zweier Vereinsmitglieder hat mit Begeisterung Teig geknetet (OK, nur ein Klümpchen und das wurde glaube ich auch nicht verwendet, aber immerhin), die Jungs kann man zum Teil auch mit Holzsammeln (Anfeuerholz) beschäftigen usw. Vergesst nämlich eins nicht: Für die Kinder ist die Veranstaltung selbst schon das Spiel. Gebt ihnen darin eine gerechte Rolle und laßt sie tun.
Ivain
Hallo Thomas, mir ist da ein durchaus lesenwertes Buch bekannt: Spiele und Unterhaltung im alten Europa von Walter Endrei Verlag W. Dausien, Hanau, ISBN 3-7684-1739-5 Kostet nicht viel und ist m. E. sehr informativ! Dort werden u. a. auch Kinderspiele beschrieben! Alles Gute
Ob der nahenden Saison frohe Grüße Arndt
Moin! Im Kunsthistorischen Museum Wien hängt das Bild "Kinderspiele" von Pieter Bruegel d.Ä., gemalt um 1560. Dort sind insgesamt 75 verschiedene Spiele dargestellt. Viele davon sind aber nicht unbedingt spezielle Kinderspiele, sondern ahmen die Welt der Erwachsenen nach. Denn wie Alexander bereits angemerkt hat, ist die "Kindheit eine Erfindung der Moderne und Kinder wurden damals noch als kleinwüchsige Erwachsene betrachtet. Eine kleine Auswahl der Spiele aus dem Bild: - Puppen aus Tuchresten - Kinderkirche mit improvisierten Altar (heute wohl nicht mehr zu empfehlen) - Kreisel - Reifenschlagen - Blinde Kuh - Schwimmen - Münzenwerfen usw. Wer nach weiteren Ideen sucht, wie man Kinder spielerisch mit dem Mittelalter in Kontaktbringen kann, dem sei folgendes Buch empfohlen: Hoffmann-Pieper, Kristina, Hans Jürgen Pieper und Berhard Schön. Das große Spectaculum: Kinder spielen Mittelalter. Münster: Ökotopia, 1986. ISBN 3925169784. Ein wenig Vorischt ist geboten, soweit es Vorlesetexte angeht, da die nicht unbedingt den neuesten Forschungsstand wiedergeben und manchmal etwas klischeehaft wirken, ansonsten ist das Buch aber ein reicher Fundus an pädagogisch sinnvollen Kinderspielen und Bastelanleitungen rund ums Mittelalter. Andreas
Belegt sind meines Wissens geschnitztes Holzspielzeug. Aber ich vermute mal, daß man mit den Kinder das selbe spielen kann, wie man es heute auch tut. (Nein, nicht Playstation) Damit meine ich Spiele wie Fangen, Verstecken und Ballspiele (Stoff- /Lederkugeln) Wie gesagt, eine Verutung. Allerdings kommt ein Problem auf dich zu: Je nach Stand wurden Kinder schon früh zu Arbeitskräften, oder ausgebildet. Dann ist mit spielen nichts mehr. Dies nur als Einwurf, weil du schreibst ´so a. wie möglich´.
Ivain
Hallo, nachdem sich einiges wieder gelegt hat, möchte ich nun mal mein wissen bereichern. Nun habe ich schon viele Bücher gelesen, viel gefragt usw. aber immer noch Unklar ist, was man mit Kindern, ich sage mal Autentisches, mit Kindern Spielen kann, Herstellen kann usw. Also ich habe selber 2 Kinder und kann mich mit Ihnen in der heutigen Zeit durchaus beschäftigen. Währe ja auch eine schande, wenn dieses nicht so währe. Was mich aber nun Interesiert, was haben die Kinder im MA alles getrieben??? Welche Spiele gabe es? und wie kann man Kinder in einen Verein voll mit einbeziehen? Fragen über Fragen ...... Warum fragen kinder eigentlich so viel :))) Ich habe mir auch schon vorgestellt, das man den Kindern auf spielerische weise das MA begreiflich macht. So ne Art Thorieunterricht. Weis vieleicht jemand da auch ganz gute lektüre? (vorstellung. das ist früMA. Da ist ein Wickinger Helm. Das ist HochMA da ist der Topfhelm usw.) Diesbezüglich werde ich aber eher den Trade mit Literaturnachweis im Auge behalten. Schließlich will man den kleinen ja nicht einen schmarn erzählen.