Hallo Bert, doch, hat sie. Ich hatte Dir kurz geantwortet, daß ich z. Zt. wenig Zeit für Mittelalteliches habe und Dir demnächst ausführlicher antworten würde - das gilt leider auch noch für diese Woche... Bis demnächst, Ruth
Hallo Kai, Andy sagte, daß man die "Medieval excations in London"-Reihe in Britannien zur Zeit auch nicht bestellen kann, da die letzte Auflage wohl schon wieder vergriffen ist. Sie scheinen aber immer wieder in kleineren Mengen aufgelegt zu werden, so daß er empfiehlt, es alle paar Monate mal wieder zu probieren.... Jede größere Bibliothek sollte Dir diese Reihe jedoch via Fernleihe besorgen können. Ruth
Hallo Tanja Die große Frage ist, was Du mit einem Pferd auf mittelalterlichen Märkten anfangen willst. Willst Du Rittertuniere reiten oder nur am Marktgeschehen teilnehmen.Keine Pferderasse stellt eine Garantie für besondere Nervenstärke, wenn es nicht an Umgebung und Menschenmassen etc. gewöhnt ist. Da ich selber reite und auch schon auf Märkten aktiv zu Pferd teilgenommen habe kann ich Dir die Rasse der Berber ans Herz legen. Berber zeichnen sich nicht nur durch extreme Menschenbezogenheit, sondern auch durch Nervenstärke und Mut aus.Wenn Du mehr wissen willst:www.berber.de. In dem Punkt Ausbildung, würd ich Dir raten, Dich mal mit den Tjostern ( Wolfgang und Christine Krischke ) kurzzuschließen. Die beiden haben auch viel Erfahrung im Umbau von modernen Sätteln, Zaumzeug etc. Und laß Dir keinen Bären aufbinden, daß Wallache besonders geeignet sind....jedes Geschlecht hat seine Vorzüge...Du mußt nur genau wissen , was Du willst also viel Glück beim Pferdekauf
Beste Grüße Myriam
Hallo Bert, freut mich, daß ich helfen konnte... und ein Buch irgendwo zwischen Medicus und Pferdflüsterer ist ja wohl eine echte Marktlücke... das da noch kein anderer draufgekommen ist.... (smile) Alles andere ist vielleicht ein bißchen zu speziell für die Taverne. Du scheinst ja schließlich auch ein "Fachmann" zu sein, oder? Mail mich doch noch mal direkt an, dann können wir die Einzelheiten zum Verschicken der Kopien regeln und ich kann Dir noch ein paar weitere Literaturtips geben (z. B. wenn Dich auch der arabisch/persische Kulturkreis diesbezüglich interessiert). Hallo Kai, ich habe heute ebenfalls vergeblich versucht, die "medieval excavations"-Reihe in den üblichen online-Bücherdiensten zu finden. Ich werde diesbezüglich noch mal meinen britischen Kontakt fragen, wo man die Bücher bestellen kann. Ruth
Hallo Ruth, es hat nun leider etwas gedauert, bis ich mich wieder melden konnte. (Ein 24h-Dienst dauert zumeist länger als nur einen Tag.) Und dann habe ich mich erst einmal um deine Literatur-Tipps gekümmert (sie sind wirklich KLASSE!!). Das EIS´sche Werk über ´Meister Albrant´ habe ich in unserer UB gefunden. Es verstaubt dort im geschlossenen ´Sonderbestand´ - als ob es selbst so fragil sei, wie die Hss., welches es mit Vorrang aufarbeitet. Aber es enthält auch einen kompletten Text. Man sicherte mir Einsicht zu. Die Dissertationen liegen ja im entsprechenden Verzeichnis vor und sind somit auch erreichbar. Leider fehlt ja (zumeist) eine qualifizierte Inhaltsangabe oder gar Stellungnahme zu diesen. Die zumeist ältere Literatur des deutschsprachigen Raumes hoffe ich über die Fernleihe finden zu können. Bei der internationalen Literatur habe ich da schon größere Bedenken. Wird wohl eher eine Kostenfrage sein. :~( Nun aber noch einmal zur SCHREIBER´schen Diskussion: Ich vermute einmal, daß er - zumindest was die Fragen der Osteometrie anbelangt - einerseits Funde paradigmatisch vergleicht und sie andererseits in syntagmatische Beziehungen setzt. Der Vergleich über die Zeiten dürfte inzwischen nahezu Allgemeingut sein. Interessant wird es dann natürlich bei dem Vergleich innerhalb der Zeit. Aus der osteologischen Fragestellung schließe ich die Suche nach den möglichen physiologischen Ursachen der erhobenen Unterschiede. Da mir medizinische Dissertationen geläufig sind, ahne ich, daß die Lektüre der Diskussion ausreichend sein wird. Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir diesen Teil zukommen lassen könntest. Schriftstellerische Begabungen habe ich selbst -leider?- keine. Da ich aber selbst der Reiterei fröne und mich - natürlich - für das MA interessiere, sah ich genügend Anhaltspunkte, mich für einen Copain ohne Web-Zugang zu engagieren. Da er aber von Dokumentationen bis hin zur Trivialliteratur bereits alles gemacht hat, kann ich nur ahnen, in welche Richtung es diesesmal gehen wird. Bislang entlockte ich ihm folgende Stichworte: Pferdehaltung allgemein (Unterschiede: Streitroß / Arbeitspferd); differierende Werteinschätzungen des Pferdes; hippologische Heilmethoden des MA. Ich denke mir ein belletristisches Werk, irgendwo anzusiedeln zwischen ´Medicus´ und ´Pferdeflüsterer´. Nun aber noch eine direkte Frage an die Fachfrau: Du schreibst, daß RUFFO bereits das Unterbinden von Blutgefäßen beschrieben habe. Daß damit natürlich keine Koagulation, Hyperthermie oder ähnliche ´moderne´ Verfahren gemeint sind, ist mir schon klar. Aber welche anderen Verfahren beschrieb er denn genau? Ligaturen, Umstechungen oder gar ´Unterfahren´ mit einer Art Kocher-Sonde + Ligaturen und Durchtrennung? Hat er auch etwas zum Nahtmaterial gesagt? Oder bin ich jetzt schon zu weit gegangen und habe mir einfache Kompression mit Hämokoagulation und Vasokonstriktion vorzustellen? Wußte er gar schon wirksame Vasokonstringenzien einzusetzen? Wie gesagt: diese Fragen richten sich an die Fachfrau. Ich hoffe, daß ich nicht gar zu arg nerve! Aber langsam bekomme ich auch ein eigenes Interesse an diesen Fragestellungen - in mehrfacher Hinsicht! Beglückend werde ich es empfinden, erneut von dir zu lesen. Hallo Tanja, direkt in deiner Nachbarschaft findet sich doch das Landes- (und Bundes-?) Leistungszentrum für Reiterei in Warendorf. Dort findest du sicherlich kompetenten Rat hinsichtlich der geeigneten Rasse. Einfach ´mal anrufen. Hallo Kai, freue mich einen TAVERNEN-Besucher aus meiner Nachbar- (und Heimat-!) Stadt nebenan zu wissen.
Grüezec Bert
Mahlzeit! Ruth, wenn Du mir sagst, wo ich dieses Buch, bzw. diese Bücher (soweit ich mich entsinne, handelt es sich um eine kleine Reihe) erhalten kann, wäre ich Dir sehr dankbar! Ich habe mehrmals versucht, diese Teile im "normalen" Buchladen zu bestellen, aber Pustekuchen! Gruß, Kai
Und noch ein Literaturhinweis: "The MedievalHorse and Its Equipment c. 1150-1450". Medieval Finds from Excavations in London, No. 5, ISBN 0112904858 Ich habe es selber noch nicht gelesen (hätte ich doch mehr Zeit...), doch ein sehr engagierter britischer Re-enactor hat es mir wärmstens empfohlen, es soll viele Details zu Geschirrteilen, Trensen, Sätteln, Sporen, Hufeisen etc. in der angebenen Zeitspanne enthalten. Ruth
Hallo Bert, noch ein Nachtrag: G. Eis hat sich seit 1939 intensiv mit der Erforschung des sogannten "Albrants-Buches" beschäftigt - Meister Albrant soll Marschall am Hofe Friedrichs II gewesen sein. Ich vermute mal, daß Meister Albrant und Giordano Ruffo identisch sind, bin mir aber nicht sicher, da ich mich noch nicht so intensiv mit diesem Thema beschäftigt habe. Literatur: G. Eis (1960): Meister Albrants Roßarzneibuch. Terra Verlag, Konstanz. Ruth
Hallo Bert, zu Giordano Ruffo: Wahrscheinlich ein kalabresischer Adeliger, war er Manescalcus (Marescalcus, Marschall) und Großwürdenträger am Hofe Friedrichs II. Sein Werk "de mecicina equorum" soll er auf Anregung und mit Unterstützung des Kaisers geschrieben haben. Einige vermuten sogar, daß Friedrich selbst der Autor war (ähnliches gilt auch für die Werke seines Falkners Moamin) - dies ist jedoch unwahrscheinlich, da das Werk erst nach dessen Tod herausgegeben wurde. Die Pferdeheilkunde Ruffos zeugt von großer praktischer Erfahrung vor allem auf dem Gebiet der Chirurgie an den Extremitäten und des Hufbeschlages. Ruffo soll zum Beispiel bereits das Unterbinden von Blutgefäßen beschrieben haben - also bereits Jahrhunderte vor dem Chirurgen Ambroise Paré! Das Werk Ruffos findet sich in vielen späteren Werken, z. B. in der "mulomedica" des Theoderich von Cervia (13. Jh.), bei Petrus de Crescentiis (13.-14. Jh.) und Laurentius Rusius (14. Jh.), um nur einige bekanntere zu nenen. Folgende Literaturstellen habe ich gefunden, die ich aber selber noch nicht eingesehen habe: Klaien, L. (1969): Studien zur "medicina equorum" des Jordanus Ruffus (1250). Diss. Hannover Molin, H. (1818): Jordani Ruffi Calabirensis Hippiatria. Padua Roth R. (1928): Die Pferdeheilkunde des Jordanus Ruffus. Diss. Berlin Interessante Aspekte zu Pferdehaltung finden sich auch im "Capitulare de villis" Karls des Großen. In den Kap. 13-15 finden sich Angaben zur Haltung de Beschälhengste, der Mutterstuten und der Fohlen. Der Marescalcius Karls war Johannes Apollonius (Giovanni Apollonio, Master John). Ihm wird ein im Auftrag des Kaisers verfaßtes pferde- und pferdeheilkundliches Traktat zugeschrieben, daß Eingang in viele andere, spätere pferdeheilkundliche Texte gefunden hat. Interessant könnte für Dich vielleicht auch folgendes Werk sein (kenne ich selber nicht): Jähns, M (1872): Roß und Reiter in Leben und Sprache, Glauben und Geschichte der Deutschen. Leipzig, Verlag von Fr. Wilh. Grunber Ich hoffe, ich konnte ein bißchen weiterhelfen. Jetzt bin ich aber doch neugierig - was für ein "literarisches Werk" wird es denn??? Hallo Tanja, leider bin ich selber kein Reiter und kann Dir deshalb auch keine guten Tips geben. Auch Dir würde ich jedoch das bereits unten aufgeführte Buch von Ann Hyland empfehlen, da es auch viele praktische Aspekte enthält (sie hat viele Angaben mit ihren eigenen Pferden überprüft bzw. ausprobiert). Irgendwo weiter hinten gibt es hier jedoch einen Thread Reiten im MA oder so ähnlich, da findest Du bestimmt kompetente Ansprechpartner zu diesem Thema. Ruth
Hallo Tanja, Auf Freienfels habe ich einen Tschechen kennengelernt der einen Alamanischen Sattel des10,Jh. angefertigt hat. Ich kann dir seine Adresse geben falls du daran Interesse hast! Auch Ich fertige Repliken aller Art, und da ich auch reite, würde ich gerne mal einen "authentischen" Sattel" herstellen! Meld dich einfach bei mir!
Hallo Ruth, au7ch ich interessiere mich für das Thema Pferde im Mittelalter, aber nicht in historischer Hinsicht, sondern ich spiele mit dem Gedanken demnächst mit Pferd bei den Mittelaltermärkten teilzunehmen. Dafür bräuchte ich wohl eine sehr nervenstarke Rasse z. B. Norweger oder Isländer. Das problem bei der ganzen Sache ist allerdings nicht die Rasse sondern die Ausbildung. Ich wollte nämlich nicht mit einem völlig unerfahrenen Pferd teilnehmen. Vielleicht kannst du mir da ein paar Ausbildungstips geben. Man hatte mir auf jeden Fall dazu geraten auf jeden fall einen Wallach zu nehmen, da diese immernoch am unkompliziertesten sind. Vielleicht kannst du mir auch noch sagen wo ich geeignetes Geschirr bekomme, da ich den typischen Westernsattel nicht gerade sehr stilecht finde. Wäre nett wenn du oder iemand anderes mir dabei weiterhelfen kömmte.
Tanja
Hallo Bert, Ich arbeite am Institut für Veterinär-Anatomie, -Histologie und -Embryologie der FU. Ich habe von einem emeritierten Professor unseres Institutes, der entsprechende Studien betreut hat, eine umfangreiche Sammlung zu Osteologischen Studien verschiedenster Spezies und auch einige Dissertationen zu Werken aus der Tierheilkunde "geerbt" (gleich gekrallt wäre wohl der bessere Ausdruck, smile). Die Schreiber´sche Arbeit ist an unserem Institut entstanden. Ein trockenes osteologisches und osteometrisches Werk, die Diskussion ist aber lesenswert (ich kann Dir eine Kopie zukommen lasssen...) Zu Giordano Ruffo kann ich Dir wahrscheinlich zumindest mit Literaturangaben weiterhelfen, da ich mich selber auch gerade in die Geschichte der Tiermedizin tiefer einarbeite. Die entsprechenden Unterlagen stehen allerdings zu Hause, deshalb später mehr. Ruth
Hallo Ruth, vielen Dank fuer die schnelle Reaktion auf meine Anfrage. Ich bin noch am Anfang meiner Recherchen, und dein Artikel in der Tempus-vivit-Bibl. war einer der ersten, die ich gelesen habe. Schwerpunkte meines Interesses erkenne ich bisher selbst nicht - es geht zunächst undifferenziert in die "Breite". Deine Literaturangaben sind mir dabei eine wertvolle Hilfe. Einen Hinweis auf Jordanus Ruffo, oberster Stallmeister am Hofe Friedrichs II, erhielt ich aus einem populärwiss. Aufsatz - Waidmann, Angela (2000): Das edelste und nuetzlichste Tier. In: Damals, 32.Jg., 2000, Heft 4, S. 62-65 -, konnte die dürftigen Angaben bislang jedoch nicht überprüfen. Jordanus ist der Verfasser des "Stallmeisterbuchs", und obwohl das Werk in seiner Zeit als pferdekundl. Standardwerk galt, in seiner Bedeutung durchaus vergleichbar mit dem "Falkenbuch" Friedrichs II, so weist Waidmann doch darauf hin, dass es in der mediavistischen Forschung zu einem Schattendasein verurteilt zu sein scheint. Dementsprechend ergaben die Recherchen zu Jordanus und dem Stallmeisterbuch bisher auch kein Ergebnis. Weder existiert ein Faksimile noch eine kommentierte, neuhochdt. Ausgabe. Eine Monographie über Jordanus (abweichende Schreibweise: Giordano Ruffo) - ebenso Fehlanzeige. Vielleicht sind dir ja Einzelbeitraege aus der Literatur bekannt? Aus deiner e-mail-Adresse ersehe ich eine (welche?) Verbindung zur FU-Berlin - und möglicherweise kennst du ja eine dort eingereichte Dissertation. Die Internet-Angaben sind bzgl. des Titels evtl. unvollständig: Schreiber, G. (1979), Ein Beitrag zur Kenntnis des mittelalterlichen Pferdes, Berlin, Freie Universität, Fachbereich Veterinärmedizin, Diss. Wenn du Schreibers Arbeit kennst, würde ich mich über deine Einschätzung freuen.
Grüezec Bert
Hallo Bert, schau doch mal in der Tempus-Vivit Bibliothek unter -> Geschichte -> Tierhaltung und Jagd im Mittelalter. Da findest Du schon mal einen kurzen Abriß über Pferde und Pferderassen im MA. Und jede Menge brauchbare Literaturangaben im Quellenanhang, die alle bei mir im Regal stehen, so daß ich bei Bedarf vielleicht weiterhelfen kann. Ansonsten ist Ann Hyland´s Buch "The medieval warhorse from Byzantium to the crusades" (1996, Combined Books, Pennsylvania, ISBN 0-938289-84-5) empfehlenswert und, je nachdem, welche genauen Informationen Du brauchst, auch das Buch "The beast within. Animals in the middle ages." (Autor und andere Angaben kann ich bei Bedarf nachliefern), welches sich vor allem mit rechtlichen Fragen der Tierhaltung und ganz allgemein mit dem Wandel des Verhältnisses von Mensch und Tier über die Jahrhunderte des Mittelalters beschäftigt. Schreib doch einfach mal, was genau Du wissen mächtest - Pferdehaltung allgemein, Pferde"rassen", Wert von Pferden, Zucht und Zuchtziele, Marschallwesen etc.??? Ruth
Werte Disputanten. Zwecks Vorbereitung einer literarischen Arbeit suche ich Quellen und wissenschaftlich fundierte Werke zur Kulturgeschichte des Pferdes im MA. Kann mir jemand sein Wissen ´borgen´?
Grüezec Bert