Ich bin mir sehr sicher, daß der Hanf und auch diese ominöse Pfeife hier auch schon seit ein paar Jahren durchdiskutiert ist.
Und wieso der Name Knaster belegen soll, daß das Zeug - und dann noch im Mittelalter - geraucht wurde, erschließt sich mir nicht.
Ich kann nur weiter anregen, den Wunsch als Vater des Gedankens auszuschließen, und sachlich die Quellenlage zu betrachten, das Ergebnis ist ziemlich eindeutig.
Besagte Dame verzapft extrem viel grausamen Mist, ich wäre extrem vorsichtig, ohne die Quelle- sofern überhaupt angegeben- zu prüfen. Überhaupt, was ist “früher”?
Im Spiegel war vor einiger Zeit ein Artikel über das Rauchen. Demnach hat jemand in den 1490ern Tabakblätter nach Europa gebracht und diese geraucht. Er wurde sofort beschuldigt, mit dem Teufel im Bunde zu sein.
Die ursprüngliche Frage war(1): Wurde damals überhaupt schon geraucht und wenn ja , was und wie? Die betreffende Zeit 1220-1450.
Ich denke die Antwort ist einfach: Nein.
Meine Meinung.
Weiterführend interessant fand ich(59):
Ich würde ja gerne mal in den Schriften der Hildegard von Bingen oder wie die hieß nachforschen aber leider hab ich die noch nicht in die Finger bekommen. Aber ich würde fast garantieren das man da auch fündig wird. (Hanf, Getrocknete Kräuter)
Das hab ich mir dann gleich mal angelesen. Die Anwort ist: Ja, unsere Heilige Hilde hat tatsächlich mit Rauch gearbeitet, allerdings in Form von Moxibustion, ergo: Brennkegeln und anscheinend mit Beifusskraut. Indikation laut Hildegard: Msukelverspannungen, Verdauunsbeschwerden, Gallen- und Nierenleiden sowie bei Unterleibskrämpfen. Allgemein alles was krampfend oder schmerzhaft ist.
Also leider auch keine Rechtfertigung für die Kippe. Allerdings finde ich gerade das Bild sehr interessant mir ein paar Raucher auf Lager vorzustellen, die allesamt über nen armen Kerl versammelt stehen der auf den Bauch auf den Tisch liegt mit Brennkegeln über den ganzen Rücken verteilt mit Tabak gefüllt. Ist zwar nicht “A” der Tabak aber auf die Weise fällt es dem Touri nicht auf … von der sehr seltsame Ansammlung von inhalierenden Leuten um einen halb nackten Kerl mit rauchenden Zylindern auf den Rücken mal abgesehen.
Wer das bringt, den geb ich einen aus! :-)
Fazit: Die ganz harten “A”ler müssen wohl weiterhin auf die Kippe verzichten. Wer das nicht kann sollte sich hinter das Zelt stellen.
Wer das nicht will wird eh nicht auf mich hören. Auf jeden Fall sollte man denke ich damit aufhören eine “A”-Ausrede für etwas zu suchen was nunmal nicht “A” ist. Hilf ja nix.
Wenn es aber weder Text- noch Bildquellen gibt, die diese Gegenstände tatsächlich als solche bestätigen, ist eine Verwendung als Pfeife solche doch rein spekulativ.
Sind irgendjemandem Bild- oder Textquellen aus der Zeit bekannt, die rauchende Menschen darstellen oder beschreiben?
… sind gar nicht so spektakulär - es existiert eine ganze Reihe von (so wie’s aussieht) sicher datierten Exemplaren, die meines Wissens allesamt aus der zweiten Hälfte des 15ten Jahrhunderts stammen.
Hin und wieder werden diese Dinger als archäologischer Beleg für das Rauchen von Hanf o.ä. herbeizitiert.
Ob und was man damit geraucht hat, ist - soweit ich weiß - aber nicht sicher geklärt.
Gruß
Mätes
PS: @Alexander: Mindestens genauso rätselhaft wie besagte Pfeifenköpfe ist mir der Umstand, dass man - wenn man sich selbst vor aller Welt als Kalligraphiespezialisten inszeniert - die Orthographie sowie den Satzbau so schauerlich vernachlässigen kann…
Ein weit seltsamerer Fund ist der Pfeifenkopf aus schwarzem Ton (Abb. 35), der auf dem Haßfurter Grundstück in einer rein mittelalterlichen Schicht aufgefunden wurde. Wahrscheinlich weist er darauf hin, dass man schon lange vor Einführung des Tabaks in Europa geraucht hat. Dies ist damit der erste archäologische Hinweis auf Drogenkonsum im mittelalterlichen Deggendorf.
Rauchen und Mittelalter psst gar nicht mal so schlecht zusammen wie es so manch einer Behauptet.
Da ich mich nicht so einfach mit Schnöden Behauptungen zufrieden gebe hat doch einiges Interessantes zum Thema Rauchen und Mittelalter (Oder vielleicht doch ehr davor) gefunden.
Das erste fand ich bei Wikipedia zum Thema Tabakspfeife:
Die ältesten europäischen Pfeifenfunde stammen aus Bad Abbach, Niederbayern und werden zeitlich auf die mittleren Bronzezeit (1600-1300 v.Chr.) datiert.
In einem Tempel in Kition auf Zypern wurde eine 3 000 Jahre alte Opiumpfeife aus Elfenbein gefunden.
Man braucht also nur mal gründlich zu googeln und man finde Vormittelalterliche Rauchgeräte und was man dazu benötigt.
Auch wurden nicht nur Rauschmittiel geraucht. Getrocknete Kräuter und so waren auch nicht gerade unbekannt und schlecht in Ihrer Wirkung.
Zum anderen haben wir dann noch das Süßholzrauchen und diverse einheimische Kräuter tie teilweise geraucht sogar eine heilende Wirkung haben sollen.
Ich würde ja gerne mal in den Schriften der Hildegard von Bingen oder wie die hieß nachforschen aber leider hab ich die noch nicht in die Finger bekommen. Aber ich würde fast garantieren das man da auch fündig wird. (Hanf, Getrocknete Kräuter)
Dann gibt es ja die allt bekannten und nicht umstrittenen Wasserpfeifen und einen Regen Handelsaustausch.
Warum sollte nun also das Rauchen und Mittelalter nicht zusammen passen? OK, die Funde sind Vormittelalterlich. Aber immerhin kannte man somit deutlich vor dem Tabakimport das Rauchen und seine Wirkungen.
gesetzt den Fall, das eure erwähnten Pferde nicht auch Raucher sind, seit ihr ganz schön off topic.
Rauhen aufm Dixi? Kalter Tabakrauch + Fäkalien? Sehr rücksichtsvoll dem nächsten Benutzer gegenüber. SChe**** muß man, rauchen nicht unbedingt, komosch, das man das hier erwähnen muß.
@Heinrich:
So, Du warst in Indien?
Und hast nur Opium mitgebracht, zum rauchen? Warum haste nicht gleich den Buddhismus mitgebracht, oder Batikklamotten:-)?
Fakt ist doch, das im MA eher nicht geraucht wurde, und zumindest der ungebildete Teil der Bevölkerung sicherlich Angst hatte, Halluzinogene einzunehmen.
der Pferdeanteil hat hier nix verloren. Es wurden in erster Linie stärkere Schlachtrösser gebraucht, da sich die Rüstungen und der Panzerung der Pferde änderte und um ein mehrfaches schwerer wurden. Ob da nun ein Grössenverhältnis zwischen Ross und Reiter gegeben war, war den Leuten relativ schnuppe. Die Grösse hing mit Selektion und anderer, verbesserter Nahrung zusammen (wie auch heute bei den Menschen, die tüchtig Proteine zu sich nehmen).
Auf Pferde bezogen: Knappe Nahrung, negativer Selektionsdruck auf grössere, die einen höheren Nahrungsbedarf haben, um ihren Energieumsatz aufrecht zu halten.
Ausreichend und qualitativ hochwertige Nahrung: Kein negativer Selektionsdruck auf grössere Individien. (Mit Bezug auf den Artikel über das mittelalterliche Pferd der Histoire médiévale von Juni 2001, Artikel von Gilles Raab):“Der berühmte Dextrier ”Genest d-Espaigne“ war nicht höher als 1,45 bis 1,50 im Widerrist, rustikal und kurz, vom äusseren Erscheinungsbild her seinem aktuellen Nachfahren, dem Andalusier, sicher weniger ähnlich als unseren heutigen Camargue-Pferden. Er stammte aus einer Kreuzung, um das nicht zu vergessen, des Arabers mit dem archaischen europäischen Pony, das heute noch in Form des Isländers, des Fjordpferdes, des Huçul und des Pottok erhalten ist. Alles änderte sich in der Mitte des 14. Jhdts Ein Krieg, nicht mehr feudal, wo das erste Ziel war, wie im Turnier die Gefangennahme um eines Lösegeldes willen war, sondern national und damit unerbittlich, fand während mehr als eines Jahrhunderts zwischen England und Frankreich statt. Das Aufeinandertreffen sozialer Interessen mit unterschiedlichen Zielen und ethnischer Gemeinschaften mit divergierenden Werten, führen dazu, daß aus Gegnern Feinde werden, ein Gegenüber, das man auslöschen muß. Der niedergeworfene Ritter wird folglich methodisch erwürgt und das Pferd wird durchsiebt von Pfeilen größerer Durchschlagskraft dank der großen Bögen aus Eibe und Esche. Man verstärkt also die Protektion, aber wird dadurch schwerer. Die Superposition von Platten auf der Hauberge aus Kette erhöht das Gewicht des Ritters um um die 15 Kilogramm, zu denen noch die der Rüstung des Pferdes hinzugerechnet werden muß. Das kleine, heißblütige Pferd, so gepriesen in den vorherigen Jahrhunderten ist nicht mehr ausreichend, weil es aufgrund seiner Größe nicht genug tragen kann und wegen seines Blutes viel zu erregbar ist. Ebenfalls wegen des Krieges hatte sich die diplomatische Beziehung zu den spanischen Königen verschlechtert. Diese Feindseligkeit, mehr oder weniger alt, mehr oder weniger deklariert von Aragon, Kastilien und Navarra und verschließt der französischen Krone den Zugang zu den iberischen Zuchten. Man wendet sich also denen des Nordens zu, den schwereren, größeren, stärkeren und geeigneter, sich gewappnet zu schlagen: Friesen, Boulonnaisern, Ardennern, Welsh Cobs, Bayern und auch Schweikern.”
Also selbes Thema. Es ist ganz einfach. Entweder mann hört das rauchen auf, oder man verzieht sich ins Zelt oder ins Dixi. Wer sichtbar raucht, sollte in die Zeit nach Christoph Kolumbus oder sich von Veranstaltungen vor 1589 fernhalten. Punkt, Ende, Basta! Was gibt`s da zu diskutieren?