na es gibt etliche seiten, und auch bücher, wo von Baumwollgemischen, also nihct die reine Baumwolle, in verwendung für gewandung die rede ist. Auch ist nd einigen Skandinavischen Gräbern Baumwolle in der tunika nachgewiesen.
“Wie dort zu entnehmen ist wurde Baumwolle schon im 12.JH, entgegen einiger aussagen, viel in europa verwendet. und im 13. JH. werden sicher auch Zelte daraus bestehen, da es ja dann auch hier angabaut wurde, zumindest in Italien/Spanien.”
Was?
Joey, ich weiß, daß du noch sehr jung bist, deshalb versuch ich es dir mal vorsichtig zu erklären…
Eine Homepage (noch dazu eine larplastige) ist erstmal überhaupt keine Quelle, sondern ebenfalls eine “Aussage”.
Das Baumwolle bereits im 12.Jh. in “Europa” (Norwegen oder Spanien?)_viel_ benutzt wurde, musst du mir mal mit anständigen Quellen untermauern.
Das im 13. Jh. daraus Zelte gemacht wurden, scheint mir mindestens fragwürdig…
Gesponnene Baumwolle eignete sich nicht besonders gut als Kettfaden, deshalb wurde bspw. Barchent mit einer stabilen Leinenkette und weicherem Baumwollschuß gewebt (textile Gewebe bestehen i.d.R. aus sich kreuzenden Kett- und Schußfäden…). Baumwolle als Faserspender war in Europa durchaus schon länger bekannt, nur die Nutzung als Gewebe ist damit noch nicht nachgewiesen.
M.E. ist die flächendeckende (!) Nutzung von Baumwolle als Mischgewebe in Mitteleuropa nicht vor dem späten 14. Jh. anzusetzten. Als Reingewebe (da schließe ich Baumwollzelte mit ein)noch viel später.
Es gibt Zeltfragmente noch aus dem 16. Jh. (glaub ich), die aus kräftigem Leinen gefertigt sind…
“Im 12. Jahrhundert (Kreuzzüge) steigt der Import von roher und gesponnener Baumwolle rasch an. Die mittelalterlichen Baumwoll-Stoffe sind durchweg Mischgewebe, teils mit Seide oder Wolle, teils mit Leinen.
In Mitteleuropa beginnt der Baumwollanbau Anfang des 13. Jahrhunderts. in Spanien und Italien.
Ab dem 14. Jahrhundert ist Barchent (Baumwoll-Leinen-Mischgewebe) allgemein verbreitet.”
Wie dort zu entnehmen ist wurde Baumwolle schon im 12.JH, entgegen einiger aussagen, viel in europa verwendet. und im 13. JH. werden sicher auch Zelte daraus bestehen, da es ja dann auch hier angabaut wurde, zumindest in Italien/Spanien.
Also das Lexikon des Mittelalters saagt tatsächlich auch, dass Banner meist aus Seide waren, die meisten sind aus dem Spät Mittelalter erhalten:
Banner:
“ Da die ma. B. meist aus Seide gefertigt waren, haben sich nur wenige Exemplare erhalten und diese meist aus dem SpätMA. Es sind zumeist städt. B., wie jene von Köln, Wien, Florenz, Sevilla usw. ”
O. Gamber in: Lexikon des Mittelalters, CD-Rom Ausgabe, Metzler Verlag, 2000
Ich halte es bei den damaligen Seidenpreisen trotzdem noch für fragwürdig ob Seide bei Wimpeln wirklich der übliche Stoff war…
Seiden-Baumwollmischgewebe: Was gibt’s denn da so? Ich dachte bisher immer, dass Seide auf Grund des hohen Wertes und Prestiges nur “rein” verwendet wurde, lasse mich da aber gern eines besseren belehren. Als einziges Baumwoll-Mischgewebe schwirrt mir jetzt Berchant im Kopf rum. Kennst du mehr als ich?
Wieso wiederspech ich mir da? Die -meisten- Banner, Wimpel, etc. wurden aus reiner Seide gemacht, also die richtig teuren für den Kaiser, und für Könige. Der Rest aus Seiden-Baumwoll-Gewebe, oder Seiden-Leinen-Gewebe.
Billigere Wimpel, von einfacheren Rittern dürfte dann wohl aus Leinen gewesen sein, wobei das recht schwer ist.
“Seide und Baumwollseidengemische wurde für teure Sachen verwendet. Die meisten Banner, Wimpel und Fahnen wurden aus Seide gefertigt, danach Bestickt oder Bemalt.”
Widersprichst du dir da nicht gerade selber? Ich _vermute_, das viele Wimpel auch aus (relativ feinem) Leinen oder (feiner) Wolle gemacht wurden. Die dürfte auch schön flatter und um einiges billiger gewesen sein.
Hast du Quellen und Belege für die hauptsächliche Verwendung von Seide bei Wimpeln?
Seide und Baumwollseidengemische wurde für teure Sachen verwendet. Die meisten Banner, Wimpel und Fahnen wurden aus Seide gefertigt, danach Bestickt oder Bemalt.
Vorsicht: Baumwoll-gemische kamen um 1260 auf. Baumwolle wurde kaum im reinen Zustand verarbeitet, immer im Gemisch mit Hanf, Leinen oder eben Seide.
ich nöchte einen Wimpel, also Pennon, für unseren Ritter anfertigen. Dabei habe ich mich an der Majekowski-Bibel orientiert.
Dort sind die Pennons jedoch alle weiss und recht klein abgebildet. Die Ausläufer erscheinen mir rund. Aber sollte dieser Wimpel nicht den Ritter mit seinem Wappenzeichen repräsentieren?
Ich habe nun eine Höhe von 20 cm gewählt, um das Wappen noch drauf malen zu können.
Die Ausläufer vorn habe ich rund geschnitten. Allerdings waren bisher alle Pennons, die ich bei anderen gesehen habe, in spitzer Dreiecksform zulaufend anstatt rund. Habe ich die Form in der M-Bibel falsch interpretiert und die Ausläufer erscheinen nur durch den Luftzug rund?
Kann mir jemand weiterhelfen, welche Pennonform und Größe/Länge im Zeitraum ca 1200-1240 üblich war.
In der Handschrift des Petrus de Ebulo fand ich die Abbildung eines roten Banners mit schwarzem kreuz am Rande (Standarte des König heinrichs). Ist es dem nun so, daß das rote Stumrbanner mit den speziellen Wappensymbolen des Heerführers versehen war?
Hallo! Im Eintrag 22 hatte ich mal die Verwendung eines Wappens zur Kennzeichnung der Bäckerzunft als Stifter eine Kirchenfensters erwähnt. Was ich sehr interessant finde ist, daß es in Frankfurt ebenfalls einen Beleg für Wappengebrauch durch (oder für) Handwerker gibt. Wieder ist das Wappen Teil eines Fensters, wieder wird, wie auch im Freiburg Münster, durch das Wappen nicht eine Einzelperson oder ein Geschlecht, sondern offensichtlich eine ganze Zunft gekennzeichnet, hier die der Metzger. Die Frankfurter Glasscheibe mit dem Wappen befand sich bis 1893 im alten Schlachthaus, sie stammt aus dem späten 14. Jh.. Das Wappenbild zeigt in Blau einen roten, nach rechts schreitenden Ochsen mit gelben Hörnern. Das soll natürlich nicht heißen, daß jeder Metzger mit einem Schild rumgelaufen sei, der einen Ochsen zeigte. Jedoch wurden Wappen in typischer Schildform im 14. Jh. offensichtlich ganz selbstverständlich auch für die Kennzeichnung von Handwerkern benutzt, wenn auch in angepaßter Form. In dem gleichen Eintrag 22 hatte ich auch was zu den bürgerlichen Wappen am Frankfurter Rathaus, genau genommen am alten Haus Limpurg, geschrieben. Die sind zwar authentisch, auch die Tartschenform ist für das SMA auf vielfältigen Abbildungen belegt, jedoch ganz speziell die Wappen am Rathaus sind Schmuck des Historismus. Das sieht man übrigens auch ziemlich gut, wenn man vor dem Römer steht. Allerdings hatte ich im Juli nur ein Foto zur Hand, und das zeigte nur einen kleinen Ausschnitt mit einem wirklich gut gelungenen Wappen;-) Ergänzen kann ich auch noch, daß auch das Frankfurter Patriziat bereits seit dem 14. Jh. Wappen führte. Auf dem Fuß eines Kreuzreliquiars aus der Zeit um 1370 ist als Stifterwappen dasjenige des Patriziers Sifrit zw Paradise zu sehen. Auf seinem Grabstein in der Frankfurter Nikolaikirche ist zusätzlich zum Wappen noch eine Helmzier in Form eines Löwen dargestellt. Herzlichen Gruß Sascha
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Hallo, Haduwolff, ein paar Sätze noch zu Deiner Frage nach “bürgerlichen” Wappen und Fahnen. Es ist gerade die Stauferzeit, die Stadtwappen hervorgebracht hat. So gilt es als wahrscheinlich, daß Konradin selbst sein Wappen in das Siegel der Stadt Ravensburg hat einfügen lassen. Gegen seinen Willen hätte dies wohl kaum geschehen können. Das Ravensburger Stadtsiegel von 1267 zeigt das Wappen Konradins über einer Mauer mit Tor und zwei Türmen. In der ersten Hälfte des 14. Jh. diese Form und leicht abgewandelt: Wappen mit Adler neben Wappen mit Mauer und zwei Türmen. Die Wappen wurden an (Reichs-)Städte verliehen als Zeichen der königlichen Herrschaft, im Sinn gerichtet gegen etwaige Machtansprüche sich aufschwingender Territorialherren angrenzender Gebiete. Ravensburg selbst erhält den Status einer Reichstadt allerdings erst 9 Jahre nach Konradins Tod, 1276. Andere Reichsstädte waren in staufischer Zeit Stützen und Repräsentanten königlicher Macht, deutlich erkennbar auch an ihren mächtigen Befestigugen, erichtet im Auftrg des Könisgs. Entsprechend verwandten auch die reichsstädtischen Dortmunder Bürger den schwarzen Königsadler in Silber, wie auf den Internetseiten der Stadt Dortmund nachzulesen ist, seit dem 13. Jh.. Im 14. Jh. findet man dazu noch auf dem sogenannten Wappenkästchen ein Löwenwappen, den Reinolduslöwen, ebenfalls schwarz in Silber. Dazu sind in Dortmund die noch heute gültigen Stadtfarben Rot und Weiß, aus dem Mittelalter überliefert und damals als Fahne am Stadttor ausgehängt. Es sind eben die Farben der Hanse, die Koggen hatten ja auch rot-weiß gestreifte Segel, Du kennst ja sicher die Abbildung aus Mölln. Das noch heute gültige Wappen der Stadt Freiburg im Breisgau, in Silber ein rotes Kreuz wird interpretiert als ursprüngliches Fahnenzeichen. Ebenfalls aus Freiburg ein Wappen auch für Handwerker: Ein Fenster im Freiburger Münster zeigt das Wappen der Bäcker, in Rot eine silberne Brezel. Die Bäcker haben das Fenster 1320 gestiftet Hier in Frankfurt kannst Du am historischen Rathaus, dem Römer, alte Patrizierwappen bewundern. Deren Tartschenform läßt sie mich in das ausgehende MA datieren. Für Köln ist eine ganze Reihe Wappen von Bürgern überliefert, so auch das Wappen der Overstolze 1288: In Rot drei goldene Turnierkragen. Als Unterscheidungsmerkmal einzelner Familienzweige vermutet Ulrich Lenhart verschieden Helmzier oder Beizeichen. Das Wappenwesen der Bürger ist zu dieser Zeit also auch bereits voll ausgebildet. In Köln waren die Bürgermeister arüber hinaus teilweise Ritter, wie bei Ulrich Lehnart nachzulesen ist. Er diskutiert in seinem Buch auch, daß die Overstolze wahrscheinlich auch ein eigenes Banner in der Schlacht von Worringen führten. Der von Dir vermutete Gegensatz von adelig und nichtadelig ist also manchmal nur schwer zu ziehen. In den Städten hat das Patriziat eine adelsgleiche Stellung und Funktion. Ja und dann fällt mir noch der etwas spätere Grabstein eines Zürcher Bürgers ein, ebenfalls mit Wappen und Helmzier. Das nur als wenige Beispiele, die Liste ließe sich sicher ewig fortsetzen… Herzlichen Gruß Sascha
Hallo Fabian, es ist möglich so zu Applizieren, daß der Stoff nicht durchstochen wird. Ich habe es mir vorführen lassen und wahr baff erstaunt (es handelte sich um Baumwollgewebe von der Dicke eines Bettuches). Allerdings fürchte ich viel ßbung reicht da nicht mehr - man braucht auch noch Talent :-( Eine weitere Variante ist es auf beiden Seiten identische Muster aufzunähen (mittels durchstochener Nadeln fixieren). Es ist erheblich einfacher, wenn man vor dem Nähen etwas Textilkleber verwendet und dann mit der Maschine arbeitet.