Hallo Haddu! Andere Gruppe? Nein, andere Szene! Solche von Dir geschilderten Personen ziehen sich nach einigen Mißerfolgen in einer Szene zurück und begeben sich in eine Neue. Auch hier müssen dann natürlich mehrere Mißerfolge kommen, doch manchmal wird eine solche Person durch die Aktiven selbst unterstütz, indem sie nämlich eine Kaiserkrone in FF tragen!!! Diese Unterstützung hatte jedoch später für eine gewisse Gruppe das vatale Ergebnis einer Spaltung! Ob man jemanden, der geistig nur noch in anderen Zeiten schwebt, der bei dem Sehen eines Napoleonik-Filmes auf die Straße rennt, weil es damals ja keine Autos gab, unterstützt, sollte man überlegen. Die geschilderte Person kennst Du außerdem. Gruß v. Arlen
Udo, was heißt hier Grundthema ?? Ich meinte damit bestimmt nicht das, was du in 33 angesprochen hast und dachte eigentlich, ich hätte das deutlich ausgesprochen… Wenn du darüber philosophieren willst, bitte, aber führe das nicht auf meinen Ausgang zurück.
Grüß Euch, ja, Udo, kennen wir. Und diese Spezies stirbt halt nicht so schnell aus. Eigentlich sind das bemitleidenswerte Leute, aber sie reissen (vor allen in Gruppen) gerne andere mit in ihre persönlichen Katastrophen. Einsamkeit, Unbefriedigtheit, Erfolglosigkeit im Beruf, was auch immer, und das geballt, macht aus manch an sich nettem Zeitgenossen so eine kleine Zeitbombe. Mit der Einstellung “Jetzt aber!” werfen sie sich mit aller Energie ans MA, und stranden meist gnadenlos, wenn sie mit der Gruppenleitung und den Mitgliedern oder der Konzeption kollidieren. Weil sie sich selbst dabei völlig überschätzt haben, und Anerkennung um jeden Preis von der Gruppe (oder einzelnen) fordern, wächst der Frust noch mehr. Konfliktunfähig geht es dann meist in finsterem Zorn und Hass auseinander, und dann…ab zur nächsten Gruppe, und aufs Neue in die Katastrophe, dabei die ehemalige Gruppe wild schmähend. Fehler? Nö, das waren immer die anderen. Aber, ist das nicht überall so, wenn viele Menschen aufeinandertreffen?
Moin Udo, en masse, aber nicht nur im MA,sondern auch im Larp und Rollenspielbereich. Manche Leute müssen echt ein langweiliges Leben oder ziemliche Profilneurosen haben … Thorsten
Um mal zum eigendlichen Grundthema diese Forums zurückzukehren: Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich bin nun auch schon seit annähernd 4 Jahren in der MA-Szene unterwegs und mir ist immer wieder aufgefallen, das es Leute gibt, die zwischen ihrem Hobby, dem MA, und dem richtigen Leben kaum, bzw. nur schwer unterscheien können. Kennt Ihr sowas?
Also, Dietrich, Du willst unbedingt meine Meingung dazu wissen? Bitte sehr: Vorausgesetzt, das Wissen bestünde, daß ein A-Krieg jegliches Leben, jede Kultur und auch Geschichte, auf der Erde auslöscht, so, daß ein zweiter Mars entsteht, ja, da würde ich gerne im MA das Leben durch Seuchen, Verkrüppelung, Niedergemetzelung, Verbrennung, zu Tode gefoltert werden auf mich nehmen; sowie alle unangenehmen Dinge, die es damals gab. Jedenfalls wüßte ich dann, daß das Leben aller, der Europäer, Afriganer, Indianer und Asiaten, der Ratte, die an mir schon nagt, dem Raben, der meine Augen auspickt und so weiter, bestehen bleibt und durch meinen Tod nicht alles um mich rum auch stirbt. Fällt eine A-Bombe in Frankreich und Polen, und ein kleines Gebiet Deutschlands bleibt verschont, weis ich, daß dies das Ende ist. Da lieber obriges als ohne Hoffnung und Wissen der totalen Vernichtung der Erde, einen schrecklichen Strahlentod sterben. Zu den hist. Filmen: Im MA engagiert zu sein, kann auch ein Nachteil sein. Man achtet und sieht die Fehler in den Filmen laufend, man genießt sie nicht richtig und findet sie scheiße. So fand mein Kollegen z. B. den Film “Der 1. Ritter” total gut, während ich ihn miserabel fand. Man verliert manchmal eben seinen Spaß an solchen Filmen, nur weil man eben “wissend” ist. Eigentlich ist das auch wieder schade. Gruß v. Arlen
Hallo Leute, zwei Dinge möchte ich zu diesem Theman noch bemerken, wenn auch schon teilweise angesprochen: 1) Menschen ändern sich nicht wirklich, nur die Möglichkeiten über die sie verfügen. Dies ist mir insbesonder durch den Vergleich von Historie mit dem Heute aufgefallen. 2) Es bildet sich ein Focus. Auf der einen Seite macht es Spaß auf Bildungen und in Büchern Neues zu entdecken oder einfach im Laufe der Zeit Zusammenhänge zu erfassen, die bisher verschlossen blieben. Allerdings führen auf der anderen Seite die Bewertungsmöglichkeiten, die damit einhergehen zu Intoleranz und abwertenden Verhalten Anderen gegenüber.
Hallo! Sicher verändert das Hobby. Z.B. bemerke ich es immer wennim Kono/Fernsehn etwas übers “Mittelalter” kommt. Früher, bevor ich mich dafür so interessiert habe nahm man viele dinge einfach als gegeben hin (Rückenscherter…) Doch jetzt kommt kaum ein Beitrag gut weg. Irgndwas ist immer nicht A, meist sogar kaum etwas… Mit dem Interesse fürs Mitelalter ist natürlich das Interesse an Museen und Architektur gewaltig gestiegen. Früher bekahm man mich kaum freiwillig in ein Museeum. Heute besuche ich sie mit Freuden. Burgen mochte ich schon immer, aber Heute betrachte ich sie genauer. Man ordnet sie in Zeiten uns Stiele ein. Dann ist man glücklich wenn man richtig lag oder sagt sich das man noch ne ecke lesen muss wenns mal daneben ging. Auch beurteilt man Restaurationsarbeiten genauer, prüft wie oft so ein Bauwerk wohl erweitert wurde und zu welchen Zeiten. Man eignet sich Wissen über alte Handwerkstechniken an und übt sich darin. Sowas währe mir als Programmierer sicher nie in den sinn gekommen wenn mich nicht der Mittelalter Virus befallen hätte. Auch war ich vor meiner Mittelalterzeit ein absoluter Sportmuffel. Das Motto lautete Sport ist Mord und ich hasste Sport abgrundtief. Warum sollte man freiwillig ins Schwitzenkommen wenn man doch gemütlich im Graten oder vorm Rechner hocken konnte. Jetzt habe ich mit dem Schwertkampf endlich einen Sport gefunden der mir Spaas macht. Denn der Spaas fehlte bei allen Sportarten sie ich zufür ausprobiert habe. Natürlci bin ich froh das es die Moderne Medizin gibt. Die will ich auf keinen fall missen. Das gleiche gilt für Rechtschutz, Menschenrechte, Freiheit etc. Auf der anderen Seite ist halt auch nicht alles gold was Glänzt. Früher habe ich verschiedene Fernsehserien geschaut und was absolut unleidich wenn ich eine Folge meiner lieblings SF verpasst hätte. Wenn derVideo kapuut war musste hal auch ein Wochenende unterbrochen werden damit nichts verpasst wurde. Mitlerweile ist mir sowas vollkommen egal. Was zählt ist der Spaas gemeinsam mit anderen ein schönes Mittelalterwochenende / Woche etc. zu verbringen. gemeinsam alte techniken zu studieren und zu testen… Ich kann für mich also eine sehr Positive bilanz ziehen, das Hobby Mittelalter bringt mir viel, auch im Normalen Leben. und sei es auch nur das man viel ausgeglichener auf die Arbeit kommt wenn man ein tolles Wochenende in der Natur hatte. Mann kommt eben viel raus und es ist ein toller kontrast zum Hitec Büro und dem Programmierer Job. An Computer denke ich jedenfalls nicht wenn ich Mittelalterlich unterwegs bin. So das war viel gelaber um das was Dietrich auch schon sagte… Grüße
Na, ich bin ja froh, dass ich doch nicht total falsch verstanden worden bin ;-) Realitätsflucht und “Zivilversagen” kann man sich natürlich nicht erlauben, wenn man zwei kleine Kinder hat, die schließlich im Hier und Jetzt leben. Hätte ich die Kinder nicht, sähe das vielleicht anders aus, aber darüber nachzudenken ist spekulativ. Dass man die Achtung vor der Natur im MA nicht mit derjenigen vergleichen kann, die man heute empfindet, wenn man sie empfindet, liegt auf der Hand. Die Ehrfurcht lag doch eher im Staunen vor dem Wunder, das man heute mit den modernen Naturwissenschaften nur noch schwer wieder heraufbeschwören kann (möglich ist es aber, wenn man z.B. das Liegen auf einer Wiese in einem Stadtpark, mit dem auf einer Wiese in relativ unberührter Natur vergleicht; das ist dann so…wie soll ich sagen “the ground comes swirling up and through these veins” Zitat NMA). Die Glorifizierung der Neuzeit halte ich allerdings für fatal. Ich meine, ich bin auch froh, dass es Antibiotika gibt, wenn meine Kinder eine Lungenentzündung haben, aber Nasenspray bei Schnupfen ist ein überflüssiges Mittel der Neuzeit, dafür gibt es Kräuter. Dies Beispiel kann man dann auf beliebige Situationen übertragen. Die Meinungen über Polizei und Touristikindustrie gehen wahrlich auch auseinander, ganz zu schweigen von der Abhängigkeit von Computern, die so groß ist, dass ohne Computer noch nicht mal mehr Züge fahren würden, Krankenhäuser arbeiten könnten etc….wo soll ich aufhören ;-)? ßbrigens geht es auch im rl wunderbar ohne Zentralheizung, Kaffemaschine, Brot vom Bäcker und Gemüse von Aldi, um nur ein paar Beispiele zu nennen, die für unser Leben ganz normal sind. Dabei würde ich mich noch nicht mal als so called “ßko” bezeichnen, da ich niemals etwas essen würde, das nicht schmeckt, nur weil es gesund ist. Für mich steht da der Genußfaktor im Vordergrund. Warum also sollte man sich nicht die Rosinen aus beiden Zeiten herauspicken ? Für den einen ist dann das MA-Häufchen-Rosinen größer, für den anderen das Neuzeit-Häufchen. Mich interessierten halt die Tendenzen zur Größe der Haufen. Bin ich eigentlich sehr neugierig ;-)?
Hallo Christoph, die A- Bombe ist für mich ein zu vernachlässigendes Risiko. Die Gefahr, daß mein wundervolles Leben im 20. Jhd. durch eine A- Bombe zerstört wird, ist m.E. sehr viel geringer als die Gefahr, im MA durch eine Infektion, eine Seuche oder irgend eine Art der körperlichen Gewalt (vom Krieg bis zur Kneipenschlägerei ist da alles drin!) zu enden. Und wenn´s ans Sterben geht, ist mir persönlich ziemlich egal, ob ich durch eine Axt oder eine A- Bombe sterbe (Bombe ist vielleicht sogar besser, weil man die vorher nicht sieht). Ich rede vom ganz alltäglichen Leben eines Durchschnittsbürgers (ich!); und DAS war noch niemals so bequem, gefahrlos und gut behütet wie im 20. Jhd. Jetzt mal ehrlich, Christoph: Würdest Du lieber im HMA leben, unter den damaligen Lebensbedingungen, nur um der gefahr zu entgehen, durch eine A- Bombe zu sterben? Joachim: "" Was hat SAP damit zu tun? Scherzest Du, oder war das ein Seitenhieb?
Christoph: Also, um ehrlich zu sein, wäre es mir egal, ob ich durch ein Schwert/Pfeil/Lanze/Axt im MA sterbe oder heute mit dem Rest der enschheit gleichzeitig unter dem Pilz. Tot ist tot, jedenfalls für die, dies erwischt hat.
Ob mich das MA verändert hat? Vieles ist schon anders als vor 6 Jahren: Inzwischen haben meine meisten Freunde was mit MA zu tun. Und die Freundschaften sind intensiver als vorher. Ich habe viel mehr Feinde. Ich verstehe viele geschichtliche Zusammenhänge heute besser. Ziehe meine Lehren daraus - aus der Geschichte lernen! Ich betätige mich täglich sportlich. In der Wohnung ist zunehmend kein Platz mehr, da alles vollgestellt ist mit Fachliteratur und Ausrüstung. Ich trage Strapse, äh Beinlinge. Mir ist nie mehr langweilig. Ich kann mir kaum noch einen MA-Film oder Roman zu Gemüte ziehen, ohne mich aufzuregen. Ich trage zeitweise einen krassen, sehr kurzen Haarschnitt, im Volksmund wohl Topfschnitt genannt. Ganz zu schweigen vom Topfhelm… Ich beschäftige mich mit der Geschichte meiner Familie. Aber auch mit der Geschichte meines Landes, besser meiner Region, meiner Stadt, meines Stadtteils - traurig, wie wenig man schon und gerade da eigentlich weiß. Mein Konto erholt sich nie richtig. Vielen Handwerken geht es finanziell durch mich aber viel besser… Wenn ich Malteser lese, denke ich nicht nur an Alkohol. Neulich las ich in einem Fechtbuch (Danke, Jörg!) wie man einen Menschen möglichst schnell um die Ecke bringt. Ich sah auf und mußte grinsen, weil Ruth in einem Buch über mittelalterliche Heilkunst las (wir ergänzen uns schon prima). Aber für Medizin hat sie sich ja nun schon (berufsbedingt) immer interessiert. Joachim - I.G. Hospitalis
Hi Dietrich! Toll? Und über all dem schönen schwebt immer die A-Bombe…. Absolute Vernichtungsmöglichkeit hats in keinem Jahrhundert davor gegeben, wie Du weißt. Als Anmerkung am Rande zu sehen v. Arlen
Hallo Jennifer. Bei mir hat das Hobby- nicht nur das mittelalterliche!- definitiv für Veränderungen im normalen Leben geführt. Und es ist auch ein Ausgleich für das 20. Jhd. Wenn ich am Wochenende im Lager bin, bleibt die “moderne” Person draußen; im Idealfall gehe ich durch´s Tor und denke die gesamte Zeit nicht einmal an die Welt da draußen. Jeder, der schon einmal über´s Wochenende geschäftliche Probleme gewälzt hat, wird das zu schätzen wissen. Welche Veränderungen- nun, ich habe handwerkliche Fähigkeiten bei mir entdeckt, die das 20. Jhd. bestimmt nicht hochgespült hätte. Ich gewann ein besseres Verständnis für historische Abläufe und Zusammenhänge und dadurch auch für Konstellationen unserer Zeit (also der Gegenwart :-) ); und ich habe erkannt, daß es nichts wirklich Neues gibt auf dieser Welt. Mehr Lesen, weniger Fernsehen, mehr körperliche Betätigung. Reisen, Bildung (Museen!), zusätzliche Interessengebiete (“gibt es hier irgend etwas, das man für´s Hobby gebrauchen kann?”). Vor allem aber- ich bin ein bekennendes, begeistertes und absolut bejahendes Kind des 20. Jhd. geworden, weil ich weiß, daß wir es noch niemals so gut hatten. Ich liebe warme Duschen, Autos mit Ladekapazität, Elektroherde und Zentralheizungen. Ich stehe auf Supermärkte, Zahnvorsorge und das Krankenhaus vor der Stadt, schnell erreichbar mir Rettungswagen und Hubschrauber. Meine besten Freunde sind Polizei, Feuerwehr und ADAC- Dienste. Telefon, Fernsehen, Internet, Touristikindustrie und Zeitungen. Fernleihe, Girokonto und Arbeitnehmerschutz. Wo soll ich aufhören….. Das 20. Jhd. ist toll, und ich bin heilfroh, in ihm zu leben. Auch und vor allem deshalb, weil es mir Gelegenheit gibt, mal andere Zeiten kennenzulernen. Ohne Gefahr und ohne Nachteile für mich und meine Gesundheit.
mmmhhh Mittelalter Einfluß mal überlegen… also angefangen hat es bei mir mit Büchern verschiedenster Art und dem Interesse an alter Architektur (Kirchen,Burgen,Schlösser & Klöster) Bis mir eine Freundin erzählte das sie Mittelalter “macht” und nach dem ersten Markt Besuch war meine Neugier geweckt. So ging es Stück für Stück vom ersten geliehenen Gewand bis zum ersten selbst genähten, dann die Begeisterung für die Musik (die mich auch außerhalb der Märkte begleitet) und dem Tanz, bis zum wieder entdecken eigener handwerklicher Fähigkeiten (meine frühere Handarbeitslehrerin würde tot umfallen *g*) nach dem Motto, wie Wolle kann man auch handspinnen? oder kann mir mal jemand mit dem Muster beim Brettchenweben helfen? Kurz und gut die Faszination für die Geschichte auf der einen und das ausprobieren und selbst machen auf der anderen Seite sind für mich der größte Reiz und ich würde gerne noch mehr Elemente in mein tägliches Leben aufnehmen.