Hi ich hab mir heut mal gedanken über die herstellung solcher "Fahnen" gemacht. Einfarbige sind noch ganz einfach. Mehrfarbige werden auch einfach an den Kanten zusammengeäht. Doch wie stellt(e) man z.b. Fahnen mit Wappentieren her? Wenn das Ding nur von einer Seite zu sehen sein soll, dann ist das auch noch einfach, denn dann näht man enfach einen Stoff in der Form des Wapentieres von vorn auf. Doch wie sieht es mit zweiseitigen Bannern etc aus? Gab es sie überhaupt (Abbildung wird sicherlich schwierig zu bekommen sein, da wohl sehr selten beide Seiten glechzeitig zu sehen sind)? Und wenn ja, wie wurden sie gemacht? Mir falln dafür mehrere Möglichkeiten ein bemalen -> wohl eher nicht 3 Schichten -> "Rahmen" "Stofflage in Farbe des Wappentieres" "Rahmen" Doppelt genommen und auf beideseiten aufgenäht. eingenäht -> wohl das schwierigste. Einen Rahmen ausschneiden. Die Ränder versäubern. und ein entsprechnedzugeschnttenes zweites Stofstück hineinnähen. Dann muss aber Kante an Kante vernäht werden Also Meinungen, Vorschläge Lösungen?
Eskil Haraldson / Furor Normannicus
Grüß Euch, so, nun haben wirs für den Bereich Adel/Militär. Aber was ist mit den vielen Nichtadligen, Bürgern, Handwerkern usw? Ich bin zwar der Meinung, daß es da keine Fahnen, Banner, Wimpel gegeben haben kann oder darf, aber...? Zumindest sieht man (heutzutage) oft irgendwelche Leute mit ganz bunten Fähnchen rumlaufen, die weder Rang noch Stand haben. Das gilt auch für Wappenröcke und Schildbemalungen...
Euer Haduwolff
Laut: ENCYCLOPÆDIA BRITANNICA The principal armorial ensigns are the banner (Banner), the pennon (Pennon), the guidon (?), the standard (Standarte), and the pendant (?), or pennant. (Gonfanon? Läuft hier irgentwie deutsch/englisch/französisch durcheinander !?!) Originally, the banner was restricted to magnates--peers, feudal barons, and knights bannerets, for example. A square or rectangular flag bearing personal or family insignia, it was carried in action before such royal and noble warriors. Today this most cherished ensign of medieval times is generally used by all armigerous persons throughout Europe except in Scotland, where it is restricted to magnates. The ensign used by simple knights was a small triangular flag called a pennon. Flown from the lance, the pennon was used to terrorize the enemy as well as to indicate rank. All armigerous persons below banneret´s rank may use it. On the field of battle, when promotion to the rank of knight banneret was made, the points of the knight´s pennon were cut off, to make it an improvised banner. The users of arms in the Middle Ages often displayed them on the fork-tailed pennons of their lances. When the forked ends were cut off, the resulting flag was square, becoming a banner. The guidon, a long, tapering flag, was the cavalry standard and was carried in battle by warriors below the rank of knight. In the hoist (the part nearest the staff to which the ensign was attached), the guidon usually had the national cross (St. George, St. Andrew, and so forth) and, in the fly (the part farthest from the staff), a principal (beast) badge, which, with the field, was in the livery colours. The standard, half as long again as the guidon, was the largest form of armorial ensign and was intended to be stationary. It marked the carrier´s position in battle, in a ceremony, or at a tournament. The flying of a standard often indicated the monarch´s presence at a palace, castle, saluting base, or ship. The pennant, or pendant, earlier called a streamer, was a long, tapering flag, 20-60 yards (18-55 m) long and 8 yards (7 m) wide, ending in two points. Used mainly at sea, it was flown in the 15th century from a pole rising above the fighting top and later from the yardarm or topmast. It came to distinguish the warship from the merchant ship. Hoisted when the captain assumes his command, the pennant indicates a warship in commission, as opposed to a warship laid up. Sorry, wg. der Länge :-)
Stets zu Diensten - Euer Herold Colonia
Hallo alle, Größe ist ein gutes Stichwort: Habe auf einer Abbildung eine Deutschordenritter mit eine Lanze und (Pennon?) gesehen. Die Fahen war ungefähr zwei Handbreit hoch und mindestens die fünfache Länge zuzüglich dreier langer spitzzulaufender Bänder. Auf der Fahne waren drei Kreuze und die Bänder in Kontrastfarbe. Datierung um vor 1300. Weiß jemand welche Größen noch an (Kampf-) Lanzen getragen wurden?
Stets zu Diensten - Euer Herold Colonia
Moin Leute, ...ists nicht seltsam, daß durch ABSCHNEIDEN eines Stück Stoffs ein höherer Rang initiert werden sollte? Und wie groß muß wohl der Pennon gewesen sein, damit nach dem abschneiden noch was übrigblieb? ganz und gar nicht Ritter
Konrad, Spielman vom Hohen Hause
Ich nochmal. Die Zeremonie, die Thorsten unten beschreibt nannte man übrigens auch "Pennonage", dem Pennon wurde der Zipfel abgeschnitten und man erhielt ein Trapez, voilá, das Banner. Gruß, Kai
Moin Arne Versuchs doch mal bei zB Geschäften für Berufsbekleidung. Die Besticken (oder lassen Besticken) doch alles mögliche. Was die Preise bei denen angeht, so meine ich, die wären doch recht human. Doch jetzt wieder zum eigentlichen Thema des Threats . . . Gruß an alle
Wieland von Ruebenau
Moin zusammen, ic denke man soll nicht durch den Begriff des Banners auf unsere moderne Vorstellung vom an einer waagerechten Fahne gefertigten Stück Stoff verbinden. Wie so vieles ist auch hier die mitelalterlcihe Terminologie nicht genau. Im MA wurde damit afaik allgemein eine rechteckige "Fahne" bezeichnet. Der Ritter als "Bannerherr" (engl. Banneret) war eher eine Organisationsform. Als Otto-Normal-Ritter einer Lanze (hier die milit. Einheit) hatte er das dreieickige Stück Stoff an der Spitze derselben. Sobald er zum Bannerritter aufgestiegen war (die Größe der Gruppe konnte afaik - ich habe nicht meine Bücher auf der Arbeit - ca. 4 - 50 Lanzen groß sein) wurde der Wimpel in einer Zeremonie einfach abgeschnitten und so ein "Banner" hergestellt. Bis denne Thorsten
Hm, denke das paßt hier auch rein: Hat irgendwer eine Adresse von einer Firma, die auf Naturstoffen (keine Kunstfaser) Banner oder Fahnen bestickt oder bedruckt und nicht gleich ein ganzes Jahreseinkommen dafür verlangt, wenn man nur kleine Stückzahlen ordert???? Auf Antwort hoffend,
Arnulf der Puster, Spielmann vom Falkenberg
Mahlzeit! In der "Turm & Zinne" gab´s mal eine Abhandlung über Fahnenarten im Hochmittelalter, ich gebe mal kurz wieder, was dort stand: Es gab vier verschiedene Fahnenarten: den Pennon, den Gonfanon, das Banner und die Standarte. Der Pennon ist ein dreieckiger Wimpel. Der Gonfanon ist eine lange, rechteckige, in mehreren Spitzen oder Enden auslaufende Fahne. Das bedeutungsgleiche Banner ist eine rechteckige Fahne, die meist hochkant an der Lanze befestigt wird. Die Standarte ist bedeutend größer als die vorherbeschriebenen. SIe wird senkrecht an einem Querstab befestigt, der miittig mit der Fahnenstange verbunden ist. Standarten sind hauptsächlich an feststehenden Mästen in Heerlagern und auf Turnierplätzen zu finden, in der Schlacht wurden sie als weit sichtbares Feldzeichen auf speziellen Fahnenwagen mitgeführt. Das Recht einen Pennon zu führen stand jedem Ritter zu. Das Banner oder der Gonfanon wurde nur von Lehnsherren geführt. (Hans Blaß "Die Ritter der Stauferzeit") Gruß, Kai
Danke für den Tip Ivain; hier die Essenz aus Thread #565- Helmzimier und Banner (bzgl. Banner): 1) Begriffsdefinition: Jedes Stück Stoff das an einem Stab hängt wird zur Vereinfachung Fahne genannt. 2) Folgende Fahnen-Bezeichnungen tauchen bisher auf: Banner (Reichs-, Heer-, Kirchen-), Standarten, Wimpel, Fähnlein und noch Pennon, Gonfanon (noch weitere bekannt?) 3) Zuordnung der Fahnen (wg. der Begriffsbildung): Banner werden nur von einem Bannerherr geführt, Standarten von Heerführern, Wimpel von Rittern, Fähnlein von anderen kleinen Truppeneinheiten. Gonfanon von Rittern zur Zeit der Kreuzzüge geführt (verdächtig bannerähnlich); Pennon ??? 4) Ein Banner ist eine rechteckige horizontale Fahne mit mindestens drei, spitz zulaufenden, Stoffbändern. Ausnahme: Der Kirchenbanner, der ohne Stoffbänder vertikal an einem Kreuz aufgehängt wird. 5) Material: Laut Florenz Deuchler, Die Burgunderbeute, Bern 1968 (Danke Dietrich) bestehen Banner und die meisten anderen Fahnen aus Seide, sind beidseitig bemalt. Oft mit Fransen verziert und sogar mit Emblemen und Schriften aus Gold und Silber versehen. 6) In der Manesse gibt es zwei Tafeln (9,117) auf denen Fahnen (Banner?) zu sehen sind, die mit einer Querstange ´wehend´ gehalten werden. Mehr war leider aus dem Thread nicht rauszuholen. Wer noch mehr Infos hat bitte melden.
Nicht wirklich glücklich - Euer Herold Colonia
Hallo Andree! Zum Thema Worringen (Montag war übrigens der 812. Jahrestag) kann ich Dir ein kleines Büchlein empfehlen: Vera Torunsky, "Worringen 1288", Landschaftsverband Rheinland, um die 30 DM, ISBN 3-7927-1029-3. Ansonsten kann ich mit Ivain nur empfehlen, mal in den entsprechenden anderen Treat zu sehen. Oder in die entsprechenden Links in der Bibliothek zum Thema "Heraldik".
Udo
Selbst kann ich dir nicht weiterhelfen, aber schau doch auch mal in Thread Nr. 565 "Helmzimir und Banner". Vielleicht hilft der etwas weiter.
Gruß, Ivain
Hallo André hast Du es schon mal mit der Suchmaschine probiert? sollte mich doch wundern, wenn sich da noch kein Historiker/Heraldiker oder gar Volkskundler zu veröffentlicht hätte. Sowas ist für die doch das größte... Auch ruhig mal in die Bibliothek einer naheliegenden Uni gehen und da die Computer suchen lassen, in den betreffenden Institutsbibliotheken findet sich fast immer was. Persönlich habe ich leider keine so speziellen Kenntnisse für dich. mfg
der Barde vom Glan
Hallo Ihr Wissenden (hoffentlich), auf Abbildungen finden sich alle möglichen textilen Signale. Fahnen: Quadratisch, rechteckig, in eine Spitze zulaufend, usw. Von Banner wird geschrieben, das ganze Wagen notwendig waren um sie zu transportieren (Erzbischof v. Coeln). An den Lanzen wurden Wimpel, auch Bänder(?), oder sogar Fahnen getragen? Meine Frage: Gibt es zu diesem Thema schon eine zeitliche und örtliche Kategorisierung? Falls ja bitte einen Hinweis geben, falls nicht könnt man hier damit beginnen: Z.B. mit dem Rheinland zu Schlacht von Worringen?! Ausdrücklich mit einschließen möchte die Ausprägung der Zeichen. Angefangen von den reinen Farbsignalen der Kreuzzüge, bis zu den reichverzierten, mit Wappen und Badges versehenen Fahnen zur Zeit der Rosenkriege in England. Über den einen oder anderen Kommentar zur verwendung der jeweilige Zeichen (Deko bis Heerordnung) würde ich mich ebenfalls sehr freuen.
Volle Spannung - Euer Herold Colonia